• Wespennest entfernen oder umsiedeln?

    Wespennest entfernen oder umsiedeln?

    Wissenswertes, Kosten und wertvolle Tipps

Wespen stehen unter Naturschutz

Beim Frühstück auf der Terrasse, beim Kuchen essen im Café oder als Badegast mit der Limo – Wespen können ziemlich nerven. Und leider können sie auch für den Menschen gefährlich werden. Was also tun, wenn ein Wespenvolk den eigenen Balkon zum besten Brutplatz erklärt und mit einem Wespennest bebaut hat? Da Wespen unter Naturschutz stehen, sind das eigenmächtige Bekämpfen und Umsiedeln der Insekten gesetzlich verboten. Im Folgenden informieren wir Sie über effektive und rechtlich zugelassene Möglichkeiten zur Wespenbekämpfung sowie die dabei anfallenden Kosten.


Wissenswertes über Wespen

Nur ein Jahr lang, wird das Wespennest als Domizil genutzt und danach nie wieder neu besiedelt. Im Gegensatz zu der alten Königin und den Arbeiterinnen überlebt lediglich die Jungkönigin als Einzige den Winter. Sie fliegt im Frühjahr nach ihrer Winterruhe los und sucht einen geeigneten Nistplatz für ihr neues Wespenvolk. Ist sie fündig geworden, beginnt sie nun mit dem Nestbau und klebt aus abgeschabten Holzfasern mit Hilfe ihres Speichels die kleinen, fünfeckigen Zellen zusammen. Und fertig ist sie – die Grundsubstanz für das Wespennest. Hier legt die Jungkönigin ihre Eier ab, die sie mit Spermien aus dem Vorjahr befruchtet, welche sie in einer gefüllten Samentasche mit sich trägt. Sobald die ersten unfruchtbaren Arbeiterinnen geschlüpft und aufgewachsen sind, kümmern sich diese um den weiteren Nestbau und organisieren die Nahrungssuche im Freien sowie die Aufzucht der Larven. Die neue Königin verlässt nur selten das stetig weiter wachsende Wespennest und konzentriert sich voll und ganz auf die Eiablage, um ihren Staat zu vergrößern. Bis zum Hochsommer umfasst eine Wespenpopulation bis zu 7.000 Insekten, von denen im Winter alle bis auf die frisch geschlüpfte Jungkönigin sterben. Die neue Königin gründet im nächsten Frühjahr an einem anderen Ort wieder eine neue Kolonie in einem neuen Wespennest.

Wespen Nistplätze

Die beliebtesten Plätze für den Nestbau

Bevorzugt besiedelt werden trockene, schattige und windgeschützte Hohlräume. Dies können auch mal verlassene Erdbauten von Maulwürfen oder Mäusen sein oder alte Baumstämme. Manchmal bauen Wespen auch direkt ans Haus (gerne unter gut geschützten Dachüberständen) an oder nutzen Geräteschuppen und Lauben, Dachböden oder sogar Rollladenkästen. Hier kann es schwierig werden, die Nester zu entfernen.

Unterschiedliche Wespenarten

Nicht jede Wespenart ist aggressiv

Die verschiedenen Wespenarten weisen unterschiedliche Stufen an Aggression auf. Zu den harmlosen Arten gehören zum Beispiel die Feldwespe, die Mittlere Wespe und die Sächsische Wespe. Ihre Nester sind meist grau, hängen frei herab und erreichen Größen bis hin zu einem Fußball. Lästig bis gefährlich für den Menschen sind in der Regel nur die Gemeine Wespe sowie die Deutsche Wespe. Bei dieser Wespenart ergibt es Sinn, das Nest zu entfernen, bevor es zu einem Angriff kommt.

Der beste Umgang mit Wespen

Ungebetene Gäste – wie gehen Sie mit Wespen um?

Im Sommer geht es los: Die Wespenzeit hat begonnen. Falls sich ein Wespenstaat unerwünscht in Ihrem Garten niedergelassen hat, ist das zuerst einmal noch kein Grund zur Beunruhigung. Besonders die frei hängenden Nester sind meist von kurzlebigen Völkern besiedelt und bald ist der Besuch auch schon wieder vorbei. Wenn sich das Wespennest in einem unbewohnten Teil Ihres Gartens befindet und mindestens 6 Meter Abstand zum Haus bestehen, ist ein Zusammenleben ohne Entfernen des Nestes möglich. Trotzdem sollten Sie einige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Sicherheitsvorkehrungen bei Wespennestern

Sicherheitsvorkehrungen bei Wespennestern im Garten

Bringen Sie an allen Fenstern Fliegengitter an und gewöhnen Sie sich an, nie direkt aus geöffneten Flaschen zu trinken – denn Wespen krabbeln hier gerne herein, um den süßen Inhalt abzutransportieren. Ein Wespenstich in Mund oder Rachen ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern kann auch sehr gefährlich werden – ein Arztbesuch ist unerlässlich. Auch beim Gehen oder Spielen auf dem Rasen ist erhöhte Vorsicht geboten, denn die Tiere sitzen gerne im feuchten Gras und auf den Blüten. Sie sollten sich zudem dem Nest selbst nie nähern, es berühren oder die Tiere anderweitig provozieren, denn Wespen können mehrfach zustechen und werden es zu ihrer Verteidigung auch tun. Bei ihrem Stich setzen sie außerdem spezielle Pheromone frei, die auch den anderen Wespen einen Alarm signalisieren und sie zur Unterstützung herbeirufen. Spielende Kinder, Haustiere und besonders Menschen mit Insektengiftallergie sollten daher besonders wachsam sein.

Wissenswertes über Wespennester

Wie können Sie ein Wespennest entfernen?

Im Herbst stirbt das gesamte Wespenvolk (bis auf die neue Königin) und Sie können das Wespennest ohne Risiko entfernen. Falls Sie nicht so lange warten können, da das Nest zu nahe am Haus liegt oder die Population zu groß ist, können Sie das Wespennest entfernen oder umsiedeln lassen. Dafür sollten Sie einen Antrag bei einer zuständigen Behörde stellen. In der Regel ist das entweder das Landratsamt, die Stadtverwaltung oder die Naturschutzbehörde. Wenn der Antrag genehmigt wird, muss eine Fachkraft beauftragt werden, also ein örtlicher Imker oder Kammerjäger, in akuten Notfällen auch die Feuerwehr. Wenn Sie zur Miete wohnen, informieren Sie Ihren Vermieter über Ihr Vorhaben. Dieser muss nämlich für die Kosten für das Entfernen des Nestes aufkommen.

Wespennest vom Kammerjäger entfernen lassen

Bei akuter Gefahr oder andauernden Problemen sollten Sie sich auf jeden Fall an einen Fachmann wenden, der über das benötigte Wissen sowie die entsprechende Schutzkleidung verfügt und das Wespennest schnell und sicher entfernen kann. Frei hängende Nester werden in der Regel komplett entfernt, während bei Wespennestern in Nischen bzw. Hohlräumen bestimmte Chemikalien verwendet werden müssen. Natürlich ist die professionelle Hilfe teurer, als dem Nest selbstständig zu Leibe zu rücken, doch sind Sie dafür auch nicht gefährdet, verletzt zu werden. Außerdem sollte ein Wespennest, wenn möglich, immer umgesiedelt anstatt zerstört werden.

Wespennest selbst umsiedeln

Wenn keine akute Gefahr besteht und das Wespennest nicht umgehend entfernt werden muss, kann es in der Zeit zwischen April und August umgesiedelt werden. Denn zu dieser Zeit sind die Wespen noch mit dem Aufbau beschäftigt und das Nest ist noch recht klein und einfach zu entfernen. Für die geplante Umsiedlung wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Naturschutzorganisation, die sich um einen neuen Standort für Ihre „Untermieter“ kümmern wird. Werden Sie auch hier bitte nicht selbst aktiv und überlassen Sie die Arbeit den Fachkräften. Diese transportieren kleinere Nester in einem Papiersack ab, während bei größeren Völkern zuerst die fliegenden Arbeiterinnen in einen speziellen Fangkorb eingesaugt werden, bevor das Nest anschließend versetzt werden kann.

Wespennest umsiedeln: Entfernung zwischen altem und neuen Standort richtig wählen

Welche Entfernung sollte zwischen dem alten und neuen Standort liegen?

Damit die fliegenden Arbeiterinnen nicht wieder zum alten Nistplatz zurückkehren, sollte der neue Standort einen Abstand von mindestens 4 Kilometern haben. Die neue Umgebung sollte außerdem wenig bewohnt sein, um weitere Probleme zu vermeiden, denn umgesiedelte Wespen sind überdurchschnittlich aggressiv und könnten spazierende Menschen oder Tiere angreifen. Ein verlassenes Waldstück zum Beispiel eignet sich ideal. In jedem Fall muss die Umsiedlung vorher gut durchdacht und geplant werden.


Wespenbekämpfungsmittel – was sollten Sie beachten?

Insektenspray gegen Wespen

Insektenbekämpfung Spray

Da Wespen unter Naturschutz stehen, dürfen sie nicht so ohne Weiteres bekämpft werden. Im Handel gibt es verschiedene – auch chemische – Mittel für die Insektenbekämpfung. Diese sollten aufgrund der toxischen Inhaltsstoffe jedoch ausschließlich im Freien angewandt werden, Sie dürfen sie außerdem nicht ohne triftigen Grund einsetzen. Besonders wirkungsvoll sind Sprays mit Residualwirkung, denn sie verhindern für die komplette Saison eine Bevölkerung des Nestes. Dazu versprühen sie ein Biozid, das eine Giftwolke bildet. Sie können auch aus der Entfernung noch gegen die Nester sprühen, die sich zum Beispiel auf Balkon oder Terrasse verirrt haben. Achtung: Die Larven werden durch das Gift nicht abgetötet. Der Gifteinsatz kann außerdem die überlebenden Tiere noch zusätzlich provozieren, sodass sie den Angreifer attackieren.

Wespenschaum

Eine weitere Möglichkeit, sich der ungebetenen Gäste zu entledigen, ist es, den Eingang des Nestes zu versperren. Hierfür wird auch gerne mal Bauschaum verwendet, um die Löcher auszufüllen. Im Baumarkt gibt es auch speziellen Wespenschaum. Allerdings ist diese Methode nur für kurzfristige Einsätze geeignet, denn die Wespen werden sich in kurzer Zeit durch den Schaum fressen und diesen außerdem noch für ihren weiteren Nestausbau verwenden. Benutzen Sie den Schaum also nur im Notfall und kümmern Sie sich umgehend um eine Entfernung des Nestes durch einen Fachmann. Zusätzlich macht der Schaum die Wespen übermäßig aggressiv und sie suchen sich einen anderen Weg aus dem Nest heraus. Dabei können sie womöglich noch im eigenen Haus landen.

Wespenschaum gegen Wespen

So hoch sind die Kosten bei der Wespenbekämpfung

Kosten für das Entfernen eines Wespennests

Bei gut zugänglichen Nestern können Sie mit Kosten von 150 bis 170 € rechnen, bei schwer erreichbaren Nestern können es bis zu 200 € werden. Aufpreise für die Serviceleistungen des Kammerjägers fallen außerdem in der Nacht und am Wochenende an. Holen Sie sich am besten vorher telefonisch einen unverbindlichen Kostenvoranschlag ein.

Kosten für die Umsiedlung eines Wespennests

Die Kosten für eine Umsiedlung sind deutlich günstiger als für die chemische Schädlingsbekämpfung. Die Preise variieren je nach Erreichbarkeit des Nestes zwischen 50 und 100 €. Auch hier sollten Sie sich vorab über die richtige Vorgehensweise informieren und einen Fachmann heranziehen. Beachten Sie den günstigen Zeitpunkt für die Umsiedlung zwischen April und August.


Die wichtigsten 5 Tipps im Umgang mit Wespen

Tipp 1: Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Hysterie

Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Hysterie

Um Wespen nicht unnötig aggressiv zu machen, sollten Sie jederzeit ruhig bleiben und wilde Gestikulierungen vermeiden. So verringern Sie die Gefahr durch die Wespe gestochen zu werden erheblich. Pusten Sie Wespen auch nicht an. Das ausgestoßen Kohlendioxid ist für sie ein Alarmsignal.

Tipp 2: Lassen Sie keine süßen Getränke oder Speisen draußen

Lassen Sie keine süßen Getränke oder Speisen draußen

Bieten Sie den Wespen keine willkommenen Futterstellen in Ihren 4 Wänden oder auf dem Balkon. Decken Sie süße Getränke ab und räumen Sie Marmelade und Co. nach Gebrauch unverzüglich wieder weg.

Tipp 3: Nutzen Sie Fliegengitter

Nutzen Sie Fliegengitter

Mit Fliegengitter und Vorhängen an Balkontüren sperren Sie Wespen zum Großteil aus Ihrer Wohnung aus. Achten Sie dabei darauf, dass die Maschenweite nicht zu groß für die Insekten ist. Eine Maschenweite von 3 mm ist zu empfehlen.

Tipp 4: Besprühen Sie die Wespen mit Wasser

Besprühen Sie die Wespen mit Wasser

Ist eine Wespe besonders penetrant und Sie wissen sich nicht weiter zu helfen, besprühen Sie die Wespe mit Wasser. Das Insekt denkt dabei es fängt an zu regnen und fliegt zurück in ihr Wespennest.

Tipp 5: Entfernen Sie das Wespennest zum richtigen Zeitpunkt

Entfernen Sie das Wespennest zum richtigen Zeitpunkt

Wespen sterben bei den ersten Frostnächten. Danach können Sie das Wespennest sorgenfrei entfernen. Säubern Sie die Stelle gründlich, damit die nächsten suchenden Wespenköniginnen sich nicht wieder an diesem Ort einnisten. Denn diese orientieren sich an einem „Wespen-Geruch“. Möchten Sie das Nest umsiedeln, können Sie dies nur im Zeitraum zwischen April und August tun, da sich hier das Nest noch im Aufbau befindet.


Interessante Produkte zu diesem Artikel:

Das könnte Sie auch interessieren:


Sie haben Fragen oder möchten sich persönlich beraten lassen?

Vereinbaren Sie gerne ein Beratungsgespräch oder besuchen Sie uns in einer unserer Filialen.