Fassadendämmung: Kosten, Ablauf und Spartipps

Die Fassade umschließt ein Gebäude großflächig. Aus diesem Grund kann über die Fassade viel Wärme verloren gehen. Die richtige Fassadendämmung kann dies verhindern.

Ein Mann mit Arbeitshandschuhen und Schutzhelm verkleidet die Fassade eines Gebäudes.

Wie teuer ist eine Fassadendämmung?

Unter dem Begriff Fassade wird allgemein die Frontseite eines Gebäudes bezeichnet. Im energetischen Sinn beinhaltet eine Fassade jedoch sämtliche Außenmauern eines Gebäudes. Davon ausgenommen sind das Fundament, der Keller und das Dach. Die Kosten einer Fassadendämmung hängen von der Art der Dämmung, den verwendeten Dämmstoffen sowie vom Gebäudetyp und den optischen Vorlieben des Gebäudeeigentümers ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kosten mit der Fassadendämmung verbunden sind, wie die Dämmung abläuft und wie Sie dabei sparen können.

Warum brauchen Sie eine Fassadendämmung?

Eine Fassadendämmung ist vor allem bei Altbauten notwendig. Durch eine schlecht gedämmte Außenwand geht fast die Hälfte der Raumwärme verloren. Dies ist auch sinnvoll, wenn Sie Ihr Gebäude einmal verkaufen wollen. Durch eine moderne und fachgerechte Fassadendämmung mit den richtigen Dämmstoffen erhalten Sie einen besseren Energieausweis. Das ist vorteilhaft, wenn Sie Ihr Haus einmal verkaufen wollen. Die Wärmedämmung erhöht damit auch den Wert Ihrer Liegenschaft. Weiter Gründe, die eine Fassadendämmung notwendig machen sind:

  • Bei feuchten oder von Schimmel befallenen Wänden
  • Als notwendige Lärmschutzmaßnahme
  • Bei einer Vermietung von Wohnungen im Gebäude

Vorschriften für eine Fassadendämmung

In Deutschland gibt es zurzeit noch keine Dämmpflicht für Gebäude. Allerdings sollte man bestimmte Vorschriften beachten, um eine Förderung zu erhalten. Zudem müssen Sie bei einer Gebäudesanierung die Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten. Diese Verordnung verlangt die Einhaltung eines U-Wertes von 0,24 W/(m²K).
Unter dem U-Wert versteht der Fachmann den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizienten. Dieser gibt an, wie viel Wärmemenge ein Gebäude durch einen Bauteil verlässt. Dieser Wert erscheint in Watt pro m² und Kelvin. Kelvin ist eine physikalische Temperatureinheit. 0 Kelvin entsprechend dabei - 273,16 ° Celsius.

Arten der Fassadendämmung

Eine Fassadendämmung kann auf verschiedene Arten erfolgen. Diese unterscheiden sich in ihrer Effizienz, ihrer Optik und ihrem Preis. Zu den drei wichtigsten Möglichkeiten der Dämmung zählen:

Die Kerndämmung oder Einblasdämmung

Die Kerndämmung wird in einer zweischaligen oder mehrschaligen Wand untergebracht. Diese findet man vorwiegend in älteren Gebäuden. Für die Kerndämmung verwendet der Fachmann meist Mineralschaum oder Mineralwolle als Dämmstoffe. Bei Altbauten empfiehlt sich hingegen eine Einblasdämmung. Dabei werden Löcher in die Außenwand gebohrt, in die Zellulose geblasen wird.

Das Wärmedämmverbundsystem WDVS

Beim WDVS werden Dämmplatten aus Poly-Schaum verwendet und auf die Außenwand montiert. Die an der Außenwand angebrachten Platten können danach mit Mörtel verputzt werden. Das WDVS ist heute das am häufigsten verwendete Dämmsystem. Vor allem bei neuen Häusern ist das Wärmedämmverbundsystem eine beliebte und kostengünstige Lösung.

Die hinterlüftete Vorhangfassade

Eine weitere Möglichkeit der Fassadendämmung stellt die Fassadenverkleidung oder hinterlüftete Vorhangfassade dar. Diese Art der Dämmung ist die flexibelste Methode und lässt Ihnen als Bauherren einen gewissen Gestaltungsspielraum für Ihre Fassade. Dämmstoffe und Verkleidung an der Außenwand werden dem Gebäude individuell angepasst. Allerdings ist diese Variante auch die teuerste.

Vor- und Nachteile einer Fassadendämmung

Eine Fassadendämmung bringt einige Vorteile mit sich, hat aber auch ihre Nachteile. Kurz zusammengefasst sind diese:

Vorteile

  • Sie sparen damit zumindest langfristig Heiz- und Energiekosten.
  • Sie verbessern dadurch das Raumklima deutlich.

Nachteile

  • Eine Fassadendämmung ist in der Regel mit relativ hohen Kosten verbunden.
  • Die Ergebnisse der Energieeinsparung zeigen sich oft erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten.

Ablauf einer Fassadendämmung

Eine Fassadendämmung erfolgt wie die meisten Bauarbeiten an einem Gebäude in einzelnen Schritten. Dabei unterscheiden sich die Arbeitsschritte nach den jeweiligen Arten der Dämmung. Im Prinzip läuft eine Dämmung jedoch wie folgt ab.
  1. Vorbereitungsarbeiten: Dabei werden der Untergrund gereinigt und Unebenheiten beseitigt. Bei den Fenstern wird die Laibung abgeklebt und vorher geebnet.
  2. Sockelschienen und Dämmplatten: Danach werden Sockelschienen angebracht und Dämmplatten montiert. Bei der Kerndämmung werden statt dessen Löcher in die Wand gebohrt.
  3. Fenster- und Dachanschlüsse: Die Dämmung wird bei Fenstern und am Übergang zum Dach entsprechend angepasst.
  4. Verdübelung: Dämmplatten werden anschließend verdübelt. Dafür verwenden Fachleute ein eigenes Dübelschema.
  5. Amierungsschicht und Mineralputz: Zum Schluss wird eine sogenannte Amierungsschicht aufgetragen. Die Außenwände werden mit einer Mineralputzgrundierung versehen.
  6. Edelputz: Schließlich wird eine Schicht Edelputz über die Fassadendämmung aufgetragen.

Was müssen Sie bei der Fassadendämmung beachten?

Eine Fassadendämmung muss immer individuell durchgeführt werden. Aus diesem Grund ist vor der Dämmung eine entsprechende Planung und Analyse durchzuführen. Diese können Sie mithilfe von Experten in Angriff nehmen. Dafür eignen sich Energieberater und qualifizierte Handwerksbetriebe. Die wichtigsten Faktoren, die Sie bei der Außendämmung beachten müssen sind:

  • Die richtige Dämmstärke ist für Isolierung der Fassade wichtig.
  • Wählen Sie passende Dämmstoffe für die Außendämmung.
  • Lassen Sie vor der Dämmung die Bausubstanz prüfen.

Ferner ist natürlich auch die Art der Dämmung ein wichtiger Punkt. Bei Altbauten mit einem zweischaligen Mauerwerk eignet sich vorwiegend eine Einblasdämmung. Die hinterlüftete Vorhangfassade eignet sich als Individuallösung für Fachwerkhäuser. Bei neueren Häusern bevorzugen die meisten Bauherren das WDVS.

Die Fassade selbst machen oder von einem Profi?

Die Dämmung einer Fassade ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Schon kleine Fehler können sich dabei rächen. Mängel in der Dämmung können die Bildung von Schimmel in den Innenräumen des Gebäudes begünstigen. Auch die Auswahl der Dämmstoffe muss gewissenhaft und fachmännisch erfolgen. Aus diesem Grund ist es ratsam, einen Profi für die Dämmarbeiten zu engagieren. Das verursacht natürlich entsprechende Kosten, doch der Aufwand lohnt sich langfristig.

Kostenfaktoren bei der Fassadendämmung

Die Kosten für die Fassadendämmung hängen in erster Linie von der Art der Dämmung, der verwendeten Dämmstoffe und der Größe des Gebäudes ab. Auch regional gibt es Preisunterschiede. Entscheidend für die Höhe der Kosten sind jedoch:

  • Die erforderlichen Dämmstoffe wie Dämmplatten bei der WDVS oder zusätzliche Holzgerüste.
  • Die Kosten für die Vorbereitungsarbeiten inklusive der Energieberatung, der Planung sowie dem Gerüstaufbau bei der Außendämmung.
  • Spezielle Holzplatten für die hinterlüftete Vorhangfassade

Rechenbeispiele für die Fassadendämmung

Die Kosten für die Fassadendämmung richten sich in erster Linie nach Art der Dämmung. Daneben sind natürlich auch die Arbeitsstunden sowie die Kosten für die Dämmstoffe entscheidend. In den folgenden Beispielen finden Sie grobe Richtwerte, mit denen Sie rechnen müssen.

Kerndämmung

Nehmen wir an, Sie lassen die Fassade eines Altbaus sanieren und dämmen. Für dieses Vorhaben eignet sich eine Einblasdämmung oder Kerndämmung. Hier müssen Sie mit Kosten von 50 bis 70€ pro m² rechnen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ergeben sich somit Kosten von 4.000€ für die Fassadendämmung.

WDVS

Entscheiden Sie sich für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS), sind die Kosten etwas höher. In diesem Fall montieren die Handwerker spezielle Dämmplatten an die Außenwand der Fassade und verputzen diese anschließend. Die Kosten dafür belaufen sich zwischen 90 und 150€ pro m². Daraus ergeben sich für das durchschnittliche Einfamilienhaus Gesamtkosten von rund 20.000€.

Vorhangfassade

Bei der Fassadendämmung für ein Fachwerkhaus empfiehlt sich die hinterlüftete Vorhangfassade. Hier errichten die Fachleute ein Gerüst aus Holz und dämmen dieses mit Dämmplatten. Dazwischen entsteht ein Luftraum, der Feuchtigkeit abführt und somit der Bildung von Schimmel vorbeugt. Diese Art der Außendämmung verursacht Kosten zwischen 170 und 300€ pro m². Die Gesamtkosten belaufen sich dann im obigen Vergleich auf rund 35.000€.

Finanztipp: Wer ein Haus erwerben und sanieren will, kann mit einem Bausparvertrag eine finanzielle Grundlage dafür schaffen. Dafür ist natürlich eine rechtzeitige Vorsorge notwendig. Für die Finanzierung der Sanierung oder Fassadendämmung kann auch ein Modernisierungskredit eine geeignete finanzielle Lösung darstellen.

4 Spartipps für die Fassadendämmung

Mithilfe dieser 4 Spartipps können Sie die Kosten für eine Fassadendämmung am besten unter Kontrolle halten.
1

Die Außendämmung als effizienteste Form

Die Außendämmung stellt die wohl effektivste Form der Wärmedämmung dar. Vor allem die Kerndämmung ist eine relativ kostengünstige Variante für Altbauten. Sie können durch die Dämmung bis zu 20% an jährlichen Heizkosten sparen.

2

Fassadendämmung bei Sanierung

Nehmen Sie die Fassadendämmung am besten im Rahmen einer Sanierung vor. Wenn Sie beispielsweise neue Fenster einbauen lassen, können Sie danach auch die Fassade dämmen.

3

Die Innendämmung als Alternative

Wenn eine Außendämmung aufgrund denkmalschutzrechtlicher Bestimmungen nicht möglich ist oder ein benachbartes Haus zu nahe an der Außenwand steht, können Sie eine Innendämmung vornehmen.

4

Fassadendämmung bei Neubauten

Wenn Sie ein neues Haus bauen, achten Sie bereits darauf, dass Sie auch den Keller dämmen. Das spart zusätzlich Energiekosten.

Gibt es staatliche Förderungen?

In Deutschland gibt es für die Fassadendämmung Förderungen von der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Förderungen erhalten Sie sowohl für eine Altbausanierung als auch für die Fassadendämmung bei Neubauten. Für Altbauten können Sie zwischen zwei Varianten wählen. Entweder Sie erhalten einen günstigen Kredit von der KfW bis zu 100.000€ und einen Tilgungszuschuss von maximal 27.500€ oder Sie wählen einen Zuschuss von maximal 30% der Gesamtkosten (5.000€). Der Antrag muss aber in jedem Fall in Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Energieberater gestellt werden. Wenn Sie auf diese Zuschüsse und Förderungen verzichten, können Sie die Handwerkerkosten im Rahmen der Fassadendämmung von der Steuer absetzen.

Mit dem richtigen Partner zur effizienten Fassadendämmung

Eine gute Fassadendämmung spart auf jeden Fall Heizkosten. Diese können sich jedoch erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten amortisieren. Doch eine gut isolierte Fassade beugt auch dem Schimmelpilzbefall vor. Für die Höhe der Kosten ist vor allem die Art der gewählten Fassadendämmung entscheidend. Für Altbauten mit mehrschaligem Mauerwerk empfiehlt sich die Kerndämmung. Bei Fachwerkhäusern oder Gebäuden, die über eine aufwendig gestaltete Fassade verfügen, können Sie auf die hinterlüftete Vorhangfassade zurückgreifen. Für die meisten Neubauten empfiehlt sich hingegen die kostengünstigere Variante der WDVS. Als Dämmstoffe stehen heute in erster Linie Mineralwolle oder Wärmedämmplatten beim WDVS zur Verfügung. Das Wärmedämmverbundsystem ist eine der häufigsten Varianten der Fassadendämmung.