Fertighaus Kosten im Überblick

So wird Ihr Traum vom Eigenheim wahr! Im Ratgeber finden Sie Begrifflichkeiten, Tipps zur Planung und Kosten eines Fertighauses.

Junges Paar freut sich in ihrem neuen Fertighaus, was sind die Kosten?

Was kostet ein Fertighaus?

„Lebe deinen Traum“ – manche Floskeln sind leicht ausgesprochen, aber so viel schwerer umzusetzen. Träumen Sie von einem eigenen Zuhause, ist Ihnen vielleicht das Fertighaus als günstige Alternative zum Massivhaus angepriesen worden. Jetzt stellen Sie sich die Frage, wie viel Geld Sie für dieses Haus in die Hand nehmen müssen und welche Nachteile diese Bauart hat?

Wir informieren Sie über die Begrifflichkeiten, Planung und Kosten eines Fertighauses. Lesen Sie, mit welchen Tipps Sie einen geeigneten Hersteller finden und welche Besonderheiten beim Bau zu beachten sind.

Die unterschiedlichen Bauarten eines Fertighauses

Einfach gesagt, handelt es sich beim Fertighaus um ein Haus, das in Schnellbauweise errichtet wird. Viele Teile sind bereits in einem Werk vorgefertigt worden und Handwerker setzen sie auf dem Baugrundstück zu einem Ganzen zusammen. Die Fertigung erfolgt mit verschiedenen Materialien und Bauarten:

Die Holzbauweise

  • Ständerbau: Diese Bauweise wird auch Skelettbau genannt, da die Wände mit horizontalen und vertikalen Holzbalken wie bei einem Fachwerkhaus gesetzt werden. Die Ständer tragen die Konstruktion.
  • Holzrahmenbau: Ein weiterer Name für diese Bauart ist Holztafelbau. Die einzelnen Wandteile sind Holzkonstruktionen, die jeweils als tragende Teile im Werk vorgefertigt und mit Werkstoffplatten verschlossen werden.
  • Blockhaus: Massive Holzbalken oder -stämme werden in einem System ähnlich Nut und Feder miteinander verbunden.

Die Massivbauweise

Der Anteil an massiv gebauten Fertighäusern ist sehr klein. Die Hersteller fertigen die Wände ähnlich wie bei der Holzbauweise bereits vor und verwenden dazu Materialien wie Blähton, Beton und Ziegel.

Zwischenzeitlich werden Häuser in Leichtbauweise auch als hybride Form mit einer Mischung aus Holz und Beton angeboten.

Vorteile und Nachteile eines Fertighauses

Durch die Leichtbauweise wird den Fertighäusern nachgesagt, sie seien billig. Von Gegnern werden oft Qualität und Haltbarkeit in Frage gestellt. Doch dieses negative Image ist nicht gerechtfertigt. Trotzdem sollten Sie die zahlreichen Vorteile gegen die tatsächlichen Nachteile abwägen und Ihre persönliche Entscheidung treffen.

Vorteile des Fertighauses

  • Wohnklima: Über 90 % der Fertighäuser werden aus Holz hergestellt. Dieser natürliche Rohstoff nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und sorgt damit konstant für ein gesundes Klima.
  • Günstige Typenhäuser: Feste Grundrisse und der Werkstoff Holz drücken die Kosten beim Fertighaus.
  • Schneller Hausbau: Der Bau des Fertighauses benötigt nicht viel Zeit. Der Hersteller liefert die Bestandteile vorgefertigt auf dem LKW an und meist ist in 1 bis 2 Tagen der Rohbau aufgestellt. Danach folgt der Innenausbau. Die Trocknung der Mauern entfällt.
  • Alles aus einer Hand: Das Fertighaus ist im Komplettpaket zu haben. Die verschiedenen Gewerke werden alle vom Hersteller koordiniert oder sogar ganz von ihm ausgeführt. Dadurch entfallen Abstimmungen zwischen den Handwerkern und Bauherren, Wartezeiten werden minimiert.
  • Gutes Umweltgewissen: In Holzbauweise werden nachwachsende Rohstoffe verwendet und der Rohstoff ist CO2-neutral. Außerdem sind die Häuser aus energetischer Sicht interessant, weil sie einen niedrigen Heizverbrauch haben und einfach in hohen Energieeffizienzklassen herzustellen sind. Dadurch sind zinsgünstige Kredite wie die Grüne Baufinanzierung der Commerzbank erhältlich, die niedrigen Energiebedarf fördern.

Nachteile des Fertighauses

  • Wenig Individualität: Das Prinzip eines Fertighauses basiert auf vorherbestimmten Grundrissen und Ausstattungsvarianten. Dabei sind komplett individuelle Ideen zwar nicht unmöglich, aber nicht in der günstigen Preisklasse erhältlich.
  • Schallschutz: Durch die Leichtbauweise ist das Haus hellhörig.
  • Wertverlust: Ein Fertighaus büßt im Laufe der Jahre etwas mehr an Wert ein.

Ausbaustufe, schlüsselfertig und Co. – Begriffe und Leistungen der Hersteller kurz erklärt

Bei jedem Fertighaus Anbieter unterscheiden sich die Begriffe und zugehörigen Leistungen. Im Grunde gibt es jedoch drei Varianten der Ausbaustufe:

Das Bausatzhaus:

Sie sind handwerklich sehr versiert und erhalten alle Einzelteile in logischer Reihenfolge und mit Aufbauanleitung. Danach setzen Sie alles wie ein Lego-Modell in Eigenleistung zusammen. Anschließend übernehmen Sie auch den Innenausbau selbst.

Achtung: Vergessen Sie bei der Kalkulation nicht, die benötigten zusätzlichen Materialien und Handwerkskosten für Gewerke, die Sie gerne vergeben möchten, einzuplanen.

Das Ausbauhaus:

In diesem Leistungspaket ist der Rohbau auf jeden Fall enthalten. Nach Errichtung übernehmen Sie die vereinbarte Eigenleistung. Dazu können Sanitäranlagen, Elektroinstallationen, das Setzen von Innentüren, usw. gehören. Wie viel vom Innenausbau auf Ihren Schultern ruht, variiert von Hersteller zu Hersteller und unter Umständen sogar von Haus zu Haus.

Tipp:

Übernehmen Sie den Innenausbau selbst, sparen Sie nicht nur bei Handwerkerleistungen. Sie können auch den Ausbau bestimmter Räume in die Zukunft verschieben. Brauchen Sie beispielsweise noch keine zwei Kinderzimmer, warten Sie mit dem Ausbau, bis es soweit ist. Mit einem Bausparvertrag sparen Sie in der Zwischenzeit die benötigten finanziellen Mittel an.

Hausbau schlüsselfertig:

In der Regel ist das Fertighaus in diesem Paket (fast) bezugsfertig. Manchmal bleiben für die Bauherren noch die Malerarbeiten oder andere Kleinigkeiten übrig. Auch bei diesem Leistungsumfang besteht die Möglichkeit, sich Eigenleistung aus dem Gesamtpreis herausrechnen zu lassen, die Sie sich zutrauen.

Beim Fertighaus Kosten korrekt einplanen

Fertighaushersteller arbeiten in den meisten Fällen mit Typenhäusern. Ein solches Haus bietet standardisierte Grundrisse und Hauselemente (Dachform, Geschosse, Vorbauten usw.). Der große Vorteil ist die Planbarkeit der Kosten, denn für den Haustyp gibt es Festpreise. Im Folgenden betrachten wir zwei beliebte Hausgrößen und informieren Sie über die Nebenkosten des Hausbaus.

Was kostet ein Fertighaus für eine Familie?

Die meisten Bauherren interessieren sich für ein klassisches Einfamilienhaus. Grundsätzlich ist das Fertighaus von der Stange immer die günstigste Variante. Die Hersteller haben Häuser mit unterschiedlichen Komponenten im Angebot:

  • Die Hausform entscheidet über den Preis. Dabei ist der eingeschossige Bungalow am günstigsten, in der Mitte liegt das einfache 1,5-geschossige Haus und am teuersten ist die 2-stöckige Stadtvilla.
  • Die Hausgröße ist ebenfalls ein Preistreiber. Die durchschnittlichen Quadratmeterkosten der Herstellung multiplizieren sich mit den gewünschten Quadratmetern.
  • Die Ausbaustufen helfen bei der Kosteneinsparung. Je mehr Sie als Bauherr bei den Handwerksarbeiten übernehmen desto günstiger ist Ihr Hausbau.
  • Dachformen und Vorbauten: Jede zusätzliche Ecke, Gaube oder jeder Vorsprung kostet Geld. Damit sind moderne Pultdächer kostenintensiver als Satteldächer. Gauben bringen Platz, aber steigern die Kosten. Als Faustregel gilt: je schlichter der Bau, desto schlichter der Preis.

Info

Zwar ist das Gebäude beim Bungalow bei gleicher Quadratmeterzahl günstiger als ein typisches Einfamilienhaus, doch Sie benötigen für die Erstellung ein größeres Grundstück. In teuren Gegenden steigt damit der Gesamtpreis des Bungalows in kosmische Höhen.

Was kostet ein Zweifamilien Fertighaus?

Sie denken darüber nach mit einer anderen Familie zusammen zu bauen, vielleicht sogar ein Mehrgenerationenhaus auf Ihr Grundstück zu stellen? Grundsätzlich greifen Sie für ein Zweifamilienhaus tiefer in die Tasche, da

  • mehr Wohnfläche notwendig ist,
  • Sie ein größeres Grundstück benötigen,
  • die Wände zwischen den Wohnungen wegen der Schalldämmung anders gearbeitet werden,
  • Sie mehr Sanitärausstattungen, Autostellflächen, usw. benötigen.

Gleichzeitig erhalten Sie von einer weiteren Familie Mieteinnahmen oder Sie teilen sich die Hausbau Kosten. Das kann sich rechnen!

Welche weiteren Kosten müssen neben dem Preis für das Fertighaus noch einkalkuliert werden?

Die Nebenkosten sind eine oft unterschätzte Größe beim Hausbau und machen vielen Bauherren bei der Planung einen Strich durch die Rechnung. Um überhaupt ein Fertighaus bauen zu können, benötigen Sie ein Grundstück. Sie bezahlen nicht nur den Kaufpreis, sondern Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer (3,5% bis 6,5%), Notar- und Grundbuchkosten und die Maklercourtage (3,57% bis 7,14%). Die Notar- und Grundbuchkosten berechnen Sie mit unserem Notarkostenrechner.

Bevor Ihr Fertighaushersteller mit dem Aufbau beginnt, müssen noch einige Vorarbeiten erledigt werden:

  • Bodengutachten
  • Erschließung
  • Baugenehmigung
  • Baugrube
  • Keller oder Bodenplatte
  • Außenanlagen

Das kostet der Bau eines Fertighauses den Bauherren:

Für die Beispielrechnung gehen wir von einem Grundstückspreis von 250€ pro Quadratmeter und dem Aktionshaus eines Fertighausherstellers aus. Zum Paket gehören die Ausbaustufe schlüsselfertig, ein schlichtes Satteldach, die Bodenplatte und ordentliche 165m² Wohnfläche. Eine Garage, ein Carport und die Terrasse wird der Fertighaushersteller ebenfalls errichten, sodass für die Bauherren nur noch die Gartengestaltung übrig bleibt.

Es handelt es sich um fiktive Zahlen, die sich je nach Hausgröße, Grundstückspreis und örtlichen Handwerksgebühren unterscheiden.

Beispielrechnung

KostenfaktorenGrundstück 400m² Kosten100.000€
KostenfaktorenKaufnebenkosten ca. 10% Kosten10.000€
KostenfaktorenVermessung für BaugesuchKosten2.300€
KostenfaktorenBodengutachtenKosten1.500€
KostenfaktorenStatikerKosten2.800€
KostenfaktorenAnschlusskosten Kosten3.800€
KostenfaktorenErdarbeitenKosten60.000€
KostenfaktorenSchlüsselfertiges HausKosten299.000€
KostenfaktorenGarage und CarportKosten36.000€
KostenfaktorenPflasterarbeitenKosten10.000€
KostenfaktorenEinbaukücheKosten15.000€
KostenfaktorenAußenanlageKosten7.000€
KostenfaktorenSummeKosten547.400€

In 5 Schritten zum eigenen Fertighaus

1

Rechtzeitige Planung

Gute Planung ist das A und O. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Einnahmen und Ausgaben zu prüfen. Finden Sie heraus, was Grundstücke kosten, und welche Haustypen zu Ihnen passen. Sparen Sie frühzeitig Eigenkapital an, um Ihr Finanzierungsvolumen zu begrenzen, zum Beispiel mit einem Bausparvertrag.

2

Finanzierung auf die Beine stellen

Klug ist, vorab selbst herauszufinden, wie viel Sie für ein Fertighaus ausgeben können. Eine genaue Kostenaufstellung direkt vom Fertighaushersteller gibt dem Kreditinstitut Sicherheit und macht ein verlässliches Bild. Dann holen Sie Angebote von verschiedenen Kreditgebern ein oder nutzen einen Anbieter, der für Sie die besten Konditionen herausfindet. Bei unserer Baufinanzierung vergleichen wir für Sie 250 Banken und finden so den optimalen Zinssatz.

3

Musterhaus besichtigen

In Deutschland gibt es einige Musterhausausstellungen, bei denen Sie die Häuser verschiedener Anbieter in Augenschein nehmen können. Es lohnt sich, die Gebäude im Original zu sehen. So prüfen Sie die Grundrisse, die Optik und Qualität. Fragen Sie nach, welche Sonderausstattungen in den ausgestellten Häusern verbaut sind, damit Sie später nicht von der Realität enttäuscht werden.

4

Anbieter auswählen

In regelmäßigen Abständen testen Zeitschriften und Fernsehsender die Anbieter von Fertighäusern auf Werte wie Preis-Leistung, Kundenservice und Produktleistung. Viele Bauherren nutzen diese Tests als Grundlage für eine Einschätzung der Anbieterqualität.

5

Fertighaus planen

Sobald Sie sich für einen Hersteller entschieden haben, geht es an die Planung Ihres neuen Eigenheims. Doch was tun, wenn die Kosten die Möglichkeiten der Finanzierung überschreiten? Die gute Nachricht ist, Fertighäuser haben Einsparpotenzial. Denken Sie daran, die Grundstücksgröße und die Wohnfläche zu verkleinern. Vermeiden Sie Zusatzwünsche, Anbauten und teure Ausstattungen. Darf es statt der Garage der Carport sein? Sparen Sie den Keller und lassen Sie nur eine Bodenplatte errichten.