Fassadenarbeiten? Das kostet es, ein Gerüst zu mieten

Wie viel ein Gerüst zur Miete kostet und welches Arbeits- und Schutzgerüst für Fassadenarbeiten tatsächlich notwendig ist, erklärt dieser Ratgeber.

Zwei Bauarbeiter in Schutzkleidung stehen auf einem Baugerüst. Ein dritter Bauarbeiter reicht ihnen Materialien an.

Ein Gerüst zu mieten, ist für Heimwerkerinnen und Heimwerker in den meisten Fällen eine lohnende Entscheidung. Besonders im Sommer können Fassadenarbeiten mit dieser Metallkonstruktion wesentlich schneller und einfacher durchgeführt werden. Diese Preise fallen für den Gerüstbau und die Miete an.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für ein Gerüst?

Für nahezu alle Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Fassade ist ein Gerüst die einzige Möglichkeit sämtliche Bereiche problemlos zu erreichen. Wer diese umfangreichen Arbeiten an der eigenen Immobilie selbst durchführen möchte, kommt um das Aufstellen und anschließende Mieten eines Gerüsts nicht herum. Je nachdem, ob eine neue Wärmedämmung angebracht werden soll, eine Dachsanierung durchzuführen ist, Reparaturarbeiten anstehen oder Sanierungsmaßnahmen wie ein neuer Anstrich der Fassade abgewickelt wird – ein Gerüst erleichtert sämtliche Arbeitsschritte und spart entsprechend Zeit.

Welche Kosten für ein Gerüst anfallen, spielt für Bauherrinnen und Bauherren und Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer eine wesentliche Rolle. Der Preis hängt von mehreren Faktoren wie Saison, Standort, Standzeit sowie mögliche Zusatzkosten ab. Je höher der Arbeitseinsatzort liegt, desto wichtiger ist ein zuverlässiges Rollgerüst mit beliebigen Verschiebeoptionen. Um die Standzeit für die Arbeiten am Dach oder der Fassade besser kalkulieren zu können, brauchen private Heimwerkerinnen und Heimwerker einen strukturierten Arbeitsablauf, der das benötigte Zeitfenster einschränkt. Abhängig von der Ausführung des Gerüsts sowie der Größe und Zusammenstellung starten die Preise pro m² mit rund 16€.

Ein weiterer Kostenfaktor für die Gerüstmiete ist die Gerüstmontage. Die Preise beinhalten nicht nur das notwendige Material eines Rollgerüsts, sondern auch die erforderliche technische Abnahme. Diese erfolgt in der Regel nicht pauschal und richtet sich primär nach dem Untergrund, auf dem das Gerüst für die anstehenden Arbeiten aufgebaut werden soll. Nachdem das Rollgerüst meist über Wochen stehen bleibt und die Renovierungen an Fassade, Dach oder Fenstern effizient unterstützt, sind bei unebenen Böden sogenannte Unterlegsbohlen nötig, um das Gerüstkonstrukt auf sichere Füße zu stellen. Zusätzlich für die Preisfindung verantwortlich: Vertikalrahmen und Gewindefußplatten, die ein eventuelles Wackeln und weitere Spannungen verhindern. Kosten für die Lieferung, Aufstellung und Abnahme: rund 540€.

Welche Vorteile und Nachteile haben Gerüste?

Gerade für kleinere Arbeiten an Bungalows, Einfamilienhäusern oder Mehrparteienhäusern eignet sich das Rollgerüst als Arbeitserleichterung hervorragend. Diese Art von Gerüst ist kostengünstig zu mieten und verschlingt auch über mehrere Wochen keine Unsummen. Die Gerüstmiete beträgt im Normalfall zwischen 100€ und 200€ (Beispiel: 200m² Außenfläche für 3 Wochen), allerdings kommen die Kosten für die Lieferung, Montage und technische Abnahme hinzu.

Vorteile

Bei einer festen Quadratmeterzahl und einer fix kalkulierbaren Mietdauer liegt der größte Vorteil eines Rollgerüsts zur Miete in den geringen Kosten. Zudem ist der Preis sofort in das Renovierungsbudget einzurechnen. Private Heimwerkerinnen und Heimwerker oder handwerkliche Kleinbetriebe haben somit eine hervorragende Möglichkeit, zu überschaubaren Kosten kleine Bauprojekte, Sanierungen und Renovierungen zu realisieren. Die geringen Anfangskosten eignen sich optimal für den Zweck bestimmter Vorhaben. Bei einem professionellen Rollgerüst zur Miete fallen weder Kosten für Lagerung noch Instandhaltung an. Den Arbeitsaufwand für den Transport und die Lieferung übernimmt ebenso die vermietende Firma, wie den fachlichen Auf- und Abbau als auch die Abnahme. Es bedarf speziell geschultem Personal, diese technischen Herausforderungen auf allen Bodenbeschaffenheiten umzusetzen.

Die Sicherheit ist zudem ein wichtiger Aspekt bei Arbeiten am Dach oder an der Fassade. Ein Rollgerüst ohne fachgerechte Montage zu nutzen, ist in jedem Fall eine sorgfältige und achtsame Entscheidung. Sie erfordert gewisse Grundkenntnisse. Bei Arbeiten von kurzer Dauer sorgt ein schneller Kostencheck für den nötigen Überblick. Kleine Ausbesserungen oder eine Teilrenovierung sind schnell zu erledigen und brauchen nicht viel Zeit. Für solche seltenen Anforderungen ist der Kauf eines Rollgerüsts oder Baugerüsts nicht empfehlenswert. Hier eignet sich das Mieten von Material und Standzeit über mehrere Wochen eher. Der Mehraufwand für Pflege, Lagerung und Transport bleibt bei der Nutzung individueller Zeiträume erspart.

Nachteile

Wer sich zu Beginn eines Bauprojektes über die geplanten Abläufe vollkommen im Klaren ist und keine Verzögerungen zu erwarten hat, wird mit einem Rollgerüst auf Miete seinen Bedarf zu 100% abdecken können. Doch was passiert, wenn schlechtes Wetter, verzögerte Materiallieferungen oder verhinderte Helfer den Zeitplan sprengen? Nachträgliche Verlängerungen des fixierten Mietzeitraumes sind bei vielen Anbietern unverhältnismäßig teuer oder gar nicht möglich. Die fehlende Flexibilität bei Verzögerungen oder unvorhergesehenen Problemen drücken auf den Kostenfaktor und fordern das eigene Organisationstalent.

Welche Aspekte sind beim Mieten eines Gerüsts zu beachten?

Die Art der geplanten Arbeiten entscheidet über den richtigen Gerüsttyp. Hierzu gibt es bestimmte Gerüstgruppen, die sich in Materialanteil und Traglast unterscheiden. Einfache Malerarbeiten an der Fassade brauchen kaum mehr Tragfähigkeit als das Gewicht der Handwerkerinnen und Heimwerker selbst und ihrem Equipment wie Farbrollen, Pinsel und Farbeimer. Etwas anders ist der Anspruch für das Gewerk des Maurers. Im Gegensatz zur Malerin oder zum Maler benötigt er jede Menge Mörtel, Ziegel und Zementmischungen, die auf dem Gerüst ihren Platz finden müssen. Einen ähnlichen Bedarf haben Dachdeckerinnen und Dachdecker, die trotz der Last ganzer Ziegelstapel einen sicheren Stand benötigen. Zwischen diesen Extremen unterteilen sich die Gerüstgruppen.

Wird viel Material auf dem Gerüst gelagert, muss die erforderliche Tragkraft der Gerüstbohlen entsprechend höher sein. Die Mindestdurchgangsbreite beträgt 20cm zuzüglich des darauf gelagerten Materials. Daher müssen Gerüste und Rollgerüste in einer höheren Klasse auch breiter sein. Bei umfangreicheren Bauprojekten sind längere Standzeiten über mehrere Wochen keine Seltenheit. Zudem wird das Gerüst von mehreren Gewerken benutzt und bedarf daher einer höheren Klasse, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Die Tragkraft auf den Bohlen muss für diese Fälle optimal verteilt und die Konstruktion stabiler gebaut sein.

Zusatzleistungen & saisonale Unterschiede

In einem gründlichen Kostencheck sind außerdem optionale Kosten für individuell notwendige Zusatzausstattungen mit einzukalkulieren. Je nach Art der Arbeiten und Lage der Baustelle werden beispielsweise Netze zur Fallsicherung oder Wetterschutzvorrichtungen benötigt. Mit rund 2,50€ pro Laufmeter handelt es sich hierbei um eine preisgünstige Leistungserweiterung.

Wichtiger Kostenfaktor: Saison und Region spielen eine wichtige Rolle. Die Unterschiede in Preis und Leistung sind beim Mieten von Gerüsten enorm. Wer im ländlichen Bereich für Arbeiten am Dach oder an der Fassade auf die Gerüstmiete ausweicht, wird wesentlich weniger Budget benötigen als in Ballungszentren. Während am Land ein Gerüst oder Rollgerüst für 4€ pro m² zu mieten ist, betragen die Kosten im städtischen Bereich bereits 7€ bis 8€ pro m².

Ergebnis im Kostencheck: Im Sommer haben Gerüst vermietende Firmen am meisten zu tun, folglich steigen die Preise für die Mieten enorm. Für Arbeiten, die über mehrere Wochen geplant sind, lohnt sich ein zeitlicher Überhang in die kostengünstigere Nebensaison. Werden aus unplanbaren Gründen längere Standzeiten notwendig, dürfte sich außerhalb der Hochsaison kein Engpass ergeben und die Renovierung kann ohne Einschränkung abgeschlossen werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?

Prinzipiell lassen sich die Preise der Gerüstmiete durch diese Parameter bestimmten:

  • Größe
  • Standzeit
  • Traglast
  • Montage
  • technische Abnahme

Die allgemeinen Kosten für ein Gerüst richten sich in erster Linie nach Standzeit und Größe der Konstruktion. Mit zusätzlich anfallenden Gebühren für den Transport, Gerüstbau sowie die technische Abnahme ist in jedem Fall zu rechnen. Im direkten Vergleich zu den allgemeinen Kosten wirkt sich der Preis von der Standzeit wenig auf die Gesamtbelastungen aus. Wesentlich teurer als die Standtage sind Lieferung und Montage. Individuelle Bedürfnisse nach spezieller Schutzbekleidung, innen liegenden Gerüstleitern und Gerüsttreppen schlagen sich ebenfalls deutlich kostenintensiver zu Buche.

Abgesehen von fixen Kostenfaktoren von Material und Arbeitszeit variieren die Preise stark nach Region und Saison. In Zeiten guter Auslastungen steigen die Kosten, während bei sinkender Nachfrage im Herbst die Angebote der Gerüst vermietende Firmen deutlich niedriger ausfallen. Wer sich rechtzeitig einen adäquaten Termin sichert, profitiert von den Vorteilen und vermeidet lange Wartezeiten sowie daraus resultierende Verzögerungen im Bauprojekt.

Rollgerüst – die preiswerte Alternative

Sind lediglich kurze und vergleichsweise kleine Arbeiten zu erledigen, die mit entsprechenden Eigenleistungen an der Immobilie durchzuführen sind, erweist das Rollgerüst unkomplizierte Dienste. Allerdings ist die Benutzerin, der Benutzer selbst für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften verantwortlich und muss sich beispielsweise um Absturzsicherungen selbst kümmern. Das Gerüst muss gemäß der gültigen Aufbauanleitung sorgsam und fachgerecht aufgestellt und allen Sicherheits- und Warnhinweisen gerecht werden. Richtlinien und Regelwerke unterliegen der sicheren Ausführung der Benutzerin, des Benutzers.

Versicherung abschließen!

Wer Ausbesserungsarbeiten, Renovierungen oder Sanierungen am eigenen Haus plant, geht selbstverständlich nicht von einem eintretenden Schadensfall aus. Was niemand bedenkt: Das Gerüst beziehungsweise Rollgerüst erleichtert unbefugten Dritten den Einstieg in das Eigenheim. Für bestimmte Arbeiten am Dach oder an der Fassade der Immobilie sind Gerüste aber die einzige Möglichkeit, fachgerecht an die erforderlichen Bereiche zu gelangen. Ist das Haus bewohnt, sollte daher immer die bestehende Hausratsversicherung über die Gerüstaufstellung informiert werden.

Kostenbeispiel Gerüst mieten

Im folgenden Kostenbeispiel wird von einem Gerüst mit der Länge von 12 Metern und einer Arbeitshöhe von 7 Metern ausgegangen, somit ergeben sich pro Hausseite 84 m². Die durchschnittlichen Kosten für eine Standzeit von 4 Wochen beträgt:

Fallnetz / Witterungsschutz
2,50€ bis 6€ pro Laufmeter
Gerüstkosten
12€ bis 20€ pro Laufmeter
Lieferung / Aufstellung / Abnahme
je nach Entfernung ca. 540€
GESAMTKOSTEN
1.758€ bis 2.724€

3 Spartipps für die Gerüstkosten

1

Preiswerte Gerüst vermietende Firmen in der Region finden

Überregionale Angebote sind in aller Regel kaum beachtenswert. Diese Erkenntnis resultiert vor allem aus einem Grund: die Transport- und Montagekosten. Müssen diese Kostenfaktoren in die Gesamtkalkulation einbezogen werden, rückt die vergleichsweise günstige Gerüstmiete in den Hintergrund. Bei Anbieterinnen und Anbietern aus der Region sparen vor allem die kurzen Anfahrtswege viel Zeit und reduzieren den Preis. Professionelle Facharbeiterinnen und Facharbeiter in der Nähe ersparen Bauherrinnen und Bauherren zudem einen langen und mühsamen Rechercheaufwand, der sich am Ende kaum lohnt. Einzige Ausnahme: Wer im städtischen Bereich wohnt und Hilfe benötigt, kann im ländlichen Umkreis des Ballungsgebietes deutlich günstigere Anbieter für den Gerüstbau finden.

2

Rechtzeitig Termine fixieren und sparen

In der wärmeren und trockenen Jahreszeit sind Gerüst vermietende Firmen bestens gebucht und verlangen entsprechend höhere Preise. Fassadenarbeiten können in dieser Zeit einfacher ausgeführt werden. Wer die Zusatzausstattung eines Wetterschutzes hinzubucht, kann von günstigeren Kosten außerhalb der Hochsaison profitieren und trotzdem das erforderliche Arbeitspensum durchführen.

3

Gerüstklasse überprüfen

Längst nicht jeder handwerkliche Eingriff benötigt die höchste Gerüstklasse. Es lohnt sich, die bevorstehenden Arbeiten auf dem Dach oder an der Fassade mit der gewünschten Traglast abzustimmen. Je niedriger die Gerüstklasse, desto weniger Kosten fallen an.

Alternativen für ein Gerüst

Moderne Klappgerüste sind für den privaten Gebrauch durchaus nützlich und bieten eine sichere Basis für handwerkliche Tätigkeiten an der Fassade oder am Dach eines Hauses. Zwar lassen sich etliche Arbeiten auch mit stabilen Großleitern durchführen, doch ein Klappgerüst macht aus Kostengründen in jedem Fall sind. Die flexible Grundkonstruktion lässt sich innerhalb kürzester Zeit perfekt auf individuelle Bedürfnisse anpassen und benötigt nur geringe Fachkenntnisse. Ein Klappgerüst besteht lediglich aus zwei Bauelementen, nämlich der Plattform und der Gerüstkonstruktion. Aufgrund seiner kompakten Abmessungen ist der Einsatz sowohl im Innen- als auch Außenbereich möglich. Im Gegensatz zum massiven Gerüst für Fassaden bietet das Klappgerüst mehr Bewegungsfreiheit und ist für verschiedene Höhen perfekt adaptierbar.

Eine weitere Alternative bieten mobile Arbeitsbühnen, die sich perfekt auf unterschiedliche Arbeitsfortschritte anpassen lassen und nur ihre Position verändern müssen, um an der nächsten Stelle zum Einsatz zu gelangen. Der Hebearm ermöglicht optimale Reichweiten, ohne den Aufwand eins fixen Gerüstaufbaus zu betreiben. Das spart zum einen Zeit und reduziert zum anderen die Kosten. Budget und Renovierungsplan können ohne Änderungen beibehalten werden.

Renovierung in Eigenregie – mit Gerüst wesentlich einfacher

Bevor die Reservierung für eine bestimmte Zeitspanne bei Gerüst vermietenden Firmen fixiert wird, sollten sich Eigentümerin und Eigentümer vor allem über den benötigten Zeitbedarf und die anfallenden Arbeiten im Klaren sein. Sämtliche Handwerke müssen koordiniert und die Größe des Gerüstes ermittelt werden, bis es zu einem Auf- und Abbau eines Gerüsts kommt. Hinzu kommt die Prüfung des Untergrunds für die Anmietung eines Rollgerüstes. Wer den Arbeitsablauf exakt plant, spart an unnötigen Zusatzkosten für die Verzögerungen. Sofern notwendig, sollten alle Genehmigungen vor Arbeitsbeginn vorliegen und eventuell vorhandene Parkplätze vor dem Haus gesperrt werden. Je genauer die Planung, desto einfacher gestaltet sich die Einhaltung der Finanzierungshöhe bei einem Gerüstbau durch einen Minikredit oder Sofortkredit in der gewünschten Höhe.