• Was kostet ein Umzug?

    Was kostet ein Umzug?

    Umzugskosten im Überblick und 6 hilfreiche Spartipps

Umzugskosten sollten immer bedacht werden

Ganz gleich, ob Sie in Eigenregie oder mit professioneller Hilfe umziehen – Umzugskosten fallen immer an. Daher sollte Ihr Vorhaben nicht nur logistisch, sondern auch finanziell immer gut durchdacht sein. Damit Sie ein besseres Gefühl bekommen, welche Ausgaben Sie zu erwarten haben, informieren wir Sie über alle möglichen Kostenfaktoren und geben Ihnen außerdem hilfreiche Tipps, um Umzugskosten zu sparen.


Umzug besser mit Freunden oder mit einer Umzugsfirma?

Einen Umzug zu organisieren, ist immer mit einigem Zeitaufwand und Stress verbunden. Die Umzugsaktion mit ein paar Freunden zu stemmen – das ist besonders im jungen Alter gut möglich, wenn auch organisatorisch herausfordernd. Je älter man wird, desto mehr Umzugsgut sammelt sich außerdem an und gestaltet das Vorhaben schwieriger als bei einem kleinen Hausstand.

Beim Umzug beispielsweise einer 4- oder 5-köpfigen Familie sammeln sich die verschiedensten Kleinigkeiten an, die im neuen Heim ihren Platz finden sollten, und gerade diese Kleinigkeiten sind es meist, die die Anzahl der Umzugskartons ins schier Grenzenlose anwachsen lassen.

Freundschaft auf dem Prüfstand?

Natürlich werden die meisten von Ihnen, die über einen großen Hausstand verfügen, auch Freunde oder Familienmitglieder haben, die mit anpacken – dies aber in der Regel nicht gerne und allzu lange. Die Frage ist auch, wie lange Sie die Hilfsbereitschaft wirklich in Anspruch nehmen möchten. Denn nach einer anstrengenden Arbeitswoche können Sie es bestimmt niemandem zum Vorwurf machen, wenn er nicht hocherfreut darüber ist, auch am Wochenende noch 1 oder 2 Tage beim Kistenschleppen mitzuhelfen.

Vergessen sollten Sie auch nicht: Je mehr Helfer sich für Ihren Umzug bereit melden, desto mehr stehen auch Sie in der Bringschuld. Denn irgendwann werden auch Ihre Freunde oder Verwandten umziehen. Daher sollten Sie sich überlegen, ob Sie selbst Lust haben, vielleicht bei weiteren 6 bis 20 Umzügen mit anzupacken. Denn natürlich werden Ihre Helfer bei Bedarf auch auf Sie zukommen.

Umzug mit privaten Helfern

Welche Umzugskosten fallen an, wenn Sie privat umziehen?

Kosten für einen Umzugs-Lkw

Umzugs-Lkws

Neben den Helfern wohl sind die Transportfahrzeuge das Wichtigste. Hierbei werden die Mietkosten pro Zeit und inklusive Versicherung (mit oder ohne Selbstbeteiligung) berechnet. In der Regel belaufen sie sich auf 60 bis 120 €. Hinzu kommen noch der Sprit und die verrechneten Gesamtkilometer. Die Fahrzeuggröße, die Sie mieten dürfen, hängt auch von Ihrer Führerscheinklasse ab. Die Kosten für einen 7,5-Tonner liegen ungefähr zwischen 140 und 200 €.

Kosten für einen Transporter

Kleinere Transportfahrzeuge

Falls Sie sich aufgrund des geringeren Preises für mehrere kleine Fahrzeuge entschieden haben, bedenken Sie bitte auch die dafür gebrauchten Parkplätze. Die benötigte Parkfläche einfach mit Stühlen oder sonstigem Sperrgut zu reservieren, ist leider nicht zulässig. Daher sollten Sie rechtzeitig bei der Stadt Halteverbotszonen beantragen. Die Kosten dafür können je nach Stadt zwischen 80 und 140 € variieren.

Zeitaufwand beim Umzug

Arbeits- und Zeitaufwand

Gut geplant ist halb gewonnen – und die Zeit, die Sie und Ihre Helfer und Helferinnen investieren müssen, hängt im Wesentlichen von 2 Faktoren ab:

  • von Ihren Gütern in Kubikmetern
  • von den Personen, die mithelfen

Je mehr Umzugsgüter Sie besitzen, desto mehr Helfer brauchen Sie auch, ansonsten werden Sie schnell an Ihr Limit kommen. Außerdem erhöht sich bei zu wenigen Helfern das Unfall- oder Verletzungsrisiko rapide. Denn ein Umzug ist körperlich eine enorme Belastung. Und auch eine Macke an der Schranktür oder Ähnliches kann schnell vorkommen. In solchen Fällen haftet eine Privathaftpflichtversicherung nicht. Sie können allerdings eine separate Umzugsversicherung abschließen – hier variieren die Ausgaben je nach Wert der Umzugsgüter zwischen 100 und 200 €. Bei besonders hochwertigen oder hochpreisigen Gütern werden aber viele Versicherungen evtl. ablehnen.

Kosten für Verpackungsmaterial

Verpackungsmaterial

Tun Sie sich selbst den Gefallen und sparen Sie nicht am falschen Ende, indem Sie auf alte, einfache Kartons aus dem Keller zurückgreifen. Denn solche Umzugskartons können allzu leicht während des Tragens einfach auseinanderfallen, sodass es zu Unfällen oder Schäden an Ihren Sachen kommt.

Weitere Kostenfaktoren beim privaten Umzug

Sie benötigen außerdem noch Folgendes:

  • Luftpolsterfolie
  • Packpapier
  • Klebeband
  • Bänder
  • Gurte
  • Scheren
  • Aufkleber
  • Stifte zur Markierung
  • Pläne für die Helfer
  • Essen und Getränke für die Umzugshelfer

Kosten ca. 40 bis 150 €

Privat umziehen: Mit diesen Kosten ist zu rechnen

Die Umzugskosten für einen Umzug mit Freunden oder Bekannten sind günstiger, als wenn Sie eine Umzugsfirma in Anspruch nehmen. Der organisatorische Aufwand ist allerdings deutlich höher und Sie sind auf die Hilfe Ihrer Bekannten angewiesen. Auch der Zeitaufwand ist höher, ebenso das Risiko einer Beschädigung Ihres Hab und Guts durch nicht sachgerechte Verpackung.

Umzugskosten mit einem Umzugsunternehmen

Falls es in Ihrem Budget liegt und Sie lieber auf unnötige Schwierigkeiten verzichten möchten, ist der Domizilwechsel mit einem professionellen Umzugsunternehmen natürlich deutlich entspannter.

Die verschiedenen Umzugsunternehmen zu vergleichen, ist manchmal nicht ganz einfach, denn viele Unternehmen müssen vorher die Wohnung besichtigen, um den Preis zu berechnen. Bei vielen traditionellen Umzugsfirmen fallen auch noch zusätzliche Entgelte für Zusatzleistungen wie das Einpacken der Kartons, Küchenab- und aufbau oder den Transport eines Klaviers an.

Umzugskosten je Quadratmeter

Bei einem lokalen Umzug können Sie ungefähr von folgenden Preisen ausgehen:

  • 35 qm: 500 bis 1050 €
  • 60 qm: 700 bis 1299 €
  • 85 qm: 1100 bis 1500 €
  • 120 qm: 1200 bis 2000 €

Bei einem Langstreckenumzug, also beispielsweise von München nach Berlin, müssen Sie ungefähr mit den doppelten Ausgaben rechnen.

Umzugskosten mit einem Umzugsunternehmen

Welche Kosten müssen Sie sonst noch bedenken?

Neben den direkten Umzugskosten zieht ein Wechsel des Wohnsitzes je nach Entfernung vom alten Wohnort auch noch weiterführende Ausgaben mit sich.

Kaution

Kaution

Mit der Mietkaution sichern sich Vermieter gegen Mietausfälle oder Schäden beim Auszug ab. Erlaubt sind Kautionen bis zur Höhe von maximal 3 Monatsmieten, die innerhalb von 3 Monaten zu bezahlen sind.

Provision

Provision

Je nachdem, ob Sie sich beim Abschluss des neuen Vertrages auf einen Makler verlassen haben, fallen auch noch entsprechende Gebühren an. Zulässig sind bei Mietwohnungen maximal 2 Nettokaltmieten, bei Kaufverträgen fallen in der Regel 5 bis 7 % des Kaufpreises an.

Renovierungskosten

Renovierungskosten

In der Regel beziehen Sie eine durch den Eigentümer frisch renovierte Wohnung. Für die Renovierung Ihrer alten Wohnung müssen Sie jedoch selbst aufkommen. Beim reinen Nachweißen der Wände können Sie mit ungefähr 30 bis 40 Cent pro Quadratmeter rechnen. Geht es allerdings auch um die Renovierung des Bades oder der Fassade, sind hier je nach Kauf- oder Wohnobjekt keine Grenzen nach oben gesetzt. Alle Infos über einen Renovierungskredit oder Modernisierungskredit erhalten Sie hier.

Ummeldung beim Einwohnermeldeamt

Innerhalb von 2 Wochen nach Ihrem Wohnortswechsel sollten Sie sich beim zuständigen Einwohnermeldeamt ummelden, um bis zu 500 € Ordnungsgeld oder zumindest eine Rüge vom Amt zu vermeiden. Die Bearbeitungsgebühr für die Ummeldung kostet beispielsweise in Hamburg 10 €, für einen neuen Personalausweis kommen noch weitere 30 € hinzu.

Ummeldung von Internet und Telefon

Je nach Anbieter fallen auch hierfür Kosten zwischen 20 und 70 € an. Oft kommen Sie aber günstiger oder sogar kostenlos davon, wenn Sie den bisherigen Vertrag um ein Jahr verlängern.

Pkw-Ummeldung

Bei einem Wechsel des Wohnortes müssen Sie auch Ihr Auto ummelden – ansonsten drohen 100 € Strafe plus die Kosten des Verwaltungsaktes. Rechnen Sie für die Ummeldung mit ungefähr 20 bis 30 €, nochmal das Gleiche zahlen Sie für neue Nummernschilder.

Neue Möbel

Nicht immer finden alle Möbel der alten Wohnung einen passenden Platz im neuen Zuhause, zum Beispiel die Einbauküche. Diese individuellen Kosten sollten Sie auf keinen Fall bei Ihrer Umzugsplanung außer Acht lassen.

Nachsendeauftrag

Damit auch Ihre Post den Weg in Ihr neues Heim findet, können Sie bei der Deutschen Post einen Nachsendeauftrag stellen. Für die ersten 6 Monate, die in der Regel auch ausreichen, um alle Nachzügler zu informieren, kostet dieser etwa 20 €.

Versorgung der Helfer

Falls Sie Ihren Umzug mit der Hilfe von Freunden oder Verwandten durchziehen, sollten Sie auch deren Verpflegung organisieren. Essen und Getränke können Sie entweder liefern lassen oder Sie organisieren es günstiger, indem Sie selbst Brötchen oder Nudelgerichte zubereiten. Auch eine nette Idee: Veranstalten Sie nachträglich ein Helferfest, um sich bei all den fleißigen Helfern zu bedanken. Ein professioneller Caterer geht von etwa 700 Gramm pro Person aus, verteilt auf verschiedene Gerichte oder Beilagen. Preis pro Umzugshelfer: ca. 6 bis 7 €.


6 Tipps, um Umzugskosten zu sparen

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Ein- und Auszug abstimmen

Ein- und Auszug abstimmen

Achten Sie bei Kündigung und Abschließen des neuen Mietvertrages darauf, Ein- und Auszugstermin möglichst gut aufeinander abzustimmen, um eine mögliche Doppelbelastung bzw. teure Hotelaufenthalte zu vermeiden.

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Rechtzeitig kündigen

Rechtzeitig kündigen

Beachten Sie rechtzeitig die Kündigungsfristen Ihres Mietvertrages sowie Ihrer Strom- und Gasanbieter, Telefon- oder Kabelanschlussfirmen.

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Steuern sparen

Steuern sparen

Eventuell können Sie einige der Umzugskosten von der Steuer absetzen. Informieren Sie sich hierzu bei Ihrem Steuerberater.

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Renovierungskosten

Renovierungskosten

Prüfen Sie im Vorfeld genau, welche Renovierungsarbeiten Sie durchzuführen haben. Eventuell müssen Sie nicht alle von Ihrem Vermieter verlangten Arbeiten übernehmen. Bei Unklarheiten hilft Ihnen auch der Mieterbund.

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Umzugsutensilien mieten

Umzugsutensilien gebraucht kaufen oder leihen / mieten

Über Kleinanzeigen oder Freunde gelangen Sie in der Regel günstiger an Umzugskartons und weitere benötigte Materialien wie Klebeband. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum und prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Kartons, vor allem die Böden, noch in Ordnung sind. Alternativ können Sie auch Lagerboxen nutzen.

Tipp zur Senkung der Umzugskosten: Boom-Zeiten vermeiden

Boom-Zeiten vermeiden

Die meisten Umzugs-Lkws und Sprinter werden am Monatsanfang und -ende zu höheren Preisen vermietet. Falls es Ihnen also möglich ist, Ihren Wohnungswechsel zum Beispiel in die Mitte des Monats zu verlegen, können Sie so auch noch etwas Geld sparen.


Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für einen Wohnungswechsel?

Im Zuge der Steuererklärung können Sie Ihre Umzugskosten in jedem Fall absetzen, wenn Sie die Belege einer Umzugsfirma vorlegen. Einige Positionen werden allerdings pauschal berücksichtigt, auch wenn die tatsächlichen Kosten davon abweichen.

Absetzbar sind:

  • die Kosten für den Transport des Hausrates
  • die Kosten für die Reparatur bei Transportschäden
  • bei Mietimmobilien die Maklergebühr
  • die Kosten für die Fahrt zu Wohnungsbesichtigungen: 30 Cent je Kilometer
  • doppelte Mietzahlungen für bis zu 6 Monaten

Finanzielle Unterstützung bei jobbedingtem Umzug

Auch wenn Sie für Ihre Arbeit umziehen müssen, kann sich der Staat an den Umzugskosten beteiligen. Hierfür sollte Ihr Arbeitsweg am neuen Wohnort zum Beispiel mindestens eine halbe Stunde kürzer sein. Auch wenn die Firma, für die Sie arbeiten, ihren Standort wechselt, können die Kosten teilweise von der Steuer abgesetzt werden.

Finanzielle Unterstützung bei privatem Umzug

Falls beide oben genannten Situationen nicht auf Sie zutreffen, besteht immer noch die Möglichkeit, 20 % der Ausgaben als haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen – allerdings nur, wenn Sie für Ihren Umzug ein professionelles Umzugsunternehmen beauftragen.

Professionelle Beratung zu den steuerlichen Möglichkeiten erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater.


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