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Kompass

Die Commerzbank hat als eine führende Geschäftsbank Deutschlands mit über 16 Millionen Kunden im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Verantwortung. Sie respektiert die Ansprüche und Erwartungen ihrer verschiedenen Stakeholder sowie der Gesellschaft und prüft deren Einbindung in Unternehmensentscheidungen.

Im Rahmen dieser Verantwortung bekennt sich die Bank zum UN Global Compact und hat zu unterschiedlichen Thematiken folgende Positionen und Richtlinien definiert, die einen Teil unserer internen Regelwerke und des Arbeitsalltags der Mitarbeiter darstellen.

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Agrarrohstoffe

Die Commerzbank hat sich im November 2011 entschieden, keine neuen börsennotierten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln zu emittieren.

Diese Entscheidung wurde nach intensiver Analyse der gegensätzlichen Positionen zum möglichen Einfluss von Finanzderivaten auf die Preisfindung an den Rohstoffmärkten im Rahmen eines internen „Runden Tisches“ getroffen, an dem alle relevanten Unternehmensbereiche teilnahmen.

Die Commerzbank hat seitdem keine neuen Produkte auf Grundnahrungsmittel wie etwa Weizen, Mais, Soja, Reis oder Kartoffeln begeben. Zudem wurden sämtliche Grundnahrungsmittel als Basiswerte aus dem einzigen ETF herausgenommen, der diese referenziert hatte (WKN ETF090).

Darüber hinaus hat die Commerzbank diese Entscheidung auch im Privatkundengeschäft konsequent und umfänglich umgesetzt. Produkte, die Grundnahrungsmittel enthalten, werden in der Commerzbank weder aufgelegt noch aktiv vertrieben oder empfohlen – dies gilt natürlich auch für Produkte von Drittanbietern.

Bergbau

Bei Finanztransaktionen und Geschäftsbeziehungen im Bereich „Bergbau“ untersucht das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank unter anderem:

  • die Art und Weise, wie das Unternehmen die Mine betreibt (z. B. Verschmutzung der Umwelt durch Einleiten giftiger Chemikalien, Weiterverarbeitung von Abraum)
  • den Schutz von als „High Conservation Value Areas“ bzw. „UNESCO Welterbe“ ausgewiesener Gebiete oder sonstiger geschützter Flächen (regelmäßig unter Einbindung lokaler Spezialisten bzw. Nichtregierungsorganisationen)
  • die Einhaltung der Menschenrechte (insbesondere Rechte lokaler Gemeinschaften und Ureinwohner)
  • die Einhaltung der Mindeststandards bei der Arbeitssicherheit sowie der Arbeitsbedingungen nach den Standards der ILO
  • Meldungen über Korruption im Land bzw. bei den involvierten Unternehmen
  • Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen

Gold

Als einer der führenden Akteure am Edelmetall-Markt hat die Commerzbank Mitte 2013 die Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zum verantwortungsvollen Umgang mit Edelmetallen aus Konfliktgebieten übernommen und bankweit umgesetzt. Auch Argor-Heraeus, einer der weltweit größten Hersteller von Edelmetallen, an dem die Commerzbank beteiligt ist, hat eine entsprechend detaillierte Richtlinie umgesetzt. Darüber hinaus werden Rohstoffe nur von solchen Lieferanten bezogen, die vergleichbare Regelwerke anwenden.

Diamanten

Beim Handel mit Diamanten wird überprüft, dass die Herkunft der Diamanten gemäß dem Kimberley-Prozess einwandfrei nachzuweisen ist.

Giftstoffe

Giftstoffe kommen in bestimmten Branchen (wie Bergbau, Landwirtschaft, Textilindustrie, Elektroindustrie, Energie etc.) regelmäßig zum Einsatz. Der Umgang mit ihnen muss daher für Mensch und Umwelt sicher und schonend geschehen.

Bei der Finanzierung von Geschäften bzw. Unternehmen aus diesen Bereichen überprüft das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank eingehend und kritisch mögliche Auswirkungen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Einhaltung der Grenzwerte für Emissionen und Imissionen seitens der in Frage stehenden Unternehmen in der Vergangenheit gelegt. Hierfür wird bspw. der Weltbank Handbuch zur Prävention und Verminderung von Umweltverschmutzung (WB Pollution Prevention and Abatement Handbook, PPAH, 1998) herangezogen.

Indigene Völker

Als Unterzeichner des UN Global Compact bekennt sich die Commerzbank zur Einhaltung und Förderung fundamentaler Menschenrechte, von fairen Arbeitsbedingungen, der Korruptionsbekämpfung sowie des Umweltschutzes.

Dies beinhaltet den besonderen Schutz indigener Völker, die oftmals Zwangsmaßnahmen wie unfreiwilliger Umsiedlung oder Vertreibung ausgesetzt sind.

Kohlekraft

Für den Bereich Kohle hat der Vorstand der Commerzbank AG eine verbindliche Richtlinie beschlossen. Sie umfasst die wesentlichen Elemente der Prozesskette von der Kohlegewinnung bis hin zur Kohleverstromung in Kraftwerken.

1 Kohleförderung

  • Die Commerzbank finanziert keine neuen Kohleminenprojekte.
  • Die Commerzbank finanziert keine Bergbauprojekte mit Bezug zu Mountaintop Removal Mining (Kohleabbau durch Gipfelabsprengung). Unternehmen, die mit dieser Methode Kohle fördern, können keine Geschäftsbeziehung mit der Commerzbank unterhalten oder aufnehmen.

2 Infrastrukturprojekte mit Kohlebezug

  • Infrastrukturprojekte mit Kohlebezug (zum Beispiel Ausbau von Schienennetzen, Verladehäfen) werden auf Einzelfallbasis auf Umwelt- und Sozialrisiken hin geprüft. Diese Prüfung kann bis zur Ablehnung eines Geschäftes führen.

3 Kohlekraftwerke

  • Die Commerzbank finanziert keine neuen Kohlekraftwerke.
  • Transaktionen, die im Zusammenhang mit Lieferungen einzelner Kraftwerkskomponenten stehen, insbesondere Modernisierungen, sind möglich. Sie werden einer kritischen Einzelfallprüfung unterzogen, die bis zu ihrer Ablehnung führen kann. Dabei orientiert sich die Bank neben Umwelt- und Sozialrisiken unter anderem an den Regelungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zum Beispiel hinsichtlich Effizienzgrad des Kraftwerks und Empfängerland.

4 Energieversorger

  • Von Kunden aus dem Energieversorgungssektor mit Sitz in Deutschland erwartet die Commerzbank, dass sie ihren Anteil an aus Kohle produziertem Strom (gemessen an ihrer Erzeugungsleistung) bis Ende des Jahres 2021 auf unter 30 Prozent begrenzen.
  • Für außerhalb von Deutschland ansässige Kunden gilt analog eine Grenze von 50 Prozent.
  • Die Commerzbank begleitet ihre Kunden bei diesem strategischen Wandel.
  • Für Neukunden gelten die oben aufgeführten Werte ab dem 1.8.2016.

Über die Richtlinie hinausgehende Produkte, Geschäfte und Kundenbeziehungen aus dem sensiblen Themenfeld Kohle sind generell zur Bewertung vorzustellen.

Konfliktgebiete

Generell betrachtet das Reputationsrisiko-Management bei der Evaluierung von Geschäften neben der politischen Situation eines Landes auch mögliche oder bereits vorhandene Konflikte. Hierzu wird eine Reihe von externen aber auch internen Informationsquellen herangezogen.

Rüstungsgeschäfte mit Bezug zu Konfliktregionen sind laut Commerzbank-Waffenrichtlinie generell nicht möglich.

Land- und Forstwirtschaft

Bei Finanztransaktionen und Geschäftsbeziehungen im Bereich „Land- und Forstwirtschaft“ untersucht das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank unter anderem:

  • die Einhaltung der Menschenrechte (insbesondere Rechte lokaler Gemeinschaften und indigener Völker) sowie Maßnahmen zur Anti-Diskrimnierung von Frauen
  • die Einhaltung der Arbeitsbedingungen nach den Standards der ILO
  • den Schutz von als „High Conservation Value Areas“ bzw. „UNESCO Welterbe“ ausgewiesener Gebiete oder sonstiger geschützter Flächen (regelmäßig unter Einbindung lokaler Spezialisten bzw. Nichtregierungsorganisationen)
  • den Schutz von Gewässern
  • unfaire Preisvorgaben oder Ankaufspraktiken seitens internationaler Konzerne
  • Kritik bzgl. genmanipulierter Organismen sowie überhöhten Pestizideinsätzen
  • Beachtung branchenspezifischer Mindeststandards z.B. bei Palmöl (Roundtable of Sustainable Palm Oil) oder Soja (Roundtable of Sustainable Soy)
  • Meldungen von illegalen Abholzungen durch Unternehmen
  • die Einhaltung der FSC-Anforderungen in der Holzwirtschaft

Palmöl

Palmölunternehmen, die Kunden der Commerzbank sind, müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllen: Der Lieferant muss Mitglied im Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) sein. Zusätzlich müssen Informationen zur Verfügung gestellt werden, in welcher Form das Palmölunternehmen die nachhaltige Produktion von Palmöl innerhalb seiner Prozesskette bereits umsetzt bzw. welche Ziele das Unternehmen diesbezüglich anstrebt (z. B. durch Zertifizierungen). Dies bedeutet im Umkehrschluss: Wird eines dieser Kriterien verletzt, kann die Commerzbank dieses Unternehmen bei Palmölgeschäften nicht begleiten.

Baumwolle

Die Commerzbank verfolgt das Thema Zwangsarbeit in der Baumwollindustrie, das insbesondere für Zentralasien und Afrika relevant ist, schon seit längerem sehr aufmerksam. Die relevanten Abteilungen in der Bank sind sensibilisiert. Entsprechende Geschäftsbeziehungen werden dem Reputationsrisiko-Management vorgestellt und dort intensiv und kritisch geprüft, was bis zur Ablehnung führen kann.

Menschenrechte

1 Menschenrechtsverständnis

Staaten tragen die primäre Verantwortung für den Schutz und die Durchsetzung von Menschenrechten. Aber bereits in der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) werden alle Akteure der Gesellschaft aufgefordert, einen Beitrag zur Gewährleistung dieser Rechte zu leisten. Auch von Finanzinstituten wird erwartet, dass sie Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte übernehmen.

Die Menschenrechtsposition der Commerzbank

Die Commerzbank bekennt sich zur Achtung der Menschenrechte. Bei der inhaltlichen Definition von Menschenrechten bezieht sich die Commerzbank auf die international akzeptierten Menschenrechtsnormen, zu denen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zählen. Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland ist die Commerzbank an die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebunden und orientiert sich darüber hinaus an den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Die Commerzbank bekennt sich bereits seit 2006 zum UN Global Compact und verpflichtet sich,

  • den Schutz der internationalen Menschenrechte zu unterstützen und zu achten,
  • sicherzustellen, sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig zu machen,
  • die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen zu wahren,
  • für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit einzutreten,
  • für die Abschaffung von Kinderarbeit einzutreten und
  • sich für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit einzusetzen.

2 Umsetzung der Menschenrechtsverantwortung

Die Commerzbank leistet in ihrem Einflussbereich einen differenzierten Beitrag zur Förderung und zur Achtung der Menschenrechte. Für die Commerzbank ergeben sich dabei in erster Linie die folgenden relevanten Anspruchsgruppen:

  • Mitarbeiter
  • Lieferanten
  • Kunden

2.1 Mitarbeiter

Die Commerzbank achtet und fördert die Menschenrechte ihrer Mitarbeiter. Die überwiegende Mehrzahl der Commerzbank-Mitarbeiter arbeitet in Mitgliedstaaten der Europäischen Union (rund 97 Prozent per Ende 2016). Diese Länder haben die Menschenrechtsstandards von UN und ILO bereits gesetzlich verankert.

Die nationalen gesetzlichen Vorgaben setzt die Commerzbank selbstverständlich um. Darüber hinaus verpflichtet sie ihre Mitarbeiter weltweit über verbindliche Verhaltensgrundsätze (Code of Conduct) zur Achtung der Menschenrechte. Diese Verhaltensrichtlinie ist Teil der Unternehmenskultur der Commerzbank und dokumentiert die Verpflichtung zu gelebter Integrität. Sie macht bestehende Verhaltensregeln deutlich und gibt damit allen Mitarbeitern einen verbindlichen Orientierungsrahmen für integres Verhalten vor – unter anderem auch in Bezug auf Menschenrechte. Sie gilt ohne Ausnahme für alle Mitarbeiter der Commerzbank – von der Unternehmensleitung bis zum Auszubildenden.

Darüber hinaus wurden beispielsweise Vereinbarungen für faires und partnerschaftliches Verhalten sowie für die Integration von Schwerbehinderten implementiert. Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit wird in der Commerzbank im Rahmen der so genannten „Charta der Vielfalt“ umgesetzt. Ein umfassendes Diversity-Management fördert außerdem die Individualität und Vielfalt der Mitarbeiter.

2.2 Lieferanten

Auch bei der Wahl von Dienstleistern und Lieferanten leistet die Commerzbank im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Achtung und Förderung der Menschenrechte. Die Verhaltensgrundsätze der Commerzbank geben verbindlich vor, dass die Bank weltweit die Menschen- und Persönlichkeitsrechte als grundlegende Regeln der Gemeinschaft achtet und dies auch von ihren Geschäftspartnern erwartet. Die Einhaltung von Sozialstandards durch die Lieferanten ist ein integraler Bestandteil der Einkaufs- und Beschaffungsrichtlinien der Commerzbank.

Der Standard für eine nachhaltige Beschaffung regelt klar die ökologischen, sozialen und ethischen Anforderungen an Lieferanten und Dienstleister der Commerzbank. Alle Lieferanten und Dienstleister, die geschäftlich mit der Commerzbank verkehren, stellen sicher, die spezifischen sozialen Anforderungen dieses Regelwerkes (Punkt 4.2 des Standards für eine nachhaltige Beschaffung) einzuhalten und ihrerseits die eigenen Lieferanten und Dienstleister zur Einhaltung der entsprechenden Vorgaben zu verpflichten. Die Einhaltung von Sozialstandards ist Gegenstand jährlich stattfindender Lieferantengespräche. Bei der Lieferantenauswahl finden zudem anlassbezogene Analysen durch das Reputationsrisiko-Management statt. Verstöße gegen den Standard für eine nachhaltige Beschaffung durch einen Lieferanten oder Dienstleister können bis zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.

2.3 Kunden

Die Commerzbank berücksichtigt Menschenrechtsaspekte auch in der Geschäftstätigkeit mit ihren Kunden.

Die universellen Menschenrechte werden durch die nationale und internationale Gesetzgebung geschützt. Die Commerzbank achtet auch bei Geschäften ihrer Kunden darauf, dass diese die Menschenrechte nicht verletzen. Neben den Mitarbeitern der Bank prüft insbesondere der Compliance-Bereich, ob alle nationalen und internationalen Gesetze und Richtlinien durch die Bank und ihre Geschäftspartner eingehalten werden. Die Compliance-Mitarbeiter tragen damit dazu bei, dass die Commerzbank ihrer unternehmerischen Verantwortung nachkommt. So sorgen sie unter anderem für die Einhaltung von Embargos und Sanktionen gegen menschenrechtsverletzende Regime sowie für die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Darüber hinaus werden im Reputationsrisiko-Management Geschäfte und Geschäftsbeziehungen, bei denen Menschenrechte eine wesentliche Rolle spielen, wie zum Beispiel im Bergbau, Rohstoffabbau oder im Baumwollsektor, intensiv recherchiert, analysiert und mit einer differenzierten Bewertung versehen. Diese kann bis zur Ablehnung des entsprechenden Geschäfts beziehungsweise bis zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.

3 Beschwerdemechanismus

Die Commerzbank stellt sich ihrer Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte. Alle Stakeholder können mit ihr in Kontakt treten, wenn sie der Meinung sind, die Bank sei ihrer Verantwortung nicht in ausreichendem Maße nachgekommen. Dafür stehen Kunden, Mitarbeitern, Aktionären, der Öffentlichkeit und allen anderen Personen und Personengruppen verschiedene Wege zur Verfügung. Sie können zum Beispiel vor Ort in den Filialen, per Telefon, über die Internet-Seiten der Commerzbank oder per Brief mit ihrem Anliegen an die Commerzbank herantreten.

4 Transparenz und Überprüfung

Über Entwicklungen und Verbesserungen im Bereich der Menschenrechte informiert die Commerzbank jährlich im Fortschrittsbericht des UN Global Compact, der im Bericht zur unternehmerischen Verantwortung veröffentlicht wird.

Diese Menschenrechtsposition wird fortwährend überprüft und regelmäßig überarbeitet. Die jeweils gültige Position sowie Informationen zu weiteren Positionen und Richtlinien der Commerzbank finden Sie auf unseren Internetseiten.

5 weiterführende Informationen/verknüpfte Dokumente (alphabetisch)

Diese Menschenrechtsposition als Download.

Öl & Gas

Bei Finanztransaktionen und Geschäftsbeziehungen mit Bezug zu Erdöl und Erdgas untersucht das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank unter anderem:

  • die Art und Weise, wie das Unternehmen die Exploration der Öl- und Gasfelder betreibt,
  • den Schutz von als „High Conservation Value Areas“ bzw. „UNESCO-Welterbe“ ausgewiesenen Gebieten oder sonstigen geschützten Flächen (regelmäßig unter Einbindung lokaler Spezialisten bzw. Nichtregierungsorganisationen),
  • die Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere Rechte lokaler Gemeinschaften und Ureinwohner,
  • die Einhaltung der Mindeststandards bei der Arbeitssicherheit sowie der Arbeitsbedingungen nach den Standards der ILO.

Ölsand/Teersand

Die Commerzbank beteiligt sich nicht an Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit der Ausbeutung von ölhaltigen Teersanden oder vergleichbaren umstrittenen Verfahren zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas.

Fracking & Liquefied Natural Gas

Die Commerzbank verfolgt diese Themen sehr aufmerksam. Die relevanten Abteilungen innerhalb der Bank sind sensibilisiert. Geschäfte und Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen aus dieser Branche werden kritisch durch das Reputationsrisiko-Management geprüft, was bis zur Ablehnung führen kann.

Bohrungen in der Arktis (Arctic Drilling)

Die Commerzbank beteiligt sich nicht an Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit der umstrittenen Öl- und Gasförderungsmethode "Arctic Drilling". Dabei werden Bohrungen in der Arktis durchgeführt.

Rüstungsgeschäfte

Für den Bereich Rüstungsgüter wurde im Jahr 2008 eine eigene, vom Vorstand beschlossene und unternehmensweit verbindliche Richtlinie implementiert.

Inhaltlich bezieht sich die Richtlinie auf Positionen der Bundesregierung, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, anderer internationaler Abkommen sowie verschiedener Nichtregierungsorganisationen.

Die Commerzbank erkennt grundsätzlich das Recht von Staaten an, sich selbst zu verteidigen. Die Begleitung von Finanztransaktionen mit Rüstungsbezug ist daher grundsätzlich möglich. Transaktionen mit Rüstungsbezug werden im Rahmen einer verbindlichen Einzelfallprüfung vom Reputationsrisiko-Management beurteilt.

Die vier Grundprinzipien der Richtlinie

Notwendige Voraussetzung für die Begleitung der Finanztransaktion durch die Commerzbank ist die strikte Einhaltung der folgenden Grundprinzipien:

  1. Keine Finanzierung der Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern in Konflikt- und Spannungsgebiete
    Die Commerzbank beteiligt sich nicht an Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern in Konflikt- und Spannungsgebiete. Hierdurch soll die Eskalation von Konflikten vermieden werden. Bei der Beurteilung der Empfängerländer werden darüber hinaus Kriterien wie beispielsweise die Regierungsform und die aktuelle Menschenrechtssituation berücksichtigt.

  2. Keine Finanzierung „kontroverser Waffen“
    Die Commerzbank beteiligt sich grundsätzlich nicht an Finanztransaktionen, die einen Bezug zu sog. „kontroversen Waffen“ haben.

  3. Lieferungen ausschließlich an eindeutig identifizierbare, staatliche Instanzen
    Die Commerzbank beteiligt sich grundsätzlich nur an solchen Finanztransaktionen, deren End-Empfänger eindeutig identifizierbar ist und bei dem es sich um eine staatliche Instanz handelt.

  4. Einhalten aller anwendbaren Gesetze und Regularien
    Die Commerzbank verpflichtet ihre Geschäftspartner alle anwendbaren Gesetze, Embargos und Regularien einzuhalten und nimmt selbst alle seitens der Bank erforderlichen Prüfungen vor.

Geltungsbereich der Richtlinie

Die Richtlinie bezieht sich auf Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Bezug zu Waffen und Rüstungsgütern wie Gewehre und alle Kriegswaffen im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes. Dabei handelt es sich um alle Gegenstände, die als Mittel der Gewaltanwendung bei inner- oder zwischenstaatlichen bewaffneten Auseinandersetzungen dienen. Dies gilt auch für die entsprechenden Ersatzteile und notwendiges Zubehör (insbes. Elektronikbauteile).

Stromgewinnung

Bei Finanztransaktionen und Geschäftsbeziehungen im Bereich „Stromgewinnung“ (vor allem Staudämme und Atomkraftwerke) untersucht das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank unter anderem:

  • die Einhaltung der Menschenrechte (insbesondere Rechte lokaler Gemeinschaften und Ureinwohner),
  • den Schutz von als „High Conservation Value Areas“ bzw. „UNESCO Welterbe“ ausgewiesener Gebiete oder sonstiger geschützter Flächen (regelmäßig unter Einbindung lokaler Spezialisten bzw. Nichtregierungsorganisationen) sowie
  • die Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen nach den Vorgaben der EU.

Atomkraft

Die Commerzbank finanziert grundsätzlich keine Atomkraftwerke und keine Uranminen.

Kohlekraft

siehe Kohlekraft

Wasserkraft

Bei Staudammprojekten werden zusätzlich

  • mögliche Konflikte aus der Konkurrenz um Wasserressourcen (z. B. zwischen benachbarten Ländern) sowie
  • die Einhaltung der Empfehlungen der World Commission on Dams (WCD) berücksichtigt.

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