Kreislaufwirtschaft
Ansätze zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs im Wirtschaftskreislauf
Nachhaltigkeit und ESG sind viel verwendete Begriffe. Nachhaltigkeit beschreibt eine zukunftsgerichtete Perspektive, bei der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte langfristig berücksichtigt werden, um die Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Insbesondere im Unternehmens- und Finanzsektor werden diese Aspekte unter dem Begriff ESG (Environmental, Social and Governance) zusammengefasst. Nachhaltigkeit wird in unterschiedlichen regulatorischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexten unterschiedlich definiert. Regulatorische Vorgaben, wie beispielsweise die EU-Taxonomie oder die EU-Offenlegungsverordnung, schaffen einen Rahmen für einzelne Nachhaltigkeitsaspekte, lassen jedoch Raum für unternehmensspezifische Konkretisierungen.
Die konkrete Bedeutung von Nachhaltigkeit für Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsaktivitäten der Commerzbank AG wird im ESG-Rahmenwerk festgelegt. Dieses definiert die maßgeblichen Kriterien und unterscheidet insbesondere zwischen dem bankeigenen Geschäft sowie dem externen Kunden-Anlagegeschäft und Versicherungsgeschäft einschließlich Vermögensverwaltungs- und Wertpapiergeschäft („Fremdgeschäft“).
Warum Kreislaufwirtschaft für unsere Zukunft entscheidend ist
Prognosen der OECD zeigen: Ohne ein entschlossenes Umsteuern wird sich die weltweite Kunststoffproduktion bis 2060 nahezu verdreifachen. Gleichzeitig könnte sich die Menge des Plastikmülls in den Weltmeeren bis 2050 vervierfachen. Doch die Herausforderungen reichen weit über Kunststoffe hinaus. Der steigende Verbrauch natürlicher Ressourcen, zunehmende Abfallmengen und der Verlust wertvoller Rohstoffe verdeutlichen, dass ein rein lineares Wirtschaftsmodell nach dem Prinzip „Nehmen – Nutzen – Entsorgen“ langfristig nicht tragfähig ist.
Als Commerzbank möchten wir den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise aktiv gestalten. Unser Anspruch ist es, den Übergang hin zu einer zirkulären Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und zu finanzieren.
Was bedeutet Kreislaufwirtschaft?
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft zielt im Idealzustand auf eine vollständige Abfallvermeidung sowie eine wirksame Nutzung von Rohstoffen und damit die Reduktion des Rohstoffverbrauchs ab. Dabei handelt es sich um einen systematischen und ganzheitlichen Ansatz und nicht um schrittweise Effizienzgewinne.
Kreislaufwirtschaft bedeutet insbesondere:
- Nutzung recyclingfähiger Ressourcen im Rahmen des Produktdesigns
- Nutzung von schadstoffarmen Stoffen zur Risikominimierung
- Nutzung von Materialien mit dokumentierter Eignung für den vorgesehenen Einsatz
- "build to last“ – Entwicklung von Produkten mit möglichst langer Lebensdauer
- Reparatur, Aufbereitung oder Wiederverwendung von Produkten
- Zuführen in den Kreislauf durch Umnutzung und Zweitnutzung sowie Wiederverwendung der einzelnen Bestandteile von Produkten
- Gemeinschaftliche Nutzung der Produkte zur Verringerung der Produktionsmenge
Im Vergleich zu einer linearen Wirtschaftsweise trägt eine Kreislaufwirtschaft dazu bei, den Ressourcenverbrauch zu verringern.
Wie fördern wir Kreislaufwirtschaft bei unseren Kunden?
Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Ressourcennutzung sind sowohl für die Commerzbank als auch für viele Firmen- und Geschäftskunden der Bank relevante Themen. Betroffen sind insbesondere Sektoren, die durch einen hohen Ressourcenverbrauch, ein großes Abfallaufkommen oder komplexe Lieferketten gekennzeichnet sind. Dazu zählen z.B. der Bau- und Gebäudesektor, Plastik- und Verpackungsindustrie und die Textilbranche. Kreislauflösungen werden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen – um unabhängiger von seltenen oder schwer verfügbaren Rohstoffen zu werden und um langfristig Kosten zu reduzieren.
Im Rahmen ihrer Sustainable Finance Angebote hat die Commerzbank in ihrem ESG-Rahmenwerk Kriterien für die Vergabe nachhaltiger Kredite definiert. Diese geben Aufschluss darüber, ob es sich um eine grüne, eine soziale oder eine Transitionsfinanzierung handelt. Die Klassifizierung ermöglicht es uns, unsere Kredite den Sustainable Development Goals (SDGs) zuzuweisen und so einen Beitrag zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Um eine moderne Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, finanziert die Commerzbank in folgenden Bereichen:
Der regelmäßige Dialog mit wesentlichen Anspruchsgruppen wie Nichtregierungsorganisationen, Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie der Austausch mit anderen Finanzinstituten ist uns in diesem Zusammenhang wichtig. Zur Sensibilisierung findet auch ein kontinuierlicher Austausch mit unseren Kunden-beraterinnen und -beratern zu den Bewertungsprozessen statt. Auch im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsbeirates werden Zukunftsthemen aufgegriffen und konkrete Beispiele aus der Wirtschaft diskutiert.
Wie berücksichtigt die Commerzbank Kreislaufwirtschaft im Bankgeschäft?
Auch die Commerzbank geht mit gutem Beispiel voran und richtet interne Aktivitäten gezielt auf die Erreichung einer Kreislaufwirtschaft aus:
Neues Leben für gebrauchte Papierhandtücher
In den Sanitäranlagen der Commerzbank AG fallen Papierhandtücher als Abfall an, insbesondere an größeren Backoffice-Standorten. Seit 2016 werden Papierhandtücher an ausgewählten Standorten getrennt erfasst und einer stofflichen Verwertung zugeführt. Bis September 2025 konnten so rund 264 Tonnen Papier dem Materialkreislauf zugeführt werden.
Damit setzt die Commerzbank das Projekt „Tork PaperCircle“ von Essity um, einem schwedischen Hersteller für Hygienepapier. Das Recyclingprojekt wurde nach erfolgreicher Pilotierung auf 14 Bürogebäude der Commerzbank ausgeweitet.
Recyclingpapier und Papierverbrauch
Im internen Betrieb wird überwiegend Recyclingpapier eingesetzt. Parallel dazu werden Maßnahmen zur Reduzierung des Papierverbrauchs umgesetzt, insbesondere durch die Digitalisierung von Prozessen. Die Entwicklung des Papierverbrauchs wird regelmäßig analysiert, um weitere Reduktionspotenziale zu identifizieren.
Beschaffung und Rücknahme von Büromaterialien
Bei der Beschaffung von Büromaterialien berücksichtigt die Commerzbank Anforderungen an Weiterverwendbarkeit und den Einsatz von Materialien mit Recyclinganteil, soweit diese für die jeweilige Produktgruppe festgelegt sind. In den zentralen Materiallagern stehen Rücknahmeboxen zur Verfügung, über die gebrauchte Stifte aus Kunststoff unabhängig vom Hersteller gesammelt und einer stofflichen Verwertung zugeführt werden.
Mit dem geleasten Rad zur Arbeit
Mitarbeitende der Commerzbank AG können vom Leasing hochwertiger Fahrräder, Pedelecs oder anderer E-Bikes profitieren. Dabei least die Bank das Fahrrad und überlässt es dem Mitarbeitenden zur Nutzung. Durch den Abzug vom Bruttogehalt können Mitarbeitende einen individuellen Steuervorteil im Vergleich zum privaten Kauf erzielen. Zusätzlich ist im Bikelease-Paket eine Versicherung gegen Diebstahl, Vandalismus und Akkuschäden bei E-Bikes enthalten. Für Commerzbank-Mitarbeiter*innen bedeutet das, sie sparen Steuern, tun etwas für die Umwelt und fördern ihre Gesundheit.
Fahrradnutzung für dienstliche Wege
Commerzbank-Mitarbeitenden stehen die über 15.000 Fahrräder des Bike-Sharing-Anbieters „Call a Bike“ in ganz Deutschland kostenlos zur Verfügung. Sie können für dienstliche Fahrten zu anderen Standorten oder Kundenterminen genutzt werden.
Das könnte Sie auch interessieren
- Biodiversität
Nachhaltigkeit ist mehr als Klimaschutz! Die Commerzbank engagiert sich für die nachhaltige Nutzung und den Schutz der weltweiten biologischen Vielfalt.
- Nachhaltigkeit und ESG
Mehr als Umweltschutz – Warum eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend ist.
- Wesentlichkeitsanalyse
Welche Nachhaltigkeitsthemen sind für die Commerzbank besonders relevant?