• Was ist eine Rezession?

    Führt die Corona-Krise zu einer Rezession?

Airlines? Haben Ihren Flugplan auf ein Minimum reduziert. Restaurants? Müssen schließen. Bekleidungsgeschäfte? Sind nur noch online erreichbar. Und die Industrie? Hat aus Sorge vor einer Corona-Ausbreitung viele Fabriken geschlossen. Kein Wunder, dass man angesichts dieser Entwicklung immer öfter das R-Wort hört: Rezession!

Doch was ist eigentlich eine Rezession? Welche Folgen kann sie für uns alle haben? Und wie wird man sie wieder los?

Icon: Definition Rezession

Was ist eigentlich eine Rezession?

Rein statistisch betrachtet, sprechen die Experten dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Dabei ist es unerheblich, wie stark das Minus ausfällt. Das macht eines deutlich: Rezession ist nicht gleich Rezession! Es gibt Wirtschaftsabschwünge, die kaum spürbar sind. Experten sprechen dann gerne von einer „technischen Rezession“. Heißt: Die Statistiker kommen zwar auf zweimal Minus in Folge, aber wie ein richtiger Abschwung fühlt es sich nicht an. Und dann gibt es die herben Abschwünge, die zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung führen, den wir alle zu spüren bekommen.

Ein paar Zahlen und Fakten

In den letzten 100 Jahren gab es 18 Rezessionen. Im Durchschnitt dauerten diese 13 Monate. Die kürzesten Rezessionen waren nach 6 Monaten ausgestanden, die längste – kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs – ging ganze 43 Monate.

Damit wird eines klar: Rezessions-Phasen kommen zwar häufiger vor, fallen normalerweise aber kurz aus. Der wirtschaftliche Aufschwung ist also der Normalfall.

Trotzdem können Rezessionen heftige Folgen für uns alle haben: die Arbeitslosenzahlen steigen üblicherweise spürbar an, die Insolvenzquote steigt. Entsprechend gehen auch die Wertpapiermärkte in die Knie. Aktien verlieren, weil die Unternehmensgewinne zusammenschrumpfen. Und Anleihen büßen ein, weil mehr und mehr Konzerne ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Infografik Konjunkturzyklus

Gründe für eine Rezession

Die Auslöser einer Rezession sind dabei ganz unterschiedlicher Natur.

  • „Normale“ Rezessionen entstehen üblicherweise am Ende eines langen Wirtschaftsaufschwungs. Sie werden häufig von den Notenbanken ausgelöst. Die wollen den Wirtschaftsboom in geordnete Bahnen lenken und erhöhen die Zinsen. Das passiert meist nicht mit dem nötigen Feingefühl – und bremst die Wirtschaft dann schockartig ab.
  • Mindestens genauso oft lösen „exogene“ Faktoren einen Wirtschaftsabschwung aus: die beiden Weltkriege mit ihrem zerstörerischen Potenzial, die Terroranschläge vom 11. September und die Finanz- und Wirtschaftskrise mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers sind nur einige Beispiele.

Rezession durch die Corona-Krise

Auch die Corona-Krise fällt in die letztgenannte Rubrik. Exogene Schocks führen dabei meist zu einem rapiden Einbruch und einer ebenso schnellen Erholung. Für Corona erwarten wir drastische Minuszeichen im ersten und zweiten Quartal 2020. Denn noch nie zuvor in der Geschichte mussten ganze Wirtschaftszweige ihre wirtschaftliche Aktivität über Nacht auf null zurückfahren.

Aber: Schon im zweiten Halbjahr dürfte eine konjunkturelle Erholung einsetzen, zumal Regierungen und Notenbanken mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen zur Seite stehen und diesmal die typischen Negativfolgen von Rezessionen minimieren sollten.


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