So schützen Sie Ihr Geld vor Entwertung

Inflation in Deutschland

30.09.2022 – Corona, Lieferkettenprobleme, Krieg und Energie-Unsicherheit – vieles wirkt sich derzeit auf die Inflation aus. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr Geld schützen können.

Eine Person greift ins Portemonnaie und holt einige Kupfermünzen heraus.

Die Preise von Waren und Dienstleistungen können sich immer wieder verändern. Wenn diese nicht nur vereinzelt steigen, sondern eine allgemeine Teuerung verzeichnet werden kann, spricht man von einer Inflation. Dadurch sinkt mit der Zeit die Kaufkraft. Um eine Preisstabilität zu gewährleisten, strebt die Europäische Zentralbank mittelfristig ein Inflationsziel von zwei Prozent im Euroraum an. Bereits 2021 kündigte sich allerdings mit 3,1 Prozent ein deutlicher Anstieg der Teuerungsrate an – Tendenz steigend. Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erklärt das wie folgt.

Während der Pandemie rissen die Lieferketten und vielen Unternehmen fehlten Vorprodukte. Außerdem mussten Hotels und andere Dienstleister schließen. Auf das gesunkene Angebot an Gütern und Dienstleistungen traf dann in vielen Ländern eine durch staatliche Hilfszahlungen angefachte Nachfrage. Dieser Nachfrageüberhang ließ die Inflation bereits 2021 steigen.

Krieg und Energiekrise treiben die Preise

Im Frühjahr 2022 griff Russland die Ukraine an. Infolgedessen beschlossen zahlreiche Länder wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, um politisch und vor allem wirtschaftlich Druck auf das Land auszuüben. Doch diese stellen auch die europäische Wirtschaft vor riesige Herausforderungen und lassen die Verbraucherpreise in die Höhe schnellen. Und die Deutschen müssen sich auf einiges gefasst machen, wie Dr. Jörg Krämer prognostiziert.

In den kommenden Monaten könnte die Inflation über 10 Prozent liegen. Nach der Jahreswende dürfte sie nicht nachhaltig sinken. Sparer sollten deshalb gut darüber nachdenken, wie sie ihr Geld anlegen.

Experten erwarten einen weiteren Anstieg der Inflationsrate ab September, da dann kurzfristige Hilfspakete entfallen.

Traditionelle Sparmodelle erschweren den Vermögensaufbau

Das Festgeld- sowie das Tagesgeldkonto sind für viele Deutsche nicht wegzudenken. Dennoch haben traditionelle Sparmethoden in den letzten Jahren infolge eines herausfordernden Zinsumfeldes an Attraktivität verloren. Nun steigen die Zinsen für Sparanlagen wie das Tagesgeldkonto wieder und bei einigen Banken fallen damit auch Verwahrentgelte weg. Allerdings ist die aktuelle Inflationsrate so hoch, dass diese Sparmöglichkeiten nicht den Realverlust ausgleichen. Daher ist es weiterhin wichtig, andere Anlageformen in Betracht zu ziehen.

Die richtigen Anlagestrategien nutzen

Sie können Ihr Geld schützen, indem Sie es so anlegen, dass die jährlichen Renditen höher ausfallen als die Inflationsraten. Eine kurzfristige und moderate Inflation ließ sich bisher durch die Investition in Immobilien ausgleichen. Diese erlebten in der Vergangenheit einen deutlichen Wertzuwachs. Daher kann es trotz steigender Zinsen für Baukredite sinnvoll sein, Immobilien mit Wertsteigerungspotenzial als Investition in Betracht zu ziehen.

Darüber hinaus schätzen viele Sparerinnen und Sparer in Krisen und Kriegszeiten eine Wertanlage besonders: Gold. Obwohl die Investition darin weder Zinsen noch Dividenden bringt und die Goldpreis-Prognose bis Ende 2022 nach unten korrigiert werden musste, empfehlen Expertinnen und Experten eine Investition in Gold als attraktiven Diversifikationsbaustein im Anlage-Portfolio.

Geld in Krisenzeiten aktiv managen

Aus Expertensicht empfiehlt sich in Zeiten steigendender Teuerungsraten zum Schutz des eigenen Vermögens ein Mix aus verschiedenen Anlageformen. Ein ideales Anlage-Portfolio beinhaltet einen Mix aus kurz-, mittel- und langfristigen Anlageformen, abhängig davon, welche Anlagehorizonte sich für Ihre persönlichen Anlageziele eignen. Auf lange Sicht sollten Sparerinnen und Sparer daher auch Aktien und Investmentfonds in Betracht ziehen.

Im Falle einer moderaten Inflation weisen Aktien und Investmentfonds mitunter eine höhere prozentuale Rendite als die Teuerungsrate auf. Daher werfen sie Gewinn ab. Doch eine Inflation von sieben, acht oder gar zehn Prozent können auch sie nicht kurzfristig abfangen. Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger derzeit Ruhe bewahren und weiterhin auf eine breite Streuung setzen, um Risiken zu minimieren. Außerdem bieten langfristige Investitionen aktuell den Ausweg aus der Geldentwertung. Durch aktiv gemanagte Investmentfonds können Sie Ihr Vermögen vor realem Wertverlust schützen. Eine weitere Alternative bietet sich im Auf- beziehungsweise Ausbau eines Portfolios mit dividendenstarken Aktien.