Glossar

Lagebericht

LAN

Abkürzung für „Local Area Network“. Mit LAN wird also das lokale Netzwerk innerhalb eines Standortes bezeichnet.

Länderfonds

Fonds, die ausschließlich oder überwiegend in Wertpapiere aus bestimmten Ländern oder in speziell zusammengeführten Ländergruppen (zum Beispiel Südeuropa oder Lateinamerika) investieren. Je nach Land ist das Verlustrisiko höher oder niedriger, als bei regional diversifizierter Anlagestrategie. Länderfonds gibt es in den verschiedensten Fondsgattungen, als Aktien-, Renten- aber auch als Geldmarktfonds.

Längerfr. Refinanzierungsgeschäft

Ein längerfristiges Refinanzierungsgeschäft ist ein Offenmarktgeschäft des Eurosystems, das als regelmäßig stattfindende liquiditätszuführende befristete Transaktion in monatlichem Abstand und mit einer Laufzeit von drei Monaten durchgeführt wird. Über diese Geschäfte sollen den Kreditinstituten zusätzliche längerfristige Refinanzierungsmittel zur Verfügung gestellt werden. Im Allgemeinen wird das Eurosystem mit diesen Geschäften nicht die Absicht verfolgen, dem Markt Signale zu geben, und wird deshalb im Regefall die Mittel über einen Zinstender (Tenderverfahren) anbieten.

Langfristige Kredite

Langfristige Kredite wurden früher meist über den Kapitalmarkt ­ d. h. insbesondere durch Begebung von Anleihen ­ oder durch Einschaltung von Spezialinstituten, wie Hypothekenbanken (Realkreditinstitute), aufgenommen. Die Geschäftsbanken erfüllten bei diesen „klassischen“ Langfristkrediten im allgemeinen nur Vermittlerdienste. Sie sind dann aber immer stärker dazu übergegangen, ebenfalls Darlehen mit Laufzeiten von vier und mehr Jahren anzubieten, insbesondere für Baufinanzierungen und gewerbliche Investitionen.

Die Großbanken haben sich hier als Schrittmacher betätigt; sie bieten seit langem viele Varianten an: vom herkömmlichen Baudarlehen über den öffentlich refinanzierten Investitionskredit bis zum tilgungsfreien Gewerbekredit, der bei Fälligkeit durch eine eigens hierfür abgeschlossene Lebensversicherung abgelöst wird.

Abgesichert werden langfristige Ausleihungen im allgemeinen durch Grundpfandrechte wie Hypotheken und Grundschulden. Laufende Tilgungen (Annuität) sind die Regel.

Lastschriftverfahren

Wesentlich bequemer geworden ist die Kontoführung, seit sich das Lastschriftverfahren oder Bankeinzugsverfahren eingebürgert hat: Bei regelmäßig wiederkehrenden, jedoch unterschiedlich hohen Zahlungen kann der Kontoinhaber den Zahlungsempfänger ermächtigen, einen fälligen Betrag von seinem Konto abzurufen. Beispiele sind Gas-, Elektrizitäts-, Wasser- und Telefonrechnungen. Ebenso werden Verpflichtungen in fester Höhe, wie Versicherungs- und Krankenkassenbeiträge, in dieses Verfahren einbezogen. Da der Schuldner als Beleg entweder die Lastschrift erhält oder zumindest eine Information auf seinem Kontoauszug findet, weiß er, für welche Leistung er wann von wem belastet worden ist.

Der Bankkunde ist vor nicht berechtigter oder missbräuchlicher Abbuchung durch gesetzliche Vorschriften geschützt: Sollte er mit der Belastung seines Kontos nicht einverstanden sein, kann er innerhalb von acht Wochen Einspruch erheben und den Betrag zurückfordern. Eine Einzugsermächtigung kann außerdem jederzeit widerrufen werden.

Late Indizes

Late Indizes wurden Ende 2003 von der Deutschen Börse eingeführt. Diese Indizes sollen Börsianern als Indikator für die weitere Marktentwicklung dienen. Hintergrund: Seit 3. November 2003 endet der Xetra-Handel bereits um 17.45 Uhr. Die L-Indizes zeigen die aktuelle Marktrichtung bis 20.00 Uhr des Tages an.

In der Zusammensetzung entsprechen L-Dax, L-MDax, L-SDax und L-TecDax genau den auf Xetra-Basis berechneten Original-Indizes. Die Late-Indizes werden minütlich aus Parkettkursen der Frankfurter Börse berechnet. Late-Indizes sind jedoch nur Richtwerte, sie können nicht als Basiswerte für abgeleitete Produkte wie Zertifikate oder Optionsscheine dienen.

Late Trading

Beim so genannten späten Handel oder Late Trading handelt es sich um ein verbotenes Geschäft. Dabei kaufen Investoren mit Einverständnis der Fondsgesellschaft Fondsanteile zum alten Preis, obwohl der neue Preis bereits absehbar ist. Normalerweise werden Kaufaufträge zum nächsten und nicht zum letzten Kurs abgewickelt.

Late Trading kam ins Gerede durch den amerikanischen Fondsskandal Ende 2003. US-Fondsgesellschaften hatten mittels Market Timing und Late Trading versucht, sich Vorteile am Markt zu verschaffen. So wurden beispielsweise Hedgefonds geködert, Kapital in volumenschwache Publikumsfonds zu investieren, um dadurch kurzfristige Sonderprofite zu erzielen.

Laufindex

siehe DAX.

Laufzeiten

Im Finanzverkehr spielen Laufzeiten eine wichtige Rolle, ob man nun einen Kredit aufnimmt oder bei seiner Bank eine Einlage einzahlt. Meist unterscheidet man dabei zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Laufzeiten. Verschiedentlich werden mittel- und langfristig auch unter „längerfristig“ zusammengefasst.

Für statistische Zwecke hat die Bundesbank diese drei Kategorien exakt definiert. Kurzfristig ist hiernach ein Kredit, der längstens ein Jahr läuft. Langfristige Darlehen haben eine Laufzeit von mindestens vier Jahren, in der Sprache des Statistikers von vier Jahren und darüber. Alles, was dazwischen liegt, ist mittelfristig. Das gleiche Prinzip gilt auch für Einlagen.

Abgestellt wird stets auf die vereinbarte Laufzeit. Ein Ratenkredit (Konsumentenkredit), der in 36 Monaten zurückzuzahlen ist, wird dementsprechend als mittelfristig angesehen, obwohl die erste Rate bereits im nächsten Monat fällig wird. Sofern eine Tilgung innerhalb von 48 Monaten oder mehr vereinbart wird, handelt es sich um einen langfristigen Kredit.

Wohnungsbau- Hypotheken und gewerbliche Investitionskredite sind in der Regel langfristig. Betriebsmittelkredite für Industrie und Handel werden als kurz- oder mittelfristige Ausleihungen in Anspruch genommen.

Laufzeitfonds

Laufzeitfonds sind eine besondere Form des Investmentsparens. Zu einem von vornherein festgelegten Zeitpunkt wird der Fonds aufgelöst, und der Anleger erhält den aktuellen Gegenwert seiner Anteile inklusive der aufgelaufenen Erträge. Oftmals nennt die Fondsgesellschaft bei Neuauflage eines Laufzeitfonds bereits einen erwarteten Rücknahmepreis für den Fälligkeitstag.

Leasing

Leasing ist eine Form der Finanzierung von Industrieanlagen, Investitionsgütern und in geringem Umfang auch von Konsumgütern sowie von Personal. Als Leasinggeber treten Produzenten der Güter (Herstellerleasing), zwischengeschaltete spezielle Leasing-Gesellschaften bzw. Personal-Vermittlungsunternehmen auf. Das Sachgüter-Leasing eröffnet den Unternehmen, die häufig mit einer vergleichsweise knappen Eigenkapital-Decke arbeiten, die Möglichkeit, Erweiterungs- und Rationalisierungs- Investitionen vorzunehmen, ohne ihre Bilanz damit zu belasten.

Der Leasingnehmer erwirbt kein Eigentum, sondern „mietet“ Mobilien, wie Maschinen, Datenverarbeitungsanlagen, Kraftfahrzeuge sowie mehr und mehr auch Immobilien, nämlich Büro-, Fabrikations- und Lagerräume sowie Kaufhäuser. Häufig gehen nach Ablauf des Vertrages die gemieteten Gegenstände gegen ein geringes Entgelt in das Eigentum des Leasingnehmers über.

Den vielen Vorteilen des Leasing, wie Schonung des Eigenkapitals und positiver Einfluss auf Bilanzstruktur-Kennzahlen, stehen als Nachteil die festen laufenden Mietzahlungen gegenüber, die unabhängig von der Ertragsentwicklung anfallen.

Leerverkauf

Verkauf eines Wertpapiers, ohne in dessen Besitz zu sein. Derjenige, der den Leerverkauf tätigt, muss sich die entsprechenden Wertpapiere durch die sogenannte Wertpapierleihe entleihen, um sie dem Käufer liefern zu können.

Leistungsbilanz

Leverage-Effekt

siehe Hebelwirkung.

Leveraged Buy Out (LBO)

Übernahme eines Unternehmens durch außenstehende oder betriebszugehörige Investoren; speziell bei der Übernahme durch ein fremdes Management spricht man von Management Buy In (MBI), durch das eigene Management von Management Buy Out (MBO). Kennzeichnend für diese Art des Unternehmenserwerbs ist, dass der Kaufpreis anteilig über einen verhältnismäßig hohen Verschuldungsgrad (Leverage) fremdfinanziert wird. Diese vorrangige oder nachrangige Fremdfinanzierung wird durch Bankkredite und/oder High-Yield Bonds und/oder Mezzaninkredite dargestellt. Zins- und Tilgungszahlungen werden aus dem zukünftigen operativen Cash-Flow, also aus dem Ertragswert des übernommenen Unternehmens, vereinzelt aber auch aus den Erlösen durch den Verkauf von Unternehmensteilen (Substanzwert) geleistet.

Liability Swaps

siehe Swaps.

Libor

Libor bezeichnet als Abkürzung für „London Interbank Offered Rate“ den Zinssatz, den Banken am Londoner Geldmarkt (internationaler Finanzmarkt) für kurzfristige Ausleihungen an andere Banken verlangen. Die Zinssätze für ausländische Floating Rate Notes und langfristige Roll-over-Kredite sind meist an den Libor gebunden. Das Gegenstück im Euro-Währungsgebiet ist der EURIBOR .

Liffe

Abkürzung für „London International Financial Futures Exchange“, die umsatzstärkste Terminbörse (Termingeschäfte) Großbritanniens. 1992 fusionierte sie mit der anderen britischen Terminbörse LTOM zur „London International Financial Futures and Options Exchange“.

Limit

Festlegung eines bestimmten Kauf- bzw. Verkaufspreises durch den Käufer bzw. Verkäufer, vor allem bei Börsenaufträgen.

Liquidität

Ein Kreditinstitut muss - wie jedes andere Unternehmen auch - stets in der Lage sein, seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Ausreichende flüssige Geldmittel, in der Fachsprache „Liquidität“, ist für Geldinstitute geradezu eine Überlebensfrage. Das Problem für die Banken besteht darin, einerseits die Gelder, die ihnen als Einlagen anvertraut sind, rentabel anzulegen, um den Sparern und sonstigen Kontoinhabern angemessene Zinsen zahlen zu können; andererseits müssen die Institute stets mit der Möglichkeit rechnen, dass hohe Einlagensummen von heute auf morgen abgezogen werden.
Es ist Aufgabe einer Zentralbank, über einen entsprechenden Einsatz ihrer geldpolitischen Instrumente (Offenmarktgeschäfte) einer Volkswirtschaft insgesamt ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen, ohne die Preisstabilität zu gefährden (Inflation).

Liquiditätsverordnung

Die Liquiditätsverordnung (LiqV) oder Verordnung über die Liquidität der Institute ist eine Verordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie erlegt Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten bestimmte Verpflichtungen auf, mit denen deren jederzeitige Zahlungsfähigkeit (Liquidität) sichergestellt werden soll.
Die Verordnung beruht auf § 11 des Kreditwesengesetzes und löste zum 1. Januar 2007 den bis dahin gültigen Grundsatz II ab.
Grundgedanke ist, dass ein Institut jederzeit über genügend Zahlungsmittel verfügen muss, um seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Lock up - Frist

Die Lock up - Frist ist eine Sperrfrist für Vorstände und andere Altaktionäre einer Aktiengesellschaft. Sie tritt nach Börsengängen oder Kapitalerhöhungen in Kraft. Während der sechsmonatigen Lock-up- oder Haltefrist dürfen die betreffenden Personen keine Aktien verkaufen. Gegenüber den Emissionsbanken verpflichten sich Vorstände oft, ihre Aktien noch länger zu halten.

Lock-up-Fristen dienen eigentlich dem Schutz der Anleger. Damit soll sichergestellt werden, dass Altaktionäre – also vor allem Vorstände und Venture-Capital-Gesellschaften – nach einem Börsengang den Investor nicht an der Nase herumführen und große Pläne verkünden, um ihre Papiere nach starken Kursschüben bestmöglich zu verkaufen. Anleger sollten sich daher nicht von guten Meldungen gegen Ende der Lock-up-Periode blenden lassen.

Lohn-und Gehaltskonto

Lohnersatzleistungen

Lohnersatzleistungen sind Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, Unterhaltsgeld, Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe. Seit 1992 sind Zeiten, in denen eine solche Leistung bezogen wird, Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Löschungsbewilligung

Nach vollständiger Rückzahlung eines Darlehens erstellt der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer eine - notariell zu beglaubigende - Löschungsbewilligung. Diese besagt, dass der Darlehensgeber die Löschung von Grundpfandrechten (Hypothek oder Grundschuld) im Grundbuch bewilligt. Der Grundstückseigentümer kann diese dann durch das Grundbuchamt löschen lassen.

Luxemburger Fonds deutscher Provenienz

Fonds, die von Luxemburger Tochtergesellschaften deutscher KAG´s nach Luxemburger Recht aufgelegt werden.