Anlageidee: Commerzbank StufenZins Anleihe in US-Dollar

Segmenteinschätzung: Übergewichten

Unternehmensanleihen (Financials)

Segmenteinschätzung: Untergewichten

US-Dollar (USD)

Fazit

Wir stufen die in den Anlagen beschriebene Produktausgestaltung aktuell als haltenswert ein.

11. November 2019 15:25 Uhr

Stammdaten

WKN CZ40NH
ISIN XS1907539305
Zeichnung 19.11.2018 - max. 14.12.2018 16:00 Uhr
Endfälligkeit 20.12.2023
Produkt-Risikoklasse D

Weitere Daten

WährungUSD
Ausgabetag17.12.2018 (Valuta 20.12.2018)
EmittentCommerzbank AG
Rating:A1 (Moody's); A- (S&P)
Kupon (1. Jahr):2,50% p.a.
Kupon (2. Jahr):3,25% p.a.
Kupon (3. Jahr):3,50% p.a.
Kupon (4. Jahr):3,75% p.a.
Kupon (5. Jahr)4,00% p.a.

Funktionsweise

Allgemeine Marktentwicklung Anleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ab November 2019 wieder Unternehmensanleihen kaufen. Die Pause seit Dezember 2018 währte nur kurz. Die Kurs- und Renditereaktionen dürften ähnlich verlaufen wie beim Kaufprogramm 2016. Allerdings ist das Kaufvolumen zunächst deutlich geringer als 2016. Damit unterstützt die EZB weiterhin die Kurse von Unternehmensanleihen - und auch indirekt die Kurse von Bankenanleihen (Financials), obwohl diese nicht zum Kaufuniversum gehören.

Die Weltwirtschaft lahmt nach wie vor. Die Wachstumsaussichten für den Euroraum trüben sich weiter ein. Die EZB und zahlreiche Regierungen haben ihren Konjunkturausblick deutlich nach unten revidiert. Die Verbraucherpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) steigen nur sehr langsam – mit etwa einem Prozent liegt der Anstieg weit unter dem Inflationsziel. Zinserhöhungen bleiben auf lange Sicht kein Thema. Ganz im Gegenteil: Die EZB hat im September den Leitzins gesenkt und wird auch das Anleihekaufprogramm ab November wieder aufnahmen, da die Konjunktur auf der Stelle tritt. Der Raum für einen deutlichen Renditeanstieg ist daher begrenzt.

Auch die US-Notenbank Fed geht von einer langsamer wachsenden US-Wirtschaft aus. Inzwischen hat die Fed schon zweimal 2019 die Leitzinsen gesenkt. Der Markt rechnet noch mit einer weiteren Zinssenkung bis Jahresende.

Die vorsichtiger agierenden Notenbanken schicken die Anleiherenditen in den Keller, was die Attraktivität von Anleihen im Allgemeinen mindert. Besonders schwächere Bonitäten profitieren von der Suche nach Rendite.

Marktentwicklung Unternehmensanleihen (Financials)

Generell stehen Banken heutzutage viel besser da als noch vor einigen Jahren: Viele Institute haben seit Beginn der Finanzkrise aufgrund der inzwischen verschärften Regulierung ihr Eigenkapital gestärkt und sind weiterhin dabei, ihre Eigenkapitalquoten kontinuierlich zu erhöhen. Zudem konnten sie ihre Problemkredite stark verringern. Die von der EZB regelmäßig durchgeführten Stresstests zwingen die Banken, ihre Risikotragfähigkeit ständig zu überprüfen und ausreichend Risikopuffer vorzuhalten. Im letzten Stresstest vom November 2018 zeigten sich die untersuchten europäischen Banken ordentlich gerüstet, einen unerwartet starken Zinsanstieg wegzustecken.

Die EZB stellt den Geschäftsbanken unbegrenzt Liquidität zu einem Refinanzierungssatz von null Prozent zur Verfügung. Auch die neuen Langfristtender (TLTRO) dürften den Refinanzierungsbedarf teilweise decken. Für die Banken gibt es deshalb wenig Motive, sich über Anleihen zu finanzieren. Das Angebot an liquiden handelbaren Bankenanleihen ist daher knapp.

Die Risikoaufschläge von Bankenanleihen haben sich seit Jahresbeginn deutlich reduziert, wenngleich sie sich seit ihren Tiefs im Sommer etwas ausgeweitet haben. Trotzdem stellen sie weiterhin eine gute Alternative zu den ebenfalls teuren Unternehmensanleihen dar und erst recht zu den besonders teuren Staatsanleihen.

Investoren sollten aber bedenken, dass sie im Fall einer Schieflage der Bank zur Finanzierung einer Rekapitalisierung herangezogen werden können. Dabei ist zwischen zwei Klassen von Senioranleihen zu unterscheiden: Den sogenannten Senior-Preferred-Anleihen (SP) und den gegenüber den Senior-Preferred-Anleihen nachrangigen Senior-Non-Preferred-Anleihen (SNP). Die SNP-Anleihen weisen daher höhere Risikoaufschläge aus, was sich - wegen des höheren Risikos - auch in einer höheren Rendite niederschlägt.

Risikoaufschlag in Asset Swap (ASW)

Risikoaufschlag in ASW

Quelle: iBoxx, Commerzbank.

US-Wirtschaft schwächt sich ab, überrascht aber positiv

In den USA hat sich das Wachstum im 3. Quartal von 2,0% Q/Q (annualisiert) auf 1,9% Q/Q nur leicht abgeschwächt und hat damit positiv überrascht. Der private Verbrauch ging zwar von 4,6% Q/Q auf 2,9% zurück, bleibt aber robust und trug damit fast 2 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Dagegen gab es leichte Bremsspuren beim Außenhandel und den Investitionen. Während die Ausrüstungsinvestitionen erneut nachgaben, trugen die Bauinvestitionen erstmals wieder leicht zum Wachstum bei. Wir rechnen mit einer Wachstumsabschwächung von 2,9% im letzten Jahr auf 2,3% in diesem Jahr.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe ist in den letzten Monaten auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken, erholte sich im Oktober aber von 47,8 auf 48,3 Punkte wieder leicht. Damit zeichnet sich ab, dass das verarbeitende Gewerbe in den USA zunächst schrumpft. Der ISM-Index für das nichtverarbeitende Gewerbe hat sich dagegen im Oktober von 52,6 auf 54,7 Punkte wieder deutlich verbessert. Die Rezessionsängste für die USA sind zurückgegangen. Die US-Regierung plant Mehrausgaben in Höhe von 150 Mrd. US-Dollar im neuen Haushaltsjahr. Außerdem dürfte eine weniger agressive US-Handelspolitik die Wirtschaft weniger belasten.

In den USA sind die Verbraucherpreise im Oktober weniger stark als erwartet angestiegen. Nach einem dreimaligen Anstieg der Kerninflation (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) um 0,3% M/M, erhöhte sie sich jetzt lediglich um 0,1% M/M. Die Jahresrate verharrte damit bei 2,4%, merklich über dem Ziel der Fed. Die Gesamtinflationsrate verharrte bei 1,7%, unterhalb des Fed-Ziels. Es gibt immer noch keine größeren Hinweise auf kräftiger steigende Löhne, der Anstieg liegt bei 3,0% J/J. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Verbraucherpreisanstieg von mäßigen 1,8% und von 2,2% im nächsten Jahr.

US-Notenbank legt Pause ein

Wie erwartet, senkte die US-Notenbank (Fed) im Oktober ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte. Das war die dritte Zinssenkung in Folge. Der neue Leitzinskorridor liegt bei 1,50% bis 1,75%. Zwei Notenbanker stimmten erneut gegen die Zinssenkung. Die US-Notenbank änderte ihre Forward Guidance und dämpfte die Erwartungen für weitere Zinssenkungen. Man will die Implikationen der eingehenden Informationen für den Konjunkturausblick bewerten. In der Pressekonferenz betonte Powell, dass die Geldpolitik angemessen sei. Nur eine wesentliche Neueinschätzung des Ausblicks würde die Fed dazu bringen, die Zinsen weiter zu senken.

Zur Begründung sagte Powell, dass sich die Risiken - die er hauptsächlich extern sieht - seit der letzten Sitzung in eine positive Richtung entwickelt hätten. So habe sich die Gefahr eines eskalierenden Handelskonflikts mit China verringert, zudem scheine das Risiko eines harten Brexits gesunken. Hinsichtlich der Binnenwirtschaft verlässt sich die Fed auf den US-Verbaucher. Angesichts des engen Arbeitsmarktes seien die Aussichten gut. Die Fed würde die Zinsen nur bei steigenden Inflationsrisiken anheben. Laut Powell denkt man derzeit nicht einmal über Zinserhöhungen nach.

Die Fed will laut Powell verhindern, dass die Bankreserven nicht unter die Marke von 1,40 bis 1,50 Bio. US-Dollar fallen. um erneuten Streß am Repo-Markt zu verhindern. Die Fed würde deshalb dauerhaft in einem Umfeld umfangreicher Reservehaltung operieren. ,

US-Rentenmarkt: Renditekurve in Teilbereichen invers

Die US-Renditekurve ist seit 2014 immer flacher geworden und im August 2019 erstmals seit 2007 invers. Bereits Anfang Juni rutschte die Rendite 10-jähriger US-Treasuries unter den Zins dreimonatiger US-Treasury-Bills. Eine inverse Zinskurve hat eine Signalwirkung, da vor jeder der letzten 5 Rezessionen in den USA die Zinskurve invers geworden war. Sie ist jedoch kein Auslöser, sondern nur ein Indikator dafür. Inzwischen ist die Zinskurve wieder deutlich steiler geworden, weil die Rendite 10-jähriger US-Treasuries kräftiger gestiegen sind, als die Rendite 2-jähriger US-Treasuries.

Renditevorteil dürfte kleiner werden - US-Dollar verliert an Unterstützung

Der Renditevorteil von US-Treasuries ggü. Bundesanleihen ging seit Anfang November 2018 bis Anfang November 2019 deutlich zurück. Dabei verkleinerte sich der Renditevorsprung im längeren Laufzeitenbereich um fast 65 Bp. und im kürzeren Laufzeitenbereich um 130 Bp. Die Renditedifferenz dürfte weiter abschmelzen, weil die Fed kräftiger gesenkt hat als die EZB. Die Maktteilnehmer haben die Lockerungsfantasie für die EZB nahezu ganz ausgepreist. Der Markt gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die EZB erkennt, dass sie nahe am Ende einer sinnvoll expansiven Geldpolitik angelangt sind. Die Fed hat dagegen noch genügend Potenzial für weitere Lockerungen.

Euro handelt ggü.dem US-Dollar schwach

Langfristig ist die Kaufkraftparitätentheorie ein verlässliches Maß für die Bewertung des Euro-Kurses. Extreme Abweichungen sind selten und nicht von langer Dauer. Inzwischen zeigt die Kaufkraftparitätentheorie, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar seit einigen Jahren immer schwächer geworden ist. Natürlich kann der Euro weiterhin schwach tendieren, aber große Abwärtsbewegungen sind weniger wahrscheinlich als Aufwärtsbewegungen.

Euro bleibt durch Brexit belastet

Zulezt belastete die Sorge vor einer Rezession im Euroraum den Euro. Momentan verflüchtigen sich die Rezessionängste, da die Belastungen vom Brexit und den schwelenden Handelskonflikten wieder zurückgehen. So zeichnet sich ein Abkommen zwischen China und den USA ab und ist die Wahrscheinlichkeit für einen harten Brexit deutlich zurückgegangen. In den USA können das steigende Haushaltsdefizit und die Unsicherheit wegen eines drohenden Amtsenthebungsverfahrens für US-Präsident Trump außerdem den US-Dollar belasten.

Investition in Fremdwährungen

Die Anlageidee ist unter der Berücksichtigung einer angemessenen Depotstruktur zu sehen. Bitte beachten Sie, das der Anteil an Fremdwährungsanleihen innerhalb Ihres Depots Beimischungscharakter haben sollte und die Höhe dabei abhängig von Ihrer gewählten Anlagestrategie ist.

Struktur der Anleihe

Die StufenZins Anleihe ist eine Schuldverschreibung und zählt somit zum Fremdkapital der Commerzbank AG. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit einem während der Laufzeit ansteigenden Kupon ausgestattet. Der Anleger erhält im ersten Laufzeitjahr eine Verzinsung von 2,5% p.a. Die Verzinsung steigt dann zweiten Jahr auf 3,25% p.a.; im dritten Jahr auf 3,50%; im vierten Jahr auf 3,75% p.a. und schließlich im fünften Laufzeitjahr auf 4,0% p.a. Die Anleihe wird am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt.

Diese StufenZins Anleihe weist durch den steigenden jährlichen Zinssatz einen Vorteil gegenüber den US-Staatsanleihen auf.

Währung in US Dollar

Die Anleihe wird in US-Dollar ausgegeben und am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt. Zudem erfolgen auch die Zinszahlungen in USD. Für Anleger, die ausschließlich ein Euro-Konto besitzen, erfolgt bei Erwerb, Zinsauszahlung und Fälligkeit der Anleihe eine entsprechende Währungsumrechnung. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5 Jahre, das Nominal der Anleihe beträgt 2.000 US-Dollar bzw. ein vielfaches davon.


Impressum

Autoren: Martin Bordt (Spezialist Strukturierte Produkte), Karsten Eberle (Spezialist Strukturierte Produkte)
Verantwortlicher: Thorsten Plaswig
Datum der Veröffentlichung: 11. November 2019

Wichtige Hinweise

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Votenverteilung
Eine Übersicht der Votenverteilung für das vergangene Quartal über alle von der Investmentstrategie des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG analysierten Werte, verglichen mit der Votenverteilung für Werte, für die die Commerzbank AG Investment-Banking-Dienstleistungen erbringt, finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Votenänderungen
Die Voten der Anlageexperten des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG in den vergangenen 12 Monaten lauteten:
Zur Vermeidung von Interessenskonflikten erfolgt keine Votierung
Das Votum bezeichnet die zentrale, auf Markt- und Produktmerkmalen begründete allgemeine Einschätzung der Commerzbank Anlageexperten zum jeweiligen Produkt. das Votum stellt hingegen keine individuelle Anlageempfehlung dar. Weitere Informationen zu unserer Votensystematik finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Zuständige Ausichtbehörden
Eurpäische Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt am Main