Anlageidee: Commerzbank StufenZins Anleihe in US-Dollar

Segmenteinschätzung: Übergewichten

Unternehmensanleihen (Financials)

Segmenteinschätzung: Untergewichten

US-Dollar (USD)

Fazit

Wir stufen die in den Anlagen beschriebene Produktausgestaltung aktuell als haltenswert ein.

24. Januar 2020 15:34 Uhr

Stammdaten

WKN CZ40NE
ISIN XS1891154319
Zeichnung 15.10.2018 - max. 14.11.2018 16:00 Uhr
Endfälligkeit 20.11.2023
Produkt-Risikoklasse D

Weitere Daten

WährungUSD
Ausgabetag15.11.2018 (Valuta 20.11.2018)
EmittentCommerzbank AG
Rating:A1 (Moody's); A- (S&P)
Kupon (1. Jahr):3,00% p.a.
Kupon (2. Jahr):3,25% p.a.
Kupon (3. Jahr):3,50% p.a.
Kupon (4. Jahr):3,75% p.a.
Kupon (5. Jahr)4,00% p.a.

Funktionsweise

Allgemeine Marktentwicklung Anleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft seit November 2019 wieder Unternehmensanleihen. Damit unterstützt die EZB weiterhin die Kurse von Unternehmensanleihen - und auch indirekt die Kurse von Bankenanleihen (Financials), obwohl diese nicht zum Kaufuniversum gehören. Die Kurs- und Renditereaktionen dürften wohl etwas schwächer als beim letzten Kaufprogramm 2016 verlaufen, da das Kaufvolumen dieses Mal geringer ausfällt.

Die Weltwirtschaft lahmt nach wie vor. Die Wachstumsaussichten für den Euroraum bleiben verhalten. Die EZB und zahlreiche Regierungen haben ihren Konjunkturausblick deutlich nach unten revidiert. Die Verbraucherpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) steigen nur sehr langsam – mit gut einem Prozent liegt der Anstieg weit unter dem Inflationsziel. Wegen der zunehmend negativen Nebenwirkungen der Geldpolitik ist zwar eine weitere Lockerung unwahrscheinlich. Zinserhöhungen bleiben aber auf lange Sicht ebenfalls kein Thema. Aufgrund des wiederaufgenommen Anleihekaufprogrammes ist der Raum für einen deutlichen Renditeanstieg begrenzt.

Auch die US-Notenbank Fed sieht weiter Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft aus. 2019 hat die Fed die Leitzinsen dreimal gesenkt. Der Markt rechnet für 2020 noch mit einer weiteren Zinssenkung.

Die vorsichtiger agierenden Notenbanken drücken damit auf die Anleiherenditen, was die Attraktivität von Anleihen im Allgemeinen mindert. Besonders schwächere Bonitäten profitieren von der Suche nach Rendite.

Marktentwicklung Unternehmensanleihen (Financials)

Generell stehen Banken heutzutage viel besser da als noch vor einigen Jahren: Viele Institute haben seit Beginn der Finanzkrise aufgrund der inzwischen verschärften Regulierung ihr Eigenkapital gestärkt und sind weiterhin dabei, ihre Eigenkapitalquoten kontinuierlich zu erhöhen. Zudem konnten sie ihre Problemkredite stark verringern. Die von der EZB regelmäßig durchgeführten Stresstests zwingen die Banken, ihre Risikotragfähigkeit ständig zu überprüfen und ausreichend Risikopuffer vorzuhalten. Im letzten Stresstest vom November 2018 zeigten sich die untersuchten europäischen Banken ordentlich gerüstet, einen unerwartet starken Zinsanstieg wegzustecken.

Die EZB stellt den Geschäftsbanken unbegrenzt Liquidität zu einem Refinanzierungssatz von null Prozent zur Verfügung. Auch die neuen Langfristtender (TLTRO) decken den Refinanzierungsbedarf ausgiebig. Für die Banken gibt es deshalb wenig Motive, sich über Anleihen zu finanzieren. Das Angebot an liquiden handelbaren Bankenanleihen bleibt daher knapp.

Die Risikoaufschläge von Bankenanleihen handeln nahe ihrer Tiefs von 2019. Aufgrund der gestiegenen Swapsätze sind die Renditen aber höher als noch im August 2019. Bankenanleihen stellen ebenso wie Unternehmensanleihen weiterhin eine gute Alternative zu den besonders teuren Staatsanleihen dar.

Investoren sollten aber bedenken, dass sie im Fall einer Schieflage der Bank zur Finanzierung einer Rekapitalisierung herangezogen werden können. Dabei ist zwischen zwei Klassen von Senioranleihen zu unterscheiden: Den sogenannten Senior-Preferred-Anleihen (SP) und den gegenüber den Senior-Preferred-Anleihen nachrangigen Senior-Non-Preferred-Anleihen (SNP). Die SNP-Anleihen weisen daher höhere Risikoaufschläge aus, was sich - wegen des höheren Risikos - auch in einer höheren Rendite niederschlägt.

Risikoaufschlag in Asset Swap (ASW)

Risikoaufschlag in ASW

Quelle: iBoxx, Commerzbank.

US-Wirtschaft erstaunlich robust - kein steigender Inflationsdruck

In den USA hat sich das Wachstum im 3. Quartal von 2,0% Q/Q (annualisiert) auf 1,9% Q/Q nur leicht abgeschwächt und hat damit positiv überrascht. Der private Verbrauch ging zwar von 4,6% Q/Q auf 2,9% zurück, bleibt aber robust und trug damit fast 2 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Dagegen gab es leichte Bremsspuren beim Außenhandel und den Investitionen. Während die Ausrüstungsinvestitionen erneut nachgaben, trugen die Bauinvestitionen erstmals wieder leicht zum Wachstum bei. Wir rechnen mit einer Wachstumsabschwächung von 2,3% 2019 auf 1,7% 2020.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe ist im September mit 47,8 Punkten auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken und erholte sich im Oktober und November davon nur leicht. Damit zeichnet sich ab, dass das verarbeitende Gewerbe zumindest nicht wächst. Der ISM-Index für das nichtverarbeitende Gewerbe hält sich mit 53,9 Punkten vergleichsweise gut. Die US-Regierung hat Mehrausgaben in Höhe von 150 Mrd. US-Dollar für das laufenden Haushaltsjahr geplant. Außerdem dürfte eine weniger agressive US-Handelspolitik, mit der Teileinigung mit China, die Wirtschaft weniger belasten.

Die US-Verbraucherpreise ziehen wieder etwas stärker an. Die Inflationsrate stieg im November von 1,8% auf 2,1% an, was aber vor allem an den Energiepreisen lag. Die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) verharrte im November bei 2,3% J/J, merklich über dem Ziel der Fed. Es gibt immer noch keine deutlicheren Hinweise auf kräftiger steigende Löhne, der Anstieg lag im November bei 3,1% J/J. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Verbraucherpreisanstieg von 2,2% und von 2,3% im nächsten Jahr.

US-Notenbank wartet ab und dürfte nächstes Jahr noch einmal senken

Die US-Notenbank (Fed) hat auf ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr wie erwartet den Zielkorridor für die Fed Funds Rate bei 1,50-1,75% unangetastet gelassen. In ihrem Statement hat sie die Zeile über die anhaltende Unsicherheit für die Konjunkturaussichten gestrichen. Nun werden mit der Beobachtung „der globalen Entwicklung und des gedämpften Inflationsdrucks“ zwei Abwärtsrisiken ausdrücklich erwähnt. Dies stützt die Einschätzung, dass die Fed für einige Zeit abwartet und der nächste Zinsschritt eher weiter nach unten als wieder nach oben geht.

Fed-Chef Jerome Powell betonte erneut, dass nur wesentliche Neueinschätzungen der wirtschaftlichen Aussichten eine Zinsänderung bewirken könnte. Eine Zinsanhebung ist wohl weit entfernt, da Powell dafür einen signifikanten und anhaltenden Anstieg der Inflation voraussetzt. Das Hauptziel der Fed besteht weiterhin darin, die wirtschaftliche Expansion so weit wie möglich zu verlängern. Wir halten es deshalb für wahrscheinlich, dass die Fed den Leitzins im nächsten Jahr im Falle schwächerer Konjunkturdaten prophylaktisch noch einmal um 25 Basispunkte senken wird.

US-Rentenmarkt: Renditekurve ist wieder steiler geworden

Die US-Renditekurve ist seit 2014 immer flacher geworden und im August 2019 erstmals seit 2007 invers. Bereits Anfang Juni rutschte die Rendite 10-jähriger US-Treasuries unter den Zins dreimonatiger US-Treasury-Bills. Eine inverse Zinskurve hat eine Signalwirkung, da vor jeder der letzten 5 Rezessionen in den USA die Zinskurve invers geworden war. Sie ist jedoch kein Auslöser, sondern nur ein Indikator dafür. Die US-Renditekurve war aber nur kurzeitig invers und ist seit Ende August wieder merklich steiler geworden. Dazu beigetragen haben die drei Zinssenkungen der Fed.

US-Dollar verliert an Unterstützung

Der Renditevorteil von US-Treasuries ggü. Bundesanleihen ging seit Anfang November 2018 zurück. Dabei verkleinerte sich der Renditevorsprung im längeren Laufzeitenbereich um rund 70 Bp. und im kürzeren Laufzeitenbereich um 130 Bp. Die Renditedifferenz dürfte weiter abschmelzen, weil die Fed im nächsten Jahr ihren Leitzins noch einmal senken dürfte. Die Fed hat noch genügend Potenzial um bei Bedarf weitere Lockerungen durchzuführen. Die Maktteilnehmer haben die Lockerungsfantasie für die EZB dagegen nahezu ganz ausgepreist. Auch wir erwarten keine geldpolitische Lockerung der EZB mehr.

Euro tendiert gemäß Kaufkraftparität schwach

Langfristig ist die Kaufkraftparitätentheorie ein verlässliches Maß für die Bewertung des Euro-Kurses. Extreme Abweichungen sind selten und nicht von langer Dauer. Inzwischen zeigt die Kaufkraftparitätentheorie, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar seit einigen Jahren immer schwächer geworden ist. Natürlich kann der Euro weiterhin schwach tendieren, aber große Abwärtsbewegungen sind weniger wahrscheinlich als große Aufwärtsbewegungen.

Schwindende Sorgen vor Brexit und Handelskonflikten

Zuletzt belastete die Sorge vor einer Rezession im Euroraum und die Angst, die EZB könnte noch einmal expansiver werden, den Euro. Die Rezessionsängste sind aber in den Hintergrund getreten und die Frühindikatoren stabilisiert. Die Ängste vor einem harten Brexit legten sich nach der Unterhauswahl weitgehend. Auch eine Eskalation der Handelskonflikte ist nach dem Teilabkommen der USA mit China zunächst unwahrscheinlicher geworden. Die bisherige US-Dollarstärke scheint damit weniger gut begründet.

Investition in Fremdwährungen

Die Anlageidee ist unter der Berücksichtigung einer angemessenen Depotstruktur zu sehen. Bitte beachten Sie, das der Anteil an Fremdwährungsanleihen innerhalb Ihres Depots Beimischungscharakter haben sollte und die Höhe dabei abhängig von Ihrer gewählten Anlagestrategie ist.

Struktur der Anleihe

Die StufenZins Anleihe ist eine Schuldverschreibung und zählt somit zum Fremdkapital der Commerzbank AG. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit einem während der Laufzeit ansteigenden Kupon ausgestattet. Der Anleger erhält im ersten Laufzeitjahr eine Verzinsung von 3,00% p.a. Die Verzinsung steigt dann zweiten Jahr auf 3,25% p.a.; im dritten Jahr auf 3,50%; im vierten Jahr auf 3,75% p.a. und schließlich im fünften Laufzeitjahr auf 4,0% p.a. Die Anleihe wird am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt.

Diese StufenZins Anleihe weist durch den steigenden jährlichen Zinssatz einen Vorteil gegenüber den US-Staatsanleihen auf.

Währung in US Dollar

Die Anleihe wird in US-Dollar ausgegeben und am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt. Zudem erfolgen auch die Zinszahlungen in USD. Für Anleger, die ausschließlich ein Euro-Konto besitzen, erfolgt bei Erwerb, Zinsauszahlung und Fälligkeit der Anleihe eine entsprechende Währungsumrechnung. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5 Jahre, das Nominal der Anleihe beträgt 2.000 US-Dollar bzw. ein vielfaches davon.


Impressum

Autoren: Martin Bordt (Spezialist Strukturierte Produkte), Karsten Eberle (Spezialist Strukturierte Produkte)
Verantwortlich: Thorsten Plaswig
Datum der Veröffentlichung: 24. Januar 2020

Wichtige Hinweise

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Votenverteilung
Eine Übersicht der Votenverteilung für das vergangene Quartal über alle von der Investmentstrategie des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG analysierten Werte, verglichen mit der Votenverteilung für Werte, für die die Commerzbank AG Investment-Banking-Dienstleistungen erbringt, finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Votenänderungen
Die Voten der Anlageexperten des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG in den vergangenen 12 Monaten lauteten:
Zur Vermeidung von Interessenskonflikten erfolgt keine Votierung
Das Votum bezeichnet die zentrale, auf Markt- und Produktmerkmalen begründete allgemeine Einschätzung der Commerzbank Anlageexperten zum jeweiligen Produkt. das Votum stellt hingegen keine individuelle Anlageempfehlung dar. Weitere Informationen zu unserer Votensystematik finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Zuständige Ausichtbehörden
Eurpäische Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt am Main