Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus Swap UCITS ETF

BIP-Wachstum im Euroraum hat sich abgeschwächt

Votum: Verkauf

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Synthetische Index-Nachbildung
  • Niedrige Geld-Brief-Spanne
  • Politischen Risiken im Euroraum haben sich erhöht

10.10.2018

Investmentansatz

Anlageziel des Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus Swap UCITS ETF

Der Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus Swap UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentsfonds (Exchange Traded Fund), der sich auf die Wertentwicklung des Markit iBoxx € Sovereigns Eurozone Yield Plus Index bezieht.

Markit iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Yield Plus Index®

Der Markit iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Yield Plus Index® ist ein Total Return Index, der die Wertentwicklung eines Portfolios aus auf Euro lautenden, von den fünf Mitgliedstaaten der Eurozone mit der höchsten Anleiherendite begebenen Staatsanleihen abbildet. Die Länder mit der höchsten Anleiherendite werden durch Berechnung der Rendite einer hypothetischen Anleihe mit einer Laufzeit von genau 5 Jahren ermittelt. Die Rendite der hypothetischen Anleihe wird anhand der Jahresrendite zweier Anleihen mit einer Laufzeit von ungefähr 5 Jahren berechnet. Zur Berechnung der Jahresrendite der ausgewählten Anleihen werden Mittelkurse herangezogen.

Als Referenzzeitpunkt wurde ein Zeitpunkt nach 5 Jahren gewählt, da die Renditekurven der Länder der Eurozone zu diesem Zeitpunkt näher zusammenliegen. Der genaue Punkt auf der Renditekurve, der zur Bestimmung der Rangfolge herangezogen wird, kann von Zeit zu Zeit vom Index-Herausgeber angepasst werden, um die aktuellen Marktbedingungen der zugrunde liegenden Länder der Eurozone widerzuspiegeln. Alle im Index enthaltenen Anleihen werden entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, wobei die Gewichtung einer einzelnen Anleihe auf maximal 20% des Index beschränkt ist.

Synthetische ETF Struktur

Dieser ETF wird über die swapbasierte Replikationsmethode (Nachbildung) abgebildet.

Das bedeutet, swapbasierte ETFs investieren in der Regel nicht in die Bestandteile des abzubildenden Index. Vielmehr gibt es ein sogenanntes Trägerportfolio, welches in der Zusammensetzung deutlich vom abzubildenden Index abweichen kann. Um die Differenz in der Wertentwicklung zwischen dem Trägerportfolio und dem abzubildenden Index auszugleichen, schließt der Fonds in der Regel mit der Deutschen Bank einen Tauschvertrag (sogenannter Index-Swap) ab.

Hieraus ergeben sich sowohl für die Deutsche Bank als auch für den Fonds Zahlungsverpflichtungen. Entwickeln sich beispielsweise die im Index enthaltenen Wertpapiere besser als die vom Fonds erworbenen, ist die Deutsche Bank verpflichtet, den Unterschied in der Wertentwicklung an den Fonds zu zahlen.

Der Hauptgrund der synthetischen Replikation ist, dass durch das Swap-Geschäft die Abweichung (Tracking Error) zwischen der Wertentwicklung des Index und der des ETFs nur sehr gering ist. Gerade bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes können synthetische ETFs unter anderem durch ihre Kostenoptimierung Vorteile bieten. So machen Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen und auch steuerliche Aspekte eine physische Replikation schwierig.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft db x-trackers
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment Staatsanleihen Eurozone
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Ausländisch thesaurierend
WKN DBX0HM
ISIN LU0524480265
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
TER2 0,15%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Total Expense Ratio, Gesamtkosten nach Angabe der Fondsgesellschaft für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr

BIP-Wachstum im Euroraum hat sich abgeschwächt

Im Euroraum erhöhte sich das reale BIP im 2. Quartal nur noch um 0,4%, genauso wie im 1. Quartal. Damit hat das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte deutlich an Fahrt verloren. Allerdings haben sich die Stimmungsindikatoren zuletzt wieder stabilisiert. Das steht im Einklang mit unserer Erwartung eines Wachstums von 2,0% in diesem Jahr.

Schnellere Normalisierung der EZB-Geldpolitik?

Die EZB dürfte ihre Normalisierung fortsetzen, allerdings im Schneckentempo. Die erste Zinserhöhung bereitet sie erst für Herbst 2019 vor. Zuletzt änderte sich jedoch die Wortwahl. EZB-Chef Draghi hat von einer relativ stark ansteigenden Kerninflationsrate gesprochen und damit die Zinsspekulationen angeheizt. Inzwischen sehen die Märkte eine Erhöhung des Einlagensatzes von minus 0,40% auf minus 0,20% bis Ende 2019. Auch einige Ratsmitglieder wie Nowotny (Österreich) und Knot (Niederlande) haben eine schnellere Normalisierung der Geldpolitik gefordert.

Italien: Haushaltsentwurf mit Defizit von 2,4% des BIP

Die italienische Regierung hat angekündigt, die Finanzpolitik stärker zu lockern, als von den Investoren erhofft/erwartet. Zwar muss das Kabinett den Plänen noch zustimmen, aber es wird wohl auf ein Haushaltsdefizit von 2,4 % des BIP für das nächste Jahr hinauslaufen, was weit über das von der vorherigen Regierung angestrebte Ziel von 0,8 % hinausgeht. Dieses Ziel peilt die Regierung allerdings nicht nur für 2019 an, sondern auch für die Jahre 2020 und 2021. Noch nicht bekannt sind die Wachstumsprojektionen und andere Rahmenbedingungen, die die Regierung in ihrer Rechnung unterstellt.

Die Unsicherheit über die langfristige Tragfähigkeit der Schulden wird einmal mehr steigen und Druck auf die Anleiherenditen ausüben, zumal auch weitere Rating-Herabstufungen der Ratingagenturen zu erwarten sind. Der Spielraum für den Schuldenabbau für Italien ist geringer geworden und könnte bei einer konjunkturellen Abschwächung zum Problem werden. Die den Haushaltsplanungen zugrundliegenden Wachstumsraten könnten sich zudem als zu hoch erweisen, womit das tatsächliche Defizit höher liegen würde. Die Spreads italienischer Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen könnten sich in diesem Umfeld weiter ausweiten. Zumindest dürften die Spreads noch länger auf erhöhtem Niveau bleiben.

Fazit

Die Rentenanlage bleibt schwierig, denn mit der Erwartung steigender Renditen drohen Kursverluste. Wir empfehlen deshalb keine langen Laufzeiten. Zudem ist das Niveau der laufenden Verzinsung bei erstklassigen Staatsanleihen im Euroraum extrem niedrig. D.h. man ist gegen Kursverluste so gut wie nicht abgesichert. Zusätzlich belastet die hohe Italiengewichtung i.H.v. 53,86 % (Stand: 05.10.2018) im Index. Wir empfehlen eine deutliche Untergewichtung und votieren den Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus Swap UCITS ETF weiterhin mit Verkauf.

10. Oktober 2018

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft db x-trackers
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment Staatsanleihen Eurozone
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Ausländisch thesaurierend
WKN / ISIN DBX0HM / LU0524480265
Fondsauflage 04.10.2010
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse E
Sparplan ab 25 EUR
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 14.12.2018
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 -2,77% / +0,99% / +20,11%
Volatilität (3 Jahre)3 4,59%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,15%
Performanceabhängige Vergütung -
TER2 0,15%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Total Expense Ratio, Gesamtkosten nach Angabe der Fondsgesellschaft für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Chancen & Risiken

Chancen

  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds