Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap UCITS ETF - 1C EUR ACC

Ukraine-Krieg überlagert starke DAX-Dividendensaison

Votum: Halten

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Die Wirtschaft in Deutschland dürfte 2022 wachsen, doch die Rohstoffpreiskrise trübt das Wachstumspotenzial zunehmend
  • Günstiges DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Geringe Handelsspanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs
  • Synthetische Index-Nachbildung

12.04.2022

Investmentansatz

Anlageziel des Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap UCITS ETF - 1C EUR ACC

Das Anlageziel besteht darin, die Wertentwicklung des ShortDAX® x2 Index abzubilden, der die doppelte umgekehrte Wertentwicklung des DAX® Index auf täglicher Basis zuzüglich eines Zinssatzes widerspiegelt. Der Stand des Index sollte somit pro Tag doppelt so stark steigen, wie der zugrunde liegende Index fällt und doppelt so stark fallen, wie der zugrunde liegende Index steigt.

Der DAX® Index gilt als deutscher Leitindex (Benchmark Index), der die Wertentwicklung der 40 größten deutschen Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind, widerspiegelt.

Der zum Stand des Index addierte Zinssatz basiert auf dem dreifachen Interbanken-Tagesgeldzinssatz in der Eurozone (wie von der Europäischen Zentralbank berechnet). Dies bedeutet auch, dass ein negativer Interbanken-Tagesgeldzinssatz das Ergebnis reduziert.

Synthetische ETF Struktur

Die indirekte Replikation erfolgt unter dem Einsatz von Swaps. Ein Swap ist eine Vereinbarung zwischen zwei Partnern, in diesem Fall zwischen dem Indexfonds und einer Bank. Nach den Bedingungen des Prospektes ist die Deutsche Bank als Swap-Kontrahent die Partei, welche die Indexabbildung für den Fonds übernimmt und versucht, die Wertentwicklung des Index so exakt wie möglich zu erreichen.

Der ETF investiert in einen Korb aus liquiden Aktien oder Anleihen, die nicht direkt mit dem Index übereinstimmen müssen. Zusätzlich zum Korb aus Aktien oder Anleihen schließt der ETF einen Total Return Swap ab. Im Zuge des Swap-Vertrages verpflichtet sich der Swap-Kontrahent, dem ETF die Indexperformance bei Fälligkeit abzüglich bestimmter Gebühren und Kosten sowie zuzüglich etwaiger Erträge aus Dividenden oder Performanceverbesserungen, die z.B. aus Wertpapierleihe auf Seiten des Kontrahenten entstehen, zu zahlen.

Im Gegenzug erhält der Swap-Kontrahent die Performance des Korbes aus Aktien oder Anleihen. Die Differenz der beiden Zahlungsströme aus der Wertentwicklung des Korbes aus Aktien oder Anleihen und der des Index abzüglich der aufgeführten Kosten ergeben den effektiven Marktwert des Swaps im Fondsvermögen. Im Ergebnis spiegelt der Nettoinventarwert des ETF sehr eng die Entwicklung des zugrunde liegenden Index wider. Je nach Marktentwicklung des Korbs aus Aktien oder Anleihen und des Index, steigt oder fällt der Wert des Swap.

Entsprechend den Anlagebeschränkungen werden der Swap und die Wertpapierpositionen im ETF regelmäßig angepasst. Rechtlich muss das Kontrahentenrisiko aus dem Swap beschränkt sein, d.h. der Wert des Swap darf nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens gegenüber einem Kontrahenten ausmachen. Jedoch hat sich Xtrackers zum Ziel gesetzt, das Swap-Risiko auf deutlich weniger, in der Regel auf weniger als fünf Prozent, zu begrenzen.

Der Hauptgrund der synthetischen Replikation ist, dass durch das Swap-Geschäft die Abweichung (der Tracking Error) zwischen der Wertentwicklung des Index und der des ETFs in der Regel nur sehr gering ist. Gerade bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes können synthetische ETFs unter anderem durch ihre Kostenoptimierung Vorteile bieten. So machen Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen und auch steuerliche Aspekte eine physische Replikation schwierig.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Xtrackers
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Deutschland Short Leverage
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung thesaurierend
WKN DBX0BY
ISIN LU0411075020
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,60%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

Die Rohstoffpreiskrise durch den Ukraine-Krieg belastet die deutsche Konjunktur

Im Vorfeld des Ukraine-Kriegs hatten unsere Volkswirte ein optimistisches Bild für die deutsche Konjunktur. So erwarteten unsere Konjunkturexperten, dass die Wirtschaft in Deutschland 2022 um 3,0% wachsen wird. Ab dem zweiten Quartal 2022 sollte die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen. Die Corona-Infektionslage sollte sich bessern, die Corona-Beschränkungen sollten nach und nach gelockert werden, und die Lieferkettenprobleme sollten sich entspannen.

Mit dem Ukraine-Krieg und der Explosion der Rohstoffpreise hat sich auch das Inflationsbild zuletzt weiter eingetrübt. Die Volkswirte der Commerzbank erwarten bislang eine Inflation von 4,8% für Deutschland für 2022. Diese Prognose wird wahrscheinlich bald nach oben revidiert.

Unsere Konjunkturexperten sind aufgrund der Inflationsrisiken davon überzeugt, dass nicht nur die US-Notenbank, sondern auch die europäische Zentralbank bereits 2022 ihre Leitzinswende starten wird. Laut den aktuellen Prognosen wird die EZB aufgrund der hohen Inflation im Euroraum bis Ende 2022 in zwei 25-Basispunkte-Schritten ihren Leitzins von minus 0,5% auf 0,0% anheben. Und die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins sogar in sechs Schritten um jeweils 25 Basispunkte erhöhen, so dass der US-Leitzins Ende 2022 in der Spanne 1,50% bis 1,75% liegen wird.

Positiv für die Aktien in Deutschland ist, dass unsere Bondstrategen trotz der Leitzinswenden der EZB und der US-Notenbank nur einen leichten Anstieg der langfristigen Anleiherenditen erwarten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe dürfte Ende 2022 bei 0,4% liegen, während wir für die USA eine Rendite von 2,3% prognostizieren.

Leitzinswende und Ukraine-Sorgen: DAX-KGV deutlich unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt

Die lange Liste der Risikofaktoren – Omikron, Inflation, Leitzinswende, Ukraine – hat in den vergangenen Monaten zu einem deutlich fallenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den DAX geführt. Das KGV für den DAX war seit Mitte 2021 deutlich von 19 auf 11 gefallen, da sich - neben den DAX-Kursverlusten - auch der Trend der Gewinnerwartungen für die DAX-Unternehmen zuletzt trotz Corona-Beschränkungen robust nach oben bewegt hat. Inzwischen ist das KGV wieder auf 12 gestiegen. Der DAX notiert damit wieder mit einem KGV, welches unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 13 liegt. Das KGV des DAX von 12 liegt damit sieben KGV-Punkte unter dem KGV für den S&P 500 von 18.

Die erwartete Dividendenrendite des DAX-Index ist aufgrund der jüngsten Kursverluste auf über 3,5% gestiegen. Damit liegt die Rendite wieder deutlich über dem Zehn-Jahresdurchschnitt von 3,1%. Dieser Vergleich zur Vergangenheit berücksichtigt nicht, dass im Gegensatz zu früheren Börsenzyklen Anleger nur noch geringe Renditen in anderen Assetklassen finden.

Für 33 der Aktien im DAX 40 gehen die Markterwartungen derzeit davon aus, dass die Unternehmen ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2021 erhöhen werden. Die 33 Unternehmen sollen 2022 laut aktuellen Prognosen 49 Mrd. € an Dividenden ausschütten, was ein Dividendenwachstum von 45% bedeutet.

Das Börsenjahr 2022 wird von einer hohen Volatilität geprägt werden

Vor dem Hintergrund der anstehenden Leitzinswenden sowohl der EZB als auch der US-Notenbank und des Ukraine-Krieges erwarten wir 2022 anhaltend hohe Kursschwankungen am deutschen Aktienmarkt. Dies wird sichtbar in der impliziten Volatilität VDAX, die die von Investoren erwarteten Kursschwankungen des DAX-Index darstellt. Ein hoher VDAX im Bereich von 30 und höher zeigt an, dass die DAX-Anleger zunehmend nervöser und pessimistischer werden. Zwischenzeitlich schloss der VDAX bereits an mehreren Tage in diesem Jahr über dieser Marke von 30.

Die Liste der potenziellen Risikofaktoren für die kommenden Quartale ist lang, insbesondere mit Blick auf den tragischen Krieg in der Ukraine. Zudem beenden die EZB und die US-Notenbank beide ihre Anleihekäufe und starten mit Leitzinserhöhungen, die Inflation sollte hoch bleiben und in der Corona-Krise dürfte es immer wieder Rückschläge geben.

Daher erwarten wir für 2022 eine hohe Anzahl an sehr nervösen und volatilen Handelstagen mit einem VDAX von mehr als 30. Investoren, die ihr Exposure in deutschen Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite schrittweise erhöhen möchten, sollten vor allem diese von Pessimismus geprägten Marktphasen nutzen.

Fazit

Der Start in das Börsenjahr 2022 ist für den deutschen Aktienmarkt aufgrund großer Inflationssorgen und des Ukraine-Krieges sehr enttäuschend verlaufen. Internationale Anleger werden deutsche Aktien meiden, solange der tragische Putin-Krieg weitergeht. Jedoch liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den DAX mit 12 bereits rekordhohe sechs Punkte unter dem KGV des S&P 500. Wir votieren den ETF weiterhin mit „Halten“.

Investition im Portfoliokontext

Wer eine Geldanlage plant, sollte diese nach den Gesichtspunkten Risiko, Ertrag und Liquidität beurteilen. Hier kann keine generelle Empfehlung erfolgen, da jeder Anleger eigene Vorstellungen und Voraussetzungen bezüglich dieser Werte hat. Aus diesem Grund kann trotz unserer aktuellen Empfehlung, z.B. aufgrund von Portfoliodiversifizierung, eine Anlage in diesem ETF sinnvoll sein.

12. April 2022

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Xtrackers
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Deutschland Short Leverage
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung thesaurierend
WKN / ISIN DBX0BY / LU0411075020
Fondsauflage 18.10.2010
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse E
Sparplan -
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 30.06.2022
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 +17,65% / -50,68% / -55,93%
Volatilität (3 Jahre)3 48,27%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,60%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,60%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Kosteninformation

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Eine auf die jeweilige Transaktion bezogene Aufstellung der Gesamtkosten („Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“) erhalten Sie rechtzeitig vor Auftragserteilung. Die „Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“ beinhaltet neben den beim Kauf und Verkauf anfallenden Kosten und den laufenden Fondskosten als Teil der Produktkosten auch zusätzliche Kostenbestandteile wie z.B. ein eventuelles Depot- bzw. Pauschalentgelt und Produktkosten sowie die Auswirkung der Gesamtkosten auf die Rendite der Anlage.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Aktien bieten auf lange Sicht überdurchschnittliches Renditepotenzial verglichen mit anderen Anlageklassen
  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen
  • Fällt der Basisindex, erhöht dies den Wert des ETFs

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Steigt der Basisindex, fällt der Wert des ETFs mit dem 2-fachen Hebel
  • Die Wertentwicklung des Fonds über längere Zeiträume als einen Tag ist unter Umständen nicht umgekehrt proportional oder symmetrisch zu den Renditen des zugrunde liegenden Index.
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds