iShares Euro Corporate Bond Large Cap UCITS ETF

Unternehmensanleihen weiter übergewichten

Votum: Kauf

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Renditen von Unternehmensanleihen sind infolge der Corona-Pandemie weiterhin erhöht
  • Unternehmensanleihen sind sehr gefragt als Alternative zu niedrig verzinsten Bundesanleihen
  • Jährliche Ausschüttung der Erträge

30.06.2020

Investmentansatz

Anlageziel des iShares Euro Corporate Bond Larg Cap UCITS ETF

Der iShares Euro Corporate Bond Larg Cap UCITS ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF), der möglichst genau die Wertentwicklung des Markit iBoxx EUR Liquid Corporates Large Cap Index abbildet.

Der Markit iBoxx EUR Liquid Corporates Large Cap Index

Der Markit iBoxx EUR Liquid Corporates Large Cap Index bietet Zugang zu den liquidesten in Euro denominierten Unternehmensanleihen mit Investment Grade.

Der Index enthält ausschließlich Rentenpapiere mit einer Restlaufzeit von mindestens 1 Jahr sowie einem mindestens ausstehenden Volumen von 500 Mio. Euro je Emission. Nur Emittenten, die insgesamt Anleihen von mindestens 3,5 Mrd. Euro ausstehend haben, werden im Index berücksichtigt. Jede Anleihe wird mit Ihrem tagesaktuellen Marktwert im Gesamtindex gewichtet, zusätzlich besteht eine Obergrenze von 4% für jeden Emittenten.

Physische Replikation des ETF

Physische Replikation baut auf der Grundidee des Indexnachbaus mit Wertpapieren auf. Dabei wird ein ETF so zusammengestellt, dass er tatsächlich die Anteile aller Wertpapiere enthält, die sich auch im zugrunde liegenden Index finden.

Allerdings ist ein Index kein statisches Gebilde und verändert sich im Detail. So bleibt die Gewichtung einzelner Wertpapiere entsprechend ihrer Marktkapitalisierung und Entwicklung nicht auf Dauer gleich. Zudem werden immer wieder einzelne Titel ausgetauscht. Die einen verlassen den Index, andere kommen neu hinzu. Um diese Dynamik nachzuvollziehen, gilt es beim iShares Euro Corporate Bond Large Cap UCITS ETF nach einer bestimmten Zeit die Gewichtungen anzupassen und einzelne Papiere auszutauschen.

Zur Erzielung einer seinem Index ähnlichen Rendite setzt der Fonds Optimierungstechniken ein. Dies kann unter anderem die strategische Auswahl bestimmter Wertpapiere, aus denen sich der Index zusammensetzt, oder anderer festverzinslicher Wertpapiere sein, die eine ähnliche Wertentwicklung wie bestimmte Indexwerte aufweisen. Auch der Einsatz derivativer Finanzinstrumente (DFI) (d. h. von Anlagen, deren Kurse bzw. Preise auf einem oder mehreren zugrunde liegenden Vermögenswerten basieren) kann hierzu zählen. DFI können zu Zwecken der Direktanlage eingesetzt werden. Der Einsatz von DFI wird für diese Anteilklasse voraussichtlich beschränkt sein.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft BlackRock
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment Unternehmensanleihen Euro Large Caps
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN 778928
ISIN IE0032523478
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,20%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

Renditen von Unternehmensanleihen sind infolge der Corona- Pandemie weiterhin erhöht

Die durch das Coronavirus ausgelöste Verunsicherung hat im Frühjahr auch den Markt für Staats- und Unternehmensanleihen erfasst. Auch Anleihen mit einem Investmentgrade-Rating waren negativ von der Flucht in Liquidität betroffen. Am stärksten litten jedoch schwächere Bonitäten unter der Verunsicherung. Deren Risikoaufschläge erreichten Niveaus ähnlich denen zum Höhepunkt der Finanzkrise 2008. Die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen dürften weitere Einkommensverluste und Produktionsausfälle reduzieren und so Entlassungen und Firmenpleiten verhindern.

Zwar ist ein Wiederaufflammen der Infektionen im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte nicht auszuschließen, das wahrscheinlichste Szenario ist aber eine Erholung im weiteren Jahresverlauf. Die Gefahr, dass – vor allem kleinere – Unternehmen durch die Einnahmeausfälle in Zahlungsschwierigkeiten geraten, ist zwar noch nicht gebannt, aber eine Insolvenzwelle zeichnet sich bislang nicht ab. So erhielt der Unternehmenssektor zunächst zum einen Unterstützung durch direkte Maßnahmen (Kurzarbeitergeld, Steuerstundungen, zusätzliche Notkreditprogramme etc.) und zum anderen über die Geldpolitik.

Die EZB hat die Käufe von Anleihen deutlich ausweitet und kauft beispielsweise auch kurzlaufende Unternehmensanleihen (Commercial Paper). Zudem legte die EZB Ende März ein zeitlich befristetes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten des privaten und öffentlichen Sektors (PEPP) in Höhe von 750 Mrd. Euro auf, welches Anfang Juni noch einmal um 600 Mrd. Euro aufgestockt und bis mindestens Juni 2021 verlängert wurde.

All diese Maßnahmen haben – zusammen mit dem Rückgang der Infektionszahlen – dazu geführt, dass die Anleihenkurse sich erholt haben und in vielen Fällen nur noch wenig unter den Vorkrisenniveaus liegen. Solange es nicht gelingt, einen Impfstoff oder eine Therapie zu entwickeln, wird der Coronavirus eine Gefahr bleiben. Eine zweite Welle könnte eine konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr behindern. Zudem sind noch nicht alle Lieferketten wieder intakt. Durch die globale Vernetzung bremst ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in einer Region auf die Erholung in einer anderen Region.

Vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Renditen bei Staatsanleihen raten wir unverändert dazu, Unternehmensanleihen im Portfolio überzugewichten. Die Gründe hierfür sind folgende:

  • In Deutschland ist eine Insolvenzwelle bei den großen, am Anleihenmarkt aktiven Unternehmen angesichts der oben aufgelisteten Maßnahmen unwahrscheinlich.
  • Zu beobachten war, dass Anleger Liquidität horten. In machen Analysen ist zu lesen, dass diese Liquidität nach und nach wieder in Wertpapiere getauscht werden dürfte. Dieses Bild stimmt insofern nicht, als die Liquidität nur weitergegeben werden kann. Über das im Markt befindliche Liquiditätsvolumen entscheidet maßgeblich die Politik der EZB. Richtig ist aber, dass bei den Anleihekursen angesichts der dauerhaft vorhandenen Liquidität auf Anlegerseite noch Luft nach oben sein dürfte.

Fazit

Wir hatten zum Höhepunkt der Infektionswelle darauf hingewiesen, dass in Deutschland mit einem ähnlichen Verlauf wie in China zu rechnen sei und sich die Kurse entsprechen wieder erholen werden, wenn die Infektionszahlen zurückgehen. Die Kurserholung ist nun erfolgt. In den Kursen ist aber weiterhin eine erhöhte Unsicherheit eingepreist. Angesichts dieser – nachvollziehbar – erhöhten Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Erholung empfehlen wir eine breite Streuung in Bezug auf Laufzeiten und Bonitäten. Auf Einzelwertebene bieten sich auch Opportunitäten bei den schwächeren Bonitäten.

Der iShares Euro Corporate Bond Large Cap UCITS ETF kommt unserer Empfehlung entgegen und umgeht das Einzelwertproblem. Wir belassen unser Votum für diesen Exchange Traded Fund daher bei „Kauf“.

30. Juni 2020

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft BlackRock
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment Unternehmensanleihen Euro Large Caps
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN / ISIN 778928 / IE0032523478
Fondsauflage 17.03.2003
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse D
Sparplan ab 25 EUR
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 24.09.2020
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 +0,68% / +6,33% / +12,38%
Volatilität (3 Jahre)3 3,02%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,20%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,20%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Eine auf die jeweilige Transaktion bezogene Aufstellung der Gesamtkosten („Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“) erhalten Sie rechtzeitig vor Auftragserteilung. Die „Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“ beinhaltet neben den beim Kauf und Verkauf anfallenden Kosten und den laufenden Fondskosten als Teil der Produktkosten, auch zusätzliche Kostenbestandteile wie z.B. ein eventuelles Depot- bzw. Pauschalentgelt und Produktkosten, sowie die Auswirkung der Gesamtkosten auf die Rendite der Anlage.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen
  • Anleihen bieten eine laufende Verzinsung, Kurschancen sowie eine konstante Wertentwicklung
  • Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen erhöhen das Renditepotenzial gegenüber Staatsanleihen

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Kontrahentenrisiko: Die Zahlungsunfähigkeit von Institutionen, die Dienste wie die Verwahrung von Vermögenswerten anbieten oder als Kontrahent bei Derivategeschäften oder Geschäften mit anderen Instrumenten auftreten, kann zu Verlusten für die Anteilklasse führen.
  • Der Fonds legt direkt in die Bestandteile des Index an und seine Rendite hängt von der Wertentwicklung der im Index enthaltenen Anleihen ab
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Unternehmensanleihen unterliegen im Vergleich zu Staatsanleihen höheren Ausfallrisiken
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds