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Marktmeinung der Woche – 13.07.2018

Divergierende Konjunkturentwicklungen

  • US-Wachstum in Q2 bei 4 %?
  • Bremsspuren in Chinas Wirtschaft
  • Hohes Emissionsvolumen in Euro
  • US-Berichtssaison startet durch

Der detaillierte Blick auf die kommende Woche

Zuletzt dominierten in den USA klar die Positivüberraschungen aus der Wirtschaft. In den Daten der nächsten Woche sollten dazu weitere Belege folgen, die ein Wachstum von sogar annualisiert um 4 % für das 2. Quartal nahelegen. Die wichtigsten Indikatoren sind die Einzelhandelsumsätze am Montag, die schon saisonal ein Plus wegen steigender Autoverkäufe und Benzinabsätze zeigen werden. Die US-Industrieproduktion folgt am Dienstag, die nach einem schwachen Mai-Wert nun durch gesteigerte Autoproduktion und Raffinerieaktivitäten buchstäblich wieder mehr Fahrt aufgenommen hat. Dieses Bild dürfte auch Fed-Chef Powell zeichnen, der nächste Woche im Kongress den halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik präsentieren wird. Der Markt hat sich unterdessen auf die Konsequenz eingestellt, dass es dieses Jahr noch 2 weitere Leitzinsschritte geben wird, ganz in Einklang mit dem guten Stand der US-Wirtschaft.

Im Rest der Welt ist das Bild dagegen nicht so rosarot. Dies dürften auch schon die chinesischen Konjunkturzahlen am Montag enthüllen. Wir gehen von einem weiteren Rückgang der konjunkturellen Dynamik aus, wie die Industrieproduktion vom Juni (erwartet + 6,3 %) und das BIP-Wachstum von 6,6 % für das 2. Quartal am Montag unterlegen dürften. Der eskalierende Handelsstreit ist dabei in den Zahlen noch gar nicht enthalten. Erste Auswirkungen sind dazu erst in den Inflationsdaten über die Preiswirkungen der Maßnahmen zu erwarten. Generell werden die Auswirkungen des Handelsstreits in China und Asien spürbarer ausfallen.

In Europa stehen wenig Zahlen ins Haus. Für Großbritannien wird sich das zuletzt entworfene Bild einer vor den Brexit-Wirren leicht abkühlenden Wirtschaftstätigkeit bestätigen. In Euroland liegt eine datenarme Woche vor uns.

Renten
Im Euro-Raum ist in der Woche ein erhebliches Netto-Emissionsvolumen (17,5 Mrd. €) zu verdauen. Wir sehen jedoch keinen Grund für größere Bewegungen, der Markt ist aufnahmefähig. In den letzten Wochen hat sich die Unruhe um Italien weiter gelegt und angesichts der Sommerferien dürfte der Rückgang der Volatilität andauern. Interessant bleibt die Situation in den USA mit der sehr flachen Zinsstrukturkurve, die Engagements gerade bei den 2-4-jährigen besonders attraktiv macht.

Währungen
Trotz des eskalierenden Handelsstreits sind die großen Währungen recht stabil zueinander. Anders sah es bei Nebenwährungen aus. Kurzzeitig dominierte bei der Ankündigung der nächsten Straffzollrunde durch die USA die Flucht in die sicheren Häfen. Dies zeigt etwa die Schwedische Krone, die fundamental unterbewertet ist. Vielleicht wird eine Zinsanhebung im Dezember den Trend ähnlich wie in Norwegen umkehren können. Die nordischen Währungen sehen wir als eine attraktive Alternative zum US-Dollar an.

Aktien
Die beginnende US-Berichtssaison dürfte in der kommenden Woche den Hauptakzent setzen. Zu Beginn sind es vor allem die Finanzwerte, die über das 2. Quartal berichten. Mit Netflix, Microsoft und IBM stehen in der ersten Welle auch 3 große IT-Werte an. Erwartet werden in Summe satte Zuwächse von +20 % für den S&P 500. Zuletzt hatte der Optimismus diesbezüglich sogar zugelegt. Neben der Steuerreform ist das robuste Wachstumsumfeld, aber auch der höhere Ölpreis verantwortlich. Die Energietitel liefern einen sehr hohen absoluten Beitrag zu diesem Indexgewinn. Bei den Technologiewerten kommt es weit stärker auf die Dynamik an. Im Vorfeld ist an den Märkten schon ein Teil der Euphorie eingeflossen, doch sollte sich die Berichtssaison als stützendes Element in dem ansonsten negativen politischen Meldungen weiter ausgesetzten Umfeld erweisen. Dies spricht weiter für relative Stärke des US-Marktes, da die europäischen Unternehmen wie üblich mit einer gewissen Verzögerung und in anderer Grundkonstellation berichten werden.

Rohstoffe
Beim Ölpreis (Brent) steht die wichtige Unterstützung 72/73 $/Fass im Blickpunkt. Nach den deutlichen Preisrückgängen besteht bei den Basis- und Edelmetallen Erholungspotential.