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Marktmeinung der Woche – 26.05.2017

Euroraum-Verbraucherpreise und US-Arbeitsmarktdaten

  • US-Arbeitsmarkt weiter in robuster Verfassung
  • Inflationsrate im Euroraum dürfte deutlich zurückgehen…
  • …was folgt daraus für die Projektionen der EZB?

Blick auf diese Woche im Detail

Ölpreisbedingte Basiseffekte und der Ostereffekt, der Pauschalreisen vorübergehend verteuert, hatten in den vergangenen Monaten für ein kräftiges „Auf und Ab“ der Inflationsrate im Euroraum gesorgt. Im Mai wird von diesen Effekten kaum noch etwas zu spüren sein – die Daten werden daher eher den „wahren“, den grundlegenden Inflationstrend widerspiegeln. Wir gehen davon aus, dass die Gesamtinflationsrate auf Jahresbasis im Mai von 1,9 auf 1,4% und die von der EZB gleichfalls stark beachtete „Kerninflationsrate“ (ohne Nahrungsmittel und Energiepreise) von 1,2 auf 0,9% zurückfallen wird.

Wenn es so käme, dann wäre die Inflationsprojektion für die Kernrate der EZB für das laufende Jahr mit +1,1% wohl zu hoch angesetzt. Bei der quartalsmäßigen Überprüfung, die bei der kommenden Ratssitzung am 8. Juni ansteht, müsste dieser Wert wohl nach unten revidiert werden – und auch die Projektion für die Gesamtinflation (+1,7% für 2017) erschiene dann etwas ambitioniert. Jedenfalls wäre es ein klarer Hinweis, dass es die EZB beim Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik nicht eilig haben wird. Insoweit wird die EZB-Sitzung schon kommende Woche ihre Schatten werfen.

In den USA gilt das Hauptaugenmerk dem offiziellen Arbeitsmarktbericht. Auf Basis der fast schon historisch niedrigen Erstanträge zur Arbeitslosenversicherung rechnen wir mit 175.000 neuen Stellen, was in etwa dem Mittelwert der vergangenen sechs Monate entspräche. Für die Fed wäre dies eine weitere Bestätigung, dass Vollbeschäftigung erreicht ist. Doch ob die im Datensatz ebenfalls enthaltenen Stundenlöhne zunehmenden Lohndruck signalisieren, steht auf einem anderen Blatt. Beim ISM-Index aus dem verarbeitenden Gewerbe rechnen wir im Mai mit einem leichten Plus ggü. dem Vormonat.

Renten
Vor der EZB-Ratssitzung dürfte am Rentenmarkt eine abwartende Haltung dominieren. Für Volatilität könnten die Inflationsdaten für den Euroraum sorgen. Abwärtsdruck auf die Renditen dürften sie aber kaum ausüben, denn die Frage ist nicht ob, sondern nur in welchem Tempo die EZB den Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik vorbereitet, dessen erste verbale Weichenstellung am 8.6. erfolgen wird.

Währungen
Auf dem aktuellen Niveau ist die Luft für den Euro dünn geworden. Vor allem halten wir die Erwartung des Marktes, der inzwischen bereits mit einer EZB-Leitzinsanhebung im 2.Quartal 2018 rechnet, für nicht gerechtfertigt – und den Euro deshalb für rückschlaggefährdet.

Aktien
Der kräftige Aufwärtstrend, den insbesondere europäische Aktien in den vergangenen Wochen verzeichnen konnten, dürfte kurzfristig von einer Seitwärtsbewegung abgelöst werden. Die Impulse von den vorzüglichen Unternehmensberichten für das 1.Quartal laufen aus und der steigende Euro dämpft die Hoffnungen auf eine noch stärkere Ertragsdynamik.

Rohstoffe
Nach dem OPEC-Beschluss sehen wir kein Aufwärtspotenzial für den Ölpreis. Vielmehr bleibt abzuwarten, ob und wie schnell mögliche Fördererhöhungen in Libyen und Nigeria erfolgen und Abwärtsdruck auf die Preise ausüben.