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Marktmeinung der Woche – 23.02.2018

Breiter Datenkranz der US-Konjunktur

  • Im Euroraum Konzentration auf Verbraucherpreise
  • In den USA steht der ISM (verarb. Gewerbe) im Fokus
  • Erneut berichten fünf Dax-Konzerne
  • Bevorstehende Wahlen in Italien

Der detaillierte Blick auf die kommende Woche

Normalerweise erwarten wir zum Monatswechsel einen dichten Datenkranz aus den USA, wobei die nationalen Arbeitsmarktdaten den Höhepunkt darstellen. Diese werden aber erst in der Folgewoche veröffentlicht, womit bei der Vielfalt der Konjunkturdaten aus den USA der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Fokus stehen sollte. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dadurch bestehen, dass alle Früh- und Sentimentindikatoren aus dem Euroraum und Japan schwächer erwartet wurden, aber letztendlich alle Indizes sogar noch unter diesen Prognosewerten lagen. Da die US-Produktion in den letzten Monaten kaum noch zulegen konnte und auch die regionalen Frühindikatoren wie der wichtige Empire State-Index in der Summe eher schwächer tendierten, ist auch hier mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Allerdings dürfte man diese Tendenz nicht allzu kritisch sehen. Wir weisen bereits seit längerem darauf hin, dass die Frühindikatoren ihren Zenit erreicht haben und etwas schwächer tendieren sollten. Da alle Sentimentindikatoren weit über der jeweiligen Expansionsschwelle stehen und auch die realwirtschaftlichen Daten erst mit einer gewissen Verzögerung folgen, sollte die leichte Rückbildung eher für eine Entspannung an den Kapitalmärkten sorgen (dies angesichts der bestehenden Zinsängste), als dass die Verfassung der Konjunktur in Frage gestellt werden dürfte. Der weitere Datenkranz aus den USA ist weit gefächert mit Veröffentlichungen vom Häusermarkt (Neubauverkäufe, Schwebende Hausverkäufe), dem Verbrauchervertrauen, Auftragseingängen langlebiger Güter, Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte sowie der zweiten Schätzung für das BIP im Schlussquartal 2017.

Die Veröffentlichungen aus dem Euroraum fallen da ungleich spärlicher aus. Hier besitzen aber die Verbraucherpreise im Umfeld mit steigenden Inflationssorgen eine besondere Brisanz. Diese sollten allerdings aufzeigen, dass die Ängste zumindest im Kerngebiet der Gemeinschaftswährung übertrieben sind. Wir erwarten angesichts des schwachen unterliegenden Preisauftriebs, dass die wichtige Kernrate unverändert bei einem Prozent (ggü. Vorjahr) verharren sollte. Die Gesamtrate dürfte sich angesichts der Entwicklung der Energiepreise sogar etwas zurückbilden. Neben den Inflationsdaten sind das Wirtschaftsvertrauen (ESI) und die Arbeitslosenquote von Interesse. In China stehen eindeutig die Einkaufsmanagerindizes im Fokus.

Die Berichtssaison hat ihren Höhepunkt überschritten, aber vor allem in Europa berichten noch einige große Konzerne, allein fünf aus dem Dax 30. Am Wochenende finden dann die wichtigen italienischen Wahlen statt.

Renten
Die Staatsanleiherenditen dürften ihre vor kurzem begonnene Konsolidierung fortsetzen. Die Inflationsbefürchtungen, die nach dem US-Arbeitsmarktbericht vom Januar aufkamen, sind zunächst in den Hintergrund getreten. Im Euroraum dürfte die Inflationsrate im Februar zurückgegangen sein, allerdings gibt es Gegenwind von der Angebotsseite: In den nächsten 4 Wochen rechnen wir mit einem positiven Nettoangebot an Euro-Staatsanleihen.

Währungen
Seit dem Erreichen des zyklischen Hochs des Euro bei 1,255 US-Dollar Mitte Februar gibt der Euro leicht nach. Ob das jedoch schon eine Trendwende hin zu einem schwächeren Euro ist, bleibt noch abzuwarten. Die stärkste Währung in den Industrieländern ist seit Jahresbeginn der Yen, dessen Stärke noch anhalten dürfte.

Aktien
Die Aktienmärkte dürften in ihrer eher unentschlossenen Stimmung verharren. Vor den brisanten italienischen Wahlen und den US-Arbeitsmarktdaten werden sich die Anleger wohl nicht neu positionieren.

Rohstoffe
Entscheidend für die Rohstoffpreise ist aktuell die US-Dollarentwicklung. Besonders die Edelmetallpreise dürften im Fall eines schwächeren US-Dollar Unterstützung erfahren. Der saisonale Einfluss ist nach den chinesischen Neujahrsfeiertagen zudem wieder positiv.