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Marktmeinung der Woche – 18.05.2018

Blicke auf Italien

  • US-Wirtschaft robuster als in Europa
  • Die Zinsen ziehen weiter an
  • Etabliert sich der DAX über 13.000?
  • Geopolitik bestimmt Richtung der Rohstoffkurse

Der detaillierte Blick auf die kommende Woche

Wichtig für die Kurzfristtrends vor allem der europäischen Finanzmärkte bleiben vor allem die Entwicklungen in Italien. Zu Wochenbeginn werden die Koalitionäre mit dem Staatspräsidenten zusammenkommen und nächste Schritte besprechen. Ob dies auf Kosten Europas geschehen soll, wird für Euro, Aktienmärkte und Zinsen in Europa der wohl wichtigste Einflussfaktor.

Gemessen an den angekündigten Makrodaten steht eine ereignisarme Woche bevor. Die größte Aufmerksamkeit sollten dabei in Europa die Einkaufsmanagerindizes für Euroraum und das ifo-Geschäftsklima erfahren. Hier dürfte sich die in den letzten Monaten zu beobachtende Eintrübung des konjunkturellen Umfelds weiter fortsetzen. Dies sind nicht zuletzt die Auswirkungen des lange festen Euro, der die Auslandsnachfrage zuletzt deutlich drückte.

Bis sich die letzte Gegenbewegung des US-Dollars auswirkt, dürfte einige Zeit vergehen. Allerdings sieht es nach einer längeren Kräftigung der lange gedrückten US-Währung aus.

Renten
Insbesondere die Rentenmärkte im Euroraum bleiben maßgeblich von der politischen Entwicklung in Italien beeinflusst. Die Unsicherheit spricht für höhere Risikoaufschläge von Staatsanleihen der Europeripherie und für eine Kurssteigerung bei Bundesanleihen als sicherer Hafen, aber das Abwärtspotenzial für die deutschen Renditen wird durch den anhaltenden Abgabedruck bei US-Treasuries begrenzt.

Währungen
Die US-Geld-, Steuer- und Fiskalpolitik spricht weiter für einen starken US-Dollar. Zudem leidet der Euro unter den Diskussionen um den neuen EU-Haushalt, den von den italienischen Koalitionspartnern zumindest diskutierten Schuldenschnitt und den Reformstau in den Euro-Peripherieländern. Das Pfund bleibt derweil Spielball der Meldungen über den Fortgang der Brexit-Verhandlungen.

Aktien
Die internationalen Aktienbörsen dürften auch weiterhin auf der Stelle treten. Einerseits werden sie von anhaltend positiven fundamentalen Daten gestützt, doch belastet auf der anderen Seite die Summierung der geopolitischen Risiken. Künftig wird auch das unterstützende Element der starken Berichtssaison sukzessive wegfallen. Interessant bleibt dabei vor allem, ob sich der DAX im Nachrichtenfluss aus Italien nachhaltig über der Marke von 13.000 festsetzen kann.

Rohstoffe
Der Preis für ein Barrel Nordseeöl dürfte sich aufgrund akuter Angebotssorgen bei 80 USD etablieren. Zudem drohen weitere US-Sanktionen nach den Präsidentschaftswahlen in Venezuela. Gold bleibt wegen der steigenden US-Renditen unter Druck.