• Unsere Markteinschätzung – jeden Freitag neu

    Unsere wöchentliche Marktanalyse

    Börsenupdate anschauen

Marktmeinung der Woche – 24.03.2017

Großbritannien reicht Brexit-Antrag ein

  • Pfund könnte wieder unter Druck kommen
  • Inflationsdaten aus Deutschland und dem Euroraum
  • Reden von Fed-Mitgliedern und Fed-Chefin Yellen

Blick auf diese Woche im Detail

Am Mittwoch nächster Woche, dem 29. März, dürfte es soweit sein: Für diesen Termin hat die Ministerpräsidentin Theresa May angekündigt, den Antrag für den Austritt aus der EU einreichen zu wollen. Nach Angaben des EU-Chefunterhändlers Michael Barnier wird die EU eine harte Linie fahren und alle finanziellen Verpflichtungen einfordern. Medienberichten zufolge könnte sich die Summe auf 60 Mrd. EUR belaufen. Barnier machte zudem deutlich, dass zunächst über die Bedingungen des Brexit beraten werden soll und danach erst über die künftigen Beziehungen, also den Zugang zum Binnenmarkt. EU-Ratspräsident Tusk kündigte für den 29. April einen EU-Sondergipfel an, bei dem die Linie für die Verhandlungen mit Großbritannien festgezurrt werden soll. Es verstreicht damit erst einmal ein Monat, bis die Verhandlungen beginnen. Wir rechnen mit sehr schwierigen Verhandlungen und wachstumsdämpfenden Effekten, die das britische Pfund wieder deutlich unter Druck bringen könnten.

Bei den Konjunkturdaten liegt der Schwerpunkt nächste Woche in Europa. Im Fokus stehen die Meldung der Inflationsdaten aus Deutschland und dem Euroraum. Da im März vergangenen Jahres der Preisindex stark angestiegen war, ist es vorgezeichnet, dass es aufgrund von Basiseffekten zu einem Rückgang der Inflationsraten kommen wird. Zudem ging der Ölpreis im März wieder zurück und Saisoneffekte spielen eine Rolle: 2016 fiel das Osterfest in den März und verteuerte Pauschalreisen und Hotelübernachtungen deutlich. Dieses Jahr verschiebt sich der Effekt in den April. Wir gehen davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland von 2,2% auf 1,8% und im Euroraum von 2,0% auf 1,6% sinkt – stärker er als der Konsensus erwartet. Dies könnte dazu führen, dass die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der EZB etwas abkühlen.

Renten
In den USA dürfte der Renditerückgang, der auf dem Auspreisen der Trump’schen Konjunkturprogramme beruht, allmählich auslaufen. In den zahlreichen Reden der Fed-Mitglieder und der Fed-Chefin Yellen dürfte die Bilanzverkürzung der Fed ein Thema sein; sie dürfte belastend auf den US-Rentenmarkt wirken. Im Euroraum könnten sich die aufgekommenen Zinsspekulationen wieder etwas legen, vor allem wenn die Inflationsdaten schwach ausfallen sollten.

Währungen
Die Euro-Stärke dürfte nachlassen, wenn sich die EZB-Zinsspekulationen wieder etwas legen. Die Stärke beim britischen Pfund durch Zinsspekulationen der BoE deutet daraufhin, dass viele Investoren die Schwierigkeiten der Verhandlungen mit der EU unterschätzen. Es dürfte daher wieder zu einer schwächeren Tendenz kommen.

Aktien
Die Aktienmärkte befinden sich seit Wochen in einer Konsolidierungsphase. Daran dürfte sich auch in der kommenden Woche nicht viel ändern, da sich an den bisherigen Belastungsfaktoren (eine kaum noch steigerbare Konjunktureuphorie, zu gute Stimmung und Warnsignale von der Markttechnik) nicht viel geändert hat.

Rohstoffe
Mit einer Preiserholung beim Rohöl ist nicht zu rechnen, denn die gestiegenen US-Vorräte werden zeigen, dass das Angebot derzeit reichlich ist und nicht für eine Preiserholung spricht, auch wenn die Produktionskürzungen der OPEC größtenteils eingehalten werden.