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Der aktuelle Ausblick auf die Märkte – 18.01.2019

EU-Stimmungsindikatoren – Ende des Rückschlags?

  • Ifo-Index – belastende Faktoren lösen sich auf
  • EZB muss die schwachen Konjunkturdaten bewerten
  • Handelsgespräche – Erfolgsdruck wächst
  • USA – Lohndruck steigt, Zinsniveau zu niedrig?

Nach der Schwämme von häufig guten aber zumeist recht ratlosen Analysen zum Thema Brexit sollte der Blick in der kommenden Woche wieder stärker zu den Konjunkturdaten wandern, zumal wichtige Stimmungsindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufmanagerindizes von IHS Markit veröffentlicht werden. Eine Daten-Ebbe herrscht dagegen in den USA: Aufgrund des Government Shutdowns werden immer mehr Veröffentlichungen aufgeschoben (u.a. Einzelhandelsumsätze, Bestellungen). Wann sich dieser Stau auflöst, lässt sich kaum abschätzen.

Ein Highlight kommende Woche ist die geldpolitische Sitzung der EZB am Donnerstag. Die wichtigsten Weichen hat die EZB zwar schon im Vorjahr gestellt. Offen ist aber, wie das Entscheidungsgremium die weiterhin schwachen Konjunkturdaten aus dem Euroraum bewertet und ob die EZB im Jahresverlauf Langfristtender offerieren wird, um insbesondere angeschlagene Banken mit Liquidität zu unterstützen.

Im Hintergrund laufen die Gespräche zwischen China und den USA weiter. Auf beiden Seiten wächst der Erfolgsdruck. In den USA sind es vor allem anekdotische Belege (Beige Book, Unternehmensumfragen), die die Probleme der Unternehmen mit dysfunktionalen Wertschöpfungsketten aufdecken. In China sind die Folgen des Handelskonflikts dagegen klar an den negativen Produktions- und Handelsdaten ablesbar.

Der Trend beim Ifo-Geschäftsklimaindex ist zwar weiter abwärtsgerichtet und spricht für einen erneuten Rückgang. Demgegenüber dürfte sich die Automobilindustrie aber von der Panne mit den neuen Testverfahren schrittweise erholen. Auch die aufgrund der Trockenheit eingeschränkte Binnenschifffahrt hatte wohl zu den schwachen Konjunkturdaten beigetragen. In der Summe dürfte das einen leichten Anstieg – zumindest aber eine Stabilisierung – bedeuten. Ähnliches gilt für den Euroraum und den EU-Einkaufsmanagerindex.

Anleihen
Als zum Jahresbeginn schwache Konjunkturdaten in den USA überwogen, erreichten die Spekulationen, die US-Notenbank würde als nächstes die Zinsen senken, ihren Höhepunkt. Der überraschend starke Arbeitsmarktbericht läutete dann eine Wende ein. Dabei waren es wohl nicht die ohnehin von Monat zu Monat schwankenden Stellenzuwächse, die zum Umdenken führten, sondern vor allem die kräftig steigenden Löhne und Gehälter. Das jüngste Beige Book berichtet zudem von wachsenden Schwierigkeiten der Unternehmen, offene Stellen zu besetzen. D.h. die Stellendynamik dürfte zurückgehen, die Löhne dagegen beschleunigt steigen. Wenn diese Sicht richtig ist, dürfte das Zinsniveau in den USA derzeit zu niedrig sein. Die Zinsen im Euroraum hängen zwar vom Zinsniveau in den USA ab. Doch angesichts schwacher Konjunkturdaten und freier Kapazitäten lässt sich diese Sicht nur bedingt auf den Euroraum übertragen. Die EZB stellt aktuell eine erste Zinserhöhung nicht vor September 2019 in Aussicht. Nach unserer Ansicht dürfte sie in den nächsten Monaten diese Zielmarke weiter nach hinten schieben.

Währungen
Es überraschte in der zurückliegenden Woche etwas, dass sich das Pfund trotz des abgeschmetterten Brexit-Plans fest gegenüber den Hauptwährungen zeigte. Aber die Situation ist nicht weniger verfahren, als vor der Abstimmung. Nach Ansicht unserer Volkswirte ist die Gefahr eines harten Brexit sogar eher angestiegen. Wir raten daher weiter zur Vorsicht.

Aktien
Die Erholung an den Aktienbörsen wurde zuletzt von den Hoffnungen auf Fortschritte in den amerikanisch-chinesischen Handelsgesprächen getragen. Dieses Thema sowie die parlamentarischen Debatten um den Brexit werden weiterhin im Fokus der Anleger stehen. Auch die fortschreitende Berichtssaison erhält immer mehr Gewicht. Die aktuell positive Stimmung könnte durchaus weiteren Auftrieb bekommen.

Rohstoffe
Die Ölpreise dürften weiterhin mit der Einschätzung der Konjunkturrisiken schwanken und damit parallel zum Aktienmarkt tendieren. Ein weiterer Anstieg der Edelmetallpreise hängt von fallenden USD-Realzinsen ab, die aber nur bei weiter zunehmenden Konjunkturrisiken zu erwarten sind.