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Marktmeinung der Woche – 17.02.2017

Eurogruppentreffen am Montag und Dienstag im Fokus

  • Hängepartie mit Griechenland hält an
  • Belastungen durch Spreadausweitung möglich
  • Frühindikatoren im Euroraum leicht rückläufig

Blick auf diese Woche im Detail

Am Montag beginnt das nächste Eurogruppentreffen in Brüssel, bei dem die Hilfszahlungen für Griechenland das Hauptthema sind. Insbesondere der IWF verweigert eine Beteiligung wegen der mangelnden Schuldentragfähigkeit Griechenlands. Es bleibt abzuwarten, ob IWF-Chefin Christine Largarde ihre harte Haltung ggü. Europa beibehält. Vor allem in der deutschen Politik herrscht Uneinigkeit: Während Finanzminister Schäuble erneut mit einem „Grexit“ droht, sehen andere notfalls die Möglichkeit einer europäischen Lösung ohne IWF. Ein Ergebnis erwarten wir frühestens im März, jetzt könnte allenfalls eine Vereinbarung über eine Rückkehr der Prüfer nach Athen zustande kommen.

Die Hängepartie mit Griechenland, die bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Italien könnten nach der jüngsten Konsolidierung wieder zu einer deutlicheren Spreadausweitung der Euro-Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen führen. Bundesanleihen fungierten dann wieder als sicherer Hafen. Ein schwächerer Euro sowie Belastungen für die Aktienmärkte könnten ebenfalls die Folge sein.

Von der Konjunkturseite gibt es nächste Woche wichtige Daten aus dem Euroraum. So werden die Erstschätzungen der Einkaufsmanagerindizes für Februar und das Ifo-Geschäftsklima gemeldet. Bisher konnte die Industrieproduktion der guten Stimmung nicht folgen. Wir rechnen nicht damit, dass sich die Aufwärtsbewegung der Frühindikatoren weiterhin so fortsetzt, sondern mit einem leichten Rückgang. Das Wachstum dürfte sich robust fortsetzen. Am Donnerstag kommen die Details für das reale BIP für Deutschland. Hauptwachstumstreiber waren die Bauinvestitionen. In den USA stehen nicht ganz so gewichtige Daten an. Lediglich die Verkäufe gebrauchter und neuer Häuser sind hervorzuheben.

Renten
Sollte sich Griechenland mit den öffentlichen Gläubigern nicht einigen können, dürften Bundesanleihen als sicherer Hafen gut unterstützt werden. Daneben belasten politische Risiken die Euro-Staatsanleihen. Die hohen Rückzahlungen (Zins und Tilgung) in Höhe von 30 Mrd. Mrd. EUR nächste Woche dürften, wenn es keine Überraschung bei Eurotreffen gibt, insbesondere Bundesanleihen zugutekommen.

Währungen
Der US-Dollar hat sich nach dem Rückgang (handelsgewichtet) wieder stabilisiert. Allerdings dürfte die unberechenbare Politik von Donald Trump den Greenback stark schwanken lassen. Das britische Pfund schwächte sich nach den überraschend schwachen Einzelhandelszahlen vom Januar ab; es dürfte weiterhin zur Schwäche neigen.

Aktien
Die Performance für die kommende Woche hängt stark davon ab, wie die diversen Makrofrühindikatoren hereinkommen. Die Unterstützung für Aktien von dieser Seite dürfte auf die kurze Sicht nachlassen.

Rohstoffe
Gold dürfte in dem unsicheren Umfeld weiterhin als sicherer Hafen gefragt sein und hat daher Aufwärtspotenzial. Der Ölpreis (Brent) sollte auch nächste Woche um 55 USD tendieren. Die internationale Energieagentur IEA hat gesagt, dass 90% der Förderkürzungen eingehalten werden. Das dürfte den Ölpreis weiter unterstützen, obwohl in den USA die Lagerbestände auf Rekordniveaus geklettert sind.