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Der aktuelle Ausblick auf die Märkte – 22.03.2019

EU setzt May unter Druck

  • Unterhausabstimmung nächste Woche wichtig
  • Ifo-Index zum Wochenauftakt
  • US-Daten zum Immobilienmarkt positiv erwartet

Auf dem EU-Gipfel wurde von der EU auf eine Verlängerung eingegangen, aber nur, wenn nächste Woche das britische Unterhaus dem ausgehandelten Abkommen zustimmt. Dann bleibe Großbritannien noch bis 22. Mai Zeit, die Übergangsfrist in die Wege zu leiten. Dies dürfte eine positive Wirkung auf die Finanzmärkte zur Folge haben. Insbesondere das britische Pfund und der Euro könnten zulegen. Andernfalls setzt sich die Unsicherheit fort mit entsprechend negativen Folgen für die Kapitalmärkte. Großbritannien wurde in diesem Fall die Möglichkeit zugestanden, bis 12. April zu entscheiden, doch an der Europa-Wahl teilzunehmen. Es ist zu vage darüber zu spekulieren, welches Szenario nächste Woche eintreten wird, jedenfalls gibt es weiterhin Risiken von dieser Seite.

Für den Euroraum wird am Montag der Ifo-Geschäftsklima-index für März mit Spannung erwartet. Wird er die enttäuschenden Umfragewerte bei den Einkaufsmanagerindizes für März von heute bestätigen? Sicherlich erwartet jetzt keiner eine Besserung des Ifo-Index, die Frage ist, in wieweit er sich abschwächt. Er ist einer der vielbeachtesten Frühindikatoren für die deutsche Konjunktur. Weniger Beachtung findet das EU-Wirtschaftsvertrauen (Mittwoch). Im Blickpunkt stehen die Verbraucherpreise aus Deutschland (Donnerstag) und Euroraum (Freitag). Da die zu Ostern übliche Verteuerung von Pauschalreisen dieses Jahr erst im April zu Buche schlägt - vergangenes Jahr fiel Ostern in den März - könnte die Kernrate der Inflation von 1,0% auf 0,9% sinken. Mit einem deutlicheren Anstieg rechnen wir erst in der 2. Jahreshälfte.

Wichtig sind nächste Woche auch die Daten vom US-Wohnungsbau: Nachdem der Wohnungsbau 2018 in den USA wegen steigender Hypothekenzinsen unter Druck gekommen war und das Wachstum zeitweise sogar belastet hat, dürfte der Zinsrückgang die Nachfrage wieder angestoßen haben. Der deutliche Anstieg der US-Baugenehmigungen von November bis Januar könnte sich fortsetzen. Die Baubeginne sind erst im Januar wieder angestiegen.

Anleihen
Im aktuellen Umfeld ist nicht schnell mit deutlich höheren Renditen zu rechnen. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen nachhaltig unter die 0%-Marke rutschen wird.

Währungen
Nachdem die EZB ihren geldpolitischen Normalisierungsprozess nach hinten verschoben hatte, ist auch die Fed taubenhafter geworden und signalisiert jetzt mit ihren Prognosen, dass der Zinsgipfel bereits erreicht sein dürfte. Der US-Dollar gab kurzzeitig nach, Wir rechnen mit einer Seitwärtsbewegung des US-Dollars. Das britische Pfund könnte sich abschwächen, wenn es nicht zu einer Absegnung des Abkommens vom britischen Unterhaus kommt.

Aktien
Dem vorherrschenden Erholungstrend an den Aktienbörsen scheint langsam die Puste auszugehen. Trotz der taubenhaften Vorstellung der US-Notenbank nimmt die Skepsis der An-leger aktuell zu. Die Hängepartie bei den Handelsgesprächen und enttäuschende Konjunkturdaten geben Anlass zu Sorgen. Mit Spannung wird auch die nächste Brexit-Abstimmung im britischen Parlament erwartet.

Rohstoffe
Nächste Woche sollen die Handelsgespräche zwischen den USA und China auf hochrangiger Ebene fortgesetzt werden. Positive Signale könnten den Industriemetallen weiteren Aufwind geben.