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Asset Allokation: Absenkung Aktienquote auf neutral

18.05.2021

  • Inflationssorgen treten erneut in den Vordergrund
  • Stürmische Konjunkturwende eingepreist, damit Anfälligkeit schon bei leichten Enttäuschungen
  • Aktienmärkte kurzfristig festgefahren, saisonal schwächere Monate stehen bevor

Aktienmärkte bauen Widerstand auf
Bereits im Februar hatten sich an den Finanzmärkten Befürchtungen hinsichtlich einer steigenden Inflationsrate und einer näher als erwartenden Zinswende in den USA breit gemacht. Wir hatten damals die leichte Korrektur der Aktienmärkte unter Verweis auf zu erwartende Klarstellungen der Notenbanken für eine Aufstockung der Aktienquote genutzt. Dies hat sich in Teilen ausgezahlt – denn manche Aktienmärkte wie in den USA oder auch in Europa haben im Mai nochmals neue Höchststände erzielt. Allerdings ließ das Momentum zuletzt doch deutlich nach und die Sektorpräferenz hat sich zunehmend verschoben. Die vor allem letztes Jahr so indextreibenden Technologiewerte genießen derzeit nicht mehr die unbekümmerte Aufmerksamkeit der Investoren. Und auch in den Schwellenländern und Japan kam die Aufwärtswelle in den letzten Monaten nicht mehr richtig an.

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Wie stufen wir die aktuelle Lage ein? Die konjunkturellen Indikatoren zeigen es jetzt klar an: Nach China (im letzten Jahr) befindet sich auch die USA aktuell in der stürmischen Wachstumsphase nach der Pandemiebewältigung. Dies hat viele Frühindikatoren auf überraschend hohe Niveaus geschoben und sorgt auch in den USA für Wachstumsraten wie man sie sonst nur von Schwellenländern kennt. Die Dynamik der Frühindikatoren lässt jetzt naturgemäß nach und gleichzeitig gewinnen die Preis- und Inflationsdaten immer mehr an Fahrt.

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Preisdruck in Boom-Phasen ist im Grundsatz nichts Ungewöhnliches. Dennoch haben die letzten Preisdatenveröffentlichungen zu erneuten kleinen Rückschlägen an den Aktienmärkten geführt und den Börsenzug gebremst. Die jüngsten Klarstellungen der US-Notenbank vermögen derzeit eher nur zu lindern als noch einmal anzutreiben wie im März. Die Renditen verharren auf erhöhten Niveaus und das Thema bleibt damit präsent. Insbesondere Hinweise aus dem Arbeitsmarkt, wie die zuletzt gestiegenen Arbeitskosten mit dem stärksten Anstieg seit 2007 verursachen Stirnrunzeln. Manche Elemente des aktuellen Aufflackerns der Inflation, wie der Vorjahresvergleich bei den Rohstoffen oder eine auch mehr logistisch bedingte Knappheit im Zuge des Hochfahrens von weiteren Teilen der US-Wirtschaft wachsen sich vermutlich aus der Statistik heraus, Lohndruck würde dagegen den ungemütlichen Trend verlängern. Und auch in einigen Rohstoffbereichen scheint mittlerweile echte Knappheit zu herrschen. Insofern werden die Märkte in den nächsten Monaten die Veröffentlichung der nächsten Preisdaten mit Argusaugen beobachten.

Hinzu kommen aber auch Vorbehalte, ob das Konjunkturhoch wirklich so stark ausfallen kann. Hier ist bereits von Normalisierungs- oder Ermüdungserscheinungen aus China zu berichten und in den USA verlor auch der Arbeitsmarkt zuletzt etwas von seiner ihn auszeichnenden Dynamik.

Insofern halten wir es jetzt für richtig, in einer Phase gestiegener Unsicherheit bei weiter sehr hohen Niveaus der Aktienmärkte die Aktienquote von übergewichten auf neutral zurückzunehmen. Wir realisieren dies (vgl. Tabelle) allerdings nur in den beiden von uns flexibler gemanagten offensiven Profilen „Wachstum“ und „Chance“ vor allem in den bisher zum Teil deutlich übergewichteten Regionen Europa und Wachstumsländer. Der Erlös wandert in Liquidität, die für sich derzeit natürlich keine besondere Attraktion besitzt. Insofern handelt es sich eher um einen taktischen Schritt.

Das strategische Gesamtbild bleibt weiterhin intakt und nach Marktreaktionen könnte auch wieder eine Umkehrung des Schritts folgen. Dies bedeutet auch, dass wir in den defensiveren Anlagestrategien keine Änderung der Positionierung vornehmen. Nach wie vor bietet die Rentenanlage kaum Aussicht auf eine positive Performance. Dies bestätigt uns in der Positionierung der Untergewichtung der Rente. Neben den in diesen Profilen deutlich übergewichteten defensiven Alternativen lässt uns das dort auch an einer strategisch erhöhten Aktienquote festhalten.

Die detaillierten Gewichtungen der vier Musterallokationen entnehmen Sie bitte der untenstehenden Tabelle.

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Fazit

Fazit

Die Aktienmärkte haben angesichts wieder aufflammender Inflations- und Zinssorgen möglicherweise eine etwas unruhigere Phase vor sich. Auf dem noch immer sehr hohen Niveau der Aktienindizes wollen wir die Risiken reduzieren und senken die Aktienquote in den flexibler gemanagten Anlageprofilen auf neutral. Der Erlös wird in Liquidität geparkt.


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Verantwortlich: Chris-Oliver Schickentanz, CEFA
Autor: Martin Roth, CEFA

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