ComStage Dow Jones Russia GDR UCITS ETF

Russischer Aktienmarkt verliert im März 2020 rd. 23%

Votum: Kauf

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Synthetische Index-Nachbildung
  • Geringe Handelsspanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs

15.05.2020

Investmentansatz

Anlageziel des ComStage Dow Jones Russia GDR UCITS ETF

Das Anlageziel des ComStage Dow Jones Russia GDR UCITS ETF besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des Dow Jones Russia GDR Total Return Index („Index“) anknüpft.

Der Index bildet die Wertentwicklung der Depositary Receipts (ADR oder GDR), die sich auf Unternehmen aus Russland beziehen. Bei der Berechnung des Index werden neben den Kurswerten der in ihm enthaltenen Unternehmen auch Dividendenzahlungen abzüglich der Quellensteuer berücksichtigt.

Der Dow Jones Russia Total Return GDR Index ist ein nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteter Index und beinhaltet ca. 85% der in London gehandelten GDRs.

Bei der Gewichtung sämtlicher Indexkomponenten gilt eine Tagesobergrenze von 30% und eine Quartalsobergrenze von 25%. Eine Anpassung der Indexkomponenten (Reset) erfolgt jeweils am Ende eines jeden Börsentages bzw. am Quartalsende auf Basis der zu diesen Terminen festgestellten Schlusskurse. Die nach einem Reset verbleibenden Bestandteile werden auf Basis ihrer auf ausländische Anleger entfallenden Streubesitz- Marktkapitalisierung gewichtet, wobei die Gewichtung einem prozentualen Anteil an der verbleibenden Gewichtung ohne Obergrenze entspricht.

Synthetische ETF Struktur

Dieser ETF wird über die swapbasierte Replikationsmethode (Nachbildung) abgebildet. Das bedeutet, swapbasierte ETFs investieren in der Regel nicht in die Bestandteile des abzubildenden Index. Vielmehr gibt es ein sogenanntes Trägerportfolio, welches in der Zusammensetzung deutlich vom abzubildenden Index abweichen kann. Um die Differenz in der Wertentwicklung zwischen dem Trägerportfolio (sogenannter Basket) und dem abzubildenden Index auszugleichen, schließt der Fonds mit einem Swap-Partner einen Tauschvertrag (sogenannter Index-Swap) ab.

Hieraus ergeben sich sowohl für den Swap-Partner als auch für den Fonds Zahlungsverpflichtungen. Entwickeln sich beispielsweise die im Index enthaltenen Wertpapiere besser als die vom Fonds erworbenen, ist der Swap-Partner verpflichtet, den Unterschied in der Wertentwicklung an den Fonds zu zahlen.

Der Hauptgrund der synthetischen Replikation ist, dass durch das Swap-Geschäft die Abweichung (der Tracking Error) zwischen der Wertentwicklung des Index und der des ETFs in der Regel nur sehr gering ist. Gerade bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes können synthetische ETFs unter anderem durch ihre Kostenoptimierung Vorteile bieten. So machen Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen und auch steuerliche Aspekte eine physische Replikation schwierig.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Lyxor Funds Solutions S.A.
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Russland
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN ETF118
ISIN LU0392495536
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,60%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

Russischer Aktienmarkt verliert im März 2020 rd. 23%

Der Aktienmarkt in Russland ist durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie kräftig in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach einem schwachen Februar büßte der MSCI Russland-Index im März 2020 um satte 23,3% ein. Damit akkumuliert sich der Verlust im ersten Quartal 2020 auf 36,5%. Gegenüber dem MSCI Welt-Index (-21,7% in Q1 2020) und dem MSCI EM-Index (-23,9%) weist der MSCI Russland-Index somit eine starke Underperformance auf. Verantwortlich hierfür zeichnet v.a. der Ölpreiskollaps (-55% im März), wodurch auch der Rubel auf Talfahrt geschickt wurde. Im Berichtsmonat März wertete er gegenüber dem US-Dollar um 14,7% ab. Seit Jahresanfang (per 21. APRIL) verlor er ggü. dem EUR rd. 18%.

Die russische Börse war im Jahr 2019 kräftig gestiegen, sodass die Fallhöhe recht hoch war. Seit Jahresbeginn (per 21. April) verlor der in Rubel notierte Leitindex RTS rd. 35%, notierte aber Mitte März 2020, als die Verkaufspanik an den globalen Börsen ihren bisherigen Hochpunkt erreichte, schon deutlich tiefer (Jahrestief am 19. März 2020: 808 Punkte). Die soliden Fiskalkennzahlen Russlands (u.a. niedrige Außenverschuldung und ein stattlicher Haushaltsüberschuss), das vergleichsweise hohe russische Realzinsniveau und die recht hohen Devisenreserven (März 2020: rd. 563 Mrd. USD) schützten die Börse und die Währung in dieser durch das Virus bedingten Ausnahmesituation kaum.

Die russische Notenbank, die in den vergangenen Jahren einen sehr guten Job gemacht hat, beließ den Leitzins im März 2020 unverändert bei 6%. In diesem fragilen Umfeld entschied sie sich für eine Stützung der Währung und nicht für eine weitere Senkung der Kreditkosten. Zum Glück hat der russische Staat seine USD-Verbindlichkeiten reduziert. Auch viele Unternehmen haben ihre Verschuldung zurückgeführt. Überdies kauften sie Aktien zurück und erhöhten zum Teil die Dividendenausschüttungsquote, was am Aktienmarkt gut ankommt.

Aufgrund der relativ günstigen Bewertung (KGV 2020e: 7,1) und wegen der sich verbessernden Dividendenpolitik (siehe u.a. Gazprom) bestätigen wir unser neutrales Votum für die Börse in Russland. Gegen eine Übergewichtung sprechen v.a. die kräftige globale Wirtschaftskrise mit den negativen Implikationen für den Ölpreis und rohstoffaffine Währungen sowie ein Mangel an Reformen in Russland. Es mangelt unverändert an Vertrauen in die staatlichen Institutionen.

Fazit

Infolge des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie kam es im März 2020 zu einem globalen Crash an den Kapitalmärkten. Der russische Aktienmarkt verlor in kurzer Zeit stark an Wert, da mit dem historischen Ölpreiscrash auch der russische Rubel kräftig abwertete. In diesem sehr fragilen Umfeld bestätigen wir trotz relativ günstiger Bewertungsrelationen unser neutrales Votum für den russischen Aktienmarkt und votieren den ComStage Dow Jones Russia GDR UCITS ETF weiterhin mit Kauf.

15. Mai 2020

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Lyxor Funds Solutions S.A.
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Russland
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN / ISIN ETF118 / LU0392495536
Fondsauflage 15.12.2008
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse E
Sparplan ab 25 EUR
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 06.06.2020
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 -7,25% / +41,99% / +57,22%
Volatilität (3 Jahre)3 32,40%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,60%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,60%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Kosteninformation

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Aktien bieten auf lange Sicht überdurchschnittliches Renditepotenzial verglichen mit anderen Anlageklassen
  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen begünstigt werden
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen
  • Der Fonds ermöglicht die Teilhabe an der Entwicklung der russischen Aktienmärkte und damit eine besonders breite Streuung (Diversifikation) des Fondsportfolios, sodass dieser weniger abhängig von der Entwicklung einzelner Regionen ist

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen belastet werden
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds