• Diese Kosten entstehen bei einer Standheizung

    Standheizung nachrüsten Kosten

    Funktion, Arten sowie Kosten im Überblick

So machen Sie Ihr Auto fit für die kalte Jahreszeit

Es ist jeden Winter das gleiche: Mit frostigen Fingern kratzen Sie die zugefrorenen Scheiben Ihres Autos frei, anschließend lassen Sie sich auf den ausgekühlten Sitz fallen, starten den kalten Motor und umfassen das eisige Lenkrad. Das alles muss nicht sein: Mit einer Standheizung müssen Sie und Ihr Fahrzeug nicht mehr frieren. Im Ratgeber lesen Sie, wie eine Standheizung funktioniert, welche Arten es gibt und was sie beim Nachrüsten beachten müssen.


Die Vorteile einer Standheizung

Zugegeben: Die vergangenen Winter waren äußerst milde. In vielen Regionen Deutschlands pendelten die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Kein Vergleich mit den frostigen Wintern, die wir noch vor ein paar Jahren ertragen mussten. Wozu also jetzt eine Standheizung einbauen, wird sich der ein oder andere Autofahrer fragen.

Fakt ist aber auch: Eine Standheizung ist auch in Deutschland sinnvoll. Denn die Standheizung heizt nicht nur den Innenraum des Wagens auf angenehme Temperatur vor und lässt die Eisschicht auf den Scheiben schmelzen. Sie wärmt auch den Motor auf. Damit verkürzt sich die für den Motor schädliche Kaltlaufphase deutlich – das Auto verbraucht beim Start und auf den ersten Kilometern deutlich weniger Kraftstoff und stößt weniger Kohlendioxid aus. Und auch der Verschleiß wichtiger Teile des Motors wird verringert. Doch nicht nur das: Sind die Scheiben eisfrei und unbeschlagen, erhöht sich die Sicherheit, sowohl für den Fahrer, als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Sicherer wird die Fahrt aber auch dank der Wohlfühltemperatur im Innenraum. Denn der Fahrer ist so konzentrierter und entspannter.

Und auch im Sommer kann eine moderne Standheizung sinnvoll sein. Denn wenn das Fahrzeug über Stunden in der prallen Sonne parkt, staut sich die Hitze im Innenraum. Schaltet die Standheizung nun das Gebläse ein, wird Frischluft in den Innenraum des Wagens gewirbelt – der Fahrtbeginn ist deutlich angenehmer.

Zudem lassen sich Gebrauchtwagen mit Standheizung deutlich leichter wieder verkaufen. Denn neben der Wertsteigerung des Autos kennen auch viele Gebrauchtwagenkäufer die Vorzüge einer Heizung.


So funktioniert die Standheizung

Standheizung ist nicht gleich Standheizung. Es gibt ganz verschiedene Typen am Markt. Sie alle eint jedoch, dass sie das Fahrzeug aufheizen, ohne dass der Motor gestartet werden muss. In der Regel lässt sich die Heizung per Funkfernbedienung aus der Ferne oder mittels Timer einschalten. Moderne Standheizungen lassen sich mitunter gar über eine App auf dem Smartphone steuern. Mit dem digitalen Helfer kann die Standheizung nicht nur aktiviert werden, oft lässt sich auch die Temperatur im Innenraum aus der Ferne überprüfen und regulieren.

Läuft die Heizung, strömt die entstehende Wärme durch das Gebläse in den Innenraum. Vereiste Scheiben werden wieder frei. Gleichzeitig wird auch der Motor aufgewärmt – das Fahrzeug ist nach wenigen Minuten einsatzbereit. Damit Heizung und Innenraumgebläse funktionieren, braucht es allerdings nicht nur Kraftstoff, sondern auch Strom aus der Batterie. Aus diesem Grund sollte die morgendliche Fahrt weit genug sein, damit sich der Akku wieder auflädt. Wer stets nur kurze Strecken fährt, riskiert, mit leerer Batterie zu stranden, weil die Lichtmaschine nicht mit dem Nachladen hinterherkommt.

Halbe Standheizung beim Diesel

Halbe Standheizung beim Diesel

Viele Diesel-Modelle sind bereits ab Werk mit einem Zuheizer, also einer Art halber Standheizung ausgerüstet. Dieses Gerät verstärkt die Leistung der Heizung während der Fahrt. Der Grund: Moderne Dieselmotoren sind so effizient, dass nur wenig Abwärme entsteht. Leider arbeitet dieser Zuheizer nicht bei abgestelltem Motor.

Das lässt sich aber leicht ändern. Dieselfahrer benötigen in der Regel keine komplett neue Standheizung, sondern nur ein fahrzeugspezifisches Aufrüst-Kit, mit dem sich der Zuheizer zur vollwertigen Standheizung nachrüsten lässt. Diese Aufrüstsätze gibt es beim Hersteller, sie kosten etwa 200 bis 500€.


Standheizung: Diese Arten gibt es

Wer eine Standheizung nachrüsten möchte, muss zunächst entscheiden, welche Heizungsart er bevorzugt. Durchgesetzt haben sich in den vergangenen Jahren vor allem diese drei Systeme:

Die Wasserheizung

Die Wasserheizung

Die Wasserheizung wird vor allem über den Kühlwasserkreislauf reguliert. Ist sie aktiviert, erzeugt sie Wärme mithilfe der Verbrennung von Kraftstoff. Dazu wird die Wasser-Standheizung über eine separate Kraftstoffpumpe mit dem Fahrzeugtank verbunden. Durch das Verbrennen von Kraftstoff wird das Kühlwasser aufgeheizt und mittels Pumpe umgewälzt. Das zirkulierende Kühlwasser wärmt den Motor vor und beheizt den Innenraum über das Gebläse. Die Wasser-Standheizung benötigt etwa 15-30 Minuten, um Motor und Auto vorzuwärmen.

Die Luftheizung

Die Luftheizung

Für ein Fahrzeug mit großem Innenraum bietet sich eher die Luftheizung an, meist kommt sie in Campingwagen zum Einsatz. Auch hier sind Batterie und Kraftstoff an der Wärmegewinnung beteiligt. Jedoch werden weder Kühlwasser noch Innenraumgebläse benötigt. Die Luft-Standheizung produziert warme Luft und verteilt diese durch das heizungseigene Gebläse im Innenraum des Fahrzeugs. So läuft die Luft-Standheizung zwar sparsamer, benötigt aber wesentlich längere Vorlaufzeiten.

Das elektrische Vorwärmsystem

Das elektrische Vorwärmsystem

Das elektrische Vorwärmsystem ist ein dem Tauchsieder nicht unähnliches Gerät. Es funktioniert ähnlich wie ein Durchlauferhitzer, nutzt also das Selbstzirkulationsprinzip. Am Motorblock oder nahe des Kühlwasserschlauchs angebracht, erwärmt es das Kühlwasser. Mithilfe eines Verteilerkabelsatzes wird ein Innenraumheizlüfter angeschlossen. Solche elektrischen Motorvorwärmer sind in Anschaffung und Einbau deutlich preiswerter als herkömmliche Standheizungssysteme – und das bei nahezu identischer Heizleistung. Autofahrer benötigen allerdings einen 230-Volt-Stromanschluss, um das Vorwärmsystem zu betreiben. Aus diesem Grund eignet es sich nur für die heimische Werkstatt; unterwegs kann es nicht betrieben werden.


Standheizung nachrüsten – so geht's

Eine Standheizung lässt sich grundsätzlich in jedem Fahrzeug nachrüsten. Wer im Winter nicht mehr die Scheiben freikratzen und seinem Auto stattdessen eine Standheizung verpassen möchte, sollte sich zunächst in seiner Fachwerkstatt beraten lassen. Denn das Nachrüsten einer Standheizung ist eine Aufgabe für den Fachmann. Dringend abzuraten ist von Do-it-yourself-Nachrüstkits, die im Internet angeboten werden und in Deutschland oft gar nicht zulässig sind.

Wichtig ist der Gang zum Fachmann auch aufgrund der Sicherheit. Denn die Heizung wird an die Kraftstoffleitung angeschlossen. Dabei darf nichts schiefgehen. Spezialisierte Fachwerkstätten benötigen für den Einbau einer Standheizung oft nur ein bis zwei Tage. Die Mechaniker entfernen während der Prozedur Teile der Verkleidung im Motorraum, legen neue Anschlüsse an Batterie, Tank und Heizgebläse und schließen das Steuergerät an die Bordelektronik an. Besonders praktisch: Die meisten Werkstätten kümmern sich nicht nur um den Einbau und die Beschaffung aller nötigen Komponenten der gewünschten Standheizung. Sie lassen die Nachrüstung – falls nötig – auch vom TÜV abnehmen.

Denn nur wer eine Heizung mit „EG-Typgenehmigung“ durch einen Fachbetrieb nachrüsten lässt, muss den Einbau nicht vom TÜV abnehmen lassen. Wichtig ist dabei jedoch, dass der Betrieb ein Typgenehmigungszeichen auf dem Typschild anbringt und das zugehörige Beiblatt abstempelt und unterzeichnet. Autofahrer müssen dann die ausgefüllte und quittierte EG-Typgenehmigung im Fahrzeug mitführen.

So viel kosten Standheizung und Einbau

Je nach Marke, Modell und Fahrzeuggröße kosten Standheizungen inklusive Einbau zwischen 1500 und 2500€. Grundsätzlich gilt: je größer das Fahrzeug, desto höher die Kosten der Standheizung. Das liegt vor allem daran, dass ein größeres Auto aufgrund des größeren Motors und Innenraumvolumens eine stärkere Heizung benötigt. Doch auch der Einbau kann bei einem größeren Auto aufwendiger sein. Ein im Vorfeld festgelegter Komplettpreis schützt vor ungeplanten Kosten und bösen Überraschungen.

Posten, Kosten und Zeitaufwand:

  • Heizung: 800-1200€ je nach Modell
  • Steuerung: 400-500€
  • Einbau von Heizung und Steuerung: 200-500€ (4-5 Stunden Zeitaufwand)
  • Aufrüst-Kit für Zuheizer (Diesel): 200-500€
  • Einbau für Zuheizer (Diesel): 100-300€ (2-3 Stunden Zeitaufwand)

Verbraucht eine Standheizung mehr Kraftstoff?

Standheizungen werden durch Kraftstoff angetrieben. Während die Heizung also Motor und Innenraum wärmt, verbraucht das Fahrzeug Kraftstoff. Im Schnitt werden für 20 Minuten Aufwärmzeit etwa 0,2 Liter Kraftstoff benötigt.

Andererseits, so die Argumente der Werkstätten und Hersteller, verbrauche ein vorgewärmter Motor bei Beginn der Fahrt weniger Kraftstoff als ein kalter. Die Einsparung ist allerdings nicht so hoch wie der Mehrverbrauch durch den Betrieb der Standheizung. Das liegt vor allem daran, dass auf den ersten Kilometern auch der Katalysator auf Betriebstemperatur gebracht werden muss. Dafür ist die Standheizung nämlich nicht zuständig.


Tipp: So sparen Sie Kosten beim Nachrüsten einer Standheizung

Klar, Kauf und Einbau einer Standheizung kosten erstmal Geld. Doch mit einigen kleinen Tricks und Kniffen lassen sich Kosten reduzieren und einige Euro sparen:

Auf Sonderangebote achten:

Auf Sonderangebote achten:

Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit, wenn der erste Frost die Scheiben mit einer dünnen Eisschicht überzogen hat, preisen viele Hersteller und Werkstätten Standheizungssysteme an – und das oft mit Rabatten oder günstigen Komplettangeboten für Teile und Einbau. Mit den Sonderaktionen lassen sich um die 200€ sparen.

Timer statt Fernbedienung:

Timer statt Fernbedienung:

Einsparpotenzial gibt es auch bei der Bedienung einer Standheizung. Wer jeden Tag zur gleichen Zeit ins Auto steigt, kann auf eine Funkfernbedienung verzichten. Das schont den Geldbeutel und spart zwischen 200 und 400€. Eingestellt wird die Startzeit über eine Vorwahluhr im Innenraum des Autos.

App hilft sparen:

App hilft sparen:

Soll die Standheizung jedoch zu unterschiedlichen Zeiten starten, empfiehlt sich die Fernbedienung. Technikaffine Autofahrer sollten hier lieber zur Smartphone-App statt zur Funkfernbedienung greifen. Denn die App ist deutlich günstiger, ermöglicht zudem das Vorausprogrammieren von Heizperioden und ist nicht an Reichweitengrenzen gebunden. Smartphone-Apps zur Fernsteuerung der Heizung gibt es für alle herkömmlichen Android- und Apple-Geräte.


Entspannt durch den Winter mit einer Standheizung

Eine Standheizung ist also eine tolle Sache. Sie lässt das Eis von den Scheiben schmelzen, heizt den Innenraum vor und schont den Motor und die Nerven des Autofahrers. Nachrüsten lässt sie sich bei nahezu jedem Fahrzeug ganz einfach. Mit 1500 bis 2500 € sind die Kosten für die Heizungskomponenten und den Einbau zwar nicht gerade gering, doch die Vorzüge der Standheizung machen die monetären Kosten schnell wieder wett. Zudem lassen sich mit kleinen Tricks einige Euro sparen. Im Vorteil sind auch Dieselfahrer – für freie Scheiben und einen warmen Innenraum müssen sie oft nur ein Aufrüst-Kit nachrüsten.


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