Amundi MSCI India UCITS ETF

MSCI Indien-Index verliert im Mai 2020 ca. 2,9%

Votum: Kauf

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

Indische Wirtschaft dürfte mittelfristig weiterhin überdurchschnittlich wachsen

Geringe Handelsspanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs

Synthetische Index-Nachbildung

23.07.2020

Investmentansatz

Anlageziel des Amundi MSCI India UCITS ETF

Der Amundi MSCI India UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds (Exchange Traded Fund - ETF). Das Anlageziel des ETF besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des MSCI India Index anknüpft.

Bei der Berechnung des Index werden neben den Kurswerten der in ihm enthaltenen Unternehmen auch Dividenden- und Bonuszahlungen abzüglich der Quellensteuer berücksichtigt.

MSCI India Index

Der MSCI India Index spiegelt die Wertentwicklung der Aktien von Unternehmen aus Indien wider. Bei den im Index vertretenen Unternehmen handelt es sich um Unternehmen mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung. Diese setzen sich aus 85% der frei verfügbaren Aktien am entsprechenden Markt zusammen. Der Index wird vierteljährlich überprüft und neu gewichtet.

Synthetische ETF Struktur

Dieser ETF wird über die swapbasierte Replikationsmethode (Nachbildung) abgebildet. Das bedeutet, swapbasierte ETFs investieren in der Regel nicht in die Bestandteile des abzubildenden Index. Vielmehr gibt es ein sogenanntes Trägerportfolio, welches in der Zusammensetzung deutlich vom abzubildenden Index abweichen kann. Um die Differenz in der Wertentwicklung zwischen dem Trägerportfolio (sogenannter Basket) und dem abzubildenden Index auszugleichen, schließt der Fonds mit der BNP Paribas Bank einen Tauschvertrag (sogenannter Index-Swap) ab.

Der Hauptgrund der synthetischen Replikation ist, dass durch das Swap-Geschäft die Abweichung (der Tracking Error) zwischen der Wertentwicklung des Index und der des ETFs in der Regel nur sehr gering ist. Gerade bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes können synthetische ETFs unter anderem durch ihre Kostenoptimierung Vorteile bieten. So machen Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen und auch steuerliche Aspekte eine physische Replikation schwierig.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Amundi ETF Asset Management
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Indien
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Thesaurierend
WKN A2H57G
ISIN LU1681043086
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,80%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

MSCI Indien-Index auch im Mai 2020 mit deutlicher Underperformance

Der weltweite Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Februar/März 2020 hat auch den indischen Aktienmarkt in die Knie gezwungen. Der MSCI Indien-Index büßte allein im März 2020 fast 22% an Wert ein. Um die Anzahl der Neuinfizierungen mit Covid-19 einzudämmen, verhängte die indische Regierung eine mehrwöchige Ausgangssperre (bis Ende Mai verlängert), was erhebliche Auswirkungen auch auf die Wirtschaft des Landes hat. Um die negativen ökonomischen Konsequenzen ein wenig abzufedern, senkte die indische Notenbank den Leitzins zunächst um 75 Basispunkte auf 4,4% und im Mai 2020 ein weiteres Mal auf 4%, der tiefste Stand seit 20 Jahren.

Im Mai 2020 büßte der MSCI Indien-Index 2,9% ein. Damit wies er sowohl gegenüber dem MSCI EM-Index (+0,6%) als auch gegenüber dem MSCI Welt-Index (+4,2%) eine deutliche Underperformance aus. Dies gilt auch für den Zeitraum von Januar bis Mai 2020, in dem der MSCI Indien-Index rd. 22,7% an Wert einbüßte (MSCI EM-Index: -16,5%). Die schwache Performance im Mai 2020 erklärt sich vor allem aus dem kräftigen Kursrückgang des Finanzsektors (-12,3%), der ein hohes Indexgewicht von 23% hat. Anleger befürchten hier u.a. wegen fortgesetzter Moratorien infolge der Covid-19-Pandemie einen Anstieg von Zahlungsausfällen.

Die augenblicklichen Konsensschätzungen sowohl für die Makrodaten (vor allem die BIP-Prognosen) als auch für die Mikrodaten (vor allem die Prognosen für die Firmengewinne) sind nach wie vor nur von beschränkter Aussagekraft. Hier wird es in den kommenden Wochen noch weitere Abwärtsrevisionen geben (müssen). Je länger die Ausgangsbzw. Kontaktsperren dauern, desto tiefer wird auch die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden.

Indien hat zumindest den Vorteil, dass es nicht so stark in die Weltwirtschaft einbezogen ist, wie bspw. Südkorea oder Taiwan. Zudem profiiert Indien wie auch viele andere Länder in der Region von den zum Teil deutlich gesunkenen Rohstoffpreisen. Die Ölimporte machen einen signifikanten Teil der Importrechnung Indiens aus.

Überdies haben viele Länder aus der asiatischen Region mehr Erfahrung im Umgang mit Krisen (SARS; MERS, Schweinegrippe, Naturkatastrophen etc.). Die indische Rupie büßte seit Jahresbeginn gegenüber dem USD rd. 6% ein (per 9. Juni 2020). Damit hat sie sich weitaus besser gehalten als viele Währungen aus rohstoffreichen Ländern wie beispielsweise Brasilien oder Russland, die zum Teil zweistellige Kursverluste zu verzeichnen hatten.

Rückblick: Indische Regierung senkt Unternehmensteuern – Börse reagiert sehr positiv

Die indische Regierung hat beschlossen, die Unternehmensteuern von 30% auf 22% zu senken. Der effektive Körperschaftssteuersatz fällt damit auf 25,2%. Neben weiteren Maßnahmen gibt es auch steuerliche Vergünstigungen für neugegründete Firmen, die neue inländischeProduktionsanlagen bis zum März 2023 (ein Jahr vor der nächsten Wahl) in Betrieb nehmen. Für sie fällt der Steuersatz von 25% auf 15% (effektiver Steuersatz: 17%). Die gesenkten Steuertarife gelten auch für ausländische Firmen, die in Indien Niederlassungen gründen oder mit inländischen Unternehmen Gemeinschaftsfirmen gründen.

Zins und Inflation

Um die negativen ökonomischen Konsequenzen infolge der Coronavirus- Pandemie ein wenig abzufedern, senkte die indische Notenbank den Leitzins zunächst um 75 Basispunkte auf 4,4% (die erste Zinssenkung seit Oktober 2019) und dann im Mai 2020 ein weiteres Mal um 40 Basispunkte auf 4%. Sie reduzierte auch den Mindestreservesatz für alle Banken um 100 Basispunkte. Die Verbraucherpreise stiegen im März 2020 um 5,8% (J/J). Die Notenbank strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von 4% an.

Fazit

Die Coronavirus-Pandemie hat auch für Indien sehr negative Folgen. Modi verhängte eine mehrwöchige Ausgangssperre. Der Ausbruch des Coronavirus mit seinen negativen konjunkturellen Folgen sorgt daher für kräftigen Gegenwind. Von Jan. bis Mai 2020 büßte der MSCI Indien-Index 22,7% ein und ist damit ein deutlicher Underperformer. Die Senkung der Firmensteuern im Jahr 2019 ist ebenso positiv für die Börse wie die abermalige Senkung der Leitzinsen im Mai 2020. Wir bestätigen unser Votum „Kauf“.

23. Juli 2020

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Amundi ETF Asset Management
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Indien
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung EUR
Ertragsverwendung Thesaurierend
WKN / ISIN A2H57G / LU1681043086
Fondsauflage 18.04.2018
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse E
Sparplan -
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 30.09.2020
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 -7,75% / - / -
Volatilität (3 Jahre)3 -
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,80%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,80%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Kosteninformation

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Eine auf die jeweilige Transaktion bezogene Aufstellung der Gesamtkosten („Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“) erhalten Sie rechtzeitig vor Auftragserteilung. Die „Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“ beinhaltet neben den beim Kauf und Verkauf anfallenden Kosten und den laufenden Fondskosten als Teil der Produktkosten auch zusätzliche Kostenbestandteile wie z.B. ein eventuelles Depot- bzw. Pauschalentgelt und Produktkosten, sowie die Auswirkung der Gesamtkosten auf die Rendite der Anlage.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Aktien bieten auf lange Sicht überdurchschnittliches Renditepotenzial verglichen mit anderen Anlageklassen
  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen begünstigt werden
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen belastet werden
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds