db x-trackers MSCI World Utilities Index UCITS ETF (DR)

Haben die europäischen Versorger 2016 den Tiefpunkt gesehen?

Votum: Halten

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Strom-Großhandelspreise verharren auf historisch niedrigem Niveau
  • Insgesamt schwache Nachfrage bei Strom und Gas
  • Physische Index-Nachbildung

20.10.2017

Investmentansatz

Anlageziel des db x-trackers MSCI World Utilities Index UCITS ETF

Der db x-trackers MSCI World Utilities Index UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds (Exchange Traded Fund). Das Anlageziel des ETF besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des MSCI World Utilities Total Return Net Index anknüpft.

MSCI World Utilities TRN Index

Der Index bildet die Wertentwicklung von im MSCI WORLD Index enthaltenen und nach dem Global Industry Classification Standard (GICS®) in die Kategorie Utilities (Versorger) eingestuften Unternehmen nach. Dabei bildet der Index 85% der frei verfügbaren Aktien aus diesem Sektor ab.

Bei dem Index handelt es sich um einen Total Return Net Index. Dieser berechnet die Wertentwicklung der Indexbestandteile unter der Annahme, dass alle Dividenden und Ausschüttungen nach Abzug gegebenenfalls anfallender Steuern reinvestiert werden.

Physische Replikation des Index

Physische Replikation baut auf der Grundidee des Indexnachbaus auf. Dabei wird ein ETF so zusammengestellt, dass er tatsächlich die Anteile aller Wertpapiere enthält, die sich auch im zugrunde liegenden Index finden.

Allerdings ist ein Index kein statisches Gebilde und verändert sich im Detail. So bleibt die Gewichtung einzelner Aktien entsprechend ihrer Marktkapitalisierung und Entwicklung nicht auf Dauer gleich. Zudem werden immer wieder einzelne Titel ausgetauscht. Die einen verlassen den Index, andere kommen neu hinzu. Um diese Dynamik nachzuvollziehen, gilt es beim db x-trackers MSCI World Utilities Index UCITS ETF (DR) nach einer bestimmten Zeit die Gewichtungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen und einzelne Titel auszutauschen.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft db x-trackers
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Versorger
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausländisch thesaurierend
WKN A113FJ
ISIN IE00BM67HQ30
Kosten
Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
TER2 0,36%

1 Fließen an die Commerzbank

2 Total Expense Ratio, Gesamtkosten nach Angabe der Fondsgesellschaft für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr

Nicht mehr zeitgemäßes Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Versorger ist nicht erst seit Fukushima angeschlagen. Es befindet sich in einem radikalen Wandel und bleibt zudem extrem politisch beeinflusst. Dabei ist weiter nicht klar, welche geschäftspolitische Richtung genau eingeschlagen wird. Dementsprechend kann kaum mit historischen Bewertungsvergleichen argumentiert werden. Auch eine mittlere Dividendenrendite von 4,1%, die noch deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt, sorgt nicht für uneingeschränkte Attraktivität.

Sinkende Strompreise

Allein die Strompreisschwäche, die durch auslaufende Strompreisfixierungen in den kommenden Jahren erst wirklich belasten wird, dürfte dazu führen, dass Dividendenkürzungen, intensive Kostensenkungsprogramme und möglicherweise auch Kapitalmaßnahmen notwendig sein werden. Der allgemeine Strombedarf ist rückläufig und dieser Trend sollte sich weiter fortsetzen. Die vorrangige Einspeisung von Erneuerbaren Energien und die bereits bestehenden Überkapazitäten verstärken diese Entwicklung. Allerdings stiegen zuletzt die Futures auf die Strom-Großhandelspreise wieder an.

Auf der anderen Seite sitzen viele Konzerne auf Kraftwerken, die kaum mehr in unsere Zeit passen. Kohlekraftwerke sind extrem umweltbelastend und nicht flexibel einsetzbar, Gaskraftwerke schreiben hohe Verluste und Atomkraftwerke werden politisch extrem kontrovers diskutiert. Der Atomausstieg in Deutschland führt zu massiven finanziellen Belastungen durch den Rückbau. Die verbliebenen Meiler unterliegen kostenintensiven Sicherheitsvorgaben. Die Erzeugung alternativer Energien steht immer noch am Anfang und kann weltweit nur einen Bruchteil des Energiebedarfs abdecken und zusätzlich ist das Problem der Speicherung mittels eines kommerziell nutzbaren Verfahrens noch nicht gelöst.

Dilemma und Lösungsansätze

Die Versorger stehen letztendlich vor der Quadratur des Kreises: Die Energiewende umsetzen, entsprechende Investitionen finanzieren, aber auch gleichzeitig den aktuellen Bedarf mit nicht mehr zeitgemäßen Kraftwerken sicherstellen. RWE ist quasi ein (negatives) Musterbeispiel für diesen Prozess. Während die Essener zuerst versuchten, Schritt für Schritt über Beteiligungsverkäufe und Kostenprogramme aus dem krisenbehafteten alten Geschäftsmodell herauszukommen, ging Wettbewerber E.ON gleich einen radikaleren Weg. 2016 wurde der Konzern aufgespaltet in die unter Uniper firmierenden Kraftwerkaktivitäten sowie in die neu ausgerichtete E.ON SE mit Ökostrom, Vertrieb und Energiedienstleistungen.

Schlimmer geht (n)immer!?

2016 war ein extrem ereignisreiches Jahr für die Stromversorger. Neben den Unternehmensabspaltungen und Börseneinführungen wurden auch umfangreiche interne Umbaumaßnahmen beschlossen. Die Dividendenpolitik wurde angesichts der zahlreichen Belastungsfaktoren neu ausgerichtet. Vor allem die deutschen Versorger waren Milliardenabschreibungen unterworfen und fuhren teilweise Rekordverluste ein.

Ob diese Zäsur dann auch die Wende zum Positiven bedeutet, muss zumindest in Frage gestellt werden. Der Margenverfall in der konventionellen Stromerzeugung wird sich angesichts der bereits getätigten Terminverkäufe fortsetzen, die Erträge im Handelsgeschäft sind starken Schwankungen ausgesetzt. Überdies müssen sich die Konzernleitungen wegen der steigenden Zinsen Sorgen machen. Somit bleibt das Umfeld für die Versorger und die vor ihnen liegenden Aufgaben sehr schwierig.

Fazit

Die Versorger mussten in den letzten Jahren immer wieder neue Rückschläge hinnehmen. Die überholten Geschäftsmodelle sowie die kostenintensive und langwierige Umstellung auf alternative Energien und die Strompreisproblematik waren bereits belastend genug. Dazu addieren sich neue regulatorische Bürden, ein schwieriger CO2-Handel und immer wieder aufkommende Diskussionen wegen der Ausschüttungsquoten. Im aktuellen Umfeld kommt verstärkt Konsolidierungsphantasie auf. Wir votieren den ETF mit „Halten“.

Investition im Portfoliokontext

Wer eine Geldanlage plant, sollte diese nach den Gesichtspunkten Risiko, Ertrag und Liquidität beurteilen. Hier kann keine generelle Empfehlung erfolgen, da jeder Anleger eigene Vorstellungen und Voraussetzungen bezüglich dieser Werte hat. Aus diesem Grund kann trotz unserer aktuellen Empfehlung, z.B. aufgrund von Portfoliodiversifizierung, eine Anlage in den db x-trackers MSCI World Utilities Index UCITS ETF (DR) sinnvoll sein.

20. Oktober 2017

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft db x-trackers
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Versorger
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausländisch thesaurierend
WKN / ISIN A113FJ / IE00BM67HQ30
Fondsauflage 22.03.2016
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produktrisikokategorie E
Sparplan ab 25 EUR
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 19.11.2017
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 +12,93% / - / -
Volatilität (3 Jahre)3 -
Kosten
Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,45%
Performanceabhängige Vergütung -
TER2 0,36%
Laufende Vertriebsprovision1 -

1 Fließen an die Commerzbank

2 Total Expense Ratio, Gesamtkosten nach Angabe der Fondsgesellschaft für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

Chancen & Risiken

Chancen

  • Aktien bieten auf lange Sicht überdurchschnittliches Renditepotenzial verglichen mit anderen Anlageklassen
  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen begünstigt werden
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen belastet werden
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds