Xtrackers MSCI World Utilities UCITS ETF

Relativ gut gefeit gegen Corona-Einflüsse

Votum: Kauf

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Drastische Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramme beginnen zu wirken
  • Trend hin zu konstanten Erträgen aus staatlich reguliertem Geschäft
  • Vergleichsweise attraktive Ausschüttungspolitik
  • Physische Index-Nachbildung

13.08.2020

Investmentansatz

Anlageziel des Xtrackers MSCI World Utilities UCITS ETF

Der Xtrackers MSCI World Utilities UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds (Exchange Traded Fund). Das Anlageziel des ETF besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des MSCI World Utilities Total Return Net Index anknüpft.

MSCI World Utilities TRN Index

Der Index bildet die Wertentwicklung von im MSCI WORLD Index enthaltenen und nach dem Global Industry Classification Standard (GICS®) in die Kategorie Utilities (Versorger) eingestuften Unternehmen nach. Dabei bildet der Index 85% der frei verfügbaren Aktien aus diesem Sektor ab.

Bei dem Index handelt es sich um einen Total Return Net Index. Dieser berechnet die Wertentwicklung der Indexbestandteile unter der Annahme, dass alle Dividenden und Ausschüttungen nach Abzug gegebenenfalls anfallender Steuern reinvestiert werden.

Physische Replikation des Index

Physische Replikation baut auf der Grundidee des Indexnachbaus auf. Der Xtrackers MSCI World Materials UCITS ETF investiert in alle oder eine repräsentative Auswahl der Wertpapiere des zugrunde liegenden Index (Optimised Sampling).

Allerdings ist ein Index kein statisches Gebilde und verändert sich im Detail. So bleibt die Gewichtung einzelner Aktien entsprechend ihrer Marktkapitalisierung und Entwicklung nicht auf Dauer gleich. Zudem werden immer wieder einzelne Titel ausgetauscht. Die einen verlassen den Index, andere kommen neu hinzu. Um diese Dynamik nachzuvollziehen, gilt es beim Xtrackers MSCI World Utilities UCITS ETF nach einer bestimmten Zeit die Gewichtungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen und einzelne Titel auszutauschen.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Xtrackers (IE) plc.
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Versorger
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Thesaurierend
WKN A113FJ
ISIN IE00BM67HQ30
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,30%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

Seit Beginn der Pandemie andauernde relative Schwäche

Nach einem sehr starken Jahresstart, in Deutschland beflügelt durch den Braunkohlekompromiss, kippte das Anlegerinteresse für Versorger und seit dem weltweiten Ausbruch der Pandemie zeigt die relative Stärke der Branche konstant nach unten. Erst Mitte Juli konnte dieser Negativtrend etwas gebremst werden.

Allerdings gibt es dabei deutliche Performanceunterschiede zwischen USVersorgern und den Konzernen im Euroraum. Während erstere deutlich schwächer als der Gesamtmarkt performen, weisen die europäischen Versorger in diesem Jahr dank des starken Auftakts eine noch immer positive Entwicklung auf. Vor allem in der zweiten Hälfte des Januars, als die Unsicherheit wegen der steigenden Fallzahlen in China anstieg, wiesen die Versorger des Euroraums eine um mehr als 10% bessere Kursentwicklung als der Eurostoxx 50 auf.

Nicht mehr zeitgemäßes Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Versorger befindet sich in einem radikalen Wandel und bleibt zudem extrem politisch beeinflusst. Dabei war lange Zeit nicht immer klar, welche geschäftspolitische Richtung genau eingeschlagen werden sollte. Dementsprechend kann kaum mit historischen Bewertungsvergleichen argumentiert werden. Auch eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3,8%, die deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt, sorgt nicht für uneingeschränkte Attraktivität. Inzwischen zeichnet sich aber eine klare neue Geschäftsausrichtung ab: Sukzessiver Abbau umweltbelastender Kraftwerke und starke Investitionen in Erneuerbaren Energien in möglichst regulierten Geschäftsfeldern.

Kohlekommission befürwortet Kohleausstieg bis spätestens 2038

Auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung schreitet in Deutschland voran. Die eingesetzte Kohlekommission legte Ende Januar 2019 ihren Abschlussbericht vor, der einen sozialverträglichen Vorschlag für einen sukzessiven Rückbau der Braun- und Steinkohlekraftwerke enthält, welcher nun Grundlage für ein neues Gesetz wird. Der jetzt getroffene Braunkohle- Kompromiss, der alleine RWE als Gegenleistung für den Abbau von ca. 5 Gigawatt (zwei Drittel der vorhandenen Kapazität) Kraftwerksleistung eine Entschädigung von 2,6 Mrd. Euro zusichert, zeigt, dass der Ausstieg sukzessive vorangetrieben wird.

Anfang Juli 2020 wurde nun auch das Gesetz zum Kohleausstieg von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Während es keine Änderungen hinsichtlich der bisher geplanten Entschädigungszahlungen bei Braunkohle gab, wurden bei Steinkohle für jüngere Kraftwerke attraktivere Konditionen und Umrüstungsanreize verhandelt.

Positives Geschäftsjahr 2019

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2019 bestätigten weitestgehend das Vorjahresergebnis. Der Stromerzeuger RWE konnte bereits einen überzeugenden Jahresauftakt hinlegen, die Dividende wurde wie geplant erhöht. Die Stromhändler Innogy und E.ON litten unter den neu eingeführten Preisobergrenzen in Großbritannien. Engie wiederum enttäuschte wegen witterungsbedingt schwächerer Zahlen. Nach starken Neunmonatszahlen hob RWE erneut den Ausblick an. E.ON nach Zahlen, die im Rahmen der Erwartungen lagen, ebenfalls. Enel steigerte nach solidem Geschäftsverlauf die Dividende und Engie konnte mit dem Zwischenausausweis nach neun Monaten den schwachen Jahresauftakt in den Hintergrund drängen.

Corona-Jahr 2020

Im Gegensatz zu anderen Industrien waren die Auswirkungen der Pandemie bei den europäischen Versorgern überschaubar. Eine leicht rückläufige Stromnachfrage, coronabedingte Zahlungsaufschübe und regulatorischen Belastungen im Zusammen mit dem Virus waren die wichtigsten Einschränkungen. Lediglich bei Engie wurden im April der Jahresausblick und Dividende für 2019 gestrichen. Inzwischen hat Enel seine Geschäftsziele gesenkt, hält aber an seiner Dividendenpolitik fest.

Die bisher vorliegenden Halbjahreszahlen von Iberdrola, Engie und Enel weisen dann doch stärkere coronabedingte Belastungen des zweiten Quartals aus. Allerdings bleiben die Ergebnisse weitestgehend im Rahmen der Erwartungen.

Am Beispiel der deutschen Konzerne zeigt sich gleichermaßen Attraktivität und Dilemma der Versorger. Auch wenn die defensiven Qualitäten der Versorger meist nur in Extremsituationen gefragt sind, sehen wir insbesondere in Europa selektive Chancen insbesondere für die Unternehmen des Sektors, die ihren Konzernumbau schnell und geradezu revolutionär vorangetrieben haben. Die damit erlangte Rückführung der Verschuldung und den Start von Wachstumsinitiativen in Richtung erneuerbare Energien sollte der Markt zukünftig höher bewerten.

Die durch die Pandemie entstandenen Belastungen sind gegenüber anderen Industrien überschaubar. Droht eine zweite Welle und damit ein erneuter konjunktureller Einbruch, könnten somit die defensiven Qualitäten wieder in den Vordergrund rücken.

Fazit

Die Versorger mussten in den letzten Jahren viele Rückschläge hinnehmen. Die überholten Geschäftsmodelle sowie die kostenintensive und langwierige Umstellung auf alternative Energien und die Strompreisproblematik waren bereits belastend genug. Dazu addieren sich regulatorische Bürden, ein schwieriger CO2-Handel und immer wieder aufkommende Sorgen um die Ausschüttungsquoten. Dagegen stehen vergleichsweise überschaubare Corona-Belastungen und defensive Qualitäten. Wir votieren weiterhin mit „Kauf“.

13. August 2020

Struktur nach Regionen

Ladevorgang...

Top Holdings

Ladevorgang...

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Xtrackers (IE) plc.
Fondstyp Aktienfonds
Anlagesegment Versorger
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Thesaurierend
WKN / ISIN A113FJ / IE00BM67HQ30
Fondsauflage 22.03.2016
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse E
Sparplan ab 25 EUR
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 23.09.2020
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 -9,50% / +17,32% / -
Volatilität (3 Jahre)3 19,38%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,30%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,30%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Kosteninformation

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Eine auf die jeweilige Transaktion bezogene Aufstellung der Gesamtkosten („Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“) erhalten Sie rechtzeitig vor Auftragserteilung. Die „Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“ beinhaltet neben den beim Kauf und Verkauf anfallenden Kosten und den laufenden Fondskosten als Teil der Produktkosten auch zusätzliche Kostenbestandteile wie z.B. ein eventuelles Depot- bzw. Pauschalentgelt und Produktkosten sowie die Auswirkung der Gesamtkosten auf die Rendite der Anlage.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Aktien bieten auf lange Sicht überdurchschnittliches Renditepotenzial verglichen mit anderen Anlageklassen
  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen begünstigt werden
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap)
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen belastet werden
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds