Sparbuch auflösen: Möglichkeiten, Zinsen und Tipps!

Ein Sparbuch bietet heute kaum noch Zinsen und ist als Geldanlage nicht mehr lukrativ. Deshalb sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihr Sparbuch auflösen. Wie Sie das tun können und welche alternativen Sparmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.

Vogelperspektive auf einen Tisch auf dem Laptop, Münzen, Dokumente und ein Taschenrechner stehen.

Lohnt sich das altbewährte Sparbuch noch?

Ein Sparbuch galt lange Zeit als sichere Geldanlage. Heute sind die Sparzinsen jedoch bei null angelangt und durch die Inflation können Sie mit einem Sparbuch sogar Geld verlieren. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Bankkunden für das Auflösen und die Kündigung ihrer Sparbücher. Manche Direktbanken bieten zwar noch eine marginale Verzinsung für Spareinlagen, aber diese ist geringer als die Inflationsrate.

Das klassische Sparbuch

Ein klassisches Sparbuch in Papierform wird heute kaum noch von Banken angeboten. Vor wenigen Jahrzehnten war das Sparbuch jedoch eine der beliebtesten Geldanlageformen. In den 80er-Jahren gab es für das klassische Sparbuch noch Zinsen von rund 2% p.a. Einzahlungen und Auszahlungen waren jederzeit möglich und auch Eltern oder Großeltern konnten Beträge auf das Sparbuch des Kindes oder Enkelkindes einzahlen. Die Zinsen waren relativ fix und unterlagen damals keinen großen Schwankungen wie Anlageprodukte auf den Kapitalmärkten.

Bei einem Sparbuch oder einem Sparkonto können Sie lediglich Geld einzahlen und abheben. Es sind jedoch keine Finanztransaktionen wie Überweisungen möglich. Zudem ist die Summe, die Sie von einem klassischen Sparkonto beheben können, in den meisten Fällen begrenzt. Wenn Sie mehr Geld benötigen, müssen Sie das Sparbuch zwangsläufig auflösen, wofür manchmal auch Vorschusszinsen anfallen. Dafür sind vor allem die vorgeschriebenen Kündigungsfristen verantwortlich. Für die Neueröffnung eines Sparbuchs gibt es heute so gut wie keine Zinsen mehr. Manche Bankinstitute bieten lediglich Mikrozinsen mit einem Zinssatz von 0,1% jährlich an. Da die Inflationsrate jedoch höher ist, lohnt sich das Sparbuch als Geldanlage nicht mehr. Wenn Sie Geld mittel- oder langfristig gewinnbringend anlegen möchten, stehen Ihnen Alternativen zur Verfügung. Ihre Sparbücher können Sie getrost auflösen.

Wie kündige ich mein Sparbuch?

Der erste Schritt ist, das Sparbuch aufzulösen. Die Kündigung müssen Sie schriftlich bei Ihrer Bank einreichen. Alternativ dazu können Sie auch in Ihre Bankfiliale gehen und dort das Sparbuch auflösen. Das Geld auf dem Sparbuch können Sie nach dem Auflösen und nach dem Ablauf der Kündigungsfrist auf ein anderes Konto überweisen lassen. Allerdings gelten bei Sparbüchern meist Kündigungsfristen von drei Monaten. Bei älteren Sparbüchern ist diese Kündigungsfrist jedoch oft länger. Erst nach Ablauf dieser Kündigungsfrist können Sie das Sparbuch auflösen. Um die genauen Bedingungen für die Kündigung zu erfahren oder die Dauer der jeweiligen Kündigungsfrist, sollten Sie den Vertrag durchlesen oder Ihren Bankberater bzw. Ihre Bankberaterin fragen. Im Sparvertrag sind neben der Kündigungsfrist auch die fälligen Vorschusszinsen einsehbar.

Tipps zur Kündigung

Wenn Sie ein Sparbuch auflösen möchten, können Sie dies auf zwei Wegen tun. In den meisten Fällen füllen Sie ein Formular zur Kündigung bei der jeweiligen Bankfiliale aus. Alternativ dazu können Sie sich dieses Formular auch von der Bank zusenden lassen und es per Post an die Bank zurücksenden. Bei einigen Bankfilialen können Sie Ihr Sparbuch auch auf elektronischem Weg kündigen und auflösen. Wenn Sie das Sparbuch auflösen, können Sie den Geldbetrag entweder auf Ihr Girokonto umbuchen lassen oder sich den Betrag bar bei der Bank abholen. Wenn Sie ein Sparbuch schriftlich auflösen, sollten Sie dabei auf folgende Punkte achten.

  • Geben Sie den Namen und die Adresse der Bank oder der Bankfiliale an.
  • Geben Sie Ihren Namen und Ihre Adresse bekannt.
  • Nennen Sie das Datum für die Kündigung.
  • Schreiben Sie in der Betreffzeile einen Hinweis auf die Kündigung des Sparbuchs mit der dazugehörigen Kontonummer.
  • Geben Sie die Daten für Ihr Girokonto an, um den Betrag vom Sparbuch zu überweisen.
    Unterschreiben Sie den Antrag

Falls Sie ein Formular der Bank verwenden, finden Sie darauf bereits die notwendigen Felder für die Angabe aller notwendigen Daten. Wenn Sie das Sparbuch per Post auflösen möchten, sollten Sie dies mit einem eingeschriebenen Brief tun und Ihr Sparbuch beilegen. Am besten erfolgt die Kündigung jedoch direkt in der Filiale Ihrer Bank.
Darüber hinaus müssen Sie die geltenden Kündigungsfristen einhalten. Bei einem herkömmlichen Sparbuch beträgt die Kündigungsfrist meistens 3 Monate. Benötigen Sie Ihr Geld sofort, müssen Sie Vorschusszinsen zahlen. Die Vorschusszinsen im Rahmen der Kündigungsfrist werden von den Zinsen abgerechnet, die Sie für die Restlaufzeit erhalten hätten. Die Höhe der Vorschusszinsen beläuft sich auf 25% der Zinssumme. Der Zinssatz für die Vorschusszinsen variiert allerdings. Vor allem bei älteren Sparbüchern gelten oft Sonderkonditionen, die Sie beachten müssen, wenn Sie das Sparbuch auflösen.

So vermeiden Sie Vorschusszinsen

Wenn Sie ein Sparbuch auflösen und dabei Vorschusszinsen vermeiden möchten, können Sie in gewissen zeitlichen Abständen Höchstsummen vom Sparbuch beheben, welche von der Bank festgelegt sind. Die meisten Banken gewähren Behebungen bis zu 2.000€ ohne Vorschusszinsen. Da der Zinssatz für jüngere Sparbücher heute ohnehin sehr gering ist, fallen hier auch die zu zahlenden Vorschusszinsen gering aus.

Alternativen zum Sparbuch

Der große Vorteil eines Sparbuchs lag ursprünglich vor allem in der Sicherheit des Geldes. Die Banken unterliegen einer sogenannten Einlagensicherung. Gelder auf Sparbüchern waren bis zu einer Einlage von 100.000€ staatlich gedeckt. Das gilt jedoch auch für alle alternativen Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld. Aus diesem Grund müssen Sie sich auch bei anderen Anlageformen keine Sorgen machen.

Die Sparcard

Im Zuge der Digitalisierung wurde das Sparbuch in Papierform langsam durch die Sparcard ersetzt. Die Sparcard gibt es heute im Scheckkartenformat. Allerdings unterscheidet sich diese Sparcard von einem herkömmlichen Sparbuch oder Sparkonto. Während Sie bei einem herkömmlichen Sparkonto nur den Vertrag dafür erhalten, bekommen Sie bei der Sparcard eine eigene Plastikkarte mit Bankomatkartenfunktion. Bei einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto können Sie direkt kein Geld abheben, sondern müssen dieses auf ein Referenzkonto überweisen lassen. Mit der Sparcard schließt sich die Lücke zwischen einem Girokonto und einem Sparkonto.

Geldanlage in Tagesgeld

Geld, das Sie auf einem Tagesgeldkonto anlegen, ist täglich verfügbar. Sie erhalten dafür einen bestimmten Zinssatz. Dieser Zinssatz ist allerdings variabel und kann von der jeweiligen Bank jederzeit geändert werden. Das Tagesgeldkonto eignet sich vor allem dann, wenn Sie Geld kurzfristig sicher parken wollen und das Sie abseits Ihres Girokontos aufbewahren. Das Tagesgeld ist die ideale Anlageform, um Geld regelmäßig auf die Seite zu legen.

Geldanlage in Festgeld

Eine weitere Alternative zum konventionellen Sparbuch stellt das Festgeld dar. Diese Form der Geldanlage eignet sich, wenn Sie Geld mittelfristig anlegen möchten. Der Zeitraum für die Anlage in Festgeld bewegt sich dabei zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Dafür gibt Ihnen die Bank höhere Zinsen auf Ihr Guthaben. Die Rendite, die Sie mit einer Festgeldanlage erzielen können, hängt allerdings von der aktuellen Entwicklung des Zinssatzes ab. Außerdem ist dieses Geld für den gewählten Zeitraum gebunden. Die Flexibilität ist im Gegensatz zum Tagesgeldkonto eingeschränkt.

Geldanlage in Wertpapiere

Eine mögliche Alternative zur längerfristigen Geldanlage bilden Wertpapiere. Allerdings eignen sich für eine sichere Geldanlage nicht alle Wertpapiere. Dennoch ist eine mittel- bis langfristige Geldanlage in Wertpapiere oft mit einer sehr lukrativen Rendite verbunden. Viele Banken bieten heute auch sogenannte ETF-Sparpläne oder Fondssparpläne an. Diese haben den Vorteil eines gestreuten Portfolios. Damit wird das Risiko auf mehrere Aktien oder andere Wertpapiere verteilt.

Finanztipp

Wenn Sie auf Wertpapiere setzen möchten, sollten Sie ein entsprechendes Wertpapierdepot eröffnen. Sie können jedoch auch einen Fonds- oder einen ETF-Sparplan ins Auge fassen. Mit einem Fondssparplan oder einem ETF-Sparplan schützen Sie Ihr Geld vor der Inflation und können eine höhere Rendite erzielen.

Welche Alternative zum Sparbuch ist die beste?

Welche Anlageform Sie als Alternative zum Sparbuch wählen, bleibt Ihnen überlassen. Es hängt jedoch viel davon ab, welche Beträge Sie sparen wollen und wie flexibel die Geldanlage sein soll.

Vor- und Nachteile beim Tagesgeld

Täglich fälliges Geld können Sie als Tagesgeld anlegen. Die Vorteile des Tagesgeldes liegen in der ständigen Verfügbarkeit Ihres Guthabens sowie in der unlimitierten Höhe. Zudem gibt es keine Kündigungsfristen wie bei Sparkonten oder einem Sparbuch. Sie müssen das Tagesgeldkonto daher nicht auflösen. Außerdem werden Tagesgeldkonten meist kostenlos angeboten. Da das Tagesgeld der Einlagensicherung unterliegt, bietet es auch die größtmögliche Sicherheit für Ihr Geld.

Der Nachteil eines Tagesgeldkontos besteht in erster Linie in den relativ niedrigen Zinsen im Vergleich zu einem Festgeldkonto.

Vor- und Nachteile beim Festgeld

Ein Festgeldkonto bietet den Vorteil höherer Zinsen. Die Höhe des Zinssatzes hängt von der vereinbarten Laufzeit der Festgeldanlage ab. Während der Laufzeit bleibt dieser Zinssatz auch unverändert. Auch beim Festgeld gilt die Einlagensicherung.

Der Nachteil beim Festgeld liegt in der mangelnden Flexibilität. Ihr Geld muss für den festgelegten Zeitraum gebunden bleiben. Zudem können die Zinsen auf dem Geld- und Kapitalmarkt in der Zwischenzeit auch steigen. In diesem Fall können Sie von den steigenden Zinsen jedoch nicht profitieren.

Vor- und Nachteile bei Wertpapieren

Wertpapiere eignen sich in erster Linie als mittel- bis langfristige Geldanlage. Die Rendite ist bei Wertpapieren meist höher als bei Festgeldkonten oder Sparkonten. Wenn Sie in Aktien oder andere Wertpapiere des Kapitalmarktes anlegen, sollten Sie bereits über entsprechende Kenntnisse verfügen. Für Anfängerinnen und Anfänger eignet sich diese Form der Geldanlage weniger. Zudem bergen Wertpapiere immer die Gefahr eines Verlusts in sich. Sie können allerdings in Aktienfonds, Sparfonds oder ETF-Fonds investieren. Hier können Sie bereits mit kleineren Beträgen einsteigen und das Risiko ist begrenzt.

Alternative Geldanlagen statt Sparbücher

Die klassischen Sparbücher haben heute ausgedient. Als Geldanlage und Mittel zur Geldvermehrung ist diese Anlageform nicht mehr geeignet. Aus diesem Grund sollten Sie die Kündigung des Sparbuchs in Erwägung ziehen und sich nach alternativen Anlagemöglichkeiten umsehen. Dafür eignen sich beispielsweise Tagesgeldkonten, Festgeldkonten oder die Sparcard. Wenn Sie ein Sparbuch auflösen wollen, ist für die Kündigung die Schriftform erforderlich. Das Geld können Sie dann auf Ihr Girokonto überweisen lassen.