Sparen für Kinder, Ein guter Start in die Zukunft: So sparen Sie für Ihre Kinder
Ob Führerschein, Studium oder die erste Wohnung: Wer früh anfängt zu sparen, kann Schritt für Schritt ein finanzielles Polster für die Zukunft des Nachwuchses aufbauen.
Sparen für Kinder, Das Wichtigste in Kürze
- Bevor eine Spar- oder Anlageform ausgewählt wird, sollte zunächst das Sparziel festgelegt werden.
- Schon kleine regelmäßige Sparbeträge können über viele Jahre helfen, Vermögen für Führerschein, Studium oder den Berufseinstieg aufzubauen.
- Wer auf den Namen des Kindes Geld anlegt, kann steuerliche Freibeträge nutzen, sollte aber auch mögliche Auswirkungen auf BAföG und Familienversicherung kennen.
Warum es sich lohnt, früh für Kinder zu sparen
Viele Eltern und Großeltern möchten Kinder später bei wichtigen Lebenszielen finanziell unterstützen. Wer früh mit dem Sparen beginnt, verteilt die Sparleistung auf viele Jahre und kann bereits mit kleinen regelmäßigen Beträgen mit der Zeit Vermögen aufbauen.
Ein langer Anlagehorizont bietet zudem mehr Flexibilität bei der Auswahl geeigneter Spar- und Anlageformen. Erträge können über die Jahre erneut angelegt werden und so den Vermögensaufbau unterstützen.
Erst das Sparziel, dann die Geldanlage
| SparzielFührerschein | Typischer Zeitraumbis 18 Jahre | Mögliche LösungTagesgeld, Festgeld, Wertpapier-Sparplan |
| SparzielStudium | Typischer Zeitraum18+ Jahre | Mögliche LösungWertpapier-Sparplan |
| SparzielAuslandsjahr | Typischer Zeitraum10-15 Jahre | Mögliche LösungKombination verschiedener Lösungen (s.o.) |
| SparzielErste Wohnung | Typischer Zeitraumbis 25 Jahre | Mögliche LösungWertpapier-Sparplan |
Einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten finden Sie im Ratgeber „Geldanlage für Kinder“.
Praxisbeispiel, Sparen für den Führerschein
Der Führerschein gehört zu den häufigsten Sparzielen für Kinder beziehungsweise Jugendliche. Da zwischen Geburt und Volljährigkeit viele Jahre liegen, können bereits kleine regelmäßige Sparraten ausreichen, um Schritt für Schritt Kapital aufzubauen.
Praxisbeispiel:
Die Eltern von Leon möchten sicherstellen, dass ihr Sohn den Führerschein später nicht komplett selbst finanzieren muss. Deshalb richten sie direkt nach seiner Geburt einen monatlichen Wertpapier-Sparplan über 25 Euro ein.
Bis zu seinem 18. Geburtstag zahlen sie insgesamt:
- 25 Euro pro Monat
- 300 Euro pro Jahr
- 5.400 Euro eigene Einzahlungen in 18 Jahren
Erzielt der Wertpapier-Sparplan im Durchschnitt 6 % Rendite pro Jahr, könnte daraus bis zum 18. Geburtstag ein Vermögen von rund 9.700 Euro entstehen.
Die tatsächliche Wertentwicklung kann jedoch höher oder niedriger ausfallen, da Kapitalanlagen Marktschwankungen unterliegen und vergangene Wertentwicklungen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Zukunft zulassen.
Damit ließen sich nicht nur die Kosten für den Führerschein finanzieren, sondern möglicherweise auch weitere Ausgaben rund um Ausbildung oder Berufseinstieg.
Da zwischen Geburt und Auto-Führerschein 17 bis 18 Jahre liegen, können Eltern mit einer vergleichsweise kleinen monatlichen Sparrate starten. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, den Betrag später zu erhöhen – etwa, wenn sich das Familieneinkommen ändert oder Geldgeschenke von Großeltern hinzukommen.
Tipp: Werden Erträge zusätzlich wiederangelegt – bei einem thesaurierenden ETF geschieht dies zum Beispiel automatisch, bei einem ausschüttenden Fonds mittels automatischer Wiederanlage –, könnte Leon zum 18. Geburtstag ein noch höheres Vermögen zur Verfügung stehen. Grund dafür ist der sogenannte Zinseszinseffekt: Erträge bleiben investiert und können ihrerseits weitere Erträge erwirtschaften. Über viele Jahre kann dies den Vermögensaufbau zusätzlich unterstützen.
Sparziele mit dem Sparplanrechner simulieren
Ob sparen für den Führerschein, fürs Studium oder die erste eigene Wohnung: Wie viel Kapital bis zum gewünschten Sparziel aufgebaut werden kann, hängt von Sparrate, Laufzeit und möglichen Erträgen ab. Mit dem Sparplanrechner der Commerzbank können Eltern, Großeltern und Paten verschiedene Szenarien durchspielen und simulieren, wie sich regelmäßige Einzahlungen über viele Jahre entwickeln können.
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Sparen auf den Namen des Kindes: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Nutzung eigener steuerlicher Freibeträge: Kinder verfügen grundsätzlich über eigene steuerliche Freibeträge. Dadurch können Kapitalerträge unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise steuerfrei bleiben.
- Vermögen wird frühzeitig dem Kind zugeordnet: Das angesparte Geld gehört von Anfang an dem Kind. Dadurch kann gezielt Vermögen für spätere Ziele aufgebaut werden.
Nachteile
- Mit Volljährigkeit erhält das Kind die Verfügungsgewalt: Ab dem 18. Geburtstag kann der Nachwuchs grundsätzlich selbst über das angesparte Vermögen entscheiden – unabhängig davon, wofür es ursprünglich vorgesehen war.
- Auswirkungen auf BAföG und Familienversicherung: Vermögen und Kapitalerträge des Kindes können unter bestimmten Voraussetzungen bei staatlichen Leistungen oder der beitragsfreien Familienversicherung berücksichtigt werden.
Mehr wissen, BAföG und Familienversicherung – das müssen Sie beachten
BAföG
Bei einem späteren BAföG-Antrag kann vorhandenes Vermögen des Studierenden berücksichtigt werden. Für Studierende unter 30 Jahren gilt derzeit ein Vermögensfreibetrag von 15.000 Euro.1
Familienversicherung
Kapitalerträge können unter bestimmten Voraussetzungen Auswirkungen auf die beitragsfreie Familienversicherung haben. Ob dies im Einzelfall relevant wird, hängt von den persönlichen Verhältnissen und den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen ab.
Tipp: Vor größeren Einmalanlagen oder bei hohem Depotvermögen kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein. Hier können Sie Ihre persönliche Beratung vereinbaren.
FAQ, Häufige Fragen zum Sparen für Kinder
Wie viel Geld Eltern oder Großeltern monatlich sparen sollten, hängt vor allem vom Sparziel, dem verfügbaren Budget und dem Anlagehorizont ab. Bereits kleine Beträge können über viele Jahre hinweg ein beachtliches Vermögen aufbauen. Werden Erträge zusätzlich angelegt und erzielen wiederum neue Erträge, kann das Endvermögen deutlich höher ausfallen.
Sowohl regelmäßige Sparraten als auch einmalige Einzahlungen können sinnvoll sein:
- Regelmäßiges Sparen: Monatliche Sparraten als Dauerauftrag vom Girokonto lassen sich oft leichter in den Familienalltag integrieren und helfen dabei, Schritt für Schritt Vermögen aufzubauen.
- Einmalige Einzahlungen: Geldgeschenke zur Geburt, Taufe oder zum Geburtstag können direkt für das Kind angelegt werden und haben bei langen Laufzeiten viel Zeit, um Erträge zu erwirtschaften.
- Kombination beider Varianten: Viele Familien verbinden regelmäßige Sparraten mit zusätzlichen Einzahlungen von Großeltern, Paten oder Verwandten.
Lesen Sie dazu auch: ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Was lohnt sich mehr?
Kinder verfügen grundsätzlich über eigene steuerliche Freibeträge. Dadurch können Kapitalerträge unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise steuerfrei bleiben. Diese Möglichkeiten gibt es (Stand: Juni 2026):2
- Sparer-Pauschbetrag: Für Kinder kann ein eigener Freistellungsauftrag eingerichtet werden. Kapitalerträge bleiben dadurch bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei.
- Grundfreibetrag: Zusätzlich steht Kindern grundsätzlich ein eigener steuerlicher Grundfreibetrag in Höhe von 12.348 Euro pro Jahr zu. Einkommen bis zu dieser Grenze bleiben einkommensteuerfrei.
- Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung): Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine NV-Bescheinigung sinnvoll sein. Sie kann verhindern, dass Banken automatisch Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge einbehalten.
Ein ETF-Sparplan kann sich besonders bei langen Anlagezeiträumen lohnen. Viele Eltern beginnen bereits zur Geburt ihres Kindes mit regelmäßigen Einzahlungen, da bis zum Führerschein, Studium oder Berufseinstieg oft 15 bis 20 Jahre Zeit bleiben. Durch diesen langen Zeitraum können zwischenzeitliche Kursschwankungen an den Kapitalmärkten besser ausgeglichen werden als bei kurzfristigen Sparzielen (Cost-Average-Effekt). ETFs investieren in viele Unternehmen gleichzeitig und bieten dadurch eine breite Risikostreuung. Dennoch unterliegen sie Marktschwankungen und sind nicht für jedes Sparziel geeignet.
Wird ein Depot auf den Namen des Kindes eröffnet, gehört das dort angesparte Vermögen rechtlich dem Kind. Die Eltern verwalten das Depot lediglich als gesetzliche Vertreter bis zur Volljährigkeit. Das gilt sowohl für die eingezahlten Beträge als auch für mögliche Erträge. Der Vorteil: Kinder können eigene steuerliche Freibeträge nutzen. Hinweis: Das Vermögen geht ab 18 Jahren rechtlich in das Eigentum des Kindes über. Eltern können dann nicht mehr bestimmen, wie das Geld verwendet wird.
Ja, Großeltern können auf verschiedene Weise Vermögen für ihre Enkel aufbauen. Möglich sind regelmäßige Sparraten, Einmalzahlungen oder Geldgeschenke zu Geburtstagen und anderen Anlässen. Das Geld kann entweder auf den Namen des Kindes oder auf den eigenen Namen der Großeltern angelegt werden.
Tipp: Wer größere Beträge sparen oder schenken möchte, sollte sich vorab über mögliche Freibeträge und Eigentumsverhältnisse informieren.
Auch Paten entscheiden sich häufig dafür, ihre Paten-Kinder finanziell zu unterstützen. Neben klassischen Geldgeschenken können sie beispielsweise regelmäßig in einen bestehenden Sparplan einzahlen und Vermögen für spätere Sparziele aufbauen. Wichtig ist dabei, vorab mit den Eltern abzustimmen, auf welchem Konto oder Depot das Geld angelegt werden soll. So lässt sich vermeiden, dass mehrere Sparlösungen parallel geführt werden und der Überblick verloren geht.
Grundsätzlich verwalten Eltern das Vermögen ihres Kindes treuhänderisch. Das bedeutet, dass sie nur im Interesse des Kindes über das Geld verfügen dürfen. Ausgaben müssen dem Kind zugutekommen und dürfen nicht für private Zwecke der Eltern verwendet werden. Da Vermögen auf einem Kinderkonto oder Kinderdepot rechtlich dem Kind gehört, gelten besondere Sorgfaltspflichten. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, sich rechtlich beraten zu lassen.
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