Was ist die Schufa?
Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die Daten zur Kreditwürdigkeit sammelt und einen Score zur Einschätzung des Zahlungsausfallrisikos bei Krediten erstellt.
Was bedeutet Schufa?, Das Wichtigste in Kürze
- Die Schufa speichert Daten zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen in Deutschland
- Banken nutzen den Schufa-Score, um das Risiko eines Zahlungsausfalls einzuschätzen
- Verbraucher können ihre gespeicherten Daten regelmäßig selbst einsehen und prüfen
- Negative Einträge entstehen durch Zahlungsstörungen wie unbezahlte Forderungen, Mahnungen oder eine Restschuldbefreiung
Die Schufa – Was ist das?
Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine private Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie sammelt Informationen über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und stellt diese in Form von Daten und Wahrscheinlichkeitswerten – dem sogenannten Schufa-Score – bereit.
Ziel ist es, Banken und Unternehmen eine Einschätzung zu ermöglichen, wie zuverlässig eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Damit spielt die Schufa eine zentrale Rolle bei Kreditentscheidungen, aber auch bei Verträgen wie Mobilfunk, Leasing oder Mietverhältnissen.
Welche Daten speichert die Schufa?
Die Schufa speichert ausschließlich Informationen, die Rückschlüsse auf das Zahlungsverhalten zulassen. Dazu gehören beispielsweise:
- Eröffnete Girokonten und Kreditkarten
- Laufende Kredite und deren Rückzahlung
- Leasing- und Ratenverträge
- Mobilfunkverträge
- Zahlungsausfälle oder Mahnverfahren
Woher bekommt die Schufa diese Informationen?
Die Auskunftei erhält all diese Informationen unter anderem durch geschlossene Kreditverträge, Eröffnungen eines Kontos, Leasingverträge, Zahlungsausfälle, Mahnungen und Restschuldbefreiungen. Diese Informationen fließen in ein komplexes Scoring-Verfahren, aus dem der sogenannte Schufa-Score berechnet wird. Dieser Score ist ein Wert, der Ihre Kreditwürdigkeit (Bonität) widerspiegelt. Seit einem Urteil des EuGH 2023 darf er jedoch nicht mehr zur alleinigen Bewertung der Bonität von Verbrauchern herangezogen werden.
Seit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) im Mai 2018 bedarf es übrigens keiner konkreten Einwilligung mehr von Verbrauchern zur Weitergabe Ihrer Daten. Über die Weitergabe Ihrer Daten werden Sie zwar weiterhin informiert, allerdings könnte eine Nichteinwilligung zur Weitergabe zu einem Nichtzustandekommen des Vertrags führen. Möchten Sie beispielsweise einen neuen Mobilfunkvertrag abschließen oder ein Darlehen aufnehmen und Sie stimmen nicht zu, könnte dies zur Folge haben, dass Sie den Handyvertrag oder auch das Darlehen nicht bekommen.
Wie bekomme ich eine Auskunft über meine Schufa-Einträge?
Eine Selbstauskunft können Sie ganz einfach selbst beantragen:
- 1.Über die offizielle Seite meineschufa.de können Sie eine Datenkopie unter “Datenkopie nach Art.15 DSGVO” online anfordern.
- 2.Füllen Sie das Formular aus, legen Sie einen Identitätsnachweis bei und reichen Sie es entweder online oder postalisch ein.
Innerhalb weniger Wochen erhalten Sie per Post eine detaillierte Übersicht über ihre Schufa-Einträge, den aktuellen Score-Wert sowie Informationen über gespeicherte Kreditanfragen, Kreditverträge, andere Verträge, Zahlungsausfälle oder eventuelle negative Merkmale.
Wie lange ist eine Schufa-Auskunft gültig?
Die Schufa-Auskunft ist nur eine Momentaufnahme Ihrer Bonität, da sich Ihre finanzielle Situation jederzeit ändern kann. Somit hat eine solche Auskunft meist keine festgelegte Gültigkeitsdauer, wobei Auskünfte, die nicht älter als drei Monate sind, meist als aktuell und vertrauenswürdig angesehen werden.
Legen Sie beispielsweise bei potenziellen Vermietern immer eine Bonitätsauskunft vor, die Sie in den letzten drei Monaten angefragt haben.
Unterschied, Schufa-Auskunft vs. Bonitätscheck
Bonitätscheck
Ein Bonitätscheck, auch Bonitätsprüfung genannt, ist oft eine zusammengefasste oder neutralere Form der Auskunft. Sie ist spezifisch für die Weitergabe an Vermieter oder andere Dritte gedacht und beinhaltet nur eine allgemeine Aussage über die Bonität. Sie verzichtet auf die Einzelheiten, wie Sie eine Schufa-Auskunft aufzeigt.
Schufa-Auskunft
Die Schufa-Auskunft ist eine umfassende Übersicht aller bei der Schufa gespeicherten Daten zu einer Person. Hierzu zählen positive und negative Einträge, aktuell laufende Verträge, Forderungen Dritter, Kreditanfragen und der Score-Wert.
Tipp: Möchten Sie Ihre Daten einsehen, können Sie laut DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) einmal im Jahr kostenlos eine Datenkopie (die sogenannte “Selbstauskunft”) bei der Schufa anfordern.
Kredite ohne Schufa?
Ein Kredit kann auch trotz negativer Schufa noch bewilligt werden. Viele Banken berücksichtigen zusätzlich die aktuelle finanzielle Situation, insbesondere Einkommen und Ausgaben. Je nach Ausprägung des Eintrags kann ein Kredit dann jedoch mit deutlich höheren Zinsen und erhöhten Risiken verbunden sein.
Achtung: Anbieter im Internet, die mit der Kreditvergabe ohne Schufa-Auskunft werben, sind oft nicht seriös. Auch diese Anbieter haben übrigens Zugriff auf Ihre Schufa-Daten, allerdings vergeben Sie trotz schlechterer Bonität Kredite, aber zu deutlich schlechteren Kreditkonditionen:
- Die Anbieter fordern hohe Zinsen und Bearbeitungsgebühren.
- Es gibt viele unseriöse Anbieter, die bereits vor Abschluss des Kreditvertrags Kosten verlangen, ohne dass sie wirklich einen Kredit vermitteln.
- Zusätzlich kann die Kreditvergabe ohne Schufa-Auskunft die Verschuldung derjenigen Verbraucher mit negativen Merkmalen weiter ankurbeln.
Bessere Wahl
, Der klassische RatenkreditVorsicht: Statt auf risikoreiche Angebote “ohne Schufa-Auskunft” zu setzen, lohnt sich ein klassischer Ratenkredit zur freien Verwendung mit fairen Kreditkonditionen und einer transparenten Bonitätsprüfung. So behalten Sie als Verbraucher die volle Kostenkontrolle – ganz gleich, ob für eine Renovierung, ein neues Auto oder zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten, wie der Umschuldung eines Kredits.
Bonität verbessern
, So erhöhen Sie Ihre Chancen auf ein DarlehenSie machen sich Sorgen um Ihre Bonität und dass Sie deshalb kein Darlehen aufnehmen können? Setzen Sie sich mit Ihrem Bankberater in Verbindung und finden Sie gemeinsam eine Lösung. Ihre Bonität lässt sich im Fall der Fälle auch wieder verbessern:
Wie Sie Ihre Bonität Schritt für Schritt verbessern können, haben wir in unserem Ratgeber zur Bonität für Sie zusammengefasst.
Wann ist die eigene Schufa-Auskunft negativ?
Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht in der Regel dann, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt werden. Dazu zählen beispielsweise:
- Unbezahlte Rechnungen trotz Mahnung
- Gerichtliche Mahnungen
- Insolvenzverfahren
- Eintrag einer Restschuldbefreiung
Solche Einträge können die Kreditwürdigkeit deutlich verschlechtern und die Aufnahme eines Kredits erschweren oder zu höheren Zinsen führen. Auch wenn nach dem Urteil des EuGH im Jahr 2023 nicht mehr nur Ihr Schufa-Score zur Bewertung Ihrer Bonität herangezogen wird, raten wir Ihnen dennoch darauf zu achten, dass Ihre Schufa-Einträge positiv bleiben.
Sollten Sie doch mal einen negativen Eintrag bekommen, bleibt der nicht für immer in Ihrer Datenkopie gespeichert. Er lässt sich nach einer individuellen Löschfrist auch wieder aus Ihren Schufa-Daten löschen. Welche Löschfristen es gibt und wie Sie Löschungen für fehlerhafte negative Einträge beantragen – diese gibt es auch –, haben wir Ihnen ebenfalls in dem Ratgeber zur Bonität zusammengefasst.
Generell gilt: Wer überlegt, ein Darlehen aufzunehmen, sollte realistisch einschätzen, wie viel finanzielle Belastung überhaupt tragbar ist. In unserem Ratgeber “Wie viel Kredit kann ich mir leisten?” zeigen wir Ihnen, was alles in eine Haushaltsrechnung einfließt. Berechnen Sie außerdem mit einer einfachen Formel direkt selbst, welche Kredithöhe Sie sich leisten können – für eine sichere und nachhaltige Finanzierung.
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