Tilgung verständlich erklärt
Die Tilgung bestimmt, wie schnell Sie einen Kredit zurückzahlen. Erfahren Sie, welche Tilgungsarten es gibt und wie sie Ihre Finanzierung beeinflusst.
Was ist Tilgung?, Das Wichtigste in Kürze
- Tilgung bezeichnet die Rückzahlung einer Geldschuld, z.B. eines Kredits oder Darlehens
- Mit jeder Tilgungszahlung verringert sich die Restschuld
- Die Höhe der Tilgung beeinflusst Laufzeit und Gesamtkosten des Darlehens
- Mit Sondertilgungen können Sie Ihre Schulden schneller begleichen und Zinsen sparen
Was bedeutet Tilgung?
Tilgung bezeichnet die schrittweise Rückzahlung eines aufgenommenen Kredits. Mit jeder Zahlung reduziert sich die verbleibende Restschuld, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt ist.
Die monatliche Kreditrate besteht in der Regel aus zwei Bestandteilen: Dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil.
Was ist der Unterschied zwischen Zins und Tilgung bei einem Kredit?
Während der Zins die Gebühr ist, die Sie an die Bank für das geliehene Geld zahlen, ist die Tilgung die eigentliche Rückzahlung Ihres aufgenommenen Kredits. Mithilfe eines Tilgungsplans, den Sie von Ihrer Bank bekommen, können Sie sich einen Überblick über die Rückzahlungen verschaffen. Er zeigt, wie Sie den Kredit über die Kreditlaufzeit hinweg tilgen können. Zusätzlich enthält er die monatlichen oder jährlichen Tilgungsraten und schlüsselt sie in die einzelnen Anteile – Zinsanteil und Tilgungsanteil – auf.
So berechnen Sie die Tilgung
Mithilfe eines Onlinerechners können Sie als Kreditnehmer die Tilgung selbst berechnen. Dazu brauchen Sie nur die Rahmenbedingungen Ihres Kredits, wie Kreditbetrag, Zins und Laufzeit. Es empfiehlt sich, die Tilgungshöhe, also den monatlichen Betrag abzüglich des Zinsanteils, zu berechnen.
So können Sie ermitteln,
- wie sich welcher Tilgungssatz auf die Gesamtdauer der Finanzierung, die Restschuld und die Zinskosten auswirkt.
- wie Tilgung und Sondertilgung die Rückzahlung beeinflussen.
- und wie hoch die Restschuld nach der Zinsbindungsfrist ist.
Ein Onlinerechner ermöglicht es Ihnen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und zu prüfen, welches Darlehen, das für Sie richtige ist. Die Tilgungshöhe sollte sorgfältig abgewogen werden, damit Sie sich während der Laufzeit finanziell nicht übernehmen.
Wie hängen Tilgung und Zinsen zusammen?
Tilgung und Zinsen stehen in einem direkten Zusammenhang. Zu Beginn der Laufzeit ist der Zinsanteil einer Rate häufig höher, da sich die Zinsen auf die noch hohe Restschuld beziehen. Mit jeder Tilgungszahlung sinkt die Restschuld. Dadurch reduziert sich bei vielen Finanzierungen auch die Basis, auf der die Zinsen berechnet werden.
Wie sich die Höhe des Tilgungsanteils auf die Gesamtkosten und die Dauer der Finanzierung auswirkt, hängt von der Rate und dem Zins ab. Je höher die Tilgungsrate, desto niedriger wird mit der Zeit die Restschuld. Und je niedriger die Restschuld ist, desto geringer fallen die zu zahlenden Zinsen aus. Eine anfänglich hohe Tilgungsrate wirkt sich somit positiv auf die Gesamtkosten Ihres Darlehens oder Kredits aus.
Welche Tilgungsarten gibt es?
1. Planmäßige Tilgung
Die Tilgung erfolgt hier durch Zahlungen in regelmäßigen Abständen und in einer festen Höhe. Beides wird im Tilgungsvertrag vereinbart.
Ein Ratenkredit ermöglicht beispielsweise eine feste monatliche Rate über die gesamte Laufzeit. Dadurch lassen sich sowohl Tilgung als auch die Gesamtkosten von Beginn an gut kalkulieren. Beim Ratenkredit der Commerzbank können Sie Laufzeit und Kreditsumme flexibel an Ihre finanzielle Situation anpassen.
2. Außerplanmäßige Tilgung
Bei dieser Tilgungsart tätigen Kreditnehmer Rückzahlungen, die von der planmäßigen Tilgung abweichen. Diese Zahlungen sind vorab nicht vereinbart und der Kreditnehmer ist nicht dazu verpflichtet. Außerplanmäßige Tilgungen, wie Sondertilgungen, können jedoch die Laufzeit der Tilgung verkürzen, sodass Sie schneller Ihre Schulden abbezahlt haben.
Darüber hinaus spielen bei der Tilgung außerdem die Höhe und der Zeitpunkt der Rückzahlung eine Rolle.
Man unterscheidet folgende Tilgungsarten:
Annuitätentilgung
Bei einer Annuitätentilgung bleibt die Monatsrate über die gesamte Laufzeit gleich. Innerhalb der Rate verschiebt sich jedoch das Verhältnis von Zins und Tilgung: Der Zinsanteil sinkt, während der Tilgungsanteil steigt. Der Vorteil der Annuitätentilgung sind die gleichbleibenden Raten, die für eine gewisse Planungssicherheit sorgen.
Ratentilgung
Bei der Ratentilgung bleibt der Tilgungsanteil konstant. Da die Zinsen auf die verbleibende Restschuld berechnet werden, sinkt die monatliche Rate im Laufe der Zeit. Diese Tilgungsart kann vor allem bei kürzeren Laufzeiten interessant sein, da die finanzielle Belastung im Laufe der Zeit abnimmt.
Einmaltilgung
Die Einmaltilgung ist eine besondere Art der Kreditrückzahlung. Das gesamte Darlehen wird inklusive Zinsen erst am Ende der Laufzeit in einer einzigen Zahlung beglichen. Die Einmaltilgung erfordert also eine klare Finanzplanung, damit Sie am Ende auch die Rückzahlung problemlos tätigen können. Sind Sie unsicher, ob Sie das Geld am Ende der Kreditlaufzeit wirklich auf einmal tilgen können, sollten Sie lieber eine andere Tilgungsart wählen, mit der Sie auf der sicheren Seite sind.
Endfällige Tilgung bzw. Tilgungssurrogat
Bei einer endfälligen Tilgung zahlen Sie während der Laufzeit nur die Zinsen. Die gesamte Tilgung erfolgt dann am Ende in Form einer Einmaltilgung. Häufig wird diese Tilgungsart mit einem Sparplan kombiniert, um am Ende die nötige Tilgungssumme für die Rückzahlung zu haben.
Sondertilgung: So funktioniert sie
Die Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Tilgung, die Sie zusätzlich zur planmäßigen Tilgung, bspw. zu Ihrer Monatsrate leisten können. Auf diese Weise können Sie die Restschuld schneller begleichen. Ob der Kreditgeber eine Sondertilgung akzeptiert, wird im Kreditvertrag vorher festgehalten. Üblicherweise gibt es Beschränkungen – sowohl bei der Höhe der Sondertilgung als auch bei der Häufigkeit. Vergewissern Sie sich in jedem Fall immer über die Konditionen Ihres Kreditvertrags.
Ein Vorteil: Durch die Sondertilgung sinken auch die Zinsen, da die Restschuld geringer wird.
Wann lohnt sich eine Sondertilgung?
Sondertilgungen sind besonders dann sinnvoll, wenn außerplanmäßige Einnahmen zur Verfügung stehen. Bekommen Sie beispielsweise eine Gehaltserhöhung, eine Bonuszahlung oder haben Geld aus einem Erbe erhalten, kann es sich lohnen, Ihren Kredit bzw. Ihr Darlehen schneller als geplant zu tilgen.
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Tilgung bei einer Baufinanzierung
Die Wahl der Tilgung ist besonders bei langfristigen Finanzierungen wie einer Baufinanzierung entscheidend. Bereits kleine Unterschiede in der anfänglichen Tilgung können sich deutlich auf die Gesamtlaufzeit und die Gesamtkosten auswirken.
Zu Beginn einer Immobilienfinanzierung wird meist eine sogenannte Anfangstilgung vereinbart. Sie gibt an, welcher Anteil des Darlehens innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden soll. Je höher die gewählte Tilgung, desto schneller sinkt die Restschuld. Eine höhere Tilgung kann dazu beitragen, die Laufzeit der Finanzierung zu verkürzen und die gesamten Zinskosten zu reduzieren. Gleichzeitig steigt jedoch die monatliche Belastung. Deshalb sollte die Tilgung so gewählt werden, dass die Kreditrate langfristig zur persönlichen finanziellen Situation passt.
Wie hoch sollte die Tilgungsrate bei der Baufinanzierung sein?
Welche Tilgungshöhe für Sie optimal ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Darunter fallen Ihr Einkommen, finanzielle Rücklagen und der Zinssatz.
Viele Banken setzen eine anfängliche Tilgungshöhe von 1% der Darlehenssumme pro Jahr voraus. Damit sich die Laufzeit des Darlehens jedoch nicht unnötig in die Länge zieht, empfiehlt sich eine Tilgung – gerade aufgrund niedriger Zinsen der letzten Jahre – von zwei bis drei Prozent.
Sind Sie finanziell flexibler, können Sie die Tilgungshöhe weiter oben ansetzen und z.B. vier bis fünf Prozent wählen. So reduzieren Sie weiter Zinskosten und sind schneller schuldenfrei.
Je höher die anfängliche Tilgung, desto schneller haben Sie die Rückzahlung abgeschlossen und desto weniger Zinsen fallen an.
Ein Rechenbeispiel
Darlehen: 300.000€
| Gewählter Tilgungssatz1% | Mögliche AuswirkungGeringere Monatsrate, längere Laufzeit (ca. 42 Jahre) |
| Gewählter Tilgungssatz2% | Mögliche AuswirkungAusgewogenes Verhältnis zwischen Rate und Laufzeit (ca. 27 Jahre) |
| Gewählter Tilgungssatz3% oder mehr | Mögliche AuswirkungSchnellere Rückzahlung wegen kürzerer Laufzeit (ca. 21 Jahre), höhere monatliche Belastung |
Wie Sie sehen, beeinflusst die Wahl des Tilgungssatzes die Laufzeit und die Gesamtkosten der Baufinanzierung erheblich. Ein Tilgungsplan kann dabei helfen, die Entwicklung der Restschuld im Blick zu behalten und ggf. Anpassungen vorzunehmen.
Wie kann ich den aktuellen Zins- und Tilgungsplan meiner Baufinanzierung erhalten?
Ein Plan über Zinsen und Tilgung Ihrer Baufinanzierung gibt Ihnen die Übersicht über monatliche Ratenzahlungen, aufgeschlüsselt in Zinsanteil und Tilgungsanteil, sowie die verbleibende Restschuld nach jeder gezahlten Rate. Einen Plan zu Ihrer Tilgung bekommen Sie beim Online-Rechner der Commerzbank direkt mit angezeigt. Hier können Sie Ihren gewünschten Tilgungssatz eintragen und ablesen, wie hoch Ihre Ratenzahlungen sind und über wie viele Jahre Sie Ihre Immobilienfinanzierung tilgen müssen. Der Plan passt sich immer wieder automatisch an Ihre individuelle Eintragung an.
Worauf sollten Sie bei der Tilgung achten?
Die Wahl der Tilgung sollte immer individuell erfolgen und sich an Ihrer finanziellen Gesamtsituation orientieren. Grundsätzlich gilt: Je höher die Tilgungsrate, desto schneller ist das Darlehen zurückgezahlt. Das ist ein erstrebenswertes Ziel, das aber von vielerlei Faktoren beeinflusst wird.
Darauf sollten Sie besonders achten, wenn Sie Ihren Kredit tilgen möchten:
Schätzen Sie die monatliche Belastung realistisch ein
Die Kreditrate sollte langfristig gut tragbar sein und Ihnen ausreichend finanziellen Spielraum lassen.
Berücksichtigen Sie finanzielle Reserven
Unvorhergesehene Ausgaben können jederzeit auftreten. Ausreichende Rücklagen erhöhen daher die finanzielle Sicherheit.
Betrachten Sie Laufzeit und Gesamtkosten gleichermaßen
Eine niedrige Tilgung reduziert zwar die monatliche Rate, kann jedoch die Gesamtkosten durch längere Laufzeit und dadurch mehr Zinskosten erhöhen.
Planen Sie Flexibilität ein
Optionen wie Sondertilgungen oder Anpassungen der Tilgung können zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen.
Was passiert bei Zahlungsschwierigkeiten?
Wenn die vereinbarten Raten nicht gezahlt werden, kommt es zum sogenannten Schuldnerverzug. Im Fall von Zahlungsschwierigkeiten empfiehlt es sich, frühzeitig mit dem Kreditgeber zu sprechen. Er kann Ihnen folgende Möglichkeiten anbieten:
- Tilgung aussetzen bzw. stunden: Als Stundung bezeichnet man das Aussetzen einer oder mehrerer Tilgungsraten. Damit verlängert sich der Tilgungszeitraum. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es nicht, daher sollte diese Möglichkeit vorab vertraglich vereinbart werden.
- Tilgung stilllegen: Die Stilllegung eines Darlehens ist ebenfalls ein Aussetzen, jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg.
- Tilgung stoppen: Der Kreditgeber kann einen Kredit stoppen, wenn Kreditnehmer die Raten gleich mehrfach nicht begleichen konnten. Dann fallen zusätzliche Gebühren für den Schuldner an.
Die passende Anschlussfinanzierung für Ihr Darlehen
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FAQ, Häufige Fragen zur Tilgung
Die Zinsen sind die Kosten für das geliehene Geld. Die Tilgung dient hingegen der eigentlichen Rückzahlung der Kreditsumme. Beide Bestandteile bilden zusammen die Kreditrate.
Die Anfangstilgung beschreibt den Tilgungsanteil zu Beginn einer Finanzierung, insbesondere bei einer Baufinanzierung. Sie beeinflusst maßgeblich die Laufzeit und die Höhe der monatlichen Rate.
Viele Kreditverträge ermöglichen Sondertilgungen oder zusätzliche Rückzahlungen. Dadurch kann die Restschuld schneller reduziert und die Laufzeit verkürzt werden.
Ob eine Anpassung möglich ist, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen ab. Insbesondere bei einigen Baufinanzierungen können Tilgungssätze während der Laufzeit angepasst werden.
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