US-Wahl im November, Midterms in den USA: Was die Wahl für Ihr Geld bedeuten kann
14.10.2026 – Am 3. November wählen die USA einen neuen Kongress. Rund um Zwischenwahlen schwanken die Kurse historisch stärker als sonst. Was bedeutet das für Sie als Anleger?
Wahltag 3. November: Worüber die US-Amerikaner abstimmen
In den USA stehen die Midterms an: Nach zwei Jahren Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump wird ein neues Parlament, der Kongress, gewählt. Zur Abstimmung stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat.1 Der Präsident selbst bleibt im Amt – er steht erst 2028 wieder zur Wahl.
Entschieden wird am 3. November also über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Und davon hängt ab, wie handlungsfähig der Präsident in den kommenden zwei Jahren bleibt: Ohne Mehrheit in beiden Kammern bekommt er seine innenpolitischen Vorhaben kaum durch – vom Haushalt über Steuern bis zu den Verteidigungsausgaben.2
Für die Regierung ist die Wahl deshalb eine Art Halbzeitzeugnis. Und das fällt erfahrungsgemäß kritisch aus: Seit 1950 hat die Partei des jeweiligen Präsidenten bei den Midterms im Schnitt 18 Sitze im Repräsentantenhaus verloren.2
Warum die Börsen vor Wahlen nervös werden
Ein Muster wird dabei besonders deutlich: Vor Zwischenwahlen schwächeln die US-Aktienmärkte, danach erholen sie sich.
Die Historie zeigt: Vor dem Wahltag steigt die Unsicherheit, die Schwankungen nehmen zu, der Markt tritt eher auf der Stelle. Sobald die Mehrheiten feststehen, nehmen US-Aktien meist wieder Fahrt auf.2 Noch klarer ist das Bild im Rückblick auf die Zeit danach: In den zwölf Monaten nach einer Zwischenwahl lag der wichtigste US-Index S&P 500 seit 1950 kein einziges Mal im Minus.3
Der Grund: Börsen mögen keine Unsicherheit. Solange niemand weiß, wie der Kongress künftig zusammengesetzt ist, weiß auch niemand, welche Gesetze kommen.
Ein Durchschnitt aus Jahrzehnten ist aber keine Vorhersage für einen einzelnen November. Kein Jahr gleicht dem anderen, und Kurse hängen immer an vielen Faktoren gleichzeitig.
Geteilter Kongress: Das halten unsere Fachleute für wahrscheinlich
Wie die Wahl ausgeht, entscheidet mit darüber, wie ruhig es an den Märkten bleibt. Unsere Analysten halten dabei ein bestimmtes Ergebnis für das wahrscheinlichste: einen geteilten Kongress.2
Das bedeutet, dass im Repräsentantenhaus und im Senat jeweils eine andere Partei die Mehrheit hat. Die Demokraten dürften das Repräsentantenhaus übernehmen, die Republikaner den Senat knapp verteidigen.2 Weil beide Kammern zustimmen müssen, braucht dann jedes Gesetz einen Kompromiss.
Regieren wird damit schwieriger. Für die Finanzmärkte ist das aber kein schlechtes Zeichen: Große Änderungen bei Steuern und Regeln werden unwahrscheinlicher, und Märkte schätzen Berechenbarkeit. Historisch hat ein geteilter Kongress dem US-Aktienmarkt sogar mehr gebracht als eine Konstellation, in der eine Partei alles kontrolliert.2
Gut zu wissen, Diese Faktoren bewegen die Kurse stärker
Unsere Analysten warnen ausdrücklich davor, die Bedeutung der Wahl zu überschätzen. Stärkere Treiber für die Kurse seien die Geopolitik, Konjunktur, die Unternehmensgewinne, die Geldpolitik und die Investitionen in Künstliche Intelligenz.2
Sie möchten tiefer einsteigen?
Die ausführliche Einschätzung unserer Fachleute zu Zinsen, Konjunktur und Aktienmärkten können Sie hier weiterlesen:
Wie viel USA in Ihrem Depot steckt
Viele Anlegerinnen und Anleger sind bei dieser Wahl dabei, ohne sich je aktiv dafür entschieden zu haben. Der Grund: Weltweit anlegende ETFs bilden einen Index nach, also eine feste Gruppe von Aktien. Im bekanntesten davon, dem MSCI World, entfallen rund 72% auf US-Unternehmen.4 Wer dort 10.000€ angelegt hat, hält damit rund 7.200€ in US-Aktien.
Entscheidend ist dabei nicht, wie viele Unternehmen in einem Index stecken, sondern wie viel Gewicht ein einzelnes Land oder eine einzelne Branche darin hat. Ein Index kann über tausend Titel enthalten und trotzdem überwiegend von US-Unternehmen bestimmt sein. Läuft es dort schlecht, zieht das den gesamten Index nach unten – egal wie viele andere Firmen noch enthalten sind.
3 Tipps, Was Sie bis zum 3. November tun können
1. Tipp, Prüfen Sie, wie viel USA in Ihrem Depot steckt
Im Factsheet Ihres Fonds oder ETFs steht, auf welche Länder und Branchen sich Ihr Geld verteilt. Wie Ihr Depot insgesamt aufgestellt ist, sehen Sie in Ihrer Depotübersicht.
Entspricht die Verteilung nicht mehr dem, was Sie ursprünglich wollten, lässt sich das Gewicht verändern – Fachleute sprechen vom Rebalancing. Das geht, indem Sie Positionen umschichten oder künftige Sparraten anders verteilen. Welche Aufteilung für Sie passt, hängt von Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wie Sie Ihr Depot strukturieren können, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt.
Wichtig dabei: Prüfen heißt nicht gleich reagieren. Unsere Analysten sehen kurzfristig erhöhte Risiken, längerfristig aber weiterhin positive Perspektiven.5 Ein prüfender Blick lohnt sich also. Hektik nicht.
2. Tipp, Legen Sie regelmäßig an
Auf den richtigen Einstiegsmoment müssen Sie sich nicht festlegen. Mit einem Sparplan legen Sie jeden Monat denselben Betrag an und kaufen die Anteile mal günstiger, mal teurer. So verteilen sich Ihre Käufe über die Zeit, statt von einem einzelnen Datum abzuhängen.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Fonds und ETFs gibt es in zwei Varianten. Thesaurierende legen die Erträge automatisch innerhalb des Produkts wieder an – es wird nichts ausgezahlt. Ausschüttende überweisen die Erträge dagegen auf Ihr Konto. Diese Beträge können Sie bei uns in den meisten Fällen über die automatische Wiederanlage direkt wieder investieren, und zwar ohne Kaufkosten. So oder so profitieren Sie vom Zinseszinseffekt: Über die Jahre arbeiten dann auch die bereits erzielten Erträge für Sie weiter.
Aktien, Fonds und ETFs bieten langfristig die Chance auf Rendite, schwanken dafür im Kurs – bis hin zum Verlust des eingesetzten Geldes. Wichtig bleibt deshalb, wie breit Ihre Anlage aufgestellt ist.
Wenn Sie beides verbinden wollen – breit streuen und regelmäßig anlegen –, geht das mit einem Sparplan. Dafür brauchen Sie lediglich ein Depot. Beim DirektDepot der Commerzbank ist die Depotführung kostenlos, sobald Sie mindestens eine Order oder einen Sparplan pro Quartal ausführen.
3. Tipp, Kombinieren Sie verschiedene Geldanlagen
Nicht jeder Euro gehört an die Börse. Geldanlage bedeutet auch, die richtige Balance zu finden. Während langfristig investiertes Vermögen Zeit hat, Marktschwankungen auszugleichen, sollten Rücklagen für kurzfristige Ziele sicher angelegt sein. Ein Tagesgeldkonto bietet dafür eine passende Lösung: Ihr Geld bleibt flexibel verfügbar, wird verzinst und ist nicht von den täglichen Bewegungen an den Kapitalmärkten abhängig.
Fazit, Termine sind planbar, Kurse nicht
An der Börse gibt es dazu einen alten Spruch: Politische Börsen haben kurze Beine. Gemeint ist, dass politische Ereignisse die Kurse meist nur für kurze Zeit bewegen – danach zählen wieder Konjunktur, Zinsen und Unternehmensgewinne.
Über Wahlen lässt sich ohnehin nur eines sicher sagen: Den Termin kennt man Jahre im Voraus – wie die Kurse reagieren, weiß allerdings niemand. Wer vor dem Wahltag verkauft und danach wieder einsteigt, braucht gleich zweimal Glück mit dem Zeitpunkt: beim Ausstieg und beim Einstieg.
Das zeigt auch der lange Blick zurück: Seit 1933 haben die US-Märkte im Durchschnitt zweistellige Jahreserträge gebracht – und zwar in allen politischen Konstellationen, egal welche Partei das Weiße Haus und den Kongress kontrollierte.3 Eine Wahl allein hat selten über den Erfolg einer Geldanlage entschieden.
Für Sie heißt das: Prüfen Sie immer wieder, wie Ihr Depot aufgestellt ist, legen Sie regelmäßig an und halten Sie auch genug Geld außerhalb der Börse. Dann können Sie den Zwischenwahlen gelassener entgegenblicken.