• Was bedeutet Rendite?

    Was bedeutet Rendite?

    Definition, Berechnung und Beispiele

Rendite ist das Einmaleins der Geldanlage

Ganz ohne Fachchinesisch definieren wir für Sie den häufig genutzten Begriff Rendite in Verbindung mit Ihrer Geldanlage und klären über verschiedene Renditearten auf. Erhalten Sie Antworten auf die Fragen: Wie lässt sich die Kennzahl berechnen und was sagt sie über die Kapitalanlage aus? Um die Bedeutung der Rendite für Anlageentscheidungen zu belegen, zeigen wir außerdem die Anwendung an einigen Beispielen und verraten pfiffige Tipps aus der Praxis.


Definition der Rendite

Auf die Kennzahl Rendite stoßen Sie bei Informationen zu einer Kapitalanlage. Sie wird immer in Prozent angegeben und gilt traditionell für ein ganzes Jahr. Daher wird die Abkürzung p. a. (per annum) oft noch hinzugefügt. Der Prozentsatz Rendite informiert Sie darüber, in welchem Verhältnis Gewinn und Ihr eingesetztes Kapital zueinander stehen. Mithilfe dieser Bewertungszahl vergleichen Sie spielend eine Kapitalanlage mit der anderen. Auch dann, wenn sie unterschiedliche Bedingungen aufweisen, was Laufzeit, Zinssatz oder eingesetztes Kapital angeht. Bei schlichten Zinsanlagen gilt die Formel:

Rendite = Gewinn x 100 / Kapital

Der Unterschied zwischen Gewinn und Rendite

Warum reicht es nicht, den Gewinn einer Geldanlage anzugeben? Da der Ertrag auf die gesamte Laufzeit berechnet wird und nicht das eingesetzte Kapital berücksichtigt, ist der Gewinn als Vergleichswert nicht immer praktisch.

Beispiel: Für Anleihen in Höhe von 10.000 € bekommen Sie nach einem Jahr 10.200 € zurück – ein Gewinn von 200 €. Nun möchten Sie den Erfolg dieser Kapitalanlage der Rendite von Aktien gegenüberstellen, bei denen Sie ein Kapital von 8.000 € in einem Jahr eingesetzt und nach einem Jahr einen Gewinn von 200 € gemacht haben. Die Ausgangswerte lassen sich nicht vergleichen, darum kann nicht gesagt werden, welche Geldanlage erfolgreicher war. Mit der Renditeberechnung erhalten Sie für die Anleihen: 200 € Gewinn x 100 / 10.000 € Kapital = 2 % Rendite. Für die Aktien gelangen Sie zu folgendem Ergebnis: 200 € Gewinn x 100 / 8.000 € Kapital = 2,5 % Rendite.

Infografik: Beispiel eines Unterschiedes zwischen Gewinn und Rendite
Der Unterschied zwischen Zinsen und Rendite

Der Unterschied zwischen Zinsen und Rendite

Kann bei einer verzinsten Kapitalanlage der Zinssatz mit der Rendite gleichgesetzt werden? Nicht immer! Bei einigen Formen der Anleihen gibt es zusätzlich zum Zinssatz auch Kursveränderungen, die für die Rendite berücksichtigt werden müssen. Außerdem werden die Zinsen bei so manch einer Geldanlage nicht ausgezahlt, sondern dem Kapital hinzugefügt. Dadurch erhöht sich Ihr ursprünglich eingesetztes Kapital und es entsteht ein Zinseszinseffekt, der den Gewinn in die Höhe treibt. Der Zinssatz bleibt hingegen gleich.


Die verschiedenen Arten der Rendite im Überblick

Allgemein gibt es zwei Varianten, die den Gewinn mit und ohne Kosten betrachten:

1. Bruttorendite

1. Bruttorendite

Sie setzt den gesamten Ertrag der Kapitalanlage ins Verhältnis zum Kapital und berechnet die Rendite, ohne die Kosten einzubeziehen. Bei einer Geldanlage in Sparprodukte entspricht die Bruttorendite dem Effektivzinssatz, denn Kontogebühren werden nicht in die Betrachtung eingeschlossen.

2. Nettorendite

2. Nettorendite

Für die Nettorendite werden Kosten für Kauf und Verkauf der Geldanlage, die Verwahrung und andere Gebühren vom Gewinn abgezogen, bevor die Rendite errechnet wird. Diese bereinigte Kennzahl hilft dabei, auch sehr unterschiedliche Kapitalanlagen zu vergleichen. Meist sind in der Nettorendite Steuern und die Inflation noch nicht berücksichtigt, dafür benötigen Sie die Rendite nach Steuern. Die Formel der Rendite ändert sich dadurch wie folgt:

Rendite = (Gewinn – Kosten) x 100 / Kapital

Arten von Rendite

Für Anleger ist es jedoch wichtig, dass die Rendite aus allen Komponenten der entsprechenden Kapitalanlage erstellt wird. Darum gibt es Kennzahlen für jede Anlageform:

Aktienrendite

1. Aktienrendite

Für Wertpapiere , die ihren Gewinn aus dem Kurs beziehen, enthält die Rendite die Kursveränderung innerhalb eines Jahres. Zu dieser Kapitalanlage gehören Aktien, Fonds, ETFs, Rohstoffe und andere. Hinzu kommt der Ertrag aus Dividenden oder Zinszahlungen. Die Nettorendite beinhaltet außerdem sämtliche Kosten für den Handel, die Verwahrung und das Depot.

Beispielrechnung: Die Aktien eines Tech-Konzerns notieren zum 1. Januar bei 68,50 € und steigern sich bis zum Ablauf des Jahres auf 76,20 €. Außerdem schüttet das Unternehmen zum 15. April eine Dividende für die Aktien in Höhe von 1,37 € aus. Die Bruttorendite beläuft sich daher auf: (7,70 € Kursgewinn + 1,37 € Dividende) x 100 / 68,50 € Kapital = 13,24 %. Hat der Besitzer der Kapitalanlage nun aber zum 1. Januar gekauft und zum 31. Dezember verkauft, hatte er auch Ausgaben. In unserem Beispiel hat er anteilig auf die einzelnen Aktien Gebühren für Kauf und Verkauf von 1,50 € ausgegeben, und von den Erträgen bezahlt er Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag von 1,99 €. Jetzt sieht die Nettorendite seiner Geldanlage wie folgt aus: (9,07 € Ertrag - 1,50 € Gebühren - 1,99 € Steuern) x 100 / 68,50 € Kapital = 8,15 %.

Dividendenrendite

2. Dividendenrendite

Dividende heißt die Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft. Das Unternehmen beteiligt seine Aktionäre damit am erwirtschafteten Ertrag. Wie hoch sie im Vergleich zum eingesetzten Kapital ist, gibt die Dividendenrendite an. Setzen Sie mit Ihrer Geldanlage auf eine Dividendenstrategie, ist diese Kennzahl von großer Bedeutung. Schauen Sie doch mal bei unseren aktuellen Anlageideen vorbei. Versierte Analysten versorgen Sie dort mit brandneuen Informationen und umfangreichen Kennzahlen zu interessanten Aktien.

Rendite aus Anleihen

3. Rendite aus Anleihen – Yield to maturity:

Diese flexiblen Wertpapiere verfügen zwar über einen Nominalzinssatz, doch sind Anleihen als Kapitalanlage häufig an Börsen handelbar und haben deshalb auch einen Kurswert. Einige Anleihen sind in Fremdwährungen ausgestellt und unterliegen Schwankungen bei den Währungskursen, die in der Rendite berücksichtigt werden müssen. Aufgrund der vielen Variablen geben Finanzexperten oft eine Renditekurve für die Geldanlage heraus, die den Verlauf des berechneten Ertrags angibt. Der Begriff Yield to maturity bezeichnet die Rendite der Anleihen, wenn sie von der Zeichnung bis zur Rückzahlung gehalten werden. Über die unzähligen Renditechancen bei Anleihen halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.

Beispielrechnung für Anleihen: Im Depot liegen seit einem Jahr Anleihen mit einem Nominalzinssatz von 3,75 %. Investiert wurde Kapital in Höhe von 10.000 € zu 100 % und die Anleihen notieren beim Verkauf zum Jahresende bei 107 %. Der Gewinn liegt also bei: 10.000 € x (3,75 % + 7 %) = 1.075 €. Kosten entstanden mit 30 € Gebühren und 275,62 € Steuern. Das ergibt eine Nettorendite von: (1.075 € - 30 € - 275,62 €) x 100 / 10.000 € = 7,69 %.

Mietrendite

4. Mietrendite

Auch eine vermietete Immobilie ist eine Geldanlage: Die Mietrendite, die sie erbringt, setzt sich aus unzähligen Komponenten zusammen und es lohnt sich, die Nettorendite zu ermitteln:

  • Die Vermietung einer Immobilie erfordert den Einsatz von Eigenkapital, aber meist auch von Darlehen. Die daraus entstehenden Zinszahlungen schmälern allerdings die Rendite der Kapitalanlage.
  • Beim Kauf fallen Nebenkosten an, bei der Verwaltung kommen Instandhaltungskosten und Reparaturen auf den Besitzer zu. Diese Ausgaben müssen auf einige Jahre verteilt werden, um eine aussagekräftige Rendite zu erhalten.
  • Nicht alle laufenden Kosten können auf Mieter umgelegt werden und kommen bei der Berechnung der Nettomiete zum Abzug.
  • Auf der Einnahmenseite steht nicht nur die Miete, in vielen Fällen lohnt es sich auch, steuerliche Ersparnisse zu den Erträgen dazu zu rechnen.
  • Außerdem verändert sich der Wert einer Immobilie, was sich ebenfalls in der Nettorendite niederschlagen sollte.

Wie die Rendite bei der Auswahl einer Geldanlage hilft

Meistens müssen Sie Brutto- oder Nettorendite nicht selbst berechnen, sondern finden die Kennzahl bei den Unterlagen einer Kapitalanlage. Wie können Sie die Rendite bei Ihrer Entscheidung richtig einsetzen?

  • Informieren Sie sich über das Risiko einer Geldanlage und ergänzen Sie dazu die erzielbare Rendite. Legen Sie nun für sich fest, wie viel Ertrag wünschenswert und wie viel Risiko dafür nötig ist.
  • Jede Kapitalanlage hat andere Ausgangswerte: Laufzeit, Gewinn, notwendiges Kapital oder Gebühren. Die Rendite hilft dabei, einen Überblick über den tatsächlichen Ertrag zu bekommen und die Geldanlage zu vergleichen.
  • Als letztes Kriterium einer Entscheidung sollte die Nettorendite mit der Inflation verglichen werden. Die Inflation bewirkt, dass Geld einer Kapitalanlage stetig an Wert verliert. Liegt die angestrebte Rendite über der aktuellen Inflation, legt die Geldanlage auch tatsächlich zu.
Rendite hilft bei der Auswahl einer Geldanlage

3 Tipps, wie Sie Ihren Ertrag steigern

Minimieren Sie Ihre Kosten

Minimieren Sie Kosten!

Um die Nettorendite zu erhöhen, halten Sie die Gebühren Ihrer Geldanlage so niedrig wie möglich. Sichern Sie sich ein kostenloses Depot , das weitere Einsparungen wie Rabatte auf Ausgabeaufschlag bei Fonds und attraktive Wertpapier-Sparpläne anbietet.

Nutzen Sie den Cost Average Effekt!

Nutzen Sie den Cost Average Effekt!

Ein ETF-Sparplan ist nicht nur perfekt, um Gebühren beim Kauf zu sparen. Durch den regelmäßigen Erwerb von Fonds mit gleich hohem Kapital werden Kursschwankungen ausgeglichen. Sinkt der Kurs, kaufen Sie mehr Anteile, steigt er, sind es weniger. Dadurch erzielen Sie einen idealen Durchschnittskaufpreis bei schwankenden Märkten und senken zusätzlich das Risiko Ihrer Kapitalanlage.

Kaufen Sie Anlagen mit unterschiedlichem Risiko!

Kaufen Sie Anlagen mit unterschiedlichem Risiko!

„Streuen“ nennt es der Fachmann: Der Ertrag steigt, wenn Sie sich nicht nur für eine spezifische Kapitalanlage entscheiden. Dadurch können Sie weniger riskante Wertpapiere, wie zum Beispiel Anleihen, mit gewagteren Papieren wie Aktien mischen. Das durchschnittliche Risiko wird gesenkt, die durchschnittliche Rendite steigt. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihr Depot zu strukturieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.


Die Rendite als Kennwert einer Kapitalanlage

Bei der Entscheidung, welche Geldanlage den besten Ertrag bringt, bietet die Rendite eine gute Unterstützung. Sie setzt den Gewinn eines Jahres ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital und zieht im Idealfall alle entstehenden Kosten ab. Dadurch lassen sich völlig unterschiedliche Anlagen wie Aktien oder Anleihen miteinander vergleichen. Da bekanntermaßen das Risiko proportional zur Rendite ansteigt, müssen Sie Ihre Risikobereitschaft unter die Lupe nehmen. Die Rendite lässt sich aber auch durch Senken der Kosten und das breite Streuen in diverse Risikoklassen erhöhen.

Die Rendite als Kennwert einer Kapitalanlage

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