Staatsschuldenkrise – was ist heute anders?
Französische Staatsanleihen dürften in den kommenden Monaten unter Druck bleiben.
Commerzbank Economic Research
09.10.2026
Nervosität rund um französische Staatsanleihen bleibt hoch
Französische Staatsanleihen haben eine Achterbahnfahrt hinter sich. Am vergangenen Freitag hatte der Renditeabstand zu 10-jährigen Bundesanleihen fast 160 Basispunkte erreicht, um seitdem auf 140 Basispunkte zu fallen – auch unterstützt durch Marine Le Pen, die im Fall eines Wahlsiegs eine deutliche Senkung des hohen französischen Haushaltsdefizits versprochen hat. Wie auch immer – die Nervosität rund um die hohen und steigenden französischen Staatsschulden und die Ängste vor einem Anstecken anderer hoch verschuldeter Länder dürfte in den kommenden Monaten anhalten. Wir nehmen das zum Anlass, die Parallelen zur Staatsschuldenkrise von vor 15 Jahren zu analysieren. Wir zeigen aber auch, was heute besser ist als damals.
Was erinnert an die damalige Staatsschuldenkrise und was ist heute sogar schlechter?
Beginnen wir mit den negativen Punkten, also mit dem, was heute an die Staatsschuldenkrise von vor 15 Jahren erinnert.
- Hohe Staatsschuldenquote: Die auffälligste Parallele zu damals sind die auch heute hohen Staatsschulden. So liegen sie im Durchschnitt des Euroraums gegenwärtig bei rund 90% des Bruttoinlandsprodukts. Die Staatsschuldenquote übertrifft damit die Obergrenze des Maastricht-Vertrags (60%) deutlich. Außerdem ist sie höher als 2009 (80%), dem Jahr vor Ausbruch der damaligen Staatsschuldenkrise. Das gilt mit Ausnahme Deutschlands für alle anderen großen Euroländer, also für Frankreich, Italien und Spanien.
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