Stühlerücken in der EZB
Die EZB wird momentan als falkenhaft wahrgenommen.
Commerzbank Economic Research
25.09.2026
Das Personalrad dreht sich munter
Schon die vergangenen anderthalb Jahre waren bei der EZB aus Personalsicht turbulent. Im 27-köpfigen EZB-Rat gab es insgesamt acht Neuzugänge. So haben bei insgesamt sieben nationalen Notenbanken die Spitzen gewechselt, im Januar kam mit Bulgariens Beitritt zum Euroraum ein weiterer Notenbankgouverneur hinzu.
In den kommenden Monaten bis Ende 2027 ist das EZB-Direktorium an der Reihe. Für drei der sechs Direktoren wird die Amtszeit enden, wobei Präsidentin Lagarde und Direktorin Schnabel bereits vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit ihre Posten räumen könnten. Gestern wurde bekannt und von der EZB bestätigt , dass Schnabel bereits Anfang Januar zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechseln und dort die Abteiltung für Geld und Kapitalmärkte leiten wird. Das wirft die Frage auf, in welche grundsätzliche geldpolitische Richtung – eher taubenhaft oder eher falkenhaft – sich die EZB mit einem neuen Führungspersonal bewegen wird. Gerade die drei vakant werdenden Positionen sind für die Mitgliedsländer interessant, weil diese den EZB-Rat und damit die Geldpolitik entscheidend lenken können. Nach dem Präsidenten gilt neben dem Chefvolkswirt die Position für Marktoperationen, das derzeit von Schnabel geführt wird, als das machtvollste und operativ einflussreichste Ressort der Europäischen Zentralbank.
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