Stühlerücken in der EZB

Die EZB wird momentan als falkenhaft wahrgenommen.

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Dr. Marco Wagner

Commerzbank Economic Research

25.09.2026

Aber Vorsicht: Spätestens Ende nächsten Jahres könnte die EZB anders aussehen. Direktorin Schnabel wird die EZB bereits im Januar verlassen, auch Präsidentin Lagarde scheint auf dem Sprung zu sein. Im Mai endet zudem die Amtszeit von Chefvolkswirt Lane. Wir gehen davon aus, dass die von uns ohnehin als taubenhaft eingestufte EZB tendenziell noch taubenhafter wird.

Das Personalrad dreht sich munter

Schon die vergangenen anderthalb Jahre waren bei der EZB aus Personalsicht turbulent. Im 27-köpfigen EZB-Rat gab es insgesamt acht Neuzugänge. So haben bei insgesamt sieben nationalen Notenbanken die Spitzen gewechselt, im Januar kam mit Bulgariens Beitritt zum Euroraum ein weiterer Notenbankgouverneur hinzu.

In den kommenden Monaten bis Ende 2027 ist das EZB-Direktorium an der Reihe. Für drei der sechs Direktoren wird die Amtszeit enden, wobei Präsidentin Lagarde und Direktorin Schnabel bereits vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit ihre Posten räumen könnten. Gestern wurde bekannt und von der EZB bestätigt , dass Schnabel bereits Anfang Januar zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechseln und dort die Abteiltung für Geld und Kapitalmärkte leiten wird. Das wirft die Frage auf, in welche grundsätzliche geldpolitische Richtung – eher taubenhaft oder eher falkenhaft – sich die EZB mit einem neuen Führungspersonal bewegen wird. Gerade die drei vakant werdenden Positionen sind für die Mitgliedsländer interessant, weil diese den EZB-Rat und damit die Geldpolitik entscheidend lenken können. Nach dem Präsidenten gilt neben dem Chefvolkswirt die Position für Marktoperationen, das derzeit von Schnabel geführt wird, als das machtvollste und operativ einflussreichste Ressort der Europäischen Zentralbank.

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