Wie weit steigen die Renditen?

Die Renditen auf europäische Staatsanleihen steigen auf die höchsten Niveaus seit Jahren.

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Dr. Vincent Stamer

Commerzbank Economic Research

18.09.2026

Dafür spielen die steigende Inflation in Folge des Irankriegs und die höheren Leitzinsen eine wichtige Rolle. Auch Sorgen über die hohe Verschuldung in vielen Ländern belasten zunehmend den Anleihemarkt. Wir analysieren, wie prekär die Haushaltslage in den wichtigsten Volkswirtschaften ist.

Im laufenden Jahr sind die Renditen von Staatsanleihen weltweit gestiegen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen hat zuletzt die Marke von 3,5% geknackt. Sie hat seit Beginn dieses Jahres um fast einen Prozentpunkt zugelegt. Bei kürzeren Laufzeiten war der Anstieg noch größer. All dies belastet nicht nur die Staatsfinanzen, sondern strahlt auf die Anleihe- und Kreditzinsen deutscher Unternehmen ab. Wir analysieren die Gründe für den Renditeanstieg und geben einen Ausblick.

Die Energiepreise treiben die Inflationserwartungen, ...

Einer der wichtigsten Renditetreiber ist die Inflation. Der Konflikt im Persischen Golf hat die Inflation im Euroraum auf zuletzt 3,3% steigen lassen, wobei sie weiter zulegen sollte. Denn die Angriffe auf eine wichtige Pipeline in Saudi-Arabien und weitere Attacken haben den Brent-Ölpreis auf knapp 110 US-Dollar hochschießen lassen.

Die aktuell höhere Inflation hat auch die Inflationserwartungen der Anleger für die Zukunft ansteigen lassen, weshalb sie als Ausgleich höhere Anleiherenditen fordern und am Markt durchsetzen. Das betrifft aber eher kürzere und mittlere Restlaufzeiten. Denn die langfristigen, aus Marktdaten gewonnenen Inflationserwartungen für die kommenden fünf bis zehn Jahre, blieben weitgehend stabil.

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