Lieferketten – Robuster, aber nicht reißfest

Die Lieferketten deutscher Unternehmen wandeln sich.

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Dr. Vincent Stamer

Commerzbank Economic Research

21.08.2026

Dennoch besteht bei etwa einem Fünftel der importierten Kapital- und Zwischengütern noch immer eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Handelspartnern. Bei Elektronikeinfuhren aus China ist die Abhängigkeit sogar gestiegen. Für robustere Lieferketten investieren deutsche Unternehmen in die Produktion im Ausland.Aber auch das ist nicht in allen Fällen eine nachhaltige Lösung.

Die Abhängigkeit von Lieferketten wandelt sich

Der Irankrieg hat erneut gezeigt, dass Handelsbeziehungen mit vermeintlich sicheren Partnerländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Qatar auch ohne Vorwarnung unterbrochen werden können. Auch fünf Jahre nach der Lieferkettenkrise im Nachgang der COVID-Pandemie bestehen allerdings noch immer beträchtliche Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft: Denn von manchen Vorprodukten und Kapitalgütern sind die Importe so stark auf ein einziges Herstellerland konzentriert, dass ein Ausfall dieses Landes die Produktion in Deutschland ins Stocken bringen könnte.

Tatsächlich stammten bei jedem fünften für die Wirtschaft wichtigen Vorprodukt oder Kapitalgut mehr als 50% der Importe im Jahr 2025 aus einem einzelnen Herkunftsland. Gerade bei Elektronik ist die so definierte Abhängigkeit seit 2019 sogar deutlich gestiegen. Hier erhöhte sich der Anteil der Waren mit einer sehr hohen Konzentration auf ein Herkunftsland von nur 3% auf 20%, wobei das Importvolumen der betroffenen Warengruppen mit 40 Milliarden Euro beträchtlich ist. Vorprodukte aus den Kategorien Chemikalien und Maschinenbau werden hingegen heute von einem breiteren Spektrum an Lieferanten importiert, hier ist die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft also zurückgegangen.

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