Staatsschulden – das Damoklesschwert steigender Zinsen
Die Renditen europäischer Staatsanleihen sind in den vergangenen Monaten erneut spürbar gestiegen.
Commerzbank Economic Research
07.08.2026
Inflation und Zinserwartungen treiben Renditen
Die Renditen der europäischen Staatsanleihen sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Alleine in den letzten drei Jahren kletterten die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen und entsprechender französischer Staatsanleihen um mehr als einen Prozentpunkt. Damit hat die französische Rendite vor Kurzem erstmals seit dem Jahr 2008 die Marke von 4% geknackt. Auf den ersten Blick ist diese Entwicklung überraschend. Denn seit 2024 hat die Europäische Zentralbank ihre für die Anleihenmärkte wichtigen Leitzinsen deutlich gesenkt.
Allerdings wird dieser Umstand durch andere Faktoren mehr als ausgeglichen: So verschulden sich die Staaten weiterhin stark und die EZB kauft keine Staatsanleihen mehr. Dadurch steigt das Angebot an Staatsanleihen, die Nachfrage sinkt und Investoren müssen mit höheren Zinsen angezogen werden. Zudem hat der Irankrieg den Anleihenmarkt spürbar belastet, weil die Energiepreise und damit die Inflation in Europa wieder gestiegen sind. Darüber hinaus erwarten die Finanzmärkte, dass die Zentralbanken ihre Leitzinsen als Reaktion auf die steigende Inflation (weiter) erhöhen. Während die Finanzmärkte Anfang des Jahres noch mit zwei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr gerechnet hatten, preisen sie mittlerweile bis zum Ende des Jahres mindestens eine Zinserhöhung ein.
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