EZB – Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Die EZB dürfte ihre Leitzinsen nächste Woche nicht zum zweiten Mal in Folge anheben.

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Dr. Marco Wagner

Commerzbank Economic Research

17.07.2026

Für die übernächste Sitzung im September ist hingegen eine weitere Zinserhöhung wahrscheinlich. So zeigt unser überarbeiteter ChatECB-Indikator, dass die EZB-Ratsmitglieder eher zu höheren Zinsen neigen – zumal die Kernteuerung in den kommenden Monaten steigen sollte und die Inflationserwartungen der privaten Haushalte gestiegen sind.

Keine Zinserhöhung im Juli, ...

Bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche wird die EZB die Zinsen wohl kaum zum zweiten Mal in Folge erhöhen. Denn für dieses starke Signal fehlt den Notenbankern der akut drängende Grund. So liegen die Öl- und Gaspreise deutlich unter den kriegsbedingten Höchstständen, auch wenn sie zuletzt wegen des Aufflammens der Kämpfe wieder gestiegen sind.

... aber für die folgenden Monate weiterhin wahrscheinlich, ...

Damit stellt sich auf die Frage, ob die EZB ihre Leitzinsen bis zum Jahresende überhaupt noch erhöhen wird. So haben sich EZB-Vertreter zuletzt wieder etwas zurückhaltender zur Möglichkeit einer weiteren Straffung der Geldpolitik geäußert. In der Folge ist unser überarbeiteter ChatECB-Index (Economic Insight: "ChatECB-Modell signalisiert Bereitschaft zur Zinserhöhung" ) zuletzt etwas gefallen.

Trotzdem prognostizieren wir nach wie vor eine Zinserhöhung bei der September-Sitzung, wenn die EZB-Volkswirte ihre neuen Projektionen vorlegen werden. Denn nach wie vor beobachten die Notenbanker die Situation "aufmerksam", was im Notenbank-Jargon auf eine Tendenz zur Straffung der Geldpolitik deutet. Zudem liegt unser ChatECB-Index trotz des jüngsten Rückgangs mit einem Wert von 0,37 noch immer auf einem Niveau, bei dem die EZB-Notenbanker ihre Leitzinsen in der Vergangenheit eher erhöht haben.

Den vollständigen Text finden Sie im PDF-Dokument.