Deutsche Häuserpreise im Aufwärtstrend

Die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Zinsen und die Unsicherheit treffen auch den Wohnimmobilienmarkt in Deutschland.

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Dr. Marco Wagner

Commerzbank Economic Research

03.07.2026

Private Haushalte sind zurückhaltender bei Immobilienkrediten, was die Nachfrage dämpft. Allerdings spricht das in vielen Regionen anhaltend knappe Angebot dafür, dass die Preise weiter moderat steigen werden.

Krieg am Persischen Golf bremst deutschen Immobilienmarkt, ...

Der Iran-Krieg hat in den vergangenen Wochen den deutschen Wohnimmobilienmarkt belastet. Zum einen sind weltweit die Risikoprämien für Darlehen und damit die Zinsen für Immobilienkredite in Deutschland gestiegen, was die Finanzierungskosten beim Kauf einer Immobilien erhöht hat. Zudem haben die höheren Energiepreise die Kaufkraft verringert, was ebenfalls die Finanzierung einer Immobilie erschwert.

... aber wohl nur vorübergehend, ...

Allerdings dürften sich diese Belastungsfaktoren als vorübergehend erweisen. So gehen wir davon aus, dass die Inflationsrate trotz eines wieder niedrigeren Ölpreises noch einige Zeit nahe 3% liegen wird. Denn die Unternehmen geben zunehmend einen Teil ihrer höheren Kosten an ihre Kunden weiter, was mit einiger Verzögerung auch bei den privaten Haushalten ankommen wird. Im kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate weltweit wieder fallen. Vor diesem Hintergrund dürften Fed und EZB ab Mitte des kommenden Jahres ihre Zinsen wieder senken. Da die Märkte dies bei einem nachgebenden Ölpreis mehr und mehr antizipieren werden, dürften die Renditen von Bundesanleihen, die auch die Bewegungen der Bauzinsen stark beeinflussen, bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres wieder leicht fallen.

... was für weiter steigende Häuserpreise spricht, ...

Hinzu kommt, dass sich die Kaufkraft der Menschen durch die wieder fallende Inflation und weiter solide steigende Einkommen erholen sollte. Damit dürfte sich die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien wieder etwas verbessern, die in der ersten Hälfte dieses Jahres unter den höheren Zinsen gelitten hat. Dies spricht dafür, dass die Häuserpreise – nach einer Schwächephase in der ersten Jahreshälfte – im späteren Jahresverlauf ihre Aufwärtstendenz wieder aufnehmen und wie in den vergangenen zwei Jahren im bundesdeutschen Durchschnitt im Trend mit einer Rate von etwa 2 bis 2½% pro Jahr zulegen werden.

Den vollständigen Text finden Sie im PDF-Dokument.