Fed-Sitzung – Erfüllt Warsh Trumps Wünsche?

Präsident Trump hat Kevin Warsh als Fed-Chef installiert, um rasche Zinssenkungen durchzusetzen.

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Bernd Weidensteiner, Dr. Christoph Balz

Commerzbank Economic Research

12.06.2026

Nächste Woche wird Warsh seine erste Sitzung leiten. Diese dürfte einige konkrete Hinweise liefern, welche Neuerungen Warsh plant. Tiefgreifende Änderungen dürften kurzfristig aber kaum durchsetzbar sein.

Warsh übernimmt das Ruder....

Seit dem 22. Mai hat die US-Notenbank einen neuen Chef: Kevin Warsh hat Jerome Powell als Vorsitzenden des Direktoriums der Fed, dem Federal Reserve Board, abgelöst. Er wird nächste Woche erstmals eine geldpolitische Sitzung leiten und danach seine erste Pressekonferenz bestreiten.

Warsh wurde von Präsident Trump nominiert, da dieser mit der Politik seines Vorgängers nicht zufrieden war. Denn Powell hatte sich trotz massiven Drucks geweigert, die Zinsen zu senken. Die Marktteilnehmer werden sich von dem ersten großen Auftritt Warshs Hinweise erhoffen, inwieweit er den Kurs der Fed ändern wird. Zwar hat Trump in einem Fernsehinterview kürzlich gesagt, dass Warsh tun könne, was er wolle und dass er keinen großen Einfluss auf ihn haben möchte. Gleichwohl stellte Trump klar, dass es keinen Grund gebe, die Zinsen zu erhöhen. In einem früheren Interview gab Trump zu, dass er Warsh nicht ausgewählt hätte, wenn dieser ihm gesagt hätte, dass er die Zinsen erhöhen wolle.

... hat aber vorerst keine Mehrheit für Zinssenkungen, ...

Eine Zinssenkung dürfte nächste Woche aber kaum ernsthaft zur Debatte stehen. Denn die Inflationsrisiken haben sich seit der letzten Sitzung im April weiter erhöht. So waren die Preise auf Basis des von der US-Notenbank bevorzugten umfassenden Inflationsmaßes, des Deflators der Konsumaugaben (PCE), im April 3,8% höher als ein Jahr zuvor. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel belief sich auf 3,3%. Da für Mai bereits die meisten Daten vorliegen, aus denen sich der PCE-Deflator errechnet, ist ein weiterer Anstieg auf 4,1% (Gesamrate) bzw. 3,4% (Kernrate) absehbar. Dabei hat sich der Iran-Krieg bisher hauptsächlich in höheren Benzinpreisen niedergeschlagen, während sich Zweitrundeneffekte bei anderen Gütern und Dienstleistungen etwa aufgrund höherer Transportkosten bisher in engen Grenzen. Ohne ein baldiges Ende des Konflikts am Persischen Golf und deshalb fallenden Energiepreisen dürfte sich dies in den kommenden Monaten allerdings ändern.

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