Straße von Hormus bleibt Risiko für Lieferketten
Trotz des Waffenstillstands im Mittleren Osten bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt.
Commerzbank Economic Research
10.04.2026
Die Straße von Hormus bleibt ein Druckmittel Irans ...
Seit Mittwoch gilt offiziell ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen dem Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite. Allerdings bleibt dieser brüchig, und die Verhandlungen für einen langfristigen Frieden dürften angesichts der sehr weit auseinanderliegenden Positionen sehr schwierig werden. Auch wenn es zu keiner neuerlichen Eskalation kommt – wovon wir ausgehen –, sondern der Waffenstillstand immer wieder verlängert wird, dürften gegenseitige Drohungen zur Normalität werden. Ein wichtiger Streitpunkt dürfte die Straße von Hormus bleiben. Aktuell ist der Verkehr in der Meerenge de facto noch eingestellt, und auch in Zukunft dürfte es immer wieder zumindest zu Einschränkungen kommen.
... was auch für deutsche Lieferketten relevant ist
Mir der faktischen Kontrolle der Straße von Hormus hat der Iran ein Druckmittel gegenüber der gesamten Weltwirtschaft. Auch wenn Europa – und gerade Deutschland – einen Großteil seines Erdöls und Erdgases aus anderen Ländern und nicht aus dem Mittleren Osten erhält, können Lieferketten gefährdet werden. Denn Deutschland und die anderen europäischen Länder importieren diverse Waren wie Chemikalien, Edelgase und Aluminium aus den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Zudem ergibt sich eine indirekte Abhängigkeit durch Länder insbesondere in Asien, die ihrerseits abhängig sind von Energie aus dem Mittleren Osten und wichtige Lieferanten für die deutsche und europäische Industrie sind.
Direkte Abhängigkeit insbesondere bei Petrochemikalien, ...
Da wichtige Chemikalien aus Erdöl gewonnen werden (Petrochemikalien) und für die Produktion von künstlichen Düngemitteln Erdgas benötigt wird, befindet sich ein beträchtlicher Teil der entsprechenden Produktionsstätten in den Ländern rund um den Persischen Golf. Von allen Waren dürfte die Wirtschaft in der EU am stärksten bei Petrochemikalien und Helium von Importen aus dieser Region abhängen. So stammen beispielsweise bis zur Hälfte aller EU-Importe bestimmter Chemikalien von dort. Hingegen ist bei Aluminium und Düngemitteln die Abhängigkeit womöglich geringer als häufig angenommen.
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