Interview
, Traumjob zwischen Handwerk und Gesundheit

Interview mit Paul Watzke, Inhaber und Geschäftsführer der Orthopädie-Schuhtechnik Frisch

Für Paul Watzke ist sein Beruf weit mehr als ein Job. Als Inhaber der Orthopädie-Schuhtechnik Frisch in Lübeck verbindet er Handwerk und Gesundheit und will dabei vor allem eines: genügend Zeit für seine Kunden haben. Wie ihm sein Team, effiziente Technik und eine unkomplizierte, verlässliche Bank dabei helfen.

Er will immer genügend Zeit für seine Kunden haben

Paul Watzke liebt seine Arbeit. „Meine Arbeit macht mir so viel Spaß. Ich würde sie auch als Hobby machen.“ Dabei ist sein Beruf alles andere als ein Hobby. Der 38-Jährige ist Geschäftsführer und Inhaber der Orthopädie-Schuhtechnik Frisch in Lübeck, führt elf Mitarbeiter und arbeitet selbst neun bis zehn Stunden am Tag. Trotzdem spricht er von seinem Traumjob.

„Meine Arbeit macht mir so viel Spaß. Ich würde sie auch als Hobby machen.“

In seinem Betrieb verbindet er, was ihm schon viel bedeutet. Handwerk und Gesundheit. Bevor er zur Orthopädie kam, absolvierte Paul Watzke eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Diese Zeit prägt ihn bis heute. „Ich sehe nicht nur den Fuß, sondern den ganzen Körper, den ganzen Menschen.“

Wenn er das sagt, spürt man, wie sehr ihm seine Patienten und Kunden am Herzen liegen. Zu ihnen gehören Menschen mit angeborenen oder erworbenen Fußfehlstellungen. Sie alle benötigen spezielle Einlagen oder maßgeschneiderte Orthopädieschuhe. Sein Anspruch ist klar: Es soll ihnen dank der richtigen Versorgung wieder besser gehen.

Damit das gelingt, nimmt er sich Zeit – oft viel Zeit. Ein Erstgespräch dauert bei Orthopädie-Schuhtechnik Frisch 30 bis 60 Minuten. Für einen Handwerksbetrieb ist das eine Herausforderung. Wer so viel Zeit investiert, muss zugleich effizient und wirtschaftlich arbeiten. Genau an diesem Punkt setzt Paul Watzke an.

Grundlage ist eine gut vorbereitete Nachfolge und eine harmonische Geschäftsführung

Der Weg dahin beginnt früh. Mit 23 Jahren schließt der gebürtige Rüganer seine Ausbildung zum Orthopädie-Schuhmacher bei Orthopädie-Schuhtechnik Frisch in Lübeck ab. Sein damaliger Chef Wieland Schmatzler erkennt das Potenzial des jungen Kollegen und stellt eine wichtige Frage: „Hast du nicht Lust, Meister zu werden?“

Paul Watzke sagt sofort zu. Nach seinem Meisterabschluss macht ihm Wieland Schmatzler das nächste Angebot: In fünf Jahren könne er den Betrieb übernehmen. Wieder muss er nicht lange überlegen. „Es war klar für mich, dass ich das mache, denn sie haben mich aufgenommen wie in eine Familie.“ 2022 ist es so weit. Paul Watzke übernimmt den Betrieb.

„Es war klar für mich, dass ich das mache, denn sie haben mich aufgenommen wie in eine Familie.“

Schmatzler bleibt in der Geschäftsführung. Er ist ein wichtiger Sparringspartner, gibt ihm aber immer mehr Freiraum, den Betrieb Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. „Ich merke schon, dass er loslässt und die Führung mittlerweile mehr bei mir liegt.“ Für beide ist diese Konstellation ideal und bei Herausforderungen gibt es nichts, was ein Gespräch am Abend nicht lösen kann. Die harmonische Geschäftsführung ist ein wichtiger Baustein für das, was Paul Watzke erreichen will: einen Betrieb, der höchste Versorgungsqualität bietet und trotzdem wirtschaftlich arbeitet.

Ein starkes Team ist unerlässlich für effizientes Arbeiten

Zeit für ausführliche Kundengespräche kann er sich nur nehmen, wenn das Team zuverlässig arbeitet und die Abläufe gut strukturiert sind.

„Meinen Mitarbeitern vertraue ich blind. Da kann ich auch mal weg sein“, schwärmt er.

Dieses Vertrauen ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels keine Selbstverständlichkeit. Doch es kommt nicht von ungefähr. Seit der Betriebsübernahme hat er sein Team neu geformt. Heute arbeitet er mit Menschen zusammen, die seinen Qualitätsanspruch und den besonderen Umgang mit Kunden mittragen. Das Team hält zusammen wie eine Familie.

Umso mehr freut er sich, dass nach vielen Jahren wieder eine Auszubildende bei ihm startet. Er wünscht sich, dass sie die Verbindung aus Handwerk, Gesundheit und Empathie von Anfang an lernt – und mitträgt, was Orthopädie-Schuhtechnik Frisch ausmacht.

Investition in Technik für mehr Effizienz

Die Abläufe in seinem Betrieb hat Paul Watzke neu organisiert. Die Corona-Pandemie hat dieser Entwicklung einen zusätzlichen Schub gegeben. Heute beraten und versorgen drei Orthopädie-Schuhmachermeister Kunden parallel in zwei Räumen. So schafft er mehr Effizienz, ohne an der Zeit für den einzelnen Kunden zu sparen.

„Du musst immer am Ball bleiben, denn es geht neben den Füßen um den ganzen Körper.“

Einen wesentlichen Effizienzgewinn brachte die Investition in neue Messtechnik, die er in Kanada entdeckte.

Sie umfasst ein spezielles Druckverteilungssystem, das den Druck des Fußes über eine besondere Innensohle misst und die Werte in Echtzeit anzeigt. Die Ergebnisse kann er anschließend seinen Kunden direkt mitgeben. Statt 20 Minuten für eine Trittschau benötigt das Scanverfahren nur Sekunden. Die gewonnene Zeit verwendet er für bessere Gespräche. Mehr Qualität in kürzerer Zeit – das ist die Formel, die ihm hilft, seinen Traumjob zu leben und dennoch wirtschaftlich zu arbeiten.

Mit der Commerzbank läuft es „unkompliziert, schnell und kompetent“

Technik und Modernisierung kosten Geld. Rund 25.000 Euro investiert Paul Watzke allein in die neue Messtechnik. Die Finanzierung läuft über die Commerzbank. Für ihn ist vor allem wichtig, dass Bankgeschäfte unkompliziert funktionieren und ihn nicht mit zusätzlichem Aufwand belasten.

„Im Januar haben wir darüber gesprochen und im März wurde das System geliefert.“ Die meiste Zeit bis zur Lieferung ging dabei für den Zoll drauf – nicht für die Finanzierung. Er schätzt an der Commerzbank und seiner Beraterin Silvia Steenbeck genau das: unkomplizierte Abläufe, Verlässlichkeit und gute Erreichbarkeit.

„Im Januar haben wir darüber gesprochen und im März wurde das System geliefert.“

„Wenn sie schreibt: ‚Ich melde mich‘, klingelt bei mir meistens wenige Minuten später schon das Telefon, und sie ist dran.“ Auch die Modernisierung seines Betriebs hat die Commerzbank finanziert. Für ihn ist das „alles wie immer reibungslos“ und „alles schick“. Die Beziehung zur Bank ist ein weiterer Baustein in seinem Effizienz-Puzzle: Sie sorgt dafür, dass die finanzielle Seite funktioniert, während er seine Energie in seine Kunden und deren Versorgung stecken kann.

Wachsen, aber nicht um jeden Preis

Um die Nachfrage muss sich Paul Watzke keine Sorgen machen. Zwischen 80 und 90 Prozent seiner Kunden kommen allein aufgrund von Empfehlungen. Wer heute Einlagen bestellt, wartet rund drei Wochen, bei orthopädischen Schuhen können es bis zu drei Monate sein. Und die Nachfrage wird immer größer. Auch deshalb denkt er über Wachstum nach. „Hier haben wir noch mehrere Etagen frei.“

Möglichkeiten gäbe es also. Doch für ihn ist Wachstum eine bewusste Entscheidung. Qualität hat oberste Priorität, und er möchte weiterhin genug Zeit für seine Kunden haben – nicht nur führen, sondern auch am Menschen arbeiten.

Wachsen will Paul Watzke, aber nicht um jeden Preis. Über die Weiterentwicklung des 1958 gegründeten Handwerksbetriebs spricht er regelmäßig in Ruhe bei einem Kaffee mit Wieland Schmatzler, der ihm weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht. Einige weitere Standorte kann er sich vorstellen, aber sein Konzept ist nicht beliebig skalierbar. Sonst wäre es vermutlich nicht mehr sein Traumjob.

„Ich bin ein genügsamer Mensch. Zufriedenheit ist mir wichtig.“

Dazu gehört für ihn auch ausreichend Zeit mit seiner Frau, die einen eigenen Supermarkt führt, und mit der gemeinsamen neunjährigen Tochter.

Seine Pläne fasst er so zusammen: „Ich möchte weiter Gas geben und dennoch einen Schritt nach dem anderen gehen. Dann freue ich mich auch über jeden Schritt sehr.“

Autor: Murtaza Akbar