Buchhaltung digital verbinden, Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle
Eine DATEV-Schnittstelle verbindet Ihr Geschäftskonto direkt mit dem Buchhaltungssystem des Steuerberaters. So sparen Sie Zeit und Aufwand.
Inhaltsverzeichnis
Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle, Das Wichtigste in Kürze
- Eine DATEV-Schnittstelle verbindet das Geschäftskonto direkt mit dem DATEV-System des Steuerberaters.
- Kontoumsätze werden automatisch an DATEV übertragen. Belege ergänzen Sie oder Ihre Steuerberatung in DATEV Unternehmen online.
- Die Anbindung erfolgt über sichere Verfahren wie EBICS, HBCI oder die Drittdiensteschnittstelle und ist GoBD-konform.
- Besonders lohnenswert ist die Schnittstelle bei vielen monatlichen Buchungen und laufender Zusammenarbeit mit dem Steuerberater.
- Bei der Commerzbank läuft die DATEV-Anbindung idealerweise über EBICS und die digitalen Services COINFO (Kontoumsatzinformationen) und COTRANSFER (elektronischer Zahlungsverkehr).
Was ist eine DATEV-Schnittstelle beim Geschäftskonto?
Eine DATEV-Schnittstelle ist die digitale Verbindung zwischen Ihrem Geschäftskonto und dem DATEV-System. Über die Schnittstelle werden Kontoumsätze DATEV-konform an das DATEV-Rechenzentrum übertragen.
Fachlich korrekt wird meistens von einer DATEV-Anbindung gesprochen. Umgangssprachlich hat sich der Begriff DATEV-Schnittstelle etabliert – beide meinen dasselbe: die digitale Verbindung zwischen Geschäftskonto und DATEV. In diesem Ratgeber verwenden wir beide Begriffe synonym.
DATEV ist eine Genossenschaft, die 1966 gegründet wurde, um Prozesse im Rechnungswesen zu digitalisieren. Sie richtet sich vor allem an Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, aber auch Selbstständige, Freiberufler und mittelständische Unternehmen nutzen das System. Das Spektrum reicht von der Finanzbuchführung über Lohn- und Gehaltsabrechnungen bis zu Cloud-Lösungen für unterschiedliche Unternehmensgrößen.
DATEV bietet über 200 Anwendungen. Für Unternehmen besonders relevant sind DATEV Unternehmen online für den Belegaustausch mit der Steuerberatung, DATEV Rechnungswesen für die Finanzbuchhaltung und DATEV Lohn und Gehalt für die Personalabrechnung. Wichtig zur Abgrenzung: DATEV Unternehmen online ist keine Schnittstelle im technischen Sinn, sondern das Programm für den digitalen Datenaustausch zwischen Unternehmen und Steuerberatung. Die Schnittstelle ist die technische Brücke, über die Bankdaten in dieses Programm gelangen.
Welche Vorteile bringt die DATEV-Anbindung?
Die DATEV-Anbindung bringt vor allem Zeitgewinn und weniger Fehler, da Kontobewegungen automatisch übertragen werden. Der manuelle Aufwand entfällt.
Konkret profitieren Unternehmen und Steuerberatung von:
- Automatischer Datenaustausch bei SRZ-Nutzung: Mit dem DATEV-Service-Rechenzentrum (SRZ) oder der Drittdiensteschnittstelle fließen Kontoumsätze direkt und regelmäßig in die DATEV-Anwendung. Bei EBICS oder HBCI holt der Nutzer die Daten selbst ab.
- Weniger Fehler: Automatisierte Übertragungen reduzieren Übertragungsfehler und Doppelbuchungen.
- GoBD-Konformität: Der Datenaustausch erfüllt die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung (GoBD). Das ist rechtssicher und prüfungsfest.
- Direkter Import für die Steuerberatung: Die Steuerberatung importiert Kontodaten direkt aus dem DATEV-Rechenzentrum.
- Aktuellere Auswertungen: Weil Daten regelmäßig übertragen werden, sind Auswertungen wie Monatsabschlüsse deutlich schneller möglich.
Mehr zur Buchhaltungs-Automatisierung insgesamt lesen Sie im Ratgeber: „Die klassische Buchhaltung automatisieren“.
Wie funktioniert die technische Anbindung?
Die technische Anbindung zwischen Geschäftskonto und DATEV läuft über etablierte Übertragungsverfahren und darauf aufbauende DATEV-Services. Welche Kombination bei Ihnen läuft, hängt von der Bank und der DATEV-Anwendung Ihres Steuerberaters ab.
Übertragungsverfahren zwischen Bank und Unternehmen
Für die sichere Datenübertragung zwischen Bank und Unternehmen gibt es mehrere etablierte Verfahren:
- EBICS: das moderne Standardverfahren – bei der Commerzbank das präferierte Verfahren für die DATEV-Anbindung. Geeignet für Unternehmen jeder Größe.
- HBCI mit PIN/TAN: das klassische Verfahren, bei dem die Freigabe von Transaktionen über PIN und TAN erfolgt.
- Drittdiensteschnittstelle: moderne API-basierte Lösung – ermöglicht automatisierten Datenaustausch zwischen Bank, Buchhaltungssoftware und DATEV.
- SRZ (DATEV-Service-Rechenzentrum): DATEV-eigener Service, der Kontodaten der Bank direkt an die Steuerberatung übermittelt – vollständig automatisiert.
DATEV-Services für den Datenfluss
Bei SRZ oder Drittdiensteschnittstelle laufen die Verfahren zentral über den DATEV Bankdatenservice. Er holt Kontoumsätze von der Bank ab und stellt sie in der DATEV-Cloud bereit. Von dort fließen die Daten automatisiert in die Buchhaltung. Bei EBICS oder HBCI übernehmen Nutzer oder Steuerberatung das Abholen und Einspielen manuell.
Für wen lohnt sich eine DATEV-Schnittstelle?
Eine DATEV-Schnittstelle lohnt sich immer dann, wenn laufend Buchhaltungsvorgänge anfallen und die Steuerberater-Anbindung dauerhaft laufen soll. Wie sinnvoll die Anbindung ist, hängt vom gewählten DATEV-Service ab – vom einfachen Bankdatenservice bis zur vollautomatischen SRZ-Lösung.
Die folgende Übersicht zeigt, wann sich die Anbindung – insbesondere mit SRZ – typischerweise lohnt.
Unternehmenstyp | Wie relevant ist die DATEV-Schnittstelle? |
|---|---|
Freiberufler mit wenigen Buchungen | Weniger relevant – oft reicht der manuelle Import und Export |
Selbstständige mit Steuerberater | Relevant, wenn regelmäßig gebucht wird |
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) | Sehr relevant – spürbare Zeitersparnis |
Handwerker mit hohem Belegaufkommen | Sehr relevant – schnelle Beleg-Digitalisierung und -Zuordnung |
Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) | Sehr relevant – Buchführungspflicht nach HGB |
Unternehmen mit eigener Buchhaltung | Relevant – strukturierter Belegaustausch |
Als Faustregel gilt: Bei vielen monatlichen Buchungen oder mehreren Konten spart die Schnittstelle spürbar Zeit.
Einrichtung, Wie richte ich die DATEV-Schnittstelle bei der Commerzbank ein?
Bei der Commerzbank besteht die DATEV-Anbindung aus zwei Komponenten: den Bank-Services (COINFO für Kontoumsätze und COTRANSFER für den Zahlungsverkehr) und der DATEV-Anwendung auf der Seite Ihrer Steuerberatung (meist DATEV Unternehmen online). Ergänzt werden beide durch die Standards HBCI und EBICS für die Integration in ERP-Systeme.
Über COTRANSFER lassen sich auch Lohn- und Gehaltszahlungen aus DATEV Lohn und Gehalt direkt an die Bank übergeben. Wie die Freigabe erfolgt, hängt von der Zugangsart ab. Bei COTRANSFER mit SRZ reicht die Steuerberatung die Buchungen ein, und Sie geben sie anschließend per Begleitzettel oder elektronischer Unterschrift mit separater EBICS-Software frei. Nutzen Sie dagegen einen direkten HBCI- oder EBICS-Zugang, können Sie Zahlungen bereits signiert und damit ausführungsbereit absenden.
Die Einrichtung erfolgt in wenigen Schritten:
- 1.Kontomodell prüfen: COINFO und COTRANSFER sind beim PremiumGeschäftskonto und PremiumGeschäftskonto Plus inklusive. Beim KlassikGeschäftskonto können Sie beide Services gegen Aufpreis dazubuchen.
- 2.Steuerberatung und Bank einbinden: Die Commerzbank schaltet COINFO und COTRANSFER für Ihr Konto frei. Die Einrichtung in der DATEV-Anwendung (z. B. DATEV Unternehmen online) übernimmt anschließend Ihre Steuerberatung.
- 3. Zugangsdaten hinterlegen: Je nach Verfahren werden HBCI-, EBICS- oder PIN/TAN-Zugangsdaten in der DATEV-Anwendung hinterlegt.
- 4.Erste Übertragung testen: Nach der Einrichtung wird geprüft, ob Kontoumsätze und Zahlungen korrekt übertragen werden.
FAQ, Häufige Fragen zur DATEV-Schnittstelle
DATEV ist primär für die Zusammenarbeit mit Steuerberatern konzipiert. Wer keine Steuerkanzlei angebunden hat, kann DATEV Unternehmen online über den DATEV-Service SmartExperts eigenständig nutzen. Die Schnittstelle zum Geschäftskonto funktioniert in beiden Fällen.
Nein. Die technische Einrichtung erfolgt in Abstimmung mit der Steuerberatung – oder bei eigenständiger DATEV-Nutzung direkt über DATEV selbst. Als Unternehmen stellen Sie die Zugangsdaten für das gewünschte Verfahren (EBICS, HBCI oder Drittdiensteschnittstelle) bereit und nutzen diese zum Import und Export der Daten.
DATEV bietet verschiedene Schnittstellen für den Austausch von Daten zwischen Bank, Buchhaltung und Fachanwendungen. Die wichtigsten im Überblick:
- DATEV Bankdatenservice (via RZ-Bankinfo, EBICS oder PIN/TAN): überträgt Kontoumsätze automatisch aus dem Geschäftskonto in die DATEV-Anwendung
- DATEV Belegbilderservice: übermittelt digitale Belege an DATEV Unternehmen online
- DATEVconnect: verbindet DATEV-Programme mit anderen Software-Anwendungen
- DATEV XML- und CSV-Schnittstelle: für den strukturierten Datenimport und -export
- DATEV LODAS und eLohn: für den Austausch von Lohn- und Gehaltsdaten
- DATEV DMS: für die Anbindung von Dokumenten-Management-Systemen
Für ein Geschäftskonto ist vor allem der Bankdatenservice relevant – über ihn läuft die automatische Übertragung von Kontoumsätzen und Zahlungen.
Die Kosten hängen vom Kontomodell ab. Bei der Commerzbank sind COINFO und COTRANSFER im PremiumGeschäftskonto, PremiumGeschäftskonto Plus und PlatinumGeschäftskonto Plus inklusive. Beim KlassikGeschäftskonto fallen für COINFO 13 € pro Monat und für COTRANSFER 6 € pro Monat an (bezogen auf EBICS- und SRZ-Nutzung). Details im Ratgeber „Geschäftskonto: Welche Kosten und Gebühren fallen an?".
Details im Ratgeber „Geschäftskonto: Welche Kosten und Gebühren fallen an?“.
Ja. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt über sichere Verfahren wie EBICS, HBCI oder die Drittdiensteschnittstelle und erfüllt die GoBD-Vorgaben. Ihre Daten liegen anschließend in der DATEV-Cloud, die hohen Sicherheitsstandards unterliegt.
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