Bundesanleihen richtig einsetzen – wie Privatanleger profitieren

Bundesanleihen gelten als wichtige Geldanlage für private und professionelle Anlegerinnen und Anleger. Sie zählen zu den Bundeswertpapieren und werden von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben.

Die Hände eines Mannes im Anzug liegen auf einem Schreibtisch auf verschiedenen ausgedruckten Unterlagen. Daneben liegt ein Taschenrechner.

Was sind Bundesanleihen?

Mit dem Kauf von Staatsanleihen geben Investoren dem Deutschland einen Kredit. Als Gegenleistung erhalten Käuferinnen und der Käufer am Ende der Laufzeit seine ihre Investition samt festgelegter Zinszahlung zurück. Im Zuge der Pandemie wendet sich das Finanzministerium von seinem Sparkurs ab und legt zusätzlich Anleihen mit einer Laufzeit von 7, 10, 15 und 30 Jahren auf. Bundesanleihen haben eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und werden als sichere Geldanlage eingestuft. Mit verschiedenen Laufzeiten von bis zu 30 Jahren sind sie das wertvollste Finanzierungsinstrument für den Bund. Jede Person, die dem deutschen Staat Geld leiht, kann davon ausgehen, ihr Kapital nach der vereinbarten Laufzeit wiederzuerlangen. Nach wie vor zählt Deutschland zu jenen Staaten weltweit mit der besten Bonität und einem AAA Rating.

Die als Coupon bezeichnete Zinszahlung erfolgt auf jährlicher Basis. Private Anlegerinnen und Anleger nutzen Staatsanleihen als Beimischung im Depotportfolio. Somit lassen sich sowohl für institutionelle Investoren als auch Privatkapitalgeber planbare Renditen erzielen. Unter allen Anlageoptionen gelten Bundesanleihen noch immer als eine der sichersten Anlageformen. Für die Bundesrepublik Deutschland sind Bundesanleihen der essenziellste Bestandteil in der Haushaltsfinanzierung. Rund 98% der Staatsschulden bestehen aus börsennotierten Wertpapieren, wobei neue Anleihen nur dann ausgegeben werden, sofern diese zuvor im Bundeshaushalt genehmigt wurden. Emissionen sind in der Bundeshaushaltsverordnung im Artikel 115 geregelt, die Höhe der Kreditaufnahme durch Staatsanleihen sind jedoch eingeschränkt.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Private Anlegerinnen und Anleger können Bundesanleihen bei der Bank kaufen und verkaufen. Klarer Vorteil: Es muss weder ein Mindest- noch ein Höchstanlagebetrag für diese Wertpapiere erreicht werden. Wer eine Anleihe im Depot verwahrt, sollte vom Kaufpreis eine Börsengebühr einplanen.

Bis zum Jahresende 2020 bestanden die Schulden des Bundes mit bis zu 65% aus Staatsanleihen, wobei auf die 10-jährigen Anleihen ein Anteil von 41% entfällt. Diese Form der Bundesanleihe repräsentiert mit Abstand das wichtigste Finanzierungsmittel.

Wertpapiere des Bundes können frei an der Börse gehandelt werden. Aufgrund der überdurchschnittlich großen Handelsvolumen ist der „Spread“ im Vergleich zu anderen Wertpapieren relativWertpapieren gering. Anlegerinnen und Anleger müssen bei einem vorzeitigen Verkauf der Anleihen berücksichtigen, dass auch diese einem gewissen Kursrisiko unterliegen, sobald ein Verkauf vor dem Ende der Laufzeit vorgenommen wird. Die Kurse der Bundesanleihen sind vom allgemeinen Zinsniveau abhängig, das bedeutet, bei steigenden Zinsen sinkt der Börsenkurs von festverzinslichen Anleihen.

Tipp: Je kürzer die restliche Laufzeit einer Anleihe, desto geringer sind Risiko und Rendite. Nur wenn Investoren die Bundesanleihe über den vollständigen Zeitrahmen halten, erzielen sie die bei Ausgabe fixierte Zinszahlung.

Vorteile und Nachteile von Bundesanleihen

Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile von Bundesanleihen auf.

Vorteile von Staatsanleihen

Für private Anlegerinnen und Anleger ist der Kauf von Wertpapieren des Bundes eine äußerst sichere Entscheidung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten am Börsenmarkt. Da der Staat für die Anleihe haftet, reduziert sich das Ausfallrisiko drastisch. Allerdings sollten die Erwartungen hinsichtlich der Höhe der Zinszahlung nicht allzu üppig ausfallen. Zudem wird der Zinssatz ab Auflagedatum bekannt gegeben und über die gesamte Laufzeit von maximal 30 Jahren fixiert. Kauf und Verkauf finden reibungslos über das Privatdepot des Anlegers statt, lediglich die Börsengebühren müssen kalkuliert werden.

Nachteile von Staatsanleihen

Steuert der Staat auf unsichere Zeiten zu, verringern sich die Renditen für Anlegerinnen und Anleger. Aktuell rangieren die Zinsen von Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei 0%. Titel mit kürzeren Investmentzyklen wie die Bundesschatzanweisungen (2 Jahre) weisen ebenso einen Negativzins aus. Vergleichbare Beispiele aus dem Ausland liefert Japan. Hier notieren Anleihen seit März 2016 im negativen Bereich. Sind Privatanleger am Vermögensaufbau interessiert, eignet sich eine Investition in Bundesanleihen nicht.

Gibt es Chancen und Risiken für Privatanleger von Staatsanleihen?

Die einfach strukturierten Produkte sind in ihrer Zinszahlung prognostizierbar, sofern sie von Beginn an und bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden. Gerät die Bundesrepublik Deutschland in einen Staatsbankrott, droht ein Totalausfall. Da eine deutsche Staatsinsolvenz als sehr unwahrscheinlich gilt, wird dem Bund eine hohe Kreditwürdigkeit mit AAA bescheinigt.

Privatanlegerinnen und Anleger haben die Chance, Wertpapiere des Bundes vor dem Rückzahlungstermin an der Börse zu verkaufen. Allerdings besteht in diesem Fall das Risiko, nicht den zu Auflagenbeginn fixierten Zinswert zu erzielen. Hinzu kommt die Abhängigkeit von mehreren Faktoren in der Kursentwicklung. Bundeswertpapiere reagieren beispielsweise auf das allgemeine Zinsniveau. Sinkt Letzteres, erreichen Anlegerinnen und Anleger Gewinne durch Kurssteigerungen , wenn sie diese vor Ende der Laufzeit veräußern.

Inflationsindexierte Bundeswertpapiere erlauben die Abfederung der Inflation. Durch die bescheinigte Kreditwürdigkeit mit AAA und der hohen Sicherheit, müssen diese das niedrigste mögliche Zinsniveau zahlen. Doch auch in diesem Fall bieten die Renditen meist kein höheres Niveau als jenes der Inflation .

Sicherheit & hohe Liquidität

Bundesanleihen genießen bei allen Laufzeiten eine hohe Liquidität. Die Geldanlage lässt sich unkompliziert jederzeit an der Börse handeln und unterliegt wirtschaftlichen Finanzparametern. Private Anlegerinnen und Anleger sind in ihrem Kauf- und Verkaufswunsch völlig flexibel. Das gilt auch für den Insolvenzfall eines Bankinstituts. Am Ende der Laufzeit erhalten Investoren exakt den Nennwert ausbezahlt, zuzüglich der Fixverzinsung. Die Mündelsicherheit wird im BGB §1807 definiert.

Wie berechnet sich die Rendite von Bundesanleihen?

Zur Berechnung der Verzinsung einer Bundesanleihe sind der Nominalzins sowie aktuelle Kurswerte notwendig.

Die Formel lautet: (Zinssatz*100) / Kurswert

Bei einem fiktiven Kurswert von 103% und einem angenommenen Zinssatz von 1,8% ergäbe sich eine Verzinsung von 1,747%. Liegt der Kurs einer Anleihe unter dem Nennwert, folgt eine höhere Verzinsung. Aus einem Kurswert von 92% und einem Zinssatz von 1,8% ergibt sich eine Verzinsung von 1,96%.

Für die Berechnung der tatsächlichen Rendite sind Rücknahmepreis und Laufzeit entscheidend.

Die Formel lautet: (Zinssatz + ((Rücknahmekurs – Kaufkurs) / Kaufkurs * 100)

Beispiel: Angenommen, die Geldanlage soll nach 3 Jahren mit einer Steigerungsquote von 110% verkauft werden. Vorausgesetzt der Kauf der Anleihe fand zu einem Kurs von 103% und zu einem Zinssatz von 1,8% statt, läge die Rendite bei 4,01%. In diesem Fall handelt es sich um die sogenannte Effektivverzinsung. Fällt der Rückkaufpreis unter den Kaufpreis und die Geldanlage aus Staatsanleihen wird nach 4 Jahren zu einem Kurs von 98% verkauft, liegt die effektive Rendite bei 0,59%.

Unterschied zwischen Bundesanleihen und Bundeswertpapieren?

Unter dem Begriff Bundeswertpapiere werden sämtliche vom Staat ausgegebenen Geldanlagen zusammengefasst. Darunter sind Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und unverzinsliche Schatzanweisungen zu verstehen. Während Staatsanleihen über Laufzeiten von 7, 10, 15 und 30 Jahren verfügen, unterliegen Bundesobligationen einem Zyklus von 5 Jahren, Bundesschatzanweisungen von 2 Jahren und unverzinsliche Schatzanweisungen von 6 Monaten. Letztere werden nicht an der Börse gehandelt und in der Stückelung von 0,01€ ausgegeben. Alle anderen Geldanlagen erfolgen über den Börsenhandel in beliebigen Nennbeträgen. Auch die Handelsvolumen sind völlig unterschiedlich.

Bundesanleihen als sichere Geldanlage

Staatsanleihen gelten noch immer als äußerst sichere Geldanlage im Sektor der Wertpapiere. Durch die ungebrochen hohe AAA Bonität Deutschlands ist das Ausfallrisiko für Anlegerinnen und Anleger sehr gering. Die Liquidität der Bundesrepublik erreicht unvermindert hohe Werte. Im Gegenzug kostet diese Sicherheit die Anleger höhere Renditen, wie sie bei anderen Wertpapieren im Börsenhandel möglich sind. Wer als privater Investor auf Sicherheit setzt und auf tagesaktuell bessere Kurse hofft, kann bei dieser Art von Wertpapier kurzfristige Gewinne verzeichnen.