Kosten und Finanzierung, Was kostet ein Fertighaus?
Ein Fertighaus kostet – je nach Wohnfläche, Bauweise und Ausbaustufe – meist zwischen 120.000 und 345.000 Euro. Erfahren Sie hier mehr zu Hauspreis und Baunebenkosten.
Was kostet ein Fertighaus?, Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fertighaus kostet je nach Ausbaustufe unterschiedlich viel: vom Bausatzhaus ab ca. 120.000 € über das Ausbauhaus ca. 180.000–225.000 € bis zum schlüsselfertigen Haus ca. 300.000–345.000 € – jeweils ohne Grundstück und in Basisausstattung.
- Zu den Gesamtkosten gehören neben dem Hauspreis Baunebenkosten, Grundstück, Kaufnebenkosten sowie Ausgaben für Anschlüsse und Außenanlagen.
- Die Ausbaustufe beeinflusst den Preis erheblich.
- Eine realistische Kostenplanung erleichtert die Finanzierung und hilft dabei, den passenden Finanzierungsbedarf zu ermitteln.
Was kostet ein Fertighaus?
Viele Fertighausanbieter arbeiten mit Typenhäusern. Diese verfügen über standardisierte Grundrisse und vorgeplante Hauselemente wie Dachformen, Geschosse oder Vorbauten. Das kann die Planung vereinfachen und eine bessere Kostenschätzung ermöglichen. Änderungen an der Planung oder individuelle Ausstattungswünsche können den tatsächlichen Preis erhöhen.
Folgende Preisbereiche dienen als Orientierung:
| Ausbaustufe Bausatzhaus | Kosten ab ca. 120.000€ |
| Ausbaustufe Ausbauhaus | Kosten ca. 180.000€ bis 225.000€ |
| Ausbaustufe Schlüsselfertiges Fertighaus | Kosten ca. 300.000€ bis 345.000€ |
Die genannten Preise beziehen sich in der Regel auf die Basisausstattung und berücksichtigen nicht alle zusätzlichen Kosten eines Bauprojekts, beispielsweise Grundstück, Baunebenkosten oder persönliche Ausstattungswünsche.
Im Folgenden erfahren Sie, welche Faktoren den Preis eines Fertighauses beeinflussen und welche Kosten zusätzlich entstehen können.
Welche Kostenfaktoren beeinflussen den Preis?
Ausschlaggebend sind folgende Faktoren:
- Wohnfläche und Hausgröße
- Bauform und Architektur
- Ausbaustufe
- Dachform und besondere Bauelemente
- Ausstattung und Haustechnik
Kurz gesagt: Nicht nur der Kaufpreis des Fertighauses entscheidet über die Gesamtkosten. Auch Grundstück, Baunebenkosten und individuelle Ausstattungswünsche sollten frühzeitig in die Finanzierungsplanung einbezogen werden.
Welche Baunebenkosten kommen hinzu?
Neben den Kosten für den Hausbau entstehen weitere Kosten, die Bauherren bei ihrer Planung berücksichtigen sollten. Dazu gehören sogenannte Kaufnebenkosten. Das sind beispielsweise Kosten für das Grundstück, die Vorbereitung des Baugrundstücks sowie Außenanlagen. Diese zusätzlichen Kosten können einen erheblichen Anteil der Gesamtausgaben ausmachen.
1. Kosten für das Grundstück
Bevor ein Fertighaus gebaut werden kann, benötigen Sie ein geeignetes Grundstück. Neben dem Kaufpreis fallen dabei weitere Kosten an:
- Grunderwerbsteuer: Die Höhe der Grunderwerbsteuer hängt vom jeweiligen Bundesland ab und liegt derzeit zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises.
- Notarkosten und Grundbuch: Kosten für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ins Grundbuch.
- Maklerprovision: Kann anfallen, wenn ein Makler am Grundstückskauf beteiligt ist. Die Höhe richtet sich nach der Vereinbarung und den gesetzlichen Regelungen, liegt meist bei 3,57% bis 7,14%.
2. Kosten für die Vorbereitung des Baugrundstücks
Bevor das Fertighaus gebaut werden kann, können weitere Ausgaben entstehen. Dazu zählen beispielsweise:
- Bodengutachten
- Erschließung des Grundstücks
- Hausanschlüsse für Strom, Wasser und andere Versorgungsleitungen
- Baugenehmigung
- Erdarbeiten und Baugrube
- Bodenplatte
Welche Kosten am Ende wirklich entstehen, hängt unter anderem von der Beschaffenheit des Grundstücks und den örtlichen Gegebenheiten ab.
3. Zusätzliche Kosten für Keller und Außenanlagen
Viele Fertighäuser werden ohne Keller geplant. Entscheiden Sie sich jedoch für einen Keller, müssen Sie auch hier die Kosten einkalkulieren. Je nach Größe, Bauweise und Bodenverhältnisse sollten Bauherren hierfür mit mehreren zehntausend Euro (ca. 50.000€ oder mehr) rechnen. Auch Außenanlagen wie Terrasse, Zufahrt, Stellplätze, Garten oder Wege gehören häufig nicht vollständig zum Hauspreis und sollten in die Finanzierung mit eingeplant werden.
Preisbeispiel für ein durchschnittliches Fertighaus
Unsere Beispielrechnung basiert auf fiktiven, aber realitätsnahen Zahlen. Bedenken Sie, dass die tatsächlichen Kosten je nach Anbieter, Region, Bauplatzbedingungen und individueller Ausgestaltung und Ausstattung des Fertighauses deutlich von unseren Angaben abweichen können. Es empfiehlt sich, immer mehrere Angebote einzuholen. Verlangen Sie vor Vertragsabschluss in jedem Fall eine detaillierte Kostenaufstellung.
Wir gehen von folgenden Rahmendaten aus:
Fertighaus von 165 Quadratmeter Wohnfläche auf einem Grundstück von 400m². Das Grundstück kostet 250€/m².
- Haustyp: Aktionshaus mit schlichtem Satteldach
- Ausbaustufe: schlüsselfertig inklusive Bodenplatte
- Herstellerleistung: Fertighaus + Garage + Carport + Terrasse
- Gartengestaltung: durch Bauherr (optional/Eigenleistung)
Beispielrechnung:
| KostenfaktorGrundstück 400m² (400x250) | Kosten100.000€ |
| KostenfaktorKaufnebenkosten ca. 10% | Kosten10.000€ |
| KostenfaktorVermessung für Baugesuch | Kosten2.300€ |
| KostenfaktorBodengutachten | Kosten1.500€ |
| KostenfaktorStatiker | Kosten2.800€ |
| KostenfaktorAnschlusskosten | Kosten3.800€ |
| KostenfaktorErdarbeiten | Kosten60.000€ |
| KostenfaktorSchlüsselfertiges Haus | Kosten299.000€ |
| KostenfaktorGarage und Carport Kosten | Kosten36.000€ |
| KostenfaktorPflasterarbeiten | Kosten10.000€ |
| KostenfaktorEinbauküche | Kosten15.000€ |
| KostenfaktorAußenanlage | Kosten7.000€ |
Gesamtsumme: 547.400€
Das Aktionshaus-Modell kann ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten: schlüsselfertig, mit solider Grundausstattung, Bodenplatte, Terrasse sowie Garage und Carport. Der Grundstückspreis wurde mit moderaten 250 €/qm² angesetzt – in ländlicheren Regionen realistisch, in Ballungsräumen eher selten. Die Baukosten von ca. 299.000 € für 165 qm² sind für ein Aktionshaus mit den genannten Extras (Garage, Terrasse) ein realistischer Richtwert. Baunebenkosten (z. B. Erschließung, Hausanschlüsse) bleiben ein oft unterschätzter Posten – sie fallen auch bei Aktionshäusern an. Auch die Gestaltung der Außenanlage kann preislich je nach Umfang stark variieren.
Fertighaus finanzieren: Diese Möglichkeiten gibt es
Die Finanzierung eines Fertighauses beginnt mit einer realistischen Kostenplanung. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur den Hauspreis, sondern auch Baunebenkosten, Grundstückskosten und weitere Ausgaben, die während des Bauvorhabens entstehen können. So schaffen Sie eine solide Grundlage, um den passenden Finanzierungsbedarf zu ermitteln.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem das Eigenkapital. Dazu zählen beispielsweise Ersparnisse oder ein bereits vorhandenes Grundstück. Je höher Ihr Eigenkapitalanteil ist, desto geringer fällt in der Regel der benötigte Kreditbetrag aus.
Annuitätendarlehen
Das Annuitätendarlehen ist eine häufig genutzte Form der Baufinanzierung. Dabei zahlen Sie eine monatlich gleichbleibende Rate, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Der Vorteil: Sie können Ihre finanzielle Belastung langfristig besser planen. Je nach Vereinbarung können auch Sondertilgungen möglich sein, um das Darlehen schneller zurückzuzahlen.
Die Grüne Baufinanzierung mit Energiebonus
Sie möchten mit Ihrem Fertighaus einen Endenergiewert von max. 75kWh/m² pro Jahr nicht überschreiten und können diesen in Ihrem Energieausweis nachweisen? Dann bietet sich der Energiebonus der Commerzbank an, um die Kosten für Ihr Fertighaus zu verringern. Für die Energieeffizienzklasse A+ und A können Sie die grüne Baufinanzierung mit einem attraktiven Zinsvorteil abschließen.
Der Ratenkredit für besondere Ausgaben
Für einzelne zusätzliche Ausgaben rund um Ihr Eigenheim – beispielsweise Ausstattung, Modernisierung oder kleinere Anschaffungen – können je nach Bedarf auch andere Finanzierungsoptionen infrage kommen.
Decken Sie besondere Ausgaben beispielsweise mit dem Commerzbank Ratenkredit ab. Mit dem Ratenkredit zur freien Verwendung, können Sie bei uns eine Kreditsumme von bis zu 100.000€ aufnehmen und eine lange Laufzeit von 119 Monaten wählen. Schließen Sie online den Kreditvertrag ab, bekommen Sie zudem einen Zinsvorteil von bis zu 0,6%.
In 5 Schritten zum eigenen Fertighaus
Grundstück, Budget und Haustyp prüfen
Bevor Sie sich für ein Fertighaus entscheiden, benötigen Sie ein geeignetes Grundstück. Lage, Größe, Bebauungsplan und Bodenbeschaffenheit beeinflussen, welche Möglichkeiten beim Bau bestehen. Prüfen Sie außerdem Ihre finanzielle Situation und überlegen Sie, welches Haus zu Ihrem Budget passt.
Eigenkapital kann dabei helfen, den benötigten Kreditbetrag zu reduzieren. Möchten Sie frühzeitig Eigenkapital ansparen, etwa über einen Bausparvertrag, können Sie bei der Finanzierung das Kreditvolumen niedriger ansetzen.
Finanzierung planen
Kalkulieren Sie nicht nur den Preis des Fertighauses, sondern berücksichtigen Sie Grundstückskosten, Nebenkosten und mögliche Zusatzkosten. Vergleichen Sie Finanzierungsmöglichkeiten und holen Sie sich Angebote von verschiedenen Kreditgebern ein.
Musterhäuser besichtigen
Ein Besuch in einem Musterhauspark kann helfen, ein Gefühl für Raumaufteilung, Ausstattung und Materialien zu bekommen. Achten Sie neben der Optik auch auf praktische Aspekte wie Wohnfläche, Energieverbrauch, Haustechnik und Verarbeitungsqualität.
Fertighausanbieter vergleichen
Vergleichen Sie mehrere Anbieter und achten Sie unter anderem auf:
- Leistungsumfang und Baubeschreibung
- transparente Angebote
- Qualitätsstandards
- Garantien und Serviceleistungen
- Möglichkeiten zur individuellen Anpassung
Prüfen Sie Verträge sorgfältig und achten Sie darauf, welche Leistungen im Preis enthalten sind.
Haus planen und bauen lassen
Wenn Grundstück, Finanzierung und Anbieter feststehen, beginnt die konkrete Planung. Dabei werden unter anderem Grundriss, Ausstattung, Haustechnik und weitere Details festgelegt.
Eine sorgfältige Vorbereitung hilft dabei, spätere Änderungen und zusätzliche Kosten möglichst zu vermeiden. Anschließend werden die Bauteile gefertigt und auf dem Grundstück zusammengebaut.
FAQ, Häufige Fragen zu Kosten eines Fertighauses
Ein Fertighaus ist ein Haus, dessen Bauteile industriell vorgefertigt und anschließend auf dem Grundstück montiert werden. Je nach Anbieter und Ausbaustufe kann es als Ausbauhaus oder schlüsselfertig angeboten werden. Die Bauweise ermöglicht häufig eine kürzere Bauzeit als bei einem klassischen Massivhaus.
Ob ein Fertighaus günstiger ist als ein Massivhaus, hängt von Größe, Ausstattung, Bauweise und Ausbaustufe ab. Fertighäuser sind oft mit einem festen Hauspreis kalkulierbar. Die Gesamtkosten können sich jedoch durch Grundstück, Baunebenkosten und individuelle Ausstattungswünsche erhöhen.
Nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase kann ein Fertighaus häufig innerhalb weniger Tage montiert werden. Bis zum Einzug vergehen – abhängig von Ausbaustufe, Eigenleistung und Bauvorhaben – in der Regel mehrere Monate.
Ja. Entscheiden Sie sich für ein Ausbauhaus, können Sie bestimmte Arbeiten selbst übernehmen und dadurch Kosten reduzieren. Voraussetzung sind ausreichend Zeit, handwerkliche Erfahrung und eine realistische Planung. Gleichzeitig verlängert sich häufig die Bauzeit.
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