• Die Kosten eines Brunnens

    Die Kosten beim Brunnen bohren

    Voraussetzungen, Ablauf und Spartipps

Diese Kosten entstehen, wenn Sie einen Brunnen bohren

Besonders im Sommer ist der Wasserbedarf im Garten groß. Damit das grüne Wohnzimmer in üppiger Blütenpracht erstrahlt, ist regelmäßiges Gießen angesagt. Die Regentonnen sind jedoch meist schnell leer. Obst- und Gemüsegärten benötigen ebenfalls ausreichend Wasser, damit Sie eine gute Ernte erzielen können. Es liegt daher nahe, dass so mancher Grundbesitzer über einen Brunnenbau im eigenen Garten nachdenkt. Im Ratgeber lesen Sie alles Wissenswerte zu Voraussetzungen, Ablauf und Kosten eines Brunnens.


Brunnenbau im eigenen Garten – lohnt sich die Bohrung?

Brunnenbau im eigenen Garten – lohnt sich die Bohrung?

Wasser ist ein kostbares Gut, mit dem wir sorgsam umgehen sollten. Nicht nur um Kosten und Gebühren zu sparen, ist die Versorgung mit Wasser aus dem eigenen Brunnen interessant. So manchem Gartenbesitzer widerstrebt es, mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Verteilernetz den Garten zu gießen. Mit Brunnenwasser aus einem Bohrbrunnen oder Rammbrunnen lässt sich die Versorgung mit Brauchwasser zum Gießen oder Duschen sicherstellen.

Grundsätzlich können Sie das Wasser aus dem eigenen Brunnen auch trinken, wenn es sauber genug ist und der Trinkwasserverordnung entspricht. Das lässt sich mit einer entsprechenden Wasseranalyse testen. Ob sich ein Brunnenbau lohnt, hängt neben den Kosten für die Bohrung auch vom eigenen Wasserverbrauch ab. Stehen die voraussichtlichen Kosten im Verhältnis zum Nutzen? Um das zu klären, sollten Sie Ihren Wasserverbrauch kennen. So können Sie Ihre jährlichen Wasserkosten den Kosten für die Errichtung und Erhaltung eines eigenen Brunnens gegenüberstellen.


Gesetzliche Vorschriften und Genehmigungen beim Brunnenbau

Die gängigsten Brunnenarten in Deutschland sind der Rammbrunnen, der Schachtbrunnen oder der Bohrbrunnen. Mit allen drei Brunnenarten können Sie Wasser aus dem Grundwasserleitungsnetz fördern. Grundsätzlich dürfen Sie in Ihrem eigenen Garten einen Brunnen ohne behördliche Erlaubnis nicht bohren, wenn Sie das möchten. Sie müssen den Brunnenbau vor Beginn der Arbeiten bei der zuständigen Behörde anmelden. Am besten setzen Sie sich direkt mit Ihrer Gemeinde in Verbindung, da die Vorschriften der verschiedenen Kommunen und Länder sehr unterschiedlich sind.

Die Anmeldung kann formlos erfolgen und muss Angaben über die Verwendung und Herkunft des geförderten Wassers enthalten. Ob die Voraussetzungen für eine Brunnenbohrung erfüllt sind, entscheidet die Behörde. Meist ist die Erteilung der Genehmigung gebührenpflichtig. Die zuständige Kommune schreibt Ihnen auch vor, bis zu welcher Tiefe Sie bohren dürfen.

In der Anmeldung müssen Sie ebenfalls anführen, ob Sie das eigene Wasser als reines Nutzwasser (zum Beispiel für WC und Dusche oder zum Garten gießen) oder auch als Trinkwasser verwenden wollen. In letzterem Fall benötigen Sie zusätzlich die Genehmigung durch das zuständige Gesundheitsamt. Diese wird in der Regel nur dann erteilt, wenn das Wasser eine ausreichend gute Qualität aufweist. Durch jährliche Wasseranalysen stellt das Amt sicher, dass alle gesundheitlichen Parameter eingehalten werden. Im Fall einer schlechten Wasserqualität untersagen sie die Entnahme als Trinkwasser behördlich.

Gesetzliche Vorschriften und Genehmigungen beim Brunnenbau

Voraussetzungen und Grundlagen für einen Brunnen

Voraussetzungen und Grundlagen für einen Brunnen

Wenn Sie die behördliche Anmeldung erledigt und die Genehmigung für den Brunnenbau erhalten haben, kann es losgehen. Zuerst gilt es den richtigen Ort für einen Brunnen festzulegen. Der Platz sollte nicht zu schwer zugänglich sein. Nunmehr müssen Sie sich für eine Brunnenart entscheiden. Die gängigsten Arten sind der Schachtbrunnen, der Rammbrunnen sowie der etwas kostenintensivere Bohrbrunnen. Welche Methode Sie in Ihrem Garten anwenden, ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks und der notwendigen Wasserfördermenge. Bestimmende Faktoren sind sicherlich die Bodenbeschaffenheit, in welcher Tiefe sich Grundwasser findet und nicht zuletzt das Budget. Wobei hier in erster Linie die Kosten für die Bohrung ins Gewicht fallen. Empfehlenswert ist es in jedem Fall, sich den Rat eines Profis einzuholen und nicht einfach selbst drauf los zu graben.


Beliebte Brunnenarten: Rammbrunnen, Bohrbrunnen und Schachtbrunnen

In Deutschland sind vor allem drei Brunnenarten sehr beliebt. Dazu gehören der Schachtbrunnen, der Rammbrunnen sowie der Bohrbrunnen. Findet sich Grundwasser bereits in einer Tiefe von maximal 7 bis 8 Meter, können Sie jede der drei Methoden anwenden und den Brunnen möglicherweise auch selbst bohren. Bei einer größeren Tiefe sollte in jedem Fall ein professioneller Brunnenbauer ans Werk gehen.

Nachfolgend eine kurze Beschreibung der einzelnen Brunnenarten, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern:

Rammbrunnen

Für die Errichtung von einem Rammbrunnen benötigen Sie nicht zwangsläufig eine Spezialfirma. Der kostengünstige Rammbrunnen lässt sich relativ einfach in Eigenregie im Garten errichten. Ein Rammbrunnen eignet sich jedoch nur, wenn Sie keine größeren Wassermengen benötigen und das Grundwasser nicht tiefer als 7 bis 8 Meter liegt. Empfehlenswert für die Wasserförderung mit einem Rammbrunnen ist in jedem Fall eine Schwengelpumpe. Zwischen blühenden Pflanzen in bunten Töpfen wirkt so eine Pumpe zugleich als Gartendekoration. Im Vergleich zu einem Bohrbrunnen ist die Lebensdauer von einem Rammbrunnen, vor allem bei großer Wasserentnahme, deutlich geringer, was die günstigen Kosten der Anschaffung teilweise wieder aufwiegt. Bei hohem Grundwasserspiegel und moderater Wasserförderung leistet ein Rammbrunnen viele Jahre lang gute Dienste. Wer einen größeren Wasserverbrauch hat, wird dagegen wahrscheinlich mit einem Bohrbrunnen mehr Freude haben.

Bohrbrunnen

Ein Bohrbrunnen kommt nicht nur dann zum Einsatz, wenn ein Rammbrunnen keine Option ist. Vielmehr ist diese Brunnenart die effizienteste Methode zur Wassergewinnung. Mit einem Bohrbrunnen lassen sich auch größere Wassermengen problemlos fördern, sofern er fachmännisch gebohrt wird.

Die Wasserförderung erfolgt mithilfe eines Hauswasserwerkes oder – bei tieferem Grundwasserspiegel – mittels einer Tiefbrunnenpumpe. Lassen Sie einen Bohrbrunnen immer von einem Fachmann errichten.

Die höheren Kosten für die Arbeit sowie die notwendige Pumpe gleichen sich mit der jahrzehntelangen Lebensdauer aus.

Schachtbrunnen

Der Schachtbrunnen ist im Grunde nichts anderes, als ein tiefes Loch im Boden, in welches Wasser einsickert. Der Boden des gemauerten Schachtes wird mit Steinen und Kies bedeckt. Früher wurden Schachtbrunnen häufig mit einem Brunnenhaus überbaut.

Solch historische Brunnen versprühen noch immer ihren ganz eigenen Charme. Das einsickernde Grundwasser füllt den Brunnen bis auf Höhe des Grundwasserspiegels und kann dann – beispielsweise mit einem hinabgelassenen Holzeimer - herausgeschöpft werden.

Bis sich der Brunnen bei größerer Wasserentnahme wieder mit Wasser füllt, dauert es meist einige Stunden. Wegen hygienischer Bedenken ist dieser klassische Brunnentyp heutzutage kaum mehr üblich.


Kostenfaktoren eines Bohrbrunnens

Kostenfaktoren eines Bohrbrunnens

Besichtigen Sie gemeinsam mit einem Fachmann vor der Errichtung des Brunnens das Grundstück und wählen Sie einen geeigneten Ort aus. Ein erfahrener Brunnenbauer nimmt mit Ihnen eine sorgfältige Planung vor und gibt Ihnen Auskunft über die voraussichtlichen Kosten. Auch hinsichtlich der Pumpentechnik erteilt Ihnen der Profi hinlänglich Informationen und geht genau auf Ihre Anforderungen ein.

Arbeitskosten

Arbeitskosten

Viele Brunnenbauer verrechnen den Arbeitsaufwand pro gebohrten Meter. Andere Betriebe hingegen verrechnen eine Pauschale. Die meisten Kosten entstehen sicherlich für das Bohren und das Einbringen der Verrohrung. Mit dem sogenannten Plunschen wird die endgültige Bohrtiefe erreicht. Fragen Sie auch, welche Kosten bei einer möglichen Fehlbohrung entstehen, wenn beispielsweise ein großer Stein im Bohrloch das weitere Bohren verhindert. Manche Betriebe verlangen Zuschläge für eine aufwendige Baustelleneinrichtung oder eine schwierige Anfahrt. All diese Faktoren sollten Sie im Vorfeld abklären und bestenfalls schriftlich festhalten.

Materialkosten

Materialkosten

Neben den Kosten für das Bohren fallen die reinen Materialkosten für die Verrohrung verhältnismäßig gering aus. Pro Meter müssen Sie mit Anschaffungskosten zwischen 5 € und 20 € kalkulieren. Einzig für die Beschaffung der Pumpe ist je nach Qualität nochmals ein größerer Betrag notwendig. Ein günstiges Hauswasserwerk erhalten Sie bereits ab 80 €, das obere Preissegment liegt bei maximal etwa 400 €. Für die Anschaffung einer Tiefbrunnenpumpe wird ein Betrag zwischen 200 € und 400 € fällig.

Laufende Kosten

Laufende Kosten

Das Wasser aus dem eigenen Brunnen ist zwar kostenlos, allerdings verbraucht der Betrieb der Pumpe Strom. Neben den laufenden Stromkosten, fallen zusätzliche Kosten für die Wartung der Anlage sowie allenfalls für die Prüfung der Wasserqualität an, wenn Sie das Wasser als Trinkwasser nutzen möchten.


Rechenbeispiel eines Brunnenbaus

Ein Vergleich über die anfallenden Kosten einer Brunnenbohrung ist schwierig. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen und die Ausführung der verschiedenen Brunnenarten. Ein Fachbetrieb verlangt für das Bohren bis zu einer Tiefe von etwa 8 Meter zwischen 60 € und 100 € pro Meter. Für einen Bohrbrunnen mit einer Tiefenbohrung wird durchschnittlich 120 € bis 150 € pro Meter verrechnet. Deutlich günstiger kommt hingegen die Errichtung eines Rammbrunnens in Eigenleistung, da lediglich Kosten für das Material anfallen. Die nachstehende Tabelle dient daher lediglich zur Orientierung und als Richtwert. Für einen genauen Preis ist immer eine individuelle Kalkulation notwendig.

Brunnenart Arbeitskosten Pumpe Materialkosten
Rammbrunnen mit Schwengelpumpe Keine Kosten durch Eigenleistung 60 € bis 200 € 20 € / Meter
Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk 60 € bis 100 € / Meter 80 € bis 400 € 5 € bis 20 € / Meter
Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe 120 € bis 150 € / Meter 200 € bis 400 € 20 € / Meter

3 Spartipps für weniger Kosten beim Brunnenbau

Tipp 1: Fachmännisch beraten und planen lassen

Fachmännisch beraten und planen lassen

Informieren Sie sich vor Beginn der Arbeiten bei einem Profi. Eine fachmännische Planung und Vorbereitung sind eine gute Voraussetzung für den Bau eines kosteneffizienten Brunnens. Für einen Kostenvergleich holen Sie sich am besten mehrere Angebote unterschiedlicher Brunnenbauer ein.

Tipp 2: Schriftlicher Kostenvoranschlag und fixe Kosten für die Bohrung vereinbaren

Schriftlicher Kostenvoranschlag und fixe Kosten für die Bohrung vereinbaren

Ein schriftlicher Kostenvoranschlag dient als Grundlage für die Erteilung des Auftrags. Treffen Sie auch Vereinbarungen für allfällige Fehlbohrungen, das Einrichten der Baustelle und die Anfahrt. Manche Betriebe verrechnen einen festen Pauschalbetrag für die Brunnenbohrung. So müssen Sie nicht mit späteren Mehrkosten rechnen. Die Pauschalen für einen etwa 6 Meter tiefen Brunnen liegen meistens zwischen 600 € und 800 €.

Tipp 3: Smart finanzieren

Smart finanzieren

Für die Anschaffung eines Brunnens kann durchaus ein höheres Budget erforderlich sein. Ist ausreichend Zeit vorhanden, können Sie den erforderlichen Betrag ansparen. Möchten Sie nicht warten und verfügen derzeit nicht über das notwendige Kapital, nutzen Sie die niedrigen Zinsen für einen klassischen Ratenkredit . Eine weitere Möglichkeit für eine günstige Finanzierung bietet ein Modernisierungskredit . Auch mit einer Baufinanzierung lassen sich persönliche Wünsche schnelle und kostengünstig erfüllen.


Autarke Wasserversorgung dank eigenem Brunnen

Bei ausreichend Grundwasser kann Brunnenwasser aus dem eigenen Garten sowohl die Trinkwasser- als auch die Nutzwasserversorgung sicherstellen. Ob dafür der beliebte Rammbrunnen, ein Schachtbrunnen oder doch der etwas kostenintensive Bohrbrunnen infrage kommt, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit ab und in wie viel Meter Tiefe Sie Grundwasser finden. Holen Sie sich unbedingt ausführliche Informationen ein und lassen Sie sich vom Profi beraten, bevor Sie mit dem Brunnenbau beginnen.


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