• Nachhaltige Geldanlagen

    Was sind nachhaltige Geldanlagen?

    Wertvolle Tipps zum Investieren

Wie wichtig sind nachhaltige Geldanlagen?

Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit bei Investments? Wer entscheidet eigentlich, ob eine Geldanlage nachhaltig ist und wie investieren Anleger richtig? Wir klären in unserem Ratgeber die Hintergründe, geben Tipps zum Einstieg und klären, welche Rendite möglich ist.


Nachhaltig investieren: Herausforderung oder Verpflichtung?

Umweltverschmutzung, Klimawandel, Hungerlöhne und Kinderarbeit sind einige der Auswüchse von ungehemmt vorangetriebener Wirtschaftsleistung. Immer mehr kommen jedoch zu der Überzeugung, der Mensch sollte die vorhandenen Ressourcen bescheidener nutzen. Dann bleibt auch künftigen Generationen die Lebensgrundlage erhalten. Egal, ob Anleger ihr Geld in Sparprodukte anlegen oder an Börsen investieren – schließlich kommen die Geldanlagen verschiedenen Unternehmen zugute. Welchen Anteil haben einzelne Unternehmen an nachhaltiger Wirtschaft und nach welchen Kriterien wird Nachhaltigkeit definiert?


Die Kriterien der Nachhaltigkeit – eine Definition

Über den Begriff „nachhaltig“ streiten sich die Geister, denn es gibt keine allgemeingültige Definition. So hat jeder Mensch auch ein eigenes Empfinden, wie eine Generation ihre Bedürfnisse befriedigen sollte, ohne die nächste zu berauben. Seit Beginn der Diskussion über nachhaltiges Wirtschaften sind jedoch einige Kriterien fester Bestandteil:

  • Umweltschutz durch schonende Nutzung von Wasser, Boden und Wäldern
  • Reduzierung der Treibhausgase, die in die Atmosphäre ausgestoßen werden
  • Regenerierung bereits überlasteter Ressourcen zum Beispiel durch Aufforstung

Im Laufe der Jahre hat sich die Definition weiter gewandelt. Es sind nicht mehr nur die Umkehrung des Klimawandels und der Schutz unseres Planeten, die zu den Kriterien der Nachhaltigkeit gehören. Jetzt gehört auch der Mensch selbst zum Verständnis dazu. Soziale und ethische Aspekte fließen mit in die Definition:

  • faire Arbeitsbedingungen
  • keine Kinder- oder Zwangsarbeit
  • Wahrung der Menschenrechte
Die Kriterien der Nachhaltigkeit – eine Definition

Wann sind Investments nachhaltige Geldanlagen?

Viele Unternehmen spüren das neue Verständnis von Arbeitnehmern, Verbrauchern und Anlegern für ökologisches, soziales und faires Wirtschaften. Neue Produkte kommen auf den Markt, die Siegel und Zertifikate für nachhaltige und verantwortliche Herstellung tragen. Auch die Unternehmen selbst stellen sich ökologisch und ethisch neu auf: Ziele werden veröffentlicht und erfolgreich erreicht. Die selbstauferlegten Grundsätze richten sich auch nach Initiativen, denen sich Betriebe anschließen können wie zum Beispiel dem Global Compact der UN.

Was bedeutet ESG im Zusammenhang mit nachhaltigen Geldanlagen?

Die Abkürzung ESG kann Ihnen bei Unternehmen, aber auch bei Fonds oder ETFs begegnen. Dabei handelt es sich um drei Kriterien, die neben den bekannten Faktoren Rentabilität, Liquidität und Sicherheit zu neuen Unternehmenszielen werden. Ob die Ziele bei ESG eingehalten werden oder ob ein Unternehmen zu den Anforderungen eines Fonds oder ETFs passt, prüfen Analysten und Ratingagenturen. Außerdem veröffentlichen viele Unternehmen in der Zwischenzeit Nachhaltigkeitsberichte nach festgelegten Standards. Wofür stehen die drei Buchstaben ESG?

1. Environment

E = environment: Der Schutz der Umwelt ist zum Beispiel bei der Nutzung von erneuerbaren Energien, der Reduzierung des Wasserverbrauchs oder der Müllproduktion sichtbar.

2. Social

S = social: Das Unternehmen kennt seine Verantwortung gegenüber Menschen und hat zum Beispiel Arbeitssicherheit, faire Arbeitsbedingungen und soziales Engagement im Blick.

3. Governance

G = governance: Geschäftsführung und Management leiten den Betrieb nachhaltig. Gesetze, Regeln und Tarife werden eingehalten, Korruption hat keinen Platz im Unternehmen. Auch die Firmenpolitik gegenüber den Anteilseignern und Aktionären ist immer korrekt.

Welche Kriterien gelten bei der Auswahl nachhaltiger Investitionen?

Geldanlagen, die den Titel „nachhaltig“, „grün“, „klimafreundlich“ oder „sozial“ tragen, legen neben den ESG unterschiedliche Methoden für die Auswahl von Wertpapieren zugrunde. Daher gibt es in diesem Bereich Fonds und ETFs mit verschiedenen Strategien. Nicht immer ist für den Anleger sofort erkennbar, welche Grundsätze angewandt werden. Daher stellen wir einige Kriterien für die Auswahl vor:

1. Ausschluss durch negative Kriterien

Ausschluss durch negative Kriterien

Bei der Zusammensetzung eines Fonds oder ETFs kommen bestimmte Branchen, die die Anforderungen der ESG keinesfalls erfüllen, nicht ins Portfolio. Besonders Unternehmen aus dem Bereich Alkohol, Tabak, Kohle, ÖL, Rüstung, Glücksspiel oder Pornografie sind davon betroffen. Also Wirtschaftszweige, die ethisch oder ökologisch von den meisten als bedenklich angesehen werden. Diese Strategie können Sie auch selbst bei der Auswahl Ihrer Aktien anwenden und sich ein eigenes nachhaltiges Depot einrichten. Brauchen Sie dabei Hilfe, wenden Sie sich gern an Ihren Bankberater.

2. Anwendung von positiven Kriterien

Anwendung von positiven Kriterien

Bei dieser Methode kommen nur Branchen ins Depot, die für ihre Klimafreundlichkeit oder für Menschlichkeit bekannt sind. Beispiele sind Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien oder aus dem Wassermanagement. Es gibt auch Fonds und ETFs, die Wertpapiere nach diesen positiven Kriterien wählen. Dabei müssen sich die Unternehmen an den drei Kriterien ESG messen.

3. Auswahl einzelner Titel

Auswahl einzelner Titel

Ganz individuell bestimmen Anleger eigene Faktoren, nach denen sie Aktien oder Anleihen auswählen. Dabei können sie Unternehmen berücksichtigen, die sich in einem Bereich besonders engagieren oder die innovative Technologien zum Schutz der Umwelt entwickeln. Auch ESG kann ein wichtiges Entscheidungsmerkmal sein.

4. Best-in-Class

Best-in-Class

Erhält eine Aktiengesellschaft dieses Prädikat, erzielt sie nicht die beste Rendite ihrer Branche. Diese bekannte Strategie zieht stattdessen die Unternehmen heraus, die sich sozial, ökologisch oder ethisch am stärksten zeigen. Fonds oder ETFs enthalten in diesem Fall auch bedenkliche Wirtschaftszweige. Bei diesem Investment ist es auch Ziel, Unternehmen zu motivieren einander bei der Nachhaltigkeit zu übertrumpfen, und damit auch umweltschädliche oder ethisch umstrittene Branchen auf den Weg der Besserung zu bringen. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Analyse von ESG bei der jeweiligen Aktiengesellschaft.

5. Für mehr Nachhaltigkeit engagieren

Für mehr Nachhaltigkeit engagieren

Aktionäre sollten nicht die Macht des Stimmrechts unterschätzen. Gerade Fonds oder Banken setzen sich bei dieser Methode für mehr soziales und ökologisches Handeln in bestimmten Unternehmen ein.

Fonds und ETFs verbinden oft mehrere dieser Strategien miteinander. Das macht es trotz der Bewertung der ESG schwieriger, die Geldanlagen zu vergleichen. Anleger suchen deshalb am besten nach Investments, die ihren eigenen Kriterien von Nachhaltigkeit entsprechen.


In welche nachhaltigen Geldanlagen können Sie investieren?

In welche nachhaltigen Geldanlagen können Sie investieren?

Unter den Anlageprodukten, die ein gutes ökologisches und ethisches Gewissen versprechen, finden sich zahlreiche Fonds und ETFs, aber auch Aktien und Anleihen können die Kriterien erfüllen. Investitionen in institutionelle Projekte war bislang nur Unternehmen vorbehalten. Dies ist künftig auch für Privatanleger möglich. Möchten Sie lieber ein eigenes „grünes“ Depot besitzen, steht Ihnen auch unsere nachhaltige Vermögensverwaltung zur Verfügung. Bei der Wahl der nachhaltigen Wertpapiere kommen die drei Kriterien ESG zum Einsatz.


Warum profitieren Anleger, wenn sie ihr Geld nachhaltig investieren?

Warum profitieren Anleger, wenn sie ihr Geld nachhaltig investieren?

Jedes Investment soll einen Nutzen bringen, je mehr dabei für den Anleger drin ist, desto besser. Setzen Sie Ihr Geld auf nachhaltige Fonds oder ETFs haben Sie gleich dreifach Erfolg:

  1. Umwelt und Soziales: Sie tragen aktiv dazu bei, Menschen schon jetzt mehr Lebenswert zu verschaffen und Menschenrechtsverletzungen zu minimieren. Außerdem erhalten Sie für kommende Generationen eine lebenswerte Umwelt und die notwendigen Ressourcen.
  2. Rendite: Ihr Geld bringt Ertrag wie bei einer herkömmlichen Geldanlage. Die Nachhaltigkeit muss nicht ohne Rendite gelebt werden.
  3. Unternehmen: Mit Ihrem Investment in nachhaltige Unternehmen unterstützen Sie verantwortungsvolles Engagement. Für die Firmen bedeutet Ressourcen zu schonen eine Kostenersparnis und ökologisches Denken fördert Innovation. Also sorgen Sie mit Ihren Geldanlagen dafür, dass nachhaltige Unternehmen noch stabiler und renditestärker arbeiten.

Sind Nachhaltigkeitsfonds eine gute Geldanlage?

Fondsverwalter legen bei den Nachhaltigkeitsfonds neben der Rendite besonderes Augenmerk auf die Kriterien ESG. Um die richtigen Aktiengesellschaften oder Anleihen auszusuchen, sind in einigen Fondsgesellschaften ganze Gruppen von Analysten mit den Zahlen, Daten und Fakten rund um ökologisches und ethisches Handeln und Produzieren beschäftigt. Sie nutzen auch das Ranking zur Nachhaltigkeit von Ratingagenturen. Jeder Fonds hat eine eigene Anlagestrategie oder kombiniert mehrere Strategien miteinander. Da der Vergleich verschiedener Fonds dadurch schwerfällt, gibt es das FNG-Siegel. Das FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen) hat es sich zur Aufgabe gemacht, unter den Nachhaltigkeitsfonds mehr Transparenz zu schaffen. Mit dem Siegel bewerten sie Fonds nach der Qualität der Nachhaltigkeitskriterien.1

Sind Nachhaltigkeitsfonds eine gute Geldanlage?

Mit diesen 4 Tipps starten Sie Ihre nachhaltigen Geldanlagen

Vielleicht ist es Ihr erstes Ziel bei der Geldanlage die Umwelt zu schützen. Doch müssen Sie wie bei jedem Investment auch Risiko und Rendite im Auge behalten. Achten Sie daher auf folgende Punkte:

Richtige Anlagestrategie wählen

Richtige Anlagestrategie wählen

Welche Kriterien der Nachhaltigkeit sind Ihnen wichtig? Legen Sie Ihr Geld so an, dass Sie sich mit der Anlagestrategie wohlfühlen. Gerne helfen Ihnen unsere Experten bei der Auswahl der richtigen Wertpapiere und der Bewertung der Faktoren „ESG“.

Fakten prüfen

Fakten prüfen

Achten Sie genau wie bei klassischen Geldanlagen auf die Zahlen und Bewertungen! Dann können Sie Ihr Risiko richtig einschätzen und eine optimale Rendite erzielen.

Anlagen streuen

Anlagen streuen

Streuen Sie auch bei nachhaltigen Geldanlagen Ihre Investments! Gerade Fonds oder ETFs, die sich auf bestimmte Branchen konzentrieren, bieten keine breite Diversifikation.

Im Vorfeld informieren

Im Vorfeld informieren

Gerade bei Beteiligungen an Energie-, Wald- oder Wasserprojekten empfiehlt es sich eine ausführliche Beratung durch einen Experten in Anspruch zu nehmen.


Nachhaltige Investments sind Investitionen in die Zukunft

Nachhaltig investieren bedeutet, eine Rendite mit Umweltschutz und Menschlichkeit zu erzielen. Der Anleger, ein Vermögensverwalter oder ein Fondsmanager wählen dabei aus Wertpapieren von Unternehmen, die ihre Technologien und ihr Verhalten klimafreundlich und ressourcenschonend einsetzen. Mitarbeiter, Anteilseigner und Lieferanten können sich auf die ethischen und sozialen Kompetenzen dieser Firmen verlassen. Die Nachhaltigkeitsfaktoren ESG, die nachhaltige Unternehmen umsetzen, werden von Analysten oder Ratingagenturen überprüft.


Interessante Produkte zu diesem Artikel:

Das könnte Sie auch interessieren:


Sie haben Fragen oder möchten sich persönlich beraten lassen?

Vereinbaren Sie gerne ein Beratungsgespräch oder besuchen Sie uns in einer unserer Filialen.