• Was sind Junk Bonds?

    Was sind Junk Bonds?

    Risiken, Chancen sowie Vor- und Nachteile

Junk Bonds – für Privatanleger geeignet?

Junk Bonds werden von Emittenten mit ungünstiger Bonität herausgegeben. Ihr Risiko wird mit hohen Zinsen honoriert. Hochzinsanleihen können unter bestimmten Voraussetzungen eine Anlagealternative für die Niedrigzinsphase sein. Wir erklären deren Vor- und Nachteile für Privatanleger.


Welche Merkmale charakterisieren Junk Bonds?

Für Junk Bonds gibt es viele Bezeichnungen: Hochzinsanleihen, High-Yield Anleihen, Schrottanleihen, Risikoanleihen oder Ramsch-Anleihen. Es handelt sich um hoch verzinste Wertpapiere der Anlageklasse Anleihen. Sie sind für Anleger mit einem hohen Verlustrisiko verbunden. Der Ursprung des Begriffs stammt aus den USA, dort wurden in den 1980er Jahren Übernahmen von Unternehmen mit Ramsch-Anleihen finanziert.

Definition von Junk Bonds

Definition Junk Bonds:

Emittenten, also Herausgeber der Junk Bonds sind vorwiegend Unternehmen, etwa börsennotierte oder mittelständische Unternehmen. Sie besorgen sich über die Ausgabe von Hochzinsanleihen bei Investoren Fremdkapital zur Finanzierung ihres Betriebs. Weil diese Unternehmen über eine schlechte Bonität verfügen, haben sie Probleme, Bankkredite und Anleihen zu normalen Bedingungen aufzunehmen bzw. auszugeben. Auch Staaten, beispielsweise Schwellenländer, können Junk Bonds emittieren.

Die Schrottanleihen werden größtenteils von Unternehmen ausgegeben, die bereits hochverschuldet sind und/oder deren Geschäfte schlecht laufen. Weil das Risiko des Anleiheausfalls während der Laufzeit sehr groß ist, müssen diese Unternehmen mit hohen Zinsen einen Ausgleich dafür bieten. Die Vergangenheit hat gezeigt: Selbst Staaten, die Schrottanleihen auflegen, können in Konkurs gehen. Die enorm hohen Renditen dienen als Entschädigung für Anleger, um das Risiko bei Ramsch-Anleihen abzufedern.

Hohe Zinsen weisen auf wirtschaftliche Schwierigkeiten oder untragbare Lasten im Staatshaushalt bzw. im Unternehmen hin. Die Anleihezinsen sind normalerweise fest und ändern sich während der Laufzeit des Junk Bonds nicht. Der überdurchschnittlich hohe Zins wird in der Regel jährlich auf das Konto des Anlegers ausgeschüttet. Für den Handel mit Junk Bonds ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots erforderlich.

Arten von Hochzinsanleihen

Welche Arten von Hochzinsanleihen gibt es?

Anleihen können bereits von Anfang an Hochzinsanleihen sein. Sie werden von schlechten Schuldnern mit einem im Vergleich zu risikolosen Staatsanleihen exorbitant hohen Zins begeben, beispielsweise 8%. Der Anleihekäufer erwartet gleichwohl vom Unternehmen eine vollständige Rückzahlung des Bonds, weil dessen Geschäft existenziell ist oder das Unternehmen saniert wird. Dies sind „geborene Junk Bonds“.

Im Gegensatz dazu werden andere Anleihen erst während ihrer Ausgabedauer zu Ramsch. Sie verfügen nicht über den außerordentlich hohen Zinssatz, da sie von gesunden Unternehmen emittiert wurden. Im Laufe der Zeit hat sich die Liquidität oder Bonität des Emittenten jedoch so verschlechtert, dass keine Nachfrage mehr nach diesen Schrottanleihen besteht. Infolgedessen sinkt ihr Kurs und die Anlagerendite steigt erheblich. Dadurch hat sich die ehemals gute Anleihe während der Laufzeit für den Anleger zu einer riskanten Ramsch-Anleihe entwickelt. Diese Papiere werden „Fallen Angels“ genannt.

Funktionsweise von Anleihen

Wie funktionieren Anleihen überhaupt?

Anleger sind die Gläubiger der Bonds, bei den Emittenten handelt es sich um die Schuldner des Geldes. Normalerweise werden Anleihen am Ende ihrer Laufzeit zu 100% zurückgezahlt. Investoren bekommen ihr angelegtes Kapital auf ihr Konto zurück. Zu den festgelegten Terminen erhalten Anleger die Zinsen der Anleihen.

Anleihen weisen darüber hinaus während ihrer Laufzeit ein Kursrisiko auf. Dieses Risiko resultiert aus dem Zinsänderungsrisiko. Anleihen werden wie Aktien am Markt gehandelt: am Rentenmarkt. Bei steigenden Zinsen können Kursverluste auftreten, da kein Marktteilnehmer die zu niedrigeren Zinsen emittierten Anleihen mehr erwerben will. Umgekehrt sind sinkende Zinsen eine Chance auf Kursgewinne. Gewinne können Anleger jedoch nur realisieren, wenn sie die Anleihen zu unter 100% gekauft haben oder diese nicht bis zum Fälligkeitsdatum behalten. Sie müssen die Anleihen also vorzeitig aus ihrem Depot veräußern. Die Kurse von Hochzinsanleihen schwanken aufgrund der höheren Zinsen und meist längeren Laufzeiten in stärkerem Maße als die Preise normal verzinster Anleihen.


Wie sicher sind Junk Bonds?

Junk Bonds gehören zu den Anlageformen, die nicht besonders sicher sind. Sie eignen sich nur für risikofreudige Anleger und zur Spekulation. Das größte Risiko besteht darin, dass der Emittent in Konkurs geht und nicht mehr in der Lage ist, den geliehenen Betrag zurückzuzahlen. Es handelt sich dabei um das Emittentenrisiko. Ebenso können die Zinszahlungen ausfallen. Anlegern gibt die Höhe der Anleiheverzinsung einen Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls der Ramsch-Anleihe. Dabei gilt: Je höher Zinsen oder Rendite sind, desto größer das Risiko des Kapitalverlustes.

Wovon hängt die Bonität der Unternehmen ab?

Anleger müssen vor der Investition die Bonität der Emittenten von Hochzinsanleihen prüfen. Die Bonität kennzeichnet die Kreditwürdigkeit oder Zahlungsfähigkeit eines Wirtschaftsteilnehmers. Bei großen Unternehmen wie nationalen und internationalen Konzernen beurteilen Ratingagenturen deren Bonität. Ausschlaggebend für deren Bewertung sind die Branche, in der das Unternehmen tätig ist, sowie die Historie und Marktstellung des Konzerns. Ökonomische Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn oder Eigenkapital und die Zahlungsdisziplin der Unternehmen sind maßgebliche Bestandteile der Bonitätsprüfung. Die Einschätzung der Bonität von Unternehmen ist wichtig für die Beurteilung, welches Risiko der Anleger mit dem Kauf einer Hochzinsanleihe eingeht.

Bonität von Unternehmen
Ratings für Junk Bonds und Ramsch-Anleihen

Welche Bedeutung haben Ratings für Junk Bonds?

Das Risiko der Nichtrückzahlung der Ramsch-Anleihen wird von weltweit tätigen Ratingagenturen bewertet. Die Bonität großer Konzerne ist ausschlaggebend dafür, ob und wie viel Kredit die Unternehmen bei Banken oder Investoren bekommen. Junk Bonds werden grundsätzlich niedrig benotet und im sogenannten Non-Investment-Grade eingestuft. Großanleger, beispielsweise Vermögensverwalter, dürfen in diesem Segment nicht ohne Weiteres investieren.

In welche Bereiche werden Ramsch-Anleihen eingeteilt?

Rating-Agenturen verwenden für ihre Einschätzung ein standardisiertes System. Die Resultate werden mit Buchstaben von A bis D bzw. den Buchstaben in Kombination mit den Ziffern 1 bis 3 dargestellt. Unternehmen mit einem AAA-Rating verfügen über eine erstklassige Bonität, die über jeden Zweifel erhaben ist. Eine Unternehmensanleihe, die mit D geratet ist, wird nicht getilgt und steht kurz vor dem Ausfall. Gute Anleihen im sogenannten Investment-Grade-Bereich reichen bis zur Benotung BBB-.

Der Bereich der Junk Bonds beginnt bei der Ratingnote BB+ und geht bis zum CCC. Junk Bonds mit einer Bewertung bis B- gelten als leicht spekulativ, während schlechter benotete Emittenten als hochspekulative Anlagen charakterisiert werden. Anleihen, die mit CCC bewertet wurden, gelten als Ramsch oder Schrottanleihen im eigentlichen Sinne. Sie stellen die niedrigste Anlagequalität mit dem geringsten Anlegerschutz dar.

Tipp: Rating-Agenturen helfen bei der Bewertung von Junk Bonds.

Tipp: Rating-Agenturen helfen Ihnen bei der Bewertung, wie stark oder schwach die Bonität der Emittenten von Junk Bonds einzuschätzen ist. Die Agenturen schätzen anhand von Bilanzen, Geschäftszahlen und Planungsunterlagen ein, in welchem Maße die Ramsch-Anleihen gefährdet sein könnten. Emittenten werden danach mit einer bestimmten Ratingnote versehen. Ratings sind ein guter Anhaltspunkt für die Beurteilung, ob Sie das Anlagekapital zurückerhalten.


Die Vor- und Nachteile von Hochzins- sowie Schrottanleihen für Privatanleger

5 Vorteile von Hochzinsanleihen für Privatanleger

5 Vorteile von Hochzinsanleihen für Privatanleger

Anleger profitieren überdurchschnittlich von Hochzinsanleihen:

  • beträchtliche Verzinsung
  • außergewöhnlich hohe Renditen
  • hohe Kursgewinne möglich
  • Generierung regelmäßiger Erträge durch Zusatzeinkommen infolge Zinseinnahmen
  • Festzinsen für die gesamte Anlagedauer
5 Nachteile von Schrottanleihen für Privatanleger

5 Nachteile von Schrottanleihen für Privatanleger

Dennoch sollten Anleger das Risiko von Junk Bonds nicht unterschätzen:

  • Gefahr der Insolvenz des Emittenten
  • möglicher Totalverlust der Anlage
  • Ausfall von Zinszahlungen
  • keine Einlagensicherung
  • Kursschwankungen während der Anleihelaufzeit können hoch sein.
Tippbox: Eine umfassende Recherche ist wichtig.

Tipp: Recherchieren Sie gründlich zu Emittentenrisiko, Marktbedingungen und Kursentwicklung von Hochzinsanleihen, bevor Sie eine Geldanlage in Junk Bonds in Erwägung ziehen. In unserem Ratgeber und unserem Angebot informieren wir Sie dazu umfassend.


Hat das Zinsniveau am Markt Einfluss auf Junk Bonds?

Hat das Zinsniveau am Markt Einfluss auf Junk Bonds?

Die Kurse von Hochzinsanleihen sind davon abhängig, auf welchem Niveau sich die Zinsen am Rentenmarkt befinden. Die Zinsen am Kapitalmarkt dienen als Orientierung für die Festsetzung der Verzinsung von Junk Bonds. Wie hoch Kursgewinne oder Kursverluste durch sinkende bzw. steigende Zinsen ausfallen, hängt jedoch nicht nur von der Bonität des Emittenten ab. Die Laufzeit der Ramsch-Anleihen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Allgemeinen gilt: je länger die Laufzeit der Hochzinsanleihe, desto höher die Verzinsung der Ramsch-Anleihe. Dies führt bei Zinsänderungen zu größeren Anleihekursgewinnen oder -verlusten, als bei normal verzinsten Anleihen üblich. Gerade in Krisenzeiten mussten Anleger erhebliche Wertverluste mit Anleihen schlechter Bonität in Kauf nehmen.

Wie ist die aktuelle Situation am Zinsmarkt?

Wie ist die aktuelle Situation am Zinsmarkt?

Seit der großen Finanzkrise sind die volkswirtschaftlichen Zinsen beständig gesunken. Für sichere Geldanlagen gibt es faktisch keine Verzinsung mehr. Auch Anleihen bieten kaum noch akzeptable Zinsen. Sichere Bundesanleihen weisen gar eine negative Rendite auf, damit verlieren Investoren sogar Geld. In der Niedrigzinsphase sind Anleihen von Unternehmen mit sehr guter bis mittlerer Bonität nicht mehr lukrativ. Anleger, die bessere Renditen anstreben, müssen das Risiko ihrer Geldanlagen erhöhen und finden in Schrottanleihen eine renditestarke Alternative.

Wie wirkt sich die aktuelle Zinssituation auf Junk Bonds aus?

Wie wirkt sich die aktuelle Zinssituation auf Junk Bonds aus?

Da es derzeit praktisch Nullzinsen gibt, müssen auch Schuldner mit schwacher Bonität keine Hochzinsen mehr anbieten, um Käufer zu finden. Dadurch wird Privatanlegern die Beurteilung von Schrottanleihen erschwert. Die Grenzen zwischen dem leicht spekulativen und hochspekulativen Bereich verschwimmen. Zugleich rentieren sich aufgrund der Niedrigzinsen Ramsch-Anleihen für Anleihegläubiger in zunehmendem Maß. Sollten die Zinsen weiter sinken, sind zusätzliche Kursgewinne für Schrottanleihen möglich, sofern Anleger diese vor Ablauf verkaufen.


Worin bestehen die Alternativen zur Direktanlage in Ramsch-Anleihen?

Worin bestehen die Alternativen zur Direktanlage in Ramsch-Anleihen?

Anleger, denen das Risiko einer direkten Anlage in Schrottanleihen zu unsicher erscheint, können die Expertise erfahrener Fondsmanager im Junk-Bond-Bereich nutzen. Investmentfonds sind für Privatanleger vorteilhaft, da sie Ramsch-Anleihen verschiedener Emittenten enthalten. Durch die Streuung auf die unterschiedlichsten Emittenten wird ein Totalverlust wie bei der einzelnen Hochzinsanleihe ausgeschlossen.

Mithilfe der breiten Diversifizierung wird das Risiko einer Anlage in Junk Bonds minimiert. Gelder in Investmentfonds sind zudem als Sondervermögen vor einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Wer auf Börsenindizes setzen möchte, kann ETFs mit Junk Bonds erwerben.


Lohnen sich Junk Bonds für Privatanleger?

Hochzinsanleihen dienen der Renditesteigerung des Depots. Die auch Ramsch genannten Anleihen werden von schwachen Schuldnern herausgegeben, meist von Unternehmen mit geringer Bonität. Schlechte Bonität bedeutet allerdings hohes Risiko für Anleger. Junk Bonds mit ungenügender Bonität sind nicht für sicherheitsorientierte Interessenten oder Anleger mit wenig Kapital geeignet und können eine Anlagealternative in der derzeitigen Nullzinsphase sein. Hochzinsanleihen sind als Beimischung für ein gut strukturiertes, ausgewogenes Depot sinnvoll, Einzelanlagen in Ramsch Anleihen jedoch äußerst riskant. Privatanleger, die in einen weit gestreuten Fonds mit vielen Junk Bonds investieren, verringern das Ausfallrisiko ihrer Anlage signifikant und profitieren so von enorm hohen Zinserträgen.

Was sind Junk Bonds? - Commerzbank

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