• Aktie oder Anleihe? Der Unterschied erklärt

    Aktie oder Anleihe? Der Unterschied erklärt

    Definition, Risiken und Gemeinsamkeiten

Was lohnt sich für wen?

Anleihen und Aktien bieten die Möglichkeit, direkt in ein bevorzugtes Unternehmen oder einen Emittenten zu investieren. Mit beiden Modellen ergeben sich verschiedene Chancen auf Rendite, doch es gilt, bestehende Risiken zu beachten. Mit Blick auf den wesentlichen Unterschied und gemeinsame Komponenten leiten Sie Ihr Geld über eine gewisse Laufzeit in die richtige Richtung. Wir zeigen Ihnen wie.


Aktie

Was ist eine Aktie?

Mit dem Kauf von Aktien werden Sie im Unterschied zu Anleihen Anteilseigner eines Unternehmens Ihrer Wahl. Das heißt, Ihnen als Anleger gehört ein kleinerer oder größerer Teil von diesem. Hat ein börsennotiertes Unternehmen 1.000 Aktien ausgegeben und Sie kaufen von diesem 10 Aktien, sind Sie zu 1 % am Unternehmen beteiligt. Die Ausgabe von Aktien verschafft Unternehmen frisches Eigenkapital. Über einen längeren Zeitraum zeichnet sich die Entwicklung Ihres Unternehmens am Aktienkurs ab.

Daran erkennen Anleger, ob es gut oder nicht so erfolgreich wie erwartet läuft. Der Kurs selbst ergibt sich durch Angebot und Nachfrage. Möchten viele Anleger Aktien erwerben, steigt die Nachfrage und damit der Kurs der Aktien. Finden sich dagegen nur wenige oder keine Interessenten, führt das zur Kurssenkung. Neben einem langfristigen Kursgewinn steigern Sie Ihre Rendite durch den Erhalt einer regelmäßigen Dividende. Aktien halten Sie so lange in Ihrem Depot, wie Sie es möchten. Im Unterschied zu Anleihen gibt es keine feste Laufzeit.

Anleihe

Was ist eine Anleihe?

Im Fachjargon wird eine Anleihe als Schuldverschreibung oder als Rentenpapier bezeichnet. Dahinter steckt die Gewährung eines Kredits an ein Unternehmen (Unternehmensanleihe) oder an einen Staat (Staatsanleihe). Dafür erhält der Anleger fest vereinbarte Zinsen, welche das Unternehmen in bestimmten Zeitabschnitten (meist jährlich) zahlt. Auf diese Weise verschaffen sich Kapitalgeber Fremdkapital. Im Unterschied zum Aktienerwerb werden Sie mit Anleihen nicht zum Teileigentümer. Dafür profitieren Sie von festen Zinsen und einer vorher bekannten Laufzeit. Anleihen geben Emittenten (die dahinterstehenden Unternehmen oder der Staat) zu einem vorgegebenen Nennwert (also zu 100 %) aus. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie Ihren Anlagebetrag in voller Höhe wieder zurück.

Beispiel: Sie legen 10.000 € für eine Laufzeit von 5 Jahren an und profitieren jedes Jahr von 2 % Zinsen. Nach Ablauf der Zeit bekommen Sie Ihr Geld in Höhe von 10.000 € auf Ihr Referenzkonto gutgeschrieben. Während der Laufzeit der Anleihe kann es zu Bewegungen im Kursverlauf kommen. In der Regel steigt der Kurs, wenn der allgemeine Marktzins sinkt und umgekehrt. Emittenten nehmen Anleihen nicht vor Ende der Laufzeit zurück. Möchten Sie vorzeitig Ihr investiertes Geld zurückerhalten, ist nur der Verkauf über eine Börse möglich. Die Rendite einer Anleihe resultiert aus Zinszahlung und eventuellem Kursgewinn.


Gemeinsamkeiten von Aktien und Anleihen

Was haben Aktien und Anleihen gemeinsam?

Anlage in ein bevorzugtes Unternehmen

1. Anlage in ein bevorzugtes Unternehmen

Unabhängig davon, ob Sie einem Unternehmen Geld in Form von Eigen- oder Fremdkapital zuführen, gehen Sie als Anleger von einer positiven Entwicklung in der Zukunft aus. Ohne gewisse Bonitätsvoraussetzungen leihen Sie dem Emittenten kein Geld. Auch als Inhaber von Aktien erwarten Sie für sich eine ansprechende Rendite.

Handel an der Börse möglich

2. Handel an der Börse möglich

Beide Formen lassen den Handel an einer oder mehreren Börsen zu. Aktien sind zu jeder Zeit handelbar. Möchten Sie bei Anleihen nicht das Ende der Laufzeit abwarten, können Sie diese vorher veräußern, sofern Sie einen Käufer dafür finden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und damit den gehandelten Kurs in beiden Fällen.

Regelmäßige Einnahmen

3. Regelmäßige Einnahmen

Als Inhaber von Aktien erwartet Sie neben einem Kursgewinn eine regelmäßige Dividende. Die Höhe der Dividende orientiert sich an der Gewinnentwicklung der Unternehmen und fällt jedes Jahr unterschiedlich aus. Bei Anleihen profitieren Sie mit konstanten Zinsen über eine vorgegebene Laufzeit und genießen so eine regelmäßige Einnahmequelle für Ihr Vermögen.

Verwahrung im Bankdepot

4. Verwahrung im Bankdepot

Für die Aufbewahrung von Aktien und Anleihen benötigen Sie ein Wertpapierdepot, welches Sie bei Ihrer Bank eröffnen können. Für die Depotverwahrung fällt ein Entgelt an. Bei Kauf und Verkauf von Aktien oder Anleihen vereinnahmt die Bank Ordergebühren. Je nach Wunsch können Sie sich als Anleger für ein Depot mit umfassenden Beratungsmöglichkeiten oder mit einer transparenten Online-Depotführung entscheiden. Bei jeder Depoteröffnung geben Sie ein Referenzkonto für die Abbuchung aller Gebühren und die Gutschriften von Dividenden und Zinsen an.

Mögliche Bündelung in Fonds

5. Mögliche Bündelung in Fonds

Falls Sie sich nicht für einen Emittenten oder ein Unternehmen entscheiden wollen, bündeln zahlreiche Investmentfonds und ETFs (Exchange Traded Funds) mehrere Branchen, Regionen und bieten die Anlageklassen Aktien und Anleihen auch gemischt an. Bei klassischen Investmentfonds agieren Manager über die Fondszusammensetzung. ETFs bilden dagegen einen gewählten Index (wie z. B. den DAX) nach. Im Unterschied zu einer Direktanlage führt eine solche Diversifikation zu einer Risikostreuung in Ihrem Depot.


Die individuellen Rechte der Wertpapier-Inhaber

Rechte von Aktionären

Die Rechte von Aktionären

Inhaber von Aktien haben ein Verwaltungsrecht. Dies ermöglicht ihnen die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Hauptversammlung. Neben der Information über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens können Aktionäre ein Stimmrecht ausüben, wenn es um die Verwendung und Verteilung des Gewinns geht. Bei einer Gewinnausschüttung bekommen Aktionäre anteilig in Bezug auf die Anzahl ihrer Aktien eine jährliche Dividende. Außerdem steht ihnen ein Bezugsrecht von jungen Aktien im Falle einer Kapitalerhöhung durch die Aktiengesellschaft zu. Damit erhalten sie neue Aktien zu einem günstigeren Preis als neue Aktionäre.

Die Rechte von Anleihe-Inhabern

Die Rechte von Anleihe-Inhabern

Im Unterschied zum Aktienerwerb erhalten Sie mit dem Kauf von Anleihen das Recht auf regelmäßige Zinsen. Emittenten verpflichten sich zur Rückzahlung Ihres Kapitals nach Beendigung der Laufzeit. Geht das Unternehmen pleite, werden Anleger im Unterschied zu den Aktionären vorrangig behandelt.


Welche Renditechancen ergeben sich?

Langfristige Anleger hoffen bei Aktien auf eine attraktive Rendite. Kursschwankungen während der Haltedauer gleichen sie damit aus. Verläuft das Unternehmen grundsätzlich in eine positive Richtung, ergibt sich damit über die gesamte Laufzeit ein Kursgewinn. Die jeweilige Rendite fällt dabei sehr unterschiedlich aus. Bei einem Gewinn realisieren Anleger regelmäßig eine Dividende, die für viele eine bedeutende Rolle spielt. Anleihen bieten ihren Anlegern im Unterschied dazu eine reguläre Zahlung von Zinsen. Je nach Bonität des Emittenten fallen diese höher oder niedriger aus. Emittenten mit geringerer Kreditwürdigkeit zahlen höhere Zinsen. Im Unterschied zu Dividenden sind sich Anleger ihrer Zinsen über die gesamte Laufzeit sicher. Kursgewinne ergeben sich bei Anleihen nur, wenn der Anleger sie während der Laufzeit zu einem höheren Kurs (mehr als 100 %) verkauft.

Renditechancen bei Aktien und Anleihen

Unterschiedliche Risiken im Wertpapier-Business

Der Chance auf eine angemessene Rendite stehen sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen einige Risiken gegenüber. Darüber hinaus existieren für die jeweiligen Anlageklassen spezifische Unsicherheiten. Dieselben Risiken treten auf, wenn Sie statt einer reinen Anlage in Aktien oder Anleihen Fonds oder ETFs wählen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, welche Unwägbarkeiten Sie bei der Anlage Ihres Geldes im Blick haben sollten. Im Einzelfall treten weitere Risiken bei Emittenten auf, die hier nicht enthalten sind.

Risiken bei Aktien:

Aktienrisiken bei Unternehmen

1. Risiken bei Unternehmen

Kommt das entwickelte Produkt oder die angebotene Dienstleistung nicht wie erhofft am Markt an, erwirtschaften Unternehmen Verluste. Falls alle Maßnahmen fehlschlagen, kann es letztendlich zu einer Insolvenz kommen. Anleger bleiben dabei auf Ihrem Geld sitzen, da Aktien dann keinen Wert mehr haben.

Aktienrisiken des Marktes und im Kursverlauf

2. Risiken des Marktes und im Kursverlauf

Häufig geht es nicht nur um die Entwicklung und Rendite von dem gewählten Unternehmen, sondern auch um die allgemeine Marktlage. Dabei spielen psychologische Faktoren und die allgemeine Wirtschaftslage eine wichtige Rolle. Politische und andere Ereignisse nehmen Einfluss auf den Verlauf des Kurses. Bei wirtschaftlich guten Voraussetzungen steigen Aktienkurse, bei unverhofft negativen Ereignissen kann es plötzlich zu Kurseinbrüchen kommen. Reagieren viele Marktteilnehmer auf diese Form von Einflüssen, führt dies schnell zu Änderungen im Kurs in die eine oder andere Richtung.

Aktienrisiko bei der Auszahlung der Dividende

3. Risiko bei der Auszahlung der Dividende

Kein Unternehmen kann die jährliche Gewinnausschüttung in Form einer Dividende garantieren. Unabhängig davon, ob produktspezifische Einflüsse oder Markteinflüsse die Ursache für eine negative Unternehmensentwicklung sind: Erwirtschaftet das Unternehmen keinen Gewinn, entfällt die Dividende für den Anleger ebenfalls.

Aktienrisiko der richtigen Unternehmensanalyse

4. Risiko der richtigen Unternehmensanalyse

Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten, den Verlauf von Unternehmen zu analysieren. Neben einer fundamentalen Methode, die verschiedene Kennzahlen herausgreift, gibt es eine Chartanalyse, die von der reinen Kursbetrachtung in der Vergangenheit ausgeht. Eine stichtagsbezogene oder vergangene Betrachtung gibt keinen Aufschluss über die künftige Entwicklung.

Risiken bei Anleihen

Risiko bei Anleihen:

Anleihenrisiko des Emittenten

1. Risiko des Emittenten

Gibt ein Staat oder ein Unternehmen eine Anleihe heraus, besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Insolvenz des Emittenten. In diesem Fall verliert der Anleger einen Teil seines Geldes bis hin zum Totalverlust.

Anleihenrisiko der Änderung von Zinsen

2. Risiko der Änderung von Zinsen

Benötigen Sie als Anleger Ihr Geld vor Ende der Laufzeit der Anleihe, müssen Sie ein Kursänderungsrisiko in Kauf nehmen. Das Risiko besteht im Steigen der allgemeinen Zinsen, was zu einem Kursverlauf der Anleihe von unter 100 % führt. Beim Verkauf der Anleihe über die Börse verzichten Sie dabei auf einen Teil Ihres Geldes.

Anleihenrisiken der Inflation

3. Risiken der Inflation

Beim Kauf einer Anleihe wetten Sie darauf, wie sich die Zinsen in der Zukunft entwickeln. Gehen Sie von sinkenden Zinsen aus, lohnt sich die Anlage mit einer derzeit höheren Verzinsungen über eine feste Laufzeit. Kommt es genau anders als gedacht und die Zinsen steigen, erreichen Sie eventuell nur eine Rendite, die nicht einmal die jährliche Preissteigerung (Inflation) deckt.

Anleihenrisiko der Kündigung durch den Emittenten

4. Risiko der Kündigung durch den Emittenten

Bei einigen Anleihen vereinbaren Emittenten im Vorfeld ein Kündigungsrecht. Das heißt, der Herausgeber kann eine Anleihe vorzeitig zurückbezahlen. Der Anleger erhält auf diese Weise zwar sein Geld zurück, bekommt dann aber die vereinbarten Zinsen für die restliche Laufzeit nicht mehr.

Anleihenrisiko bei Emittenten mit ausländischen Währungen

5. Risiko bei Emittenten mit ausländischen Währungen

Falls Sie sich für Anleihen entscheiden, die nicht in Euro laufen, gehen Sie das Risiko des Umtauschkurses (Devisenkurs) ein. Je nachdem, wie sich der Euro zu der fremden Währung entwickelt, kann es Differenzen geben und Sie erleiden als Anleger einen Teilverlust bei Ihrem eingesetzten Geld.

Investitionserfolg steigern

Wie lässt sich der Investitionserfolg steigern?

Über mehrere Möglichkeiten erreichen Sie eine stetige Vermehrung Ihres Geldes. Während der eine Anleger auf eine starke Entwicklung der Dividende achtet, legt ein anderer mehr Wert auf konstante Zinsen und eine vorhersehbare Laufzeit. Wie bei allen Anlageformen geben grundlegende Komponenten der eigenen Sicherheits- und Chancenkultur Aufschluss darüber, welchen Investitionserfolg Sie sich erhoffen. Wenn Sie sich für eine Fahrtrichtung entschieden haben, sollten Sie sich für Ihr Geld ein breit gefächertes Depot aufbauen, das einer sinnvollen Risikostreuung Rechnung trägt. Als sicherheitsorientierter Anleger betrachten Sie nicht nur Anleihen, Zinsen, Emittenten und Laufzeit, sondern auch Aktien und deren Möglichkeiten bei der Dividendenzahlung. Investmentfonds und ETFs können zur Beimischung von großem Vorteil sein, da Sie sich nicht nur für ein einzelnes Unternehmen oder einen Emittenten entscheiden, sondern für eine ganze Region, eine Branche oder einen Index. Als chancenorientierter Anleger lohnt sich ein Blick auf Anleihen und deren Zinsangebote in Abhängigkeit von der jeweiligen Laufzeit zur Beimischung in Ihrem Portfolio.


Mehr Sicherheit durch clevere Kombi-Strategie

Sicherheit in Kombination mit festen Zinsen und vereinbarter Laufzeit steht einer attraktiven Rendite mit Dividenden und Kursgewinnen gegenüber. Beide Anlageklassen imponieren dem einen oder anderen Anleger mehr. Auch wenn der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen groß erscheint: Mit Ihrer eigenen Risikoeinschätzung und einer vernünftigen Aufteilung Ihres frei verfügbaren Vermögens fahren Sie eine gute Anlagestrategie.

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