• Familie gründen

Familie gründen? Lieber spät als nie!

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“: Dieser alte Spruch scheint gerade für die Jüngeren zu stimmen. Sie lassen sich immer länger Zeit zum Heiraten und Kinder kriegen. Stimmt also das Klischee von der vergnügungssüchtigen Jugend, die lieber ihren Spaß hat als Verantwortung zu übernehmen? Nein, sagen Studien. Schaut man genauer hin, scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein.

Hochzeiten auf dem Höchststand

Die so genannten Millennials sind weit weniger egoistisch als ihr Ruf. Karriere statt Kinder, lieber Weltreise als Windelwechseln, Spaß first Verantwortung second? Alles Quatsch. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach binden sich die heute 20- bis 40jährigen zwar später als ihre Eltern. Den Bund für’s Leben schließen sie im Durchschnitt erst mit 32 und damit rund sechs Jahre später als noch vor 30 Jahren. Aber sie tun es mit ungebrochener Begeisterung: 2018 wurden in Deutschland rund 450.000 Ehen geschlossen – Höchststand seit rund drei Jahrzehnten. Bei den 18 bis 29jährigen signalisierten, nach ihrer Bereitschaft zur Ehe gefragt, sogar 71 Prozent: Ja, ich will! Gleichzeitig geht die Scheidungsrate seit Jahren zurück.

Kinderglück mit 34

Auch beim Thema Nachwuchs heißt es: schlechte Nachrichten für Fans von Vorurteilen. Zwar werden Paare heute im Durchschnitt erst mit 34 Jahren Eltern, doch die Zahl der Geburten nimmt wieder kontinuierlich zu. Im internationalen Vergleich zeigt sich: Den jungen Deutschen ist Familie wichtig, beim Kinderwunsch liegen sie sogar über dem europäischen Durchschnitt. Fehlender Bindungswille ist also nicht der Grund, warum junge Leute mit der Familiengründung immer länger warten.

Realismus statt rosarote Brille

Viele wollen vorher beruflich Fuß fassen und ihre Karriere voranbringen. Kommt also doch das Ich vor dem Wir? Eher scheint jungen Paaren heute bewusst, was auf sie zukommt, und sie wollen vorbereitet sein. Ist der Partner fürs Leben gefunden, nehmen sie sich erstmal Zeit, um die Beziehung zu festigen und die gemeinsame Zukunft auch wirtschaftlich auf stabile Füße zu stellen. Denn so bereichernd Kinder sind: Sie verändern die finanzielle Situation genauso wie die Zweisamkeit – und das auf Dauer. Das fängt bei Babysachen, einem familiengerechten Auto oder einer größeren Wohnung an und hört auch dann nicht auf, wenn der Nachwuchs schon lange aus dem Haus ist.

Arm im Alter dank Familie?

Denn um Job und Familie unter einen Hut zu bringen, treten viele Eltern beruflich kürzer, arbeiten Teilzeit und verzichten auf den einen oder anderen Karrieresprung. Das schmälert nicht nur das Familienbudget, sondern auch die spätere Rente. Wer lange in Teilzeit ist oder eine berufliche Auszeit nimmt, verliert im Schnitt rund 50 Prozent seines Alterseinkommens. Vor allem Frauen zahlen in Deutschland häufig einen hohen Preis für’s Kinderglück: Sie verdienen zehn Jahre nach der Geburt des ersten Kindes durchschnittlich 61 Prozent weniger als im Jahr vor der Geburt – und bekommen damit monatlich 140 Euro weniger gesetzliche Rente als Männer. Bei 15 Jahren Rentenbezug macht das insgesamt rund 25.000 Euro weniger für den – hoffentlich – gemeinsamen Ruhestand.

Tipp

All das gilt es zu bedenken – und zu finanzieren

Junge Menschen haben also gute Gründe, sich mit dem Nestbau Zeit zu lassen und dabei auch aufs Geld zu schauen. Das Familienglück ist zwar nicht unbezahlbar, aber eben nicht umsonst zu haben.

Wer’s genau wissen will: Mehr Infos, Spartipps und Rechenbeispiele für die finanzielle Familienplanung finden Sie hier .

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