Ölpreisanstieg treibt US-Inflation
Wie stark treiben der Nahost-Krieg und das teurere Öl die US-Verbraucherpreise nach oben?
Commerzbank Economic Research
02.04.2026
An den amerikanischen Tankstellen ist der Energiepreisschock bereits seit Anfang März sichtbar, und nächste Woche werden die Statistiker mit den Verbraucherpreisen auch erstmals zeigen, wie sehr insgesamt das Preisniveau in den USA angezogen hat. Stärkster Inflationstreiber dürfte Benzin sein, das um saisonübliche Schwankungen bereinigt sich um etwa 20% gegenüber Februar verteuert hat.
Die teurere Energie hat sich aber wahrscheinlich noch nicht auf breiter Front in höheren Preisen für andere Waren und Dienstleistungen niedergeschlagen, außer vielleicht in Ansätzen bei Flugreisen. Dies ist aber wohl nur eine Frage der Zeit.
Dafür dürfte sich der deutliche Preisanstieg der vergangenen Monate bei Computerchips und Industriemetallen bei einigen Waren im Bereich Elektronik und IT niederschlagen. Dieser Preisdruck war im Februar bereits auf Produzentenebene und bei den Importpreisen sichtbar.
Insgesamt rechnen wir damit, dass die US-Verbraucherpreise im März gegenüber Februar 0,9% zugelegt haben und gegenüber März 2025 um 3,3%. Im Februar hatte die Vorjahresrate 2,4% betragen. Ohne Energie und Nahrungsmittel ("Kernrate") erwarten wir 0,3% gegen Vormonat bzw. 2,7% gegen Vorjahr.
Damit würde der Abwärtstrend bei der an den Verbraucherpreisen (CPI) gemessenen Inflation wohl enden. In unserem Hauptszenario eines bis Ende Mai dauernden Kriegs dürfte die Inflation in den nächsten Monaten auf fast 4% zulegen. Ohnehin haben wir bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Verbraucherpreise die Inflation zu günstig darstellen. Denn die Notenbank orientiert sich eher an dem Deflator der Konsumausgaben (PCE), auf den sich auch das Inflationsziel von 2% bezieht. Und die PCE-Inflationsrate, die normalerweise etwas geringer ausfällt als die CPI-Inflationsrate, betrug bereits vor dem Energiepreisschock 2,8% (Gesamtrate) bzw. 3,1% (Kernrate).
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