Nahost-Krieg – Wie knapp wird Öl?

Wegen der Schließung der Straße von Hormus haben wir bei Rohöl eine massive Versorgungslücke.

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Thu Lan Nguyen

FX and Commodity Research

27.03.2026

Durch eine stärkere Nutzung von Pipelines, die Freigabe von sanktioniertem Öl, eine höhere Produktion außerhalb der Region und Ausnahmeregelungen für ausgewählte Länder könnte diese deutlich verringert werden, und die verbleibende Nachfrage dürfte zunächst aus den gut gefüllten Lagern bedient werden. Längerfristig müsste aber der weltweite Verbrauch zurückgehen, wofür entweder die Preise noch einmal massiv steigen müssten oder staatliche Rationierungsmaßnahmen notwendig wären.

Wegen Blockade der Straße von Hormus droht Versorgungslücke, ...

Der Iran-Krieg und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus haben den Ölmarkt vor eine beispiellose Herausforderung gestellt. Schließlich gilt die Straße von Hormus als eine der wichtigsten maritimen Engstellen für den globalen Öltransport. Mit etwa 20 Mio Barrel pro Tag (wovon 15 Mio auf Rohöl und 5 Mio auf Ölprodukte entfallen) wird normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs auf dieser Route transportiert. Durch die Blockade droht eine unmittelbare Versorgungslücke, die weitreichende Auswirkungen auf die Weltmärkte und die Energieversorgungssicherheit nach sich ziehen würde. Wir untersuchen, inwieweit diese Lücke gefüllt werden kann.

... die über eine Umleitung über Pipelines, ...

Ein Teil des Rohöls kann unter Umgehung der Straße von Hormus über existierende und erweiterbare Pipelines transportiert werden. Insbesondere die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien sowie alternative Routen durch die Vereinigten Arabischen Emirate bieten Kapazitäten, um laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur 3,5 bis 5,5 Mio Barrel pro Tag umzuleiten. Diese Maßnahme ist technisch anspruchsvoll und erfordert eine rasche Koordination zwischen den Förderländern und Abnehmerstaaten. Saudi-Arabien tut dies bereits, laut Schifffahrtdaten dürften die Verladungen am Exporthafen am Roten Meer im März auf durchschnittlich 3,8 Mio Barrel pro Tag steigen. Damit dürfte die Kapazitätsgrenze nicht mehr fern sein, und zumindest kurzfristig kann die Infrastruktur nicht beliebig ausgebaut werden.

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