Erhöht die EZB die Zinsen?

Die EZB wird in der kommenden Woche ihre Leitzinsen unverändert lassen.

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Dr. Jörg Krämer, Dr. Marco Wagner

Commerzbank Economic Research

13.03.2026

Zwar preisen die Terminmärkte im weiteren Jahresverlauf mehr als eine Zinserhöhung ein. Aber im Hauptszenario eines eher kürzeren Kriegs legen unsere Inflationsprognosen und Einschätzungen der EZB-Reaktionsfunktion keine Zinserhöhung nahe.

Der Nahost-Krieg hat den Ölpreis am Montag in der Spitze auf 120 Dollar je Fass steigen lassen, die Anleger erwarten für die kommenden Monate deutlich höhere Inflationsraten. Zwar dürfte die EZB ihren Einlagensatz auf der Sitzung am kommenden Donnerstag bei 2,0% belassen. Aber mittlerweile rechnen die Terminmärkte bis zum Sommer mit einer vollen Zinserhöhung.

Ob und wie stark die EZB ihre Leitzinsen anheben wird, hängt zunächst von der Entwicklung der Inflation ab. Wir betrachten im folgenden zwei Szenarien:

  • Kurzer Krieg: Klingt der Krieg in den kommenden zwei, drei Wochen ab und ist die Straße von Hormus dann wieder befahrbar, würde die Inflation im März zwar Richtung 3% steigen, danach aber zügig zurückgehen. In diesem Szenario würde die EZB durch den Anstieg der Inflation hindurchschauen; eine Zinserhöhung wäre unwahrscheinlich.
  • Langer Krieg: Bliebe der Ölpreis im Falle eines längeren Kriegs bis zum Jahresende bei 100 Dollar je Fass, würde die Inflation bis zum vierten Quartal auf gut 3% steigen und danach wieder sinken. Ob die EZB in diesem Fall ihre Leitzinsen anhebt oder nicht, ist zunächst unklar.

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