Deutsche Finanzpolitik kommt ins Rollen
Die Hoffnungen auf ein etwas stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaft beruhen in erster Linie auf der deutlich expansiveren Finanzpolitik.
Commerzbank Economic Research
20.02.2026
Das Geld fließt
Nachdem Ende September 2025 endlich der Bundeshaushalt für das Jahr 2025 verabschiedet und gleichzeitig das neue Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) aktiviert worden war, war der Weg für deutlich höhere Ausgaben des Bundes frei. Diese Möglichkeit wurde offensichtlich genutzt. Trotz neunmonatiger "vorläufiger Haushaltsführung" waren die Ausgaben des Bundes inklusive der verschiedenen "Sondervermögen" und anderer Unterhaushalte im vergangenen Jahr um 30 Mrd oder fast 6% höher als im Jahr zuvor, was auf umfangreiche Ausgaben im vierten Quartal deutet.
In diesem Jahr sollen die Ausgaben weiter steigen. So sieht der Bundeshaushalt für 2026 inklusive der verschiedenen Sondervermögen im Vergleich zu den Ist-Zahlen für 2025 zusätzliche Ausgaben von mehr als 70 Mrd Euro vor, ein Plus von mehr als 13%. Wie üblich dürften nicht alle Ausgabenpläne umgesetzt werden. Trotzdem sollte von den Staatsausgaben ein deutlicher Impuls auf die Konjunktur ausgehen, zumal ein Teil der Ausgaben im vierten Quartal noch nicht auf die Produktion durchgeschlagen haben dürfte.
Einige Sektoren profitieren bereits spürbar ...
Gerade im Rüstungsbereich zeigt sich die stärkere staatliche Nachfrage bereits in deutlich steigenden Auftragseingängen. So weist das Statistische Bundesamt zwar keine Zahlen für die Auftragseingänge für "militärische Kampffahrzeuge" aus. Allerdings haben sich die Auftragseingänge im "sonstigen Fahrzeugbau" insgesamt mehr als verdoppelt, und die Zuwächse bei den anderen Untergruppen fielen deutlich geringer aus. Folglich dürften sich die Aufträge für Panzer und ähnliches mehr als verdoppelt haben. Und auch bei dem Plus für Luft- und Raumfahrzeuge dürften Aufträge für Drohnen und ähnliches eine wichtige Rolle gespielt haben.
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