Plastikfrei einkaufen – warum nachhaltiges einkaufen wichtig ist

Plastik ade – Der Umwelt zuliebe!

Vier Hände umhüllen eine Neupflanze

Plastikfrei einkaufen: ein Beitrag für unsere Umwelt

Jede einzelne Person kann einen Beitrag leisten; dies fängt beim plastikfreien Einkaufen an. Immer mehr Zero-Waste-Shops schießen aus dem Boden. Der Verzicht auf Verpackungen aus Plastik verringert den globalen Verpackungsmüll und Ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck. Für unsere Umwelt ist es höchste Zeit, dass alle mithelfen, den Plastikmüll deutlich zu reduzieren.

Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig

Unter Nachhaltigkeit versteht man den verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Mehr denn je muss den Menschen in Zeiten des Klimawandels die eigene ökologische Verantwortung bewusst sein. Etwa 10 bis 20 Jahre benötigt eine Plastiktüte, bis sie sich im Meerwasser vollständig zersetzt hat. Die Folgen, die der Plastikmüll in dieser Zeit anrichtet, sind für die Umwelt fatal. Nahezu 800 Tierarten in Meeres- und Küstennähe sind durch den Plastikmüll hochgradig gefährdet. Das Plastik zerstört den Lebensraum, findet sich in den Mägen der Tiere wieder und gelangt zuletzt auch durch die Nahrungskette in die menschlichen Körper – ein zerstörerischer Prozess, der unbedingt eingedämmt werden muss. Durch plastikfreies Einkaufen leisten Sie dazu einen entscheidenden Beitrag.

Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit

1

Ökologische Säule

Ökologische Nachhaltigkeit bewahrt die Vielfalt der Schöpfung für kommende Generationen.

2

Ökonomische Säule

Unter der ökonomischen Nachhaltigkeit versteht man eine leistungsfähige Wirtschaft, die nachfolgenden Generationen keine Probleme hinterlässt.

3

Soziale Säule

Bei der sozialen Nachhaltigkeit haben alle Menschen die gleiche Chance auf Bildung, Wohlstand und Kultur.

Plastikfrei Einkaufen - wo steckt denn überall Plastik drin?

Oft sind wir uns gar nicht bewusst darüber, in welchen Dinge oder Lebensmitteln alles Plastik steckt. Die folgende Auflistung soll Klarheit schaffen.

Verpackungen aus Plastik

Plastikfolien machen einen großen Teil des Verpackungsmülls aus. Folien, Luftpolster, Plastiktüten und Packband sichern zwar den Inhalt, sind aber für die Umwelt bedenklich. Indem Sie plastikfrei einkaufen, reduzieren Sie den Müll und tragen zum Naturschutz bei.

Lebensmittel

Leider sind heutzutage viele Lebensmittel mit Plastikpartikeln belastet. Besonders häufig ist Fisch betroffen, da sich der Plastikmüll im Verdauungstrakt der Fische sammelt. Mikroplastik findet sich aber beispielsweise auch in Kaugummi, denn herkömmliche Kaugummis enthalten Kunststoffe auf Erdölbasis (Polymere) und in anderen Meerestieren.

Non-Food

Kaum zu glauben, in welchen Produkten überall Mikroplastik zu finden ist:

  • Pfannen mit Teflon-Beschichtung
  • Kosmetikprodukte wie Peelings und Cremes
  • Wasch- und Reinigungsmittel
  • Putztücher und -schwämme aus Kunstfasern
  • Kunstrasen
  • Schuhsohlen
  • Autoreifen
  • Fleece- Kleidung und Socken

Umweltgefahr Mikroplastik

Mikroplastik entsteht beim Zerfall von Plastikmüll. Dabei sind die Kunststoffe sehr lange haltbar. Gelangen sie in Gewässer, werden sie aufgrund ihrer Beständigkeit über weite Strecken im Meer verteilt. Aus den großen Plastikteilen entstehen mit der Zeit immer kleinere Bruchstücke. Sind die Plastikpartikel kleiner als 5mm, sprechen Expertinnen und Experten von der Mikroplastik. Aber auch in der Luft und im Boden ist Mikroplastik zu finden. Allein in Deutschland setzt jährlich jeder Mensch rund 5,4kg Mikroplastik frei.

Ist Mikroplastik schädlich für den menschlichen Körper?

Mikroplastik gelangt über die Atmung oder unsere Ernährung in den menschlichen Körper. Inwiefern sich diese kleinen Partikel schädlich für den Menschen sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Zurzeit wird wissenschaftlich untersucht, ob sich aus Mikroplastik im Verdauungstrakt von Fischen schädliche Verbindungen lösen, die für den Menschen gefährlich sind.

Maßnahmen der Bundesregierung zur Vermeidung von Plastikmüll

Seit 2019 ist die Vermeidung von Verpackungs- und Plastikmüll im Verpackungsgesetz geregelt. Das Gesetz sieht vor, die Verwendung von recyclingfähigen Verpackungen und Kunststoffen zu fördern. Ab Mitte 2021 wird zusätzlich zur Vermeidung von Plastikmüll die Herstellung von Wegwerfprodukte aus Plastik, wie Wattestäbchen, Einwegbesteck oder Strohhalme, untersagt. Seit dem 1. Januar 2022 sind aus hygienischen Gründen nur noch die sogenannten „Hemdchenbeutel“ zur Verpackung von Gemüse gestattet.

Weniger Plastikmüll – hier können Sie plastikfrei einkaufen

Immer mehr Zero-Waste Shops eröffnen in ganz Deutschland. Doch auch auf anderen Wegen lässt sich plastikfrei einkaufen und damit bewusster und umweltschonender leben.

Vorteile beim plastikfreien Einkaufen

Plastikfrei einkaufen bringt viele Vorteile mit sich, die auf lange Sicht für unser Leben von großer Bedeutung sein werden.

Verpackungsmüll vermeiden

Indem Sie auf die Verpackung verzichten und im Supermarkt plastikfrei einkaufen, landet automatisch weniger Plastikmüll in Ihrem Haushalt. Sie tragen dadurch effektiv zur Müllvermeidung bei.

Plastikfrei einkaufen fördert Ihre Gesundheit

Produkte vom Wochenmarkt und von regionalen Anbietern stehen für Frische und Vielfalt. Zudem gibt es viele unverpackte Ware auch in Bio-Qualität. Nutzen Sie auf dem Wochenmarkt das besondere Flair und kaufen Sie unverpacktes Gemüse häufig direkt vom Hersteller. Aber auch in einigen Supermärkten erhalten Sie verpackungsfreie Bio-Ware.

Einkaufsverhalten anpassen

Wer sich im Vorfeld Gedanken über seinen Einkauf und dessen Verpackung macht, kauft generell bewusster ein. Wählen Sie im Vorfeld geeignete Gefäße für Ihren unverpackten Einkauf. Bestens eignen sich Behältnisse aus Glas, Einmachgläser, wiederverwendbare Dosen oder Jutebeutel. Verpackungsfrei einkaufen ist dann reine Gewohnheit.

Plastikfrei einkaufen: Sie bestimmen die Menge

Während in normalen Supermärkten nur bestimmte Verpackungsgrößen bereitstehen, können Sie in Unverpackt Shops auf das Gramm genau die gewünschte Menge bestimmen.

Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit

Jede Verpackung, die eingespart wird, schützt unsere Umwelt. Vor allem in Unverpackt Läden erhalten Sie häufig weitere ökologische Produkte wie biologisch abbaubares Putzmittel oder wiederverwendbare Kosmetikartikel.

Plastikfrei einkaufen: Tipps und Tricks

Zugegebenermaßen ist der erste verpackungsfreie Einkauf mit etwas Aufwand und Organisationstalent verbunden. Plastikfrei einkaufen erfordert aber vor allem eine gute Planung. Bereits beim Schreiben des Einkaufszettels sollten Sie sich über die verpackungsfreien Einkaufsmöglichkeiten Gedanken machen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr erster, plastikfreien Einkauf ein voller Erfolg wird.

Milch und Joghurt im Glas

Wer täglich gerne ein Joghurt zum Frühstück isst, kann theoretisch pro Woche 7 Joghurtbecher Plastikmüll produzieren. Joghurt und Milch gibt es aber auch im Pfandglas. Auf dem Bauernhof gibt es häufig auch die Möglichkeit, frische Milch in die mitgebrachte Flasche aus Glas abzufüllen.

Verpackungsfrei Gemüse und Obst kaufen

Leider ist das Gemüse in Supermärkten häufig in Plastikfolie eingepackt. Vor allem Bio-Ware ist durch Plastik geschützt, um nicht mit konventionellem Gemüse in Kontakt zu kommen. Suchen Sie gezielt nach unverpackter Ware. Verpackungsfreies Obst und Gemüse gibt es in Bio- und Hofläden sowie auf Wochenmärkten.

Korb und Stofftasche mitbringen

Mit dem eigenen Korb oder der Stofftasche lassen sich die Einkäufe ohne zusätzlichen Plastikmüll verpackungsfrei nach Hause transportieren. Für Ihr Obst und Gemüse eignet sich ein Gemüsenetz aus Stoff. Sie sind langlebig, wiederverschließbar, belastbar und reißfest. Leicht lassen sich diese Gemüsenetze in der Waschmaschine reinigen.

Die eigene Box für Fleisch und Käse

Fleisch und Käse können Sie einfach verpackungsfrei einkaufen, wenn Sie Ihre eigene Box mitbringen. Es scheint am Anfang etwas seltsam, dennoch müssen Sie lediglich Ihre Box, vor dem Einpacken des Fleisches nur über den Tresen reichen. Das spart Zeit und Plastik.

Glas statt Konservendosen

Konservendosen haben im Innern häufig eine Kunststoffbeschichtung, die bedenkliche Stoffe an den Inhalt abgeben können. Entscheiden Sie sich deshalb in Supermärkten für Schraubgläser. Doch damit nicht genug. Schraubgläser eignen sich hervorragend, um in den sogenannten Unverpackt Läden Lebensmittel abzufüllen. Das Leergewicht der Schraubgläser wird vor dem Einkauf bestimmt und beim Wiegen der gefüllten Schraubgläser wieder abgezogen.

Nutzung von Mehrwegsystemen

Bei vielen Produkten können Sie die Verpackung auswählen. Dies gilt hauptsächlich bei Getränken, für die es Mehrwegsysteme gibt. Auch der Einwegkaffeebecher für unterwegs kann durch einen wiederverwendbaren Thermokaffeebecher ersetzt werden.

Plastikfreie Alternativen wählen

Nicht nur bei der Verpackung, sondern auch bei dem Produkt selbst können Sie auf Nachhaltigkeit setzen. Nutzen Sie doch einmal eine Zahnbürste aus Bambus statt aus Plastik.

Auch Finanzprodukte können nachhaltig sein!

Das Thema Nachhaltigkeit hat auch Einzug in den Finanzsektor gehalten. Neben Corona ist der globale Klimawandel eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus – denn es gibt auch nachhaltige Finanzprodukte:

Die grüne Baufinanzierung

Wenn Ihnen das Thema Ökologie am Herzen liegt, sind Sie mit unserer Grünen Baufinanzierung beim Hausbau gut beraten. Wir belohnen eine energieeffiziente Bauweise mit einem Zinsrabatt von 0,1%. Nutzen Sie unser Angebot, wenn der maximale Endenergiewert Ihres Hauses laut Energieausweis 75 kWh/m² nicht überschreitet.

Grüne Geldanlagen – nachhaltige ETFs und Fonds

Wussten Sie, dass Sie ein Vermögen auch mit nachhaltiger Investition aufbauen können? Mit nachhaltigen ETFs und Aktienfonds investieren Sie in umweltfreundliche Projekte unter ethisch-ökologischen Gesichtspunkten. Dabei werden u.a. folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Investitionen mit erneuerbaren Energien
  • Verzicht auf Investitionen in Kohlekonzerne
  • Investitionen in Projekte in Schwellenländern
  • Ausschluss von Kinderarbeit

Plastikfreies einkaufen: Schritt für Schritt weg vom Plastikmüll

Die Plastiktüte hat ausgedient - wer der Umwelt etwas Gutes tun will, stellt langsam, aber sicher auf unverpacktes Einkaufen um. Dazu nötig sind wiederverwendbare Behältnisse aus Glas, Gemüsenetze und ein Einkaufskorb. Sie müssen nicht den kompletten Einkauf plastikfrei gestalten: Jeder noch so kleine Beitrag für weniger Plastikmüll zählt und entlastet unsere Umwelt.